Metadata : Fabrikschulen.

Die  Lehrer.  51

2.  Berufslehrer.

Entschließt  man  sich,  für  die  Fabrikschule  Berufslehrer  zu  engagieren,
  so  fallen  freilich  die  soeben  angeführten  Schwierigkeiten  weg,
dafür  fehlen  dieser  Einrichtung  wiederum  alle  die  Vorteile,  die,  wie  ich
schilderte,  ganz  besonders  für  die  Verwendung  von  Fabrikbeamten  als
Lehrer  sprachen.

Als  Schulleiter  empfiehlt  essich,  wennirgend  angängig,  nichteinen
Berufslehrer  im  Nebenamte  zu  beschäftigen,  sondern  besser  einen  solchen
ganz  zu  übernehmen,  damit  derselbe  seine  volle  Kraft  der  Ausbildung
der  Lehrlinge  widmen  kann.  Natürlich  wird  sich  die  hierfür  erforderliche
Gehaltsausgabe  nur  dann  lohnen,  wenn  es  sich  um  eine  größere  Anzahl
junger  Leute,  sagen  wir  wenigstens  30—40  und  darüber,  handelt,  gleichviel
  nun,  ob  dieselben  einer  Fabrik  oder  mehreren  Werken  angehören,
die  sich  zur  Unterhaltung  einer  gemeinsamen  Werkschule  entschlossen
haben.

Da  mit  dem  theoretischen  Unterricht  die  Zeit  des  Schulleiters  nicht
ausgefüllt  sein  würde,  überträgt  man  ihm  zweckmäßig  auch  die  Aufsicht
über  die  praktische  Ausbildung  der  Lehrlinge.  Man  spart  dadurch  das
Gehalt  für  den  Beamten,  der  sonst  diese  Obliegenheit  hatte,  und  deckt
somit  bereits  wenigstens  einen  Teil  der  durch  das  Engagement  dieses  Berufsschulleiters
  entstehenden  Kosten.  Der  letztere  hat  in  diesem  Zweige
seiner  Tätigkeit  dafür  zu  sorgen,  daß  jeder  einzelne  Lehrling  im  Laufe
der  Lehrjahre  seinen  Gang  durch  die  verschiedenen  Abteilungen  der
Fabrik  macht,  der  nun  einmal  notwendig  ist,  will  man  nicht  als  Produkte
der  Lehrzeit  Automaten  haben,  die  mechanisch  und  ohne  Verständnis
nur  einzelne  wenige  Fabrikationsteile  herzustellen  imstande  sind.
Man  wird  vielleicht  der  Meinung  sein,  daß  ja  auch  der  Schulleiter,  der
Beamter,  nicht  Berufslehrer  ist,  die  Sorge  für  die  praktische  Ausbildung
der  Lehrlinge  mit  übertragen  bekommen  könne.  Dagegen  spricht  aber
der  Umstand,  daß  ein  Beamter,  dem  die  Leitung  der  Fabrikschule  anvertraut
  wird,  über  ausgezeichnete  allgemeine  Kenntnisse  und  große
Erfahrungen  verfügen:  muß,  so  daß  also  nur  Herren  in  führenden
Positionen  dafür  in  Frage  kommen  können.  Diese  haben  jedoch,  gleichviel
  ob  sie  nun  Techniker  oder  Kaufleute  sind,  eine  so  große  Last  geschäftlicher
  Verpflichtungen,  daß  ihnen  sicher  die  Zeit  mangelt,  auch
noch  den  praktischen  Bildungsgang  einer  zahlreichen  Lehrlingsschar
zu  kontrollieren.  Sie  können  dies  umsoweniger,  als  damit  ziemlich  umfangreiche
  statistische  Arbeiten  verbunden  sind.  Wir  haben  ja  schon
im  2.  Kapitel  gesehen,  daß  jeder  Lehrling  von  seinem  Abteilungsmeister
in  regelmäßigen  Intervallen  ein  Zeugnis  über  seine  praktischen  Erfolge
und  seine  Führung  ausgestellt  erhalten  soll.  Diese  Zeugnisse  zu  sammeln

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