Full text : Gesetz- und Verordnungs-Blatt für das Königreich Bayern. 1914. (41)

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Kirchenverwaltung  vertreten.  Es  sei  daher  ausgeschlossen,  daß  zwischen  der  Kirchenverwaltung
und  der  Kirchengemeinde,  mag  es  sich  um  die  Angelegenheiten  des  Kirchengemeindeverbandes
oder  der  Kirchenstiftung  handeln,  ein  Vertragsverhältnis  bestehen  könne.  Eine  Einigung  sei
allerdings  denkbar,  aber  nur  insofern  als  die  Kirchenverwaltung  und  die  Kirchengemeindeversammlung
  sich  auf  einen  gleichlautenden  Beschluß  einigen.  Daß  an  der  Beschlußfassung
vom  25.  Jannuar  1903,  wie  die  Kläger  in  der  Berufungsinstanz  behaupteten,  nur  die  an
der  Stiege  interessierten  Grabschaftsbesitzer  teilgenommen  hätten,  sei  mit  dem  Inhalte  der
in  Abschrift  vorgelegten  Protokolle  unvereinbar.  Ein  besonderes  Benützungsrecht,  insbesondere
ein  Gehrecht,  das  durch  Ersitzung  erworben  worden,  also  eine  dingliche  Berechtigung  sei  in
der  Klage  nicht  beansprucht  worden.  Die  auf  ein  solches  Recht  sich  beziehenden  Ausführungen
der  Berufungskläger  hätten  für  die  Frage,  ob  der  Rechtsweg  zulässig  ist,  außer  Betracht
zu  bleiben.  Daß  die  Ausführungen  in  der  Berufungsschrift,  es  werde  auf  Vertragserfüllung
geklagt,  und  die  Bezeichnung  des  Rechtsstreites  „wegen  Servitut  und  Vertragserfüllung“
mit  dem  ursprünglichen  Klagevorbringen  unvereinbare  Behauptungen  seien,  die  unbeachtet
bleiben  müssen,  verstehe  sich  ebenfalls  von  selbst.

Angesichts  dieser  Entscheidung  stellten  die  zweiundzwanzig  Ortsangehörigen  durch  den
Rechtsanwalt  Heilmannseder  am  22.  Juni  1912  an  das  Bezirksamt  Erding  den
Antrag,  die  Kirchenverwaltung  Bockhorn  schuldig  zu  erkennen,  die  früher  am  südöstlichen
Teile  der  Friedhofmauer  gelegene  Stiege  zum  Friedhof  und  zur  Kirche  in  Bockhorn  wiederherzustellen
  oder  eine  neue  Stiege  aus  Granit  an  der  nordöstlichen  Ecke  des  Friedhofs,  entsprechend
  dem  Beschlusse  der  Kirchenverwaltung  Bockhorn  vom  1.  Juni  1903,  zu  errichten.
Nicht  als  Kirchengemeindemitglieder,  nicht  auf  grund  des  Kirchen=  oder  Pfarrverbandes  wolle
die  Klagepartei  die  Herstellung  der  Stiege  beanspruchen,  auch  nicht  aus  einer  allgemeinen
Benützungsbefugnis  ihr  Recht  ableiten.  Sie  behauptet  einen  privatrechtlichen  Anspruch  auf
Instandsetzung  der  alten  beziehungsweise  Errichtung  einer  neuen  Stiege,  ein  Recht,  das  aus
dem  Vertrage  herrühre,  der  zwischen  den  durch  Jakob  Seiler  vertretenen  Personen  und  der
Kirchenverwaltung  Bockhorn  als  dem  Verwaltungsorgane  der  Kirchenstiftung  geschlossen  wurde.
Da  jedoch  die  Gerichte  ihre  Zuständigkeit  verneint  hätten,  seien  sie,  die  Berechtigten,  zur
Wahrung  ihrer  Rechte  genötigt,  die  Verwaltungsbehörden  um  Abhilfe  anzugehen.  Das  Bezirksamt
  Erding  wies  durch  den  Beschluß  vom  23.  August  1912  den  Antrag  ab,  weil  die
Verwaltungsbehörde  für  die  Entscheidung  nicht  zuständig  sei.  Die  von  dem  Rechtsanwalte
Heilmannseder  namens  der  Antragsteller  eingelegte  Beschwerde  wurde  durch  die  Entschließung
  der  Regierung,  Kammer  des  Innern,  von  Oberbayern  vom  1.  Oktober  1913
zurückgewiesen.  Die  Entschließung  gründet  sich  auf  folgende  Erwägungen.  Die  Antragsteller
begehrten  einen  Ausspruch  der  Distriktsverwaltungsbehörde  des  Inhalts,  daß  ihnen  das  Recht
zustehe,  zu  verlangen,  daß  auf  Kosten  der  Kirchenstiftung  Bockhorn  entweder  an  .  südöst-*