90 Schlacht bei Beaumont.
Posten auszustellen. Ja sogar als die Patrouille, welche dem preußischen
Hauptmann begegnete, ins Lager reitet und ihre Meldung macht,
ignorirt man sie vollständig und ist so entsetzlich gewissenlos, daß man
nicht einmal die Gefahr prüft.
Der preußische Hauptmann zieht sich indeß vorsichtig zurück und
berichtet, was er gesehen. Sofort fährt preußische Artillerie auf und
eröffnet ihr Feuer, und die preußischen Granaten setzen das feindliche
Lager in die furchtbarste Verwirrung. Unter schweren Verlusten geht
das Korps de Failly in wilder Flucht zurück, das ganze Lager mit
seinen äußerst werthvollen Einrichtungen und Vorräthen wird eine
Beute der Preußen. So benahm sich in Frankreichs schlimmster
Stunde der General de Failly, der Günstling der Kaiserin Eugenie.
Das 6. preußische Korps war am Anfange des Krieges bekanntlich
erst noch bei Glogau zur Beobachtung der Oestreicher stehen geblieben
und erst nach der Schlacht bei Wörth zur III. Armee gestoßen.
Es hatte bisher den Feind noch nicht zu sehen bekommen, heute war
es zum erstenmal im Feuer, und mit lange zurückgehaltener, ungestümer
Kampflust warf es sich auf den Feind. Beaumont wurde genommen,
gleichzeitig drang das 12. Korps hart an der Maas vor.
Indessen wurde das 1. baiersche Korps, das ebenfalls auf Beaumont
operiren sollte, in der linken Flanke angegriffen, wandte sich
aber mit großer Schnelligkeit, warf den Angriff zurück und trieb den
Feind vor sich her in der Richtung auf Sedan zu. Von Westen her
avancirten die übrigen Korps der III. Armee, gegen Abend wurden
die Franzosen gezwungen, über die Brücke von Mouzon auf das rechte
Maasufer zu retiriren, wobei sie 23 Geschütze, mehrere Tausend Gefangene
und zahlreiche Bagage verloren. Der französische rechte
Flügel hatte sich vor der III. Armee auf dem linken Maasufer nach
Sedan zurückgezogen. Mouzon wurde noch am Abend des Schlachttages
vom 4. preußischen Korps besetzt. Die französische Armee hatte
harte Verluste erlitten, die Zahl der Gefallenen auf deutscher Seite
war gering, da an diesem Tage keine festen Posizionen zu stürmen
gewesen waren.
Auch das sächsische Korps hatte am 30. August bereits die Maas