Full text : Reden und Aufsätze aus dem Kriege.

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dass  eine  russische  allgemeine  Mobilmachung  gleichbedeutend  mit
der  deutschen  Mobilmachung,  und  die  deutsche  Mobilmachung
gleichbedeutend  mit  dem  Kriege  sei.)  Die  Gründe  sind  auf  der
Hand  liegend  und  durchschlagend.  Deutschland  konnte  angesichts
der  Gefahr  eines  Krieges  nach  mehreren  Fronten,  sobald  sich  die
Situation  bis  zur  allgemeinen  russischen  Mobilmachung  zuspitzte,
unmöglich  auf  den  Zeitvorsprung  verzichten,  den  ihm  die  raschere
Mobilisierung  der  eigenen  Streitkräfte  sicherte.  Ein  beiderseitiges
Mobilisieren  und  dann  ein  abwartendes  Sichgegenüberstehen  konnte
für  Deutschland  aus  diesem  zwingenden  Grunde  der  Selbsterhaltung
nicht  einen  Augenblick  in  Frage  kommen.

Als  Beweis  dafür,  dass  diese  Auffassung  auch  von  den  Verbündeten
  Russlands  als  ganz  selbstverständlich  anerkannt  wurde,  sei
auf  den  Bericht  des  englischen  Botschafters  in  Petersburg,  Sir  G.
Buchanan,  vom  25.  Juli  hingewiesen  (Blaubuch  No.  17).  Buchanan
berichtet  über  eine  Unterredung  mit  dem  russischen  Minister  des
Aeusseren  Herrn  Sasonoff:

„Lsaid  all  I  could  to  impress  prudence  on  the  Minister  for  Foreign
  Affairs,  and  warned  him  that,  if  Russia  mobilised,  Germany
  would  not  be  content  with  mere  mobilisation,  or  give
Russia  time  to  carry  out  hers,  but  would  probably  declare
war  at  once.“  (Ich  sagte  alles,  was  ich  konnte,  um  dem  Minister
des  Auswärtigen  Vorsicht  nahezulegen,  und  warnte  ihn,  dass
ım  Falle  einer  russischen  Mobilisation  Deutschland  sich
nicht  auf  eine  blosse  Mobilisation  beschränken  oder  Russland
  Zeit  zur  Durchführung  der  seinigen  geben,  sondern
sofort  den  Krieg  erklären  würde.)

Noch  ın  letzter  Stunde  hat  der  deutsche  Kaiser  in  Person
den  Zaren  in  seinem  Telegramm  vom  30.  Juli,  1  Uhr  nachmittags,
auf  „die  Gefahren  und  schweren  Konsequenzen  einer  Mobılisation‘“
  hingewiesen.

!)  Nach  dem  deutschen  Weissbuch  wurde  der  deutsche  Botschafter  in
Petersburg  am  26.  Juli  angewiesen,  der  russischen  Regierung  eine  Erklärung
abzugeben,  in  der  es  hiese:

„vorbereitende  militärische  Massnahmen  Russlands  werden  uns  zu  Gegenmassnahmen
  zwingen,  die  in  der  Mobilisierung  der  Armee  bestehen  müssen.
Die  Mobilisierung  aber  bedeutet  den  Krieg.“