thumbs : Diplomatische Aktenstücke.

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nen  Einschreiten  bestimmen.  Die  Aufrechterhaltung  der  Neutralität
  Belgiens  dürfte  —  ich  wollte  nicht  sagen  eine  bestimmende,
  aber  doch  eine  wichtige  —  Triebfeder  zu  unserm  Handeln
  bilden.  Ob  wir  dem  Parlament  Einmischung  in  einen
Krieg  oder  unser  Fernbleiben  von  demselben  anrieten,  so  würde
es  doch  wissen  wollen,  wie  es  um  die  Neutralität  Belgiens  stehe
und  es  könnte  sein,  dass  ich  von  Frankreich  und  von  Deutschland
  Erklärungen  verlangen  würde,  ob  sie  geneigt  seien,  eine
Verpflichtung  einzugehen,  dass  weder  das  eine  noch  das  andere
die  belgische  Neutralität  zuerst  verletzen  wolle.

Herr  Cambon  wiederholte  seine  Frage,  ob  wir  Frankreich,
wenn  von  Deutschland  angegriffen,  beistehen  würden.

Ich  antwortete,  dass  ich  bei  dem  schon  Gesagten  bleiben
müsse,  nämlich,  dass,  soweit  die  Dinge  jetzt  gediehen  seien,
wir  keine  Verpflichtung  eingehen  könnten.

Herr  Cambon  behauptete,  dass  Deutschland  von  Anfang
an  die  Vorschläge,  die  vielleicht  den  Frieden  herbeigeführt  hätten,
  abgewiesen  habe.  Frankreichs  Vernichtung  durch  Deutschland
  läge  doch  nicht  im  Interesse  Grossbritanniens.  In  einem
solchen  Falle  würden  wir  uns  Deutschland  gegenüber  in  einer
unvorteilhafteren  Lage  befinden  als  jetzt.  Wir  hätten  im  Jahre
1870  einen  grossen  Fehler  begangen,  indem  wir  zusahen,  wie
die  deutsche  Macht  ins  Ungemessene  wuchs  und  nun  würden
wir  denselben  Missgriff  wiederholen.  Er  fragte  mich,  ob  ich
nicht  die  Frage  dem  Kabinett  neuerdings  vorlegen  könnte.

Ich  antwortete,  dass  das  Kabinett  zweifelsohne  wieder  zusammengerufen
  werden  würde,  sobald  als  sich  in  der  Lage  neue
Entwicklungen  zeigten,  aber  der  einzige  mir  jetzt  mögliche  Bescheid
  laute  dahin,  dass  wir  keine  bestimmte  Verpflichtung  eingehen

  könnten.
E.  Grey.

Nr.  148.
Sir  Edward  Grey,

an  Sir  F.  Bertie,  britischen  Botschafter  in  Paris.
Foreign  Office,  den  2.  August  1914.

Nach  dem  Ministerrat  heute  Morgen  übergab  ich  Herrn
Cambon  folgenden  Bericht  :