Contents : Rosenheimer Anzeiger. 63. Jahrngang (63)

Rosenhei

 

 

Der  „Nosenheimer  Anzeiger“

 

 

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er  Anzeiger

 

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B

Schluß  der  Anzelgen-Annahme  1  Uhr  mittags.

Rosenheimer  Tagblakt

 

Nummer  43  Aoth-liuch:  Peiri  Stahlleser;  u.  Donnerstag  22  Februar  1917  ———.  —

Vor  dem  Pruch  zwischen  Amerika  und  Gesterreich-Augarn.

Neue  schwere  Handelsschiffsverluste  der  Gegner.  —  Die  französischen  Wirtschaftssorgen  —  Vor  neuen  Kämpfen  an  der
rumänischen  Front  —  Die  neuen  Kriegssteuern.

WTB.  Großes  Hauptqauartler,  den
.  Februar,  vormittags.  Amtlich.

Westlicher  Kriegsschauplas.

Nebel  und  Regen  hiel.en  die  Gefechtstätig.
ce#  in  mößigen  Grenzen.  Südöstlich  von  Opern
und  beiderseits  des  Kanals  von  La  Basses
scklugrn  Erkundungsvorstöße  der  Engländer,
1i  Flirey,  zwischen  Maas  und  Me#el.  Teilungriffe
  der  Franzosen  fehl.  -

Bei  Wegnahme  des  Stühpunktes  sudlich  von
Le  Transloi  am  19.  Febr.  sind  2  Offizere
und  36  Engländer  gefangen,  5  Maschinengeweh
ic  erbeutet  worden.  6

Cestlicher  Kriegsschauplan.
In  einzelnen  Frontabschnitten,  vornehmlich  in
den  Waldlarpathen  und  beiderseits  des  Oy
125-Tales  Artilleriefeuer  und  Vorfeldgefechte.

Mazebonische  Front
Lebhaftem  Feuer  zwischen  Wardar  und  Deiun-Sec
  folgten  abende  Vo#rstoße  englischer  Abseilungen,
  die  abgewiesen  wurden.
Der  erste  Generalquartiermeister:
OLubdendorff.

·  "  "
U.-Boot-Beute.
Kopenhagen,  21.  Februar.  Kapitän  Jakbsen
  von  dem  vertenkten  norwegischen  Viermastschvoner
  „Thor  2“  traf  mit  seiner  Fran
und  seiner  sechsjährigen  Tochter  hier  auf  der
durchreise  von  Deutschland  nach  Norwegen  ein.
Ldas  Schiff  war  nach  einem  Bericht  des  Kapitäns
an  das  Blatt  „Politiken“  auf  einer  Reise  von
Züd-Ceorgien  nach  Queennstowm  mit  14000
onnen  Walfischtran  am  4.  Febr.  80  Seemei-#en
  von  der  irländischen  Rüste  versenkt  worren.
  Die  Besatzung,  bestehend  aus  28  Mann,
UIung  in  die  Boote  und  wurde  von  dem  Unjersceboote
  an  die  irische  Küste  geschleppt,  wo#“
bßä6h  gelandet  ist.  Der  Aufenthalt  dauerte  dort
rohrt  Tage.  Am  zweiten  Tage  ihres  Aufentltites
  wurde  in  der  Nähe  des  Kanals  ein
Noer  englischer  Dampfer  versenkt,  der  von
##merika  mit  Munition  nach  Frankreich  untervegs
  war.  Die  Explosion  war  so  heftig,  daß
Las  Meer  in  weitem  Umkreise  in  Aufruhr  war.
en  der  Nordsee  wurde  ein  holländischer  Fischdampsfer
  angehalten,  der  mit  einer  englischen
Prisenbesatzung  von  vier  Manm,  darunter  eiem
  Offtzier,  auf  der  Reise  nach  England  sich
fand.  Der  Offizier  wurde  gefangen  genommen,
  das  Schiff  und  die  drei  Matrosen  wur.
een  freigegeben.  Später  wurde  noch  ein  eng-Ficher
  Fischdampfer  versenlt.  Der  Kapitän
nit  seiner  Familie  wurden  in  Helg-land  geri#ndet.
  Er  tatdam  über  Wilhelmehoven-—
-#mburg  die  Heimreife  an.  Das  vertenkte
S#eiff  hatte  einen  Wert  von  112  Millionen,

—

 

 

 

  

——--——--—

3.44
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die  Ladung  einen  solchen  von  2  Millöonen  Kronen.


London,  21.  Februnr.  Lloydes  meldet:  Die
Gooletten  „Terre  neuve“,  „Mayola“  u.  „Dorovhy“
  wurden  versenkt.

Der  uneingeschräufte  U.  Sert-Krien
Versenkte  Schisse.

Berlin,  20.  Febr.  Nach  englischen  und
französischen  Berichten  wurden  folgende  Schiffe
versenkt:  die  englischen  Dampfer  „Okoment“,
„Ercell“,  „Viola“,  „Berrina“,  „Battanga“,
das  englische  Segelschiff  „M  ,  der  engloche
  Fischdampfer  „Elf“,  der  französisch
Dampfer  „Niobe“,  der  franzssische  Fracht
dampfer  „Hermine“,  die  holländischen  Dampfer
„Ootmarsun“  und  „Trompenberg“,  die  normegischen
  Dampfer  „Thorgny“,  „Dal  Beatic“,
„Rutenfiell“,  „Codo"“  und  „Juno“,  der  italienische
  Dampfer  „Ala“,  die  mneufundländischen
Dampfer  „Macholla“,  „Roser“  und  „Dorroty“,
der  italiemsche  Segler  „Pier  Hubert“,  der  holländische
  Dampfer  „Dritter  Geng“,  der  norwegische
  Dampfer  „Rutterfort“.

2a

Der  Brech  m#l  Amerils.

Der  amerikanische  Botschafter  in

 

Berlin.
Berlin,  20.  Febr.  Graf  Neventlow  machte
in  der  „Deutschen  Tagesztg.“  Mitteilungen  über
die  ae  des  BB  E  Berlin,
  an  denen  man  nicht  achtlos  vorllbergehen
kahn.  Ersagt:  Der  Fortgang  Gerards  aus  Ver-IIn

  kann  nur  mit  Erleichterung  und  Gemugtuung

begrüßt  werden,  weniger  der  Personlichkeit  des
Botschafters  wegen,  als  wegen  der  Nolle,  die
der  ganze  Botschaftskörper  in  Berlin  während
der  zweieinhalb  Kriegsjahre  zu  spielen  verstauden
  hat.  Dieser  Botschaftölörper,  von  dem  gesagt
  wurde,  daß  ihm  auch  englische  Beamte  noch
immer  angehörten,  oder  nach  Ausbruch  des  Krieges
  in  ihn  übernommen  worden  seien,  hat  eine
deutschfeindliche  Zentrale  in  jedem  Sinne  gebildet.
  Daß  Gerard  und  seine  Bekannten  ihrer
Gesinnung  und  ihren  Zielen  nach  ganz  auf  der
Seite  unserer  Feinde  gestanden  haben,  ist  zu
notorisch,  als  daß  nötig  wäre,  hier  ausführlicher
  darüber  zu  reden.  Die  mannigfachsten  Anzeichen
  ließen  de  jernd  darauf  schließen,  daß  der
unkontrollierte  Kabelverkehr  der  Botschaft  und
ferner  ihr  untontrollierter  Briefverkehr  nach  den
Vereinigten  Staaten  gleichzeitig  einen  unkontrollierten
  Verkehrsweg  nach  London,  Paris  usw.
bedeuteten.  Den  Gipfel  stellt  vielleicht  die  Vorgeschichte
  der  Gefangennahme  und  Hirrichtung
Sir  Roger  Casements  dar.  Allem  Anscheine  nach
hat  man  das  Unternehmen,  welches  Casement
an  die  irische  Küste  führte  und  seine  Gefangenfolge
  hatte,  in  London  rechtzeitig  erfahren,
  und  zwar  über  Washington.  Der  amerikanische
  Botschafter  in  Berlin,  Mr.  Gerard,
und  sein  Personal  dürften  also  von  der  Hauptstadt
  des  Deutschen  Neiches  aus  den  edlen  Iren
an  den  Strang  geliefert  haben.  Wieviele  wertvolle
  Nachrichten  und  dauernde  Unterrichtungen
unserer  Feinde  sonst  denselben  Weg  genommen
haben,  läfft  sich  naturgemäß  nicht  feststellen,  und
bensowenig,  wie  vieke  Berichle  amerikanischer
Journalisten  in  den  geheiligten  Postsäcken  der
amerikanischen  Botschaft  gereist  sind.

Amerika  und  Oesterreich=  Ungarn.
Wien  „  20.  Febr.  Der  hiesige  Botschafter  der

 

 

m.  Staaten  Amerikas  überreichte

Ministerium  des  Aeuhern  eine  Denschrift,  wo- 



 

rin  die  amcrilanische  Regierung  endgültig  und
klar  daruber  unterrichtet  zu  werden  wunscht,  welchen
  Standpunkt  die  österreichisch-ungarische  Regierung
  hinsichtlich  der  Führung  des  Ulnterseebootkrieges
  einnimmt  und  ob  die  in  den  Fällen
  der  „Ancona“  und  „Persia“  erteilte  Zusicherung
  als  abgeändert  oder  zurückgczogen  anzusehen
  ist.

Welchen  Standpunkt  dee  Wiener  Regierung
einnimmt,  hat  sie  in  ihrer  Erklärung  vom  31.
Januar  so  deutlich  ausgedrückt,  daß  Wilson  nicht
in  Zweifel  sein  konmte,  das,  sie  neben  der  deutschen
Regierung  steht.  Die  jenige  Anfrage  in  Wien  ist
auch  der  Beweis.  daß  man  in  Amerika  auch  in
der  Tat  nicht  zweifethaft  gewesen  ist.  Wem  man
aber  auch  die  Beziehungen  zu  Oesterreich  abgebrochen
  hat,  so  gelzt  daraus  hervor,  daß  Wilson
sich  noch  einen  Weg  eu  Verhandlungen  trotz  Abbruches
  der  Beziehungen  zu  Deutschland  offen
halten  wollte.  Diese  Verhandlungen  haben  sichtlich
  zu  nichts  geführt,  wie  auch  der  Schritt  des
Schweizer  Gesandten  in  Waihingkon.  Nun  wird
sich  Wilson  vermutlich  genotigt  sehen,  auch  zu
Chi  die  Beziehungen  abzubre-LVerreich

  Ungarn
#.  Die  Oeiterreicher,  die  sckon  einmal  Wilson

  so  glänzend  hinausgegeben  haben,  werden
,  auch  dicomal  nid  1#  1
.  Note  vom  #l.

Merlegenheit  lammen.  Die
5annar  #.  so  dachte  man,
deutlich  genug  gewesen.  in  Mailungton  aber  re
net  man  anscheinend  mit  der  Moglichkeit  eineosterreichisczen
  Ruckzieher  angesichte  der  drohenden
  Laltung  Wilsone.  Man  mird  sich  darin  tauchen!


ist
Bestlicher  Krieasschauplatz.

In  Erwartung  der  OÖOfsensive.

Bern.  2½.  Febr.  Herve  ist  in  der  „Victoire“
besorgt  über  den  deutichen  Vorstoß  in  der  Champagne.
  Er  erblickt  darin  die  Vorzeichen  einer
deutschen  Offensioc  und  schreibt,  daß  die  Deutschen
  einen  gewmaltigen  Angriff  vorbereiteten  mit
den  furchtbarsten  materiellen  Mitteln,  welche
ihnen  die  Zivilmahllmachung  gab  und  die  man
in  Frankreich  verspottete.  statt  nachmahmen.
Man  müßte  taub.  blind  oder  vertrottelt  sein,
daran  zu  zmeifeln.  Oerve  nendet  sich  gegen  die,
melche,  wie  Tardien,  vor  einct  verfrühten  Offensive
  warnen,  indem  er  ausführt,  daß  bei  der
heutigen  Artilleriewirtung  die  Defensive  verlustreicher
  als  die  Offensive  sei  und  schließt:  da:
die  Offensive  heule  nicht  leurer  ale  die  Defensive
  iĩt.  warum  sie  nicht  wagen,  da  man
chlielllich  nach  einer  Negreichen  Defensive  nur
die  Stellungen  behauptet,  während  bei  der  Of.
fensive,  wenn  sie  zufällig  gelingt  -  und  der
Zufall  kann  sie  zum  Gelingen  bringen  —f  wenigstens
  Aussicht  hat,  eine  Enischeidung  zu  erlangen

7

—

und  den  Sieg  zu  gewinnen?
#  ·  ·
Gelechcnland.
Die  Auehungerung  Griechenlands.
Rotterdam.  20.  Gebr.  Der  „Nicuwe  Notterdamsche
  LCurant“  meldet,  daß  täglich  Menschen
  in  Griechenland  aus  Mangel  an  R
mitteln  sterben.  So  wurden  zehn  Faile  von
Hungertod  gemeldet  aus  Akarnanien  und  weitere
  aus  Pervesa,  Janina  und  anderen  Orten.

AuchZ  Darmerkrankungen  Hreiten  sich  aus.  Obgleich
  die  Bedingungen  de#  Umimatums  von