Aummer 224
Eosenhelmer Anzelger.
Samstag, 28. September 1918
Munchener Neuigkeiken.
• KMülnchen. 27. September.
Die Einführung einer Fremdenabgabe
in München haben heute im Gemeindekollegium
die Hanobesitzervertreter Dr. Strauß
und Humar beantragt.
. Der ftri Zwangsarbeit für Arbeitsscheue,
die dae stellv. Ge- leralkommando angeordiet
hat, mußten sich in Münche! bisher 26
Maöänner, meist vorbestrafte, heeresunwürdige
Wersonen. unterzichen. Sie wurden in das Arbeitslager
Willenbach bei Weilheim zur Verrichtung
von Kulturarbeilen gebracht.
—2—
4 Aus dem Jachthause Straubing ist
der 26jährige Hausbursche Anton Schweyer aus
Kitzingen, der wegen Sittlichkeitsverbrechens zu
5 Jahren Zuchthaus verurteilt worden war,
entsprungen. *.
s carkcniketcHochmtsnscr.kte
Nummer-Volkmeltct«111-:sC1-di1!g.C-E11ccttvas5
gistgcthohnltchc Hoch:eits zfeier fand vor lurzem
hier statt. Während die Trauung und das Lochitsmahl
in Erding stattfand, ward die Abendunterhaltung
aufs Land verlegt, in ein Gasthaus
in Brehen. Und recht fidel ist es dort zuegangen,
bis früh 4 Uhr huldigten etwa ido
gare dem Tanze. Für Bewirtung der Gäste
War bestens Sorge getragen. Kalbshaxen, -Braten,
Wurst, dau weißes Brot und ähnlicze Raritäten
wurden in jeder gewünschten Quantilätt
bis in die frühesten Morgenstunden hinein völlig
markenfrei verabfolgt.
Niedergebrannte Pfarrkirche. Nachts
ist die Pfarrkirche von Neufang (Franlenwald)
und zahlreiche Nebengebände abgebrannt.
Ba#erisches Iberlaind.
Kiefersfelden, 26. 9. Der Rückgang
der Schweinepreise im benachbarten Tirol
hält an; es fielen auch auf dem letzten Wochenschweinemarkt
in Innebruck die Preise für Sauger
und Fresser um ein Bedeutendes. Oie Nachfrage
war schwach und viele Stücke blieben unverlauft.
Immerhin werden für vier bis fünf
Wochen alte Sauger noch 100 bis 200 Kronen
verlangt.
Hrien, 25. 9. Brandsall. Heute früh
Hrach in der Holsschupse der Villa des Herrn
Dr. Kolislo bei Schafwaschen, in welcher außer
dem Brennmaterial auch 3 Fahrräder enthalten
waren, auf unaufgellärte Weise Feuer aus und
Sscherte dieselbe vollftändig ein.
Bad Aibling, 26.9. Orgelweihe. Anläßlich
der Einmeihung der neuerbauten Orgel
Ii der prot. Kirche findet am 29. Sept. nachm.
4 Uhr daselb't ein Orgellonzert statt. Mitwirlepde:
Herr Universitälsmusiüdirektor Professor
Schmirtt Erlacgen (Orgel, rl. Luise Wimmelbacher-M
üuchen (Mezosopran), Herr Lehrer
Gehwald- Aibling (Violine). Die Orgel ist von
der Firma G. Fr. Steinmeyer-Oettingen mit
11 Ulingenden Stimmen erbaut.
" Holzkirchen, 26. 9. Mislungener
Viehdieb #stahl. Jn der Nacht zum Misttwoch
sprengten Diebe eine in die Stallung des Oeko-Nomen
Raufer von hier fülmende Türe und versuchten
eine Kälberkuh ab- wlassen. Vermutlich
kwurde jedoch das Tier unrubig. Ji##wischen war
auch die Dirn von dem H#ereus- erwacht und
aufgestanden. Die Diebe mußten unverrichteter
Dinge wieder ab: ehen.
muhldorf, 26. 9. Die Wassersorgen
der Marstgelkeinde veruallan Massing veranlaßte-
dieselle, einmal den Versuck mit der Wünschelrute
zu machen. Der bekannte Nutengänger
(Otto Edler von Gräv= aus- (bernrode in Südha#mover
nahm auf dem Südabhange der Nolt
* Gegenwart vieler Neugieriger ein ꝛe Suche nach
unterirdischen Waserläuien mit einer stählernen
Wönschekrute vor. Schon nach wenigen Minuten
entdeckte man mittele der Experimente drei unterirdische,
parallel laufende Ströme von 20 Meter
Breite in einer Enifernung von 47 bis 51
(Metern. Die (emeinde Massing beabsichtigt
in Bälde an die Nugbarmachung de; gefundenen
Wassers zu gehen.
kotalnacrichten.
* Rosenheim, 27. September.
Opfertage in Rosenheim für die
Kolonial! Qieger Spende.
„Schon wieder ein Opfertag!“ ward viel-Landsleute
im fernen Afrila, die zum Teil volle
4 Jahre heldenmütigen Widerstand leisleten gegen
eine mehr als 10jache Uebermacht, an jenes
kleine Häuftein deutscher Löwen, die unter
der Führung des ebenso genialen wie tapferen
Generals von Lettow-Vorbeck sogar die e
wunderung der haßerfüllten französischen und
englischen Presse heraussorderlen, an jene armen
Menschen, die, abgeschnitten vom Mutterlande,
unseren Feinden wehrlos preisgegeben, wahre
Höllenqualen zu erdulben hatten.
Und wir, die wir am geschützten Herde sitzen,
haben bis heute nicht daran gedacht, unseien
schwergeprüften an Leib und Seele gebrochenen
Landsleuten zu he lfen, wo staatliche Fürsorge
ausreichen kann!
Ehrenpflicht set es uns, das Versäumte
nachzuholen und rder Kolonialkriegerspende,
deren Opfertage
in Rosenheim am 6. und 7. Oktober
stattfinden, zu einem glänzenden Ersolge
zu verhelfen!
"“
Auszeichnungenim Felde. Utffz. Josef
Schwar#, ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz
2. Kl. und dem Militärverdienstorden, erhielt
für besonders schneidiges Drausgehen bei hartem
Stumm die Ehrenurkunde. Er ist ein Sohn des
Heizers Schwarz in Rosenheim.
In Anerkennung besonderer Verdienste
um die Werbetätigleit für
die Kriegsanleihen erhielten in Rosenheim
das Preußische Verdienstkreuz für Kriegshilfe
die Herren Bergmann Heinrich, Schriftleiter des
Wendelstein, Herrmann Timothens, Sparlassa-Kassier,
Jakob Anton, K. Studienrat u. Realschulrektor,
Wander Adam, Rechtsrat. Die gleiche
Auszeichnung wurde ferner rerliehen den
Herren Fabrildirektor Otto Pousar in Redenselden
und Georg Breu, Volksschullehrer in Höhenmoos,
in Anerlem#ung ihrer besonderen Verdienste
um die Werbetätigleit für die Kriegsanleihen.
Der Winterfahrplan auf den bayer.
Staatseisenbahnen tritt in der Nacht vom Montag
den 80. September auf Dienstag den 1.
Oktober 1918 in Kraft. Von diesem Zeitpunkt
an verlehren alle Züge nach dem neuen
Fahrplan.
DObstverkauf. un seiner heutigen Bekanntmachung
kündigt der Kommunalverband Nosenheini-
Sladt einen großen Obitverlauf an. Neben
einer größeren Menge Pllückobt Birnenu und
Aepfel lommt auch billi iges Wirtschaftsobil zur
Abgab e.
Tier Puruigzausschub der freie
Gewerlschafte Rosenheime hat einen
erstllassigen Ne zitator, Herrn Vogelmann-Vollrath,
für Vorträge gewomen. In den kommenden
Herbst= und Wintermonaten finden Rczitalionsabende
mit reichhaltiger Vortragefolge
statt. Näheres wird durch Inserate noch belanntgegeben,
jedoch sei auf die Viloungsvorträge
heute schon aufmerksam gemacht. Jedermann iit
heute schon freundlicht eingeladen.
*. Die baperische Getreideernte ist
größtenteils beendet und nach Versicherung von
e uständiger landmnictschaftlicher Versicherung gut
geborgen. Größere Ernteverluste sind trotz des
[Arbeitermangels niee gemeldet worden.
2
4Mietpreissteigerungen und Woh-"
nungskündigungen.
Zum 1. Oktober wird es voraussichtlich wieder
Cahlreiche Mietpreissteigerungen und Wohnungskündigungen
geben, wodurch in vielen Familien
Aerger und Aufregung hervorgerufen werden
wmird. Ein großer Teil dieses Aergers und dieser
Aufregung könnte vermieden werden, wem
ldie zum Schutze der Mieter bestehenden Vorschriften
mehr belannt wären und genauer beachtet
würden. Jeder Mieter sollte wissen, daß jede
Kündigung, aus welchem Grunde sie auch erfolgt
ist, vom Mieteinigungsamt für unwirksam
erklärt werden lann. Kein Mieter lann also
whne weiteres aus der Wohnung entfernt werden,
wenn er von den um Schutze der Mieter erlassenen
Vorschriften Gebrauch macht. Der Mieter
hat es in der Hand, in jedem Kündigungsfalie
die Enscheidung des Mieteinigungsamtes
Giminru#en. In Gemeinden, in denen ein geme'ndliches
Mieteinigungsamt nicht esteht, vertrit
das zustärdige Amtzgericht die Stelle des Mietseinigungsamtes.
Die Amtegerichte haben hierbei
sicht dach ktreugen Rechtsgrundsätzen, sondern
ebenso wie die Mieteinigungsämter nach bill gem
Ermesse“n zu entscheiden. Jeder Mieter kann hie-Nach
die berni zude Gewißheit haben, daß er gegen
eine il# zugehende Wohnungskündigung
unter allen Ums ständen eine nach billigem Ermesse
entscheidende Stelle Mieteinigungsamt
oder Amtegericht — atkmcn kann, und diese
Stelle wird bei dem großen Wohnungsmangel
im allgemeinen woh! nur in besonderen Fällen
eine Kündigung für wirlsam erllären. Rechteeilig
allerdi#ugs muß die Anrufung des Micteinigungsamtes
oder Amtegerichtes erfolgen, und
das ist der Pu#lt, der besondere Beachtung verdient.
Das Mieteinigungsamt, oder das an des
*§6W4 Stelie uständige Amtsgericht muß stets un-Herzügiich,
nachrem die RKündigung dem
lieter zugega igen it, angerufen werden. Der
Mieter darf also. menn ihm gekündigt worden ist,
sich nicht erst tagelang bemühen, eine andere
[Wohrnung zu finden und dann erst das Mieteinian##gsamt
anrufen, sondern er muß dies ohne
schuldhafte Verzögerung alrbald nach Empfang
der Kürdigung kun. Gleichzeitig lann er dann
begimen, eine andere Wohnung ausfindig zu
mache#n, damit er, wenn die Sache beim Mieteinigungeamt
zZur Verhandlung kommt, weiß,
leicht bei vielen der erste Gedanke, als sie vor
lurzem von der für das ganze Deutsche Neich
genehmigten Sammlung zu Gunsten der Kol.=niallrieger.
Spende lasen. Gleichzeitg aber wird
in jedem die Erimerung wach geworden sein
an die übermenschlichen Leistungen unserer
pb eine Ersatzwohnung zur Verfügung steht oder
icht.
Bei Mietpreissteigerungen muß der
(Mieter sich bewußt sei#, daß eine Mietpreisstei-Verung
noch keine Kündigung ist, daß aber nur
auf Grund vorliegender Kündigung das Mieteinigungsamt
angerufen werden kann. Hält der
Mieter eine ihm angesomene Mietpreiserhöhung
für unbegründet oder Übertrieben, so bleibt ihm,
wenn der Hausbesitzer auf Gegenvorschläge nicht
eingeht, nichte anderes übrig, als den Hausbesiher
durch Ablehmung der Mietpreisechöhung
lur Kündigung zu nötigen, damit die Antufung
des Mietei- nuigungsamtes möglich wird. Lügt eine
Kündigung vor, dann heißt es unverzüglich das
Mietei- eigungsamt oder das zurftändige Amtsgericht
ammrusen mit dem Antrage, die Kündigung
für unwirlsam zu erklären. Hierbei kann
gegebe-enfalls die Bereitwilligkeit erklärt werde'n
eine gewisse Erhöhung des Mietpteijes antzunehmen.
Das Mieteinigungsamt kann dann,
wenn es die Kündigung für unwmirksam erllärt,
den bioherigen Mietpreis belassen, oder eine Er.
höhung nach seinem Ermessen sestsetzen.
Ist die Kriegeanleihe ein sicheres
Wertpapier?
So oder ähnlich lauten häusig die Fragen derienigen,
welche Kriegsanleihe belben oder solche
zeichnen möchten. — Darauf ist folgendes zu
erwidern: Die hervorrahradsten Aktivpesten jeder
Vollewirtschaft sind Landwirtschaft und Industrie.
Deutschland hat, obmohl mehr und mehr
Industrieslaat geworden, seine Landurttschaft
nicht vernachlässigt, sondern ihre Erträguise verdoppelt.
Die Spareinlagen haben sih seit
Kriegsausbruch bis zum Jahre 1918 um 441
(Milliarden erhöht. Bis zum heuligen Tage sind
gegenüber dem gleichen Tage der 8. Kriegsanleihe
für die derzeitige Kriegsanleihe bereits um
über 1 Milliarde mehr gebunden.
Englande Hosfnung ging dahin, Deutshlands
Mangel an Stidstoff eu seiner Niedelwerfung
ubenützen; die Hosfnung schien begründet, denn
Etickstoff ist für die Munitionserzeugung und
für die Landwirtschaft unentbehrlich. Eugland
hat sich aber auch bierin verrechnet. Dank Deutschlands
Chemikern ist unser Bedarf an Stidchtoff
vollständig gedeckt, ia, wir werden nach dem
Kriege sogar in der Lage sein, große Nengen
von Stickilossdünger auszuführen.
* Ein weiterer Posten zu unseren Gunstenist unser
Kalimonopol; auch hier haben wir die Gewißheit
der Auefuhr. Nach Auffassung mierrichleler
Kreise ist der uns angedrohle Wirlshaftszrieg
nach dem Kriege nichts als ein „Auff“,
berechnet, auf die Verven der deutschen Jetungsleser
zu wirken. Selbit Amerila rückt # dieser
Frage von England ab, um nicht die deutsche
Vollswirtschaft, einen seiner früheren besten Kunden
für die Zulunft zu verlieren.
(Bald nach Kriegsende werden wir Uebesschüsse
für die Ausfuhr besitzen; diese bedeuten für uns
(Jahlungemittel, die viel wertvoller sind al Geld
se sein könnte. — Das deutsche Nationabermögen
beträgt 375 Milliarden Mark, dos fährliche
Volkseinkommen 44 Milliarden .
.Ueskkscqsanlcthetnncn melden stets in gleicher
Höhe aufrechterhalten bleiben. Inr ürhung
oder Beseitigung kommt nie in Frage, zunäch't
schon deswegen, weil Deutschlands Welt-(redit
dadurch für immer untergraben wör. Das
Heich, und damit jeder Bundesfstaat, und jede Gesreinde
!o haftet für die Sicherheit der Kiiegsaneihen.
Dae deutsche Volk, das sich in diesen Behörden
verkörpert, wird nie zugeben, dab gerade
diejenigen seiner Glieder, welche ihm in seinen
Ehwersten Zeiten beisprangen und ihm ihr Verzuögen
anvertrauten zu Schaden kommen! —
Aus diesem Grunde kann mit Fug und Recht behauptet
werden:
Die Kriegsanleihe in und bleibt
die sicherste Kapitalsanlage!
Musik und Theater.
Bunter Abend.
* Um es gleich vorweg zu sagen: Der gestern im
(Deutschen Kaiser von einem Zirkel hiesiger Herren
unter Bei- iehung. einiger Münchener Kunst-Präfte
veranftaltete Bunte Abend zu Gunsten
Rosesheimer Krieger im Felde war im kescheidenen
Kunstleben unserer Provinzstadt ein Ereignis,
das ein Gegenttück bisher nicht aufuweisen
haben dürfte. Schon der äußere #ahmen
war ein außergewöhmicher. Die Bühne hatte
sich in ein orientalisches Gemach verwandelt.
Prächlige Wandteppiche, einige Möbelstüce und
ein stimmungschaffender Beleulchtungskörper gaben
dem Raume jenen Reiz, dessen eine inaime
Kunstgattung als Folie unbedingt bedars. Auf
diesem Schauplatze wickelte sich in mehr als 3stũndiger
Dauer eine Vortragsfolge ab, die somohl
duantitativ als qualitativ überreich bemessen war.
In Herrn Cubasch-Rosenheim besizt das
Künstlervöltchen einen Tausendsassa, um den es
iede ernsthafte Kleinkunstbühne beneiden könnte.
Der richtige Brettl-Matador! Er sagt an rezitiert,
pfeift, Jingt, ist sein eigener Begleikr am
Flügel und Interpret eigener Kompositiou#n und
Dichtungen. Dabei ist er keineswegs mil dem
Fluch des Alles-Kö-mers belaftet. Tragische, saiprische
und humoristische Saiten schlägt er mit
gleicher Selbstverständlichkeit und mit derelben
serliicheren Wirksamkeit en. Herr Cubasch war
unbestritten der Löwe des gestrigen AMends.
Frau Irma Heuberger-Sadler peelte
vine i Paraphrase sowie die Tänze von Orieg,
[Moskowsky, ubert und Strauß mit spielerischer
Ueberwindung der söhänsten hochischrn.
Schwierigkeite, inde unter plastische orhebung
des gedanklichen Inhalts. Von Marnbeseelt,
mit dunkel gefärbtem, sattem Nezzosopran
sang eine junge Münchnerht Frl. Eliso
H. May, Lieder vo#n# Hugo Wolf und Bahme.
Die Dame verfügt über ein prächtig ausgeglichenes
a#zan, lohe eine hochstehende Gesangskultur
und trägt h und stllgerecht
vor. Ihr gestriger Erfolg dürfte sie zu babigem
(Wiederkommen ermutigt haben. Die dritte
Munchnerin im Bunde, Fräulein Franz s
Mesz, reproduzierte moderne Tänze.
kigenartigen und feinen Darbietungen hatten (8
Rosenheim vor allem den Reit der Neuheit. Die
Runft der Dame ilt auf die lichten Offenbarun
en einer Grete Wiesenthal eingestellt: höchste
ebensfreude, gepaart mit Anmut und rhyth.
#nischer Leichtflüssigkeit! Dramatlische Ak#ente wie
die grüblerischen Piecen eines Grieg u. die rassige
Simlichkeit und Leidenschaft Moelowskys lie-Gen
ihr nicht so sehr als die elfenhafte Nomantik
eines Schubert und die prickelnde Lebensfreubigkeit
Strauß! So war denn auch die Wiederabe
des Fledermaus-Waleers# gleichsam eine
Prffonkfäatton I0 elnder Lebensäußerung. Frl.
Franzes Metz hat hier einen sehr flarten Erfolg
errungen. Herr Konzertmeister Stier-Rosenheim
geigte ewei Eigenkompositionen, die
ebenso wie sein sauberes Spiel manch hübsche
Einzelheiten enthielten. Zu unserer Freude sahen
wir den beliebten „einheimischen“ Pianisten
Tants wieder am Flügel erscheiren. Hr. „Tauts
spielte u. a. auch die Schlußszene aus Tristan
von Liset, die neben wuchtigem dramatischem
Aufbon lurische Momente enthält. Mit warmen
Impulsen führte er wieder sein anfehnliches lech.
üsches Können ins Tressen. Vielleicht erleben
wir demnächst einen eigenen Klavierabend dieses
trefflichen Künstlers, in m er die ganze
umsangreiche Slala seines Kömens ofsseubart.
Herr Architekt Krouberger
las eine seiner gemütvollen steyrischen G' schichtin.
Beon Herrn ZJacharias bekam man Linige
[Lieder ur Laute zu hören, von denen „Toten
tanz“ mit der gaut charakteristischen Vegleitung
am meitsten angesprochen haben dürfte. Ein
weicher, biegsamer Barito# wurde durch ziemliche
Fertigkeit auf dem schönen Instrument unter
stützt. Im zweiten Teil des Abends vereinigte
sich schließlich Herr Jacharias mit den Herren
Staude maier und (Herhard inger zu
viel beklatschten humoristischen Gesängen.
Wie gesagt, ein Abend, an dem cs aus dem
Aberreiche Repertoire der zahlreichen Mitwir.
kenden nur so perlte und quoli. Der erste gelungene
Versuch dürfte zu der Darbietung wei
terer Bunter Abende ermutigt haben. H. M.
Lebte RNachrichien.
—*“ Beeresbericht.
roßes Hauptquartier, den
ee Amtl.
Westlicher Kriegsschauplatz.
In der Champagne, zwischen den Höhen weit
lich der Znippe und der Aisne sowie rdlich von
Verdun zwischen den Argonnen und der Mose
haben Franzosen und Amerikaner geste: n mil
starlen Angriffen begonnen. Der Ar
tillerielampf dehnte sich über de Höhen öftlich
der Suippe, nach Westen bis Reims, nach Oste:
bis zur Mosel aus. Dort folgten nur Teilan
griffe. Sie wurden nach heftigen Kämpsen ab,
gewiesen. Bei ihrer Abuehr östlich der Maas
zeichneten sich auch österr.-ungar. Truppen aus.
An den Hauptangriffsfronten leitete Cewaliiges
Urtilerielaner die Infanterteschlacht ein. Weitlich
der Aisne brach der Franzose, östlich von
den Argonnen der Anmerikaner unter Einsatz
zahlreicher Panzerwagen gegen unsere Stellungen
vor. Befehlsgemäß wichen unsere Vorposten auf
die ihnen zugewiesenen Verleidigungolinien aue.
ei Tahure und Ripont gelang es dem Ge).
ner in seinen bis zum Abend forl9gesezten An
griffen über unsere vordere Kampflinie hinaus
bis auf die Höhen nordwestsich von Tahure
und bis La Fontaine en Dormois vorzudringen.
Hier riegelten Reserven den örtlichen Einbruch
des Feindes ab. Mit besonderer Stärke führte
er seine Angriffe gegen unsere Stellungen zwi
schen Auberive und südöstlich von Sommoe pu ¾1
Sie brachen vor unseren Kampflinien unteschwersten
Verlusten für den Feind zusammen.
Auch nördlich von Cernay scheiterten die bio
zum Abend mehrfach wiederholten seindlichen
Angrifie.
In den Argonnen schlugen wir Teilangrifse
des Gegners ab. Zwischen den Argonnen
und der Maas stieß der Feind über umere vordere
Kampflinie hinaus bis Montblainville,
Montfancon und bis an den Maasbogen nordöstlich
von Monlsaucon vor. Hier brachten ihn
unsere Reserven zum Stehen. Der Feind konnte
somit an einzelnen Steilen unsere Insanterie
und vorderen Artillerielinien erreichen. Der mit
weitgesteckten Zielen unternommene
große französisch-amerikanische
Durchbruchs versuch
ist am n### Schlachttag an der Zähigleit unserer
Truppen gescheiter t. Neue Kämpfe
stehen bevor.
Ludendorff.
WTB
27. 9.
Erst die Tat zelgt den Wertl
Deine Lat selt die Nenutott