Rosenhei
Der „Nosenheimer Anzeiger“
erscheint tägllch nachmittags 4 Uhr (unt Ausnahme der Sonnund
Felertage). — Der Abonnementsprels beträgt viemellährtich Mork Pfernge,
monatlich Pfennig. Für Postabonmenten: Zastellgeblhr frei ins Haus 14 Plermio monatlch.
Fe##h : Verlag und Redaktlon Nr. 72; Inseruten-Abtellung Nr. 235.
er Anzeiger
Amtlliches Publikasions-Organ.
Die einfpaltige Petitzeile im Anzeigentell kostet 10 Pf., dle Petltzesle im Reklametell 30 Pf.
Anmahme von Anzeigen, Reklomen und Bellagzen durch die Annoncen- Expedi#on HaujenkKteln
& Bogler A.-G., Rosenhelm, München. Nürnberg, Berlin ufi#.
B
Schluß der Anzelgen-Annahme 1 Uhr mittags.
Rosenheimer Tagblakt
Nummer 43 Aoth-liuch: Peiri Stahlleser; u. Donnerstag 22 Februar 1917 ———. —
Vor dem Pruch zwischen Amerika und Gesterreich-Augarn.
Neue schwere Handelsschiffsverluste der Gegner. — Die französischen Wirtschaftssorgen — Vor neuen Kämpfen an der
rumänischen Front — Die neuen Kriegssteuern.
WTB. Großes Hauptqauartler, den
. Februar, vormittags. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplas.
Nebel und Regen hiel.en die Gefechtstätig.
ce# in mößigen Grenzen. Südöstlich von Opern
und beiderseits des Kanals von La Basses
scklugrn Erkundungsvorstöße der Engländer,
1i Flirey, zwischen Maas und Me#el. Teilungriffe
der Franzosen fehl. -
Bei Wegnahme des Stühpunktes sudlich von
Le Transloi am 19. Febr. sind 2 Offizere
und 36 Engländer gefangen, 5 Maschinengeweh
ic erbeutet worden. 6
Cestlicher Kriegsschauplan.
In einzelnen Frontabschnitten, vornehmlich in
den Waldlarpathen und beiderseits des Oy
125-Tales Artilleriefeuer und Vorfeldgefechte.
Mazebonische Front
Lebhaftem Feuer zwischen Wardar und Deiun-Sec
folgten abende Vo#rstoße englischer Abseilungen,
die abgewiesen wurden.
Der erste Generalquartiermeister:
OLubdendorff.
· " "
U.-Boot-Beute.
Kopenhagen, 21. Februar. Kapitän Jakbsen
von dem vertenkten norwegischen Viermastschvoner
„Thor 2“ traf mit seiner Fran
und seiner sechsjährigen Tochter hier auf der
durchreise von Deutschland nach Norwegen ein.
Ldas Schiff war nach einem Bericht des Kapitäns
an das Blatt „Politiken“ auf einer Reise von
Züd-Ceorgien nach Queennstowm mit 14000
onnen Walfischtran am 4. Febr. 80 Seemei-#en
von der irländischen Rüste versenkt worren.
Die Besatzung, bestehend aus 28 Mann,
UIung in die Boote und wurde von dem Unjersceboote
an die irische Küste geschleppt, wo#“
bßä6h gelandet ist. Der Aufenthalt dauerte dort
rohrt Tage. Am zweiten Tage ihres Aufentltites
wurde in der Nähe des Kanals ein
Noer englischer Dampfer versenkt, der von
##merika mit Munition nach Frankreich untervegs
war. Die Explosion war so heftig, daß
Las Meer in weitem Umkreise in Aufruhr war.
en der Nordsee wurde ein holländischer Fischdampsfer
angehalten, der mit einer englischen
Prisenbesatzung von vier Manm, darunter eiem
Offtzier, auf der Reise nach England sich
fand. Der Offizier wurde gefangen genommen,
das Schiff und die drei Matrosen wur.
een freigegeben. Später wurde noch ein eng-Ficher
Fischdampfer versenlt. Der Kapitän
nit seiner Familie wurden in Helg-land geri#ndet.
Er tatdam über Wilhelmehoven-—
-#mburg die Heimreife an. Das vertenkte
S#eiff hatte einen Wert von 112 Millionen,
—
——--——--—
3.44
Olr.
UonaN 1
——e——
die Ladung einen solchen von 2 Millöonen Kronen.
London, 21. Februnr. Lloydes meldet: Die
Gooletten „Terre neuve“, „Mayola“ u. „Dorovhy“
wurden versenkt.
Der uneingeschräufte U. Sert-Krien
Versenkte Schisse.
Berlin, 20. Febr. Nach englischen und
französischen Berichten wurden folgende Schiffe
versenkt: die englischen Dampfer „Okoment“,
„Ercell“, „Viola“, „Berrina“, „Battanga“,
das englische Segelschiff „M , der engloche
Fischdampfer „Elf“, der französisch
Dampfer „Niobe“, der franzssische Fracht
dampfer „Hermine“, die holländischen Dampfer
„Ootmarsun“ und „Trompenberg“, die normegischen
Dampfer „Thorgny“, „Dal Beatic“,
„Rutenfiell“, „Codo"“ und „Juno“, der italienische
Dampfer „Ala“, die mneufundländischen
Dampfer „Macholla“, „Roser“ und „Dorroty“,
der italiemsche Segler „Pier Hubert“, der holländische
Dampfer „Dritter Geng“, der norwegische
Dampfer „Rutterfort“.
2a
Der Brech m#l Amerils.
Der amerikanische Botschafter in
Berlin.
Berlin, 20. Febr. Graf Neventlow machte
in der „Deutschen Tagesztg.“ Mitteilungen über
die ae des BB E Berlin,
an denen man nicht achtlos vorllbergehen
kahn. Ersagt: Der Fortgang Gerards aus Ver-IIn
kann nur mit Erleichterung und Gemugtuung
begrüßt werden, weniger der Personlichkeit des
Botschafters wegen, als wegen der Nolle, die
der ganze Botschaftskörper in Berlin während
der zweieinhalb Kriegsjahre zu spielen verstauden
hat. Dieser Botschaftölörper, von dem gesagt
wurde, daß ihm auch englische Beamte noch
immer angehörten, oder nach Ausbruch des Krieges
in ihn übernommen worden seien, hat eine
deutschfeindliche Zentrale in jedem Sinne gebildet.
Daß Gerard und seine Bekannten ihrer
Gesinnung und ihren Zielen nach ganz auf der
Seite unserer Feinde gestanden haben, ist zu
notorisch, als daß nötig wäre, hier ausführlicher
darüber zu reden. Die mannigfachsten Anzeichen
ließen de jernd darauf schließen, daß der
unkontrollierte Kabelverkehr der Botschaft und
ferner ihr untontrollierter Briefverkehr nach den
Vereinigten Staaten gleichzeitig einen unkontrollierten
Verkehrsweg nach London, Paris usw.
bedeuteten. Den Gipfel stellt vielleicht die Vorgeschichte
der Gefangennahme und Hirrichtung
Sir Roger Casements dar. Allem Anscheine nach
hat man das Unternehmen, welches Casement
an die irische Küste führte und seine Gefangenfolge
hatte, in London rechtzeitig erfahren,
und zwar über Washington. Der amerikanische
Botschafter in Berlin, Mr. Gerard,
und sein Personal dürften also von der Hauptstadt
des Deutschen Neiches aus den edlen Iren
an den Strang geliefert haben. Wieviele wertvolle
Nachrichten und dauernde Unterrichtungen
unserer Feinde sonst denselben Weg genommen
haben, läfft sich naturgemäß nicht feststellen, und
bensowenig, wie vieke Berichle amerikanischer
Journalisten in den geheiligten Postsäcken der
amerikanischen Botschaft gereist sind.
Amerika und Oesterreich= Ungarn.
Wien „ 20. Febr. Der hiesige Botschafter der
m. Staaten Amerikas überreichte
Ministerium des Aeuhern eine Denschrift, wo-
rin die amcrilanische Regierung endgültig und
klar daruber unterrichtet zu werden wunscht, welchen
Standpunkt die österreichisch-ungarische Regierung
hinsichtlich der Führung des Ulnterseebootkrieges
einnimmt und ob die in den Fällen
der „Ancona“ und „Persia“ erteilte Zusicherung
als abgeändert oder zurückgczogen anzusehen
ist.
Welchen Standpunkt dee Wiener Regierung
einnimmt, hat sie in ihrer Erklärung vom 31.
Januar so deutlich ausgedrückt, daß Wilson nicht
in Zweifel sein konmte, das, sie neben der deutschen
Regierung steht. Die jenige Anfrage in Wien ist
auch der Beweis. daß man in Amerika auch in
der Tat nicht zweifethaft gewesen ist. Wem man
aber auch die Beziehungen zu Oesterreich abgebrochen
hat, so gelzt daraus hervor, daß Wilson
sich noch einen Weg eu Verhandlungen trotz Abbruches
der Beziehungen zu Deutschland offen
halten wollte. Diese Verhandlungen haben sichtlich
zu nichts geführt, wie auch der Schritt des
Schweizer Gesandten in Waihingkon. Nun wird
sich Wilson vermutlich genotigt sehen, auch zu
Chi die Beziehungen abzubre-LVerreich
Ungarn
#. Die Oeiterreicher, die sckon einmal Wilson
so glänzend hinausgegeben haben, werden
, auch dicomal nid 1# 1
. Note vom #l.
Merlegenheit lammen. Die
5annar #. so dachte man,
deutlich genug gewesen. in Mailungton aber re
net man anscheinend mit der Moglichkeit eineosterreichisczen
Ruckzieher angesichte der drohenden
Laltung Wilsone. Man mird sich darin tauchen!
ist
Bestlicher Krieasschauplatz.
In Erwartung der OÖOfsensive.
Bern. 2½. Febr. Herve ist in der „Victoire“
besorgt über den deutichen Vorstoß in der Champagne.
Er erblickt darin die Vorzeichen einer
deutschen Offensioc und schreibt, daß die Deutschen
einen gewmaltigen Angriff vorbereiteten mit
den furchtbarsten materiellen Mitteln, welche
ihnen die Zivilmahllmachung gab und die man
in Frankreich verspottete. statt nachmahmen.
Man müßte taub. blind oder vertrottelt sein,
daran zu zmeifeln. Oerve nendet sich gegen die,
melche, wie Tardien, vor einct verfrühten Offensive
warnen, indem er ausführt, daß bei der
heutigen Artilleriewirtung die Defensive verlustreicher
als die Offensive sei und schließt: da:
die Offensive heule nicht leurer ale die Defensive
iĩt. warum sie nicht wagen, da man
chlielllich nach einer Negreichen Defensive nur
die Stellungen behauptet, während bei der Of.
fensive, wenn sie zufällig gelingt - und der
Zufall kann sie zum Gelingen bringen —f wenigstens
Aussicht hat, eine Enischeidung zu erlangen
7
—
und den Sieg zu gewinnen?
# · ·
Gelechcnland.
Die Auehungerung Griechenlands.
Rotterdam. 20. Gebr. Der „Nicuwe Notterdamsche
LCurant“ meldet, daß täglich Menschen
in Griechenland aus Mangel an R
mitteln sterben. So wurden zehn Faile von
Hungertod gemeldet aus Akarnanien und weitere
aus Pervesa, Janina und anderen Orten.
AuchZ Darmerkrankungen Hreiten sich aus. Obgleich
die Bedingungen de# Umimatums von