Nummer 80
. Mosenheim, 19. April.
Auf dem Felde der Ehre gefallen:
DLudwig Fischer, Sohn der Pedellsmitwe Anna
Fiscker in Wasferburg, Assistent am K. Landgericht
Munchen. Soldat in einem Res. Inf.
Reg.; Peter Bichlmaier, Gütlerssohn aus Maisenberg
bei Engeloberg, Soldat in einem Juf.
Regiment.
Auszeicknungen im Felde. Dem Ein
#jährig Freimilligen Unteroffizier Mickael Biebl
ber bereits im Besitz des Militärverdienstireus#es
3. Kl. ist, murde jetzt auch für aus erordentliche
Tapferkeit und unermudliche Pflichttreue das
Eiserne Kreuz 2. Kl. verliehen; Unterofsiiern
Biebl wurde seinerzeit als schner verwundet ent.
lassen und gehört jegt zum Lehrlkorper des K.
Gymnasiums Nosenbeim. Dem Unteroff#ier
Luruig Weindler in einer Maichi inengewehriom
pagnie cincs Zuf. Reg. wurde das Militärverdienstlreuz
3. Kl. mit der Krone u. mit Schwer-.
tern verlichen: mit dem Tijernen Kreuz 2. Kl.
wurde er früher schon ausgeszeichuet. Sein Bru.
der Joseph Weindler ist im Besitze des Eiser-#nen
Kreuzes 2. Kl., des Militärverdienstkreuzes
J. Kl. und der hessücchen silbernen Tapferkeitsmedaille.
Die beiden tapferen Mitlämpser sind
Söhne des Salinarbeiters Johann Weindler
in Rosenheim.
Todesfall. Der Mags#tratsassistent Herr
Joseph Obermeier ist in jugendlichem Alter von
nur 25 Jahren einem Lungenleiden erlegen. Der
Verewigte stand seit dem Jahre 1908 im Ge
meindedienit und arbeitete zuletzt im sliäotischen
Versicherungsamte. Groses Bedauern wendet
sich seiner Mutter zu. die in ihm den einzigen
Sohn und die Stütze für die alten Tage verloren
hat.
Verein „Maria Stella“. In der Monatsversammlung
am Dienetag, den 17. os.
begrüßte der Verein mit dankbarer Freude als
Gast und Referent HH. Benefieiaten= Staffler,
der sckon in Friedens-eit einmal so schön vom
„Menschenglück und Schicksal“ er ählte. Auch
diesmal verstand der Redner es aufs Beste, die
Juhörer mit dem Kriegsthema „Spionage“ zu
2 Es war interessam zu versolgen, wie
diese dunkle Macht ihre Fänge durch alle Zeien
bim ieht, des einen Volkes Herrschaft begrun.
di. ein anderes zerietzl. Wir kennen Ruslands
Spionage als „unheimlick: Justiz“, u. die struvellofe
Hinterlist der schlitzäugigen Asiaten. —=viei
Böses die Spionage auch will, so schafft
zie doch viel Gutes, aus rechtlichen Motiven her.
vorgehend. Wie nötig sie einer wirlsamen Kriegslechnik
gegen einen bösen Nachbarn in, zeigt sich
in diesem Kriege. Allerdinge. chrif eliche Grund
fätze brauchen leinerlei Spionage, ebensowenig
wollen wir ein glückliches Kriegsende von diesem
duntlen Faltor abhängig wähnen. Den Frieden
lann nur GCott uns wiedergeben. Des Vereins
erneute Hankbarkeit lohnt des Nedners freund.
licze Güte. SH. Präses beiehrie die Mitglieder
dann noch über gute Spie enage, bef. im Vereinsbiatt.
28 Siadtkaplan Jäger dat in einem herr.
lichen Lied den Frühling um seinen Sonnen
schein. Nun wird er gewiß bald lommen und
#o mande fortiocken nach dem schönen Ferienleeim
Annabrunn. Mit der Bekanntmachung der
Wiederaufnahme der verichiedenen Kurse ichloß
die Versammlung.
Erhöhung und Verbilligung der
Fleisckration. Der Stadtmagistrat veröffentlicht
beute eine Bekanntmachung über die Erhbung
und Verbilligung der Fleischration, wie
sie vom Kriegsernährungsamt ab 16. April zu.
neslanden wurde. Darnack gibt die Stadt eine
besondere Zusanzfleischiarte aus, welche morgen
Freitag in Empfang genommen werden kann.
Die dadurch erzielte Verbilligung des Fleisches
beträgt 70 Pfa., da jede einzelne Marke der
Zusatzkarte, also ein Zehntel Anteil, aloe Gulschein
für sieben Pfennige gilt. den Mehger.
Mursthändler, Gastwirte und Volloluche mit die
sem Betrag in Zahlung zu nehmen haben. Wer
Aso 3. B. mit der Zusatzkarte ein halbes Pid.
Sd wweinefleisch kaufen will, hat zehn Marlen der
Zusatzkarte abzuliefern und nur noch 20 Pfg.
in bar zu zahlen. Am lommenden Samstag und
Somntag dürfen Fleisch u. Wurstwaren nur auf
diese Zusatzmarken abgegeben werden, sodaß uns
also damit zwei billige Fleischtage gegeben sind.
Für die gewöhnlichen Fleif Ichtarten, die bereits
seit anfangs dieser Woche in Umlauf sind, hat
diese Vergünstigung jedoch keine Geltung, sondern
nur für die Zusatzkarte, welche morgen
Freitag zur Ausgabe gelangt. Wir machen auf
die Vekamtmachung des Stadtmagistrates im
Anzeigenteik des „Nosenheimer Anzeiger" besonders
aufmerlsam. Man ist also erfreulicher.
weise von der ursprünglichen Absicht, das Mehr
an Fleisch mur in Gestalt von Wiiche hinauszuge.
ben, wieder abgekommen.
Eleischearmen und Kleischnenkaus.
F# die hat Stadtmagistrat
eine neue rrerbeng Wini- Danach dürfen
in. hiesigen Geschäften Sieich und Wurstwaren
Kommunald#er
tälne (E##isnteinrard, wiieenn Traunstein
usw.) aiche mehr Puhr werden. Dagegen
sind die Gastwirtschaften ven auch
ken auswärtiger Konmunaw#en ände anzuneh.
men, soweit sie über Fleischvorräte verfügen.
Dieje Marien muisen aber pon den Wirten an
Kosen eme Anzelgen
die städt. Fleisclwersorgungsstelle oelierert wer
den und dürfen zum Fleischeinlauf für oiese
Wirtschaften nicht verwendet werden. Durch diese
Vestimmung soii vffenbar erreicht werden, dak
die Abwanderung von Fleischmarken vom Lande
an slädt. Fleischkäufer unterbunden wird. Feruer
wurde angeordnet, daß die Mehger ihre
Verlaufsstellen morgens um 6 Uhr zu öffnen u.
wolange offenzuhalten haben, als sie Vorräte besitzen.
k
Muschelninu Sulz sind nach einer Bekanntmachung
des Stadtmagistrates in verschiedenen
Geschäften erhältlich. Bei der derzeitigen Knapp.
heil wird dieses Angebot willkommen sein.
Fleischversorgung der Landbezir
le. Vom 1. Mai übernimmt die bayerische
Fichschversorgungsstelle die Lieferung des
Scklachtvichs auch in den Kommnnaloerbän.
den, welchen bisher das Recht der Selbstversorgung
zugestanden war. Von diesem Tage ab
sind die Metzger im Amtsbezirk n#ht mehr bered
tigt, Schlachivieh selbst aufrulaufen; es wird
illnen vielmehr von der Fleischversorgungostelle
zugewiesen. Um über diese Neuregelung Auftlärung
'u schaffen, beruft das K. Bezirksamt
Relenheim auf kommenden Sonntag, den 22.
April, vormittags 11 Uhr, eine Ve rfammllung in
den Saal des Flötzingerbräu. Herr K. Beziriotierarst
Rasberger wird das Neferat erstatten.
IZu dieser Versammlung sind namentlich oie
Metzger und Gastwirte eingeladen.
Bezug von Saatlartoffeln. Das Mi
nisterium des Innern gibt bekannt: Es wird
vielsach darüber geflagt, daß die Distriltsver
waltungebehörden den Bezug von Saatlartof.
seln in kleineren Mengen, der auf Grund ver
wandtschaftlicher Beziehungen angestrebt wird,
erschweren .Bei der berrschenden Myheit an
Kariofseln ijt es nicht erwünscht, daß der Versorgung
auf diesem Wege Hindernisse bereitet
vweden. Die Distrittsverwaltungsbehörden wer.
den daher angewiesen, den Be#ug von Saat
lartofseln in Ueineren Mengen aus Grund nach.
gewic##ener verwandtschoftlicher oder auch älterer
geschäftlicher Beziehungen nicht zu erschweren.
Nochmals ist es Winter geworden.
Ueber r Nacht iit wieder Schnee gefallen, der aber
heute u einem großen Teil der Sonne wieder
weichen musie. Leider sind dadurch die Gartenarbeiten
abermals verzögert worden. Die
—Ed walben von denen ver etlichen Tagen schon
die ersten Boten hier gesehen wurden, sind in
z oschen tratz des ungüastigen Wetters in größe.
rer Zahl wiedergekeh#rt. Loffentlich folgt ihnen
jetzt auch recht bald schönes Frühlingswetter.
Aus dem Gerichtsfagl.
Ein neuer Mal:ischieberprozeß.
Bamberg. 17. April. Vor der Strafkammer
hat heute der Strasprozer gegen den Kom.
mer:ienrat und Mal#fabrilanten OIohann B/p64
tist Weghermann in Bamberg wegen eines fortçesetzten
Vergehens gegen die Kriegszustands
gesetze, verübt durch Malesckiebereien, begonnen.
TLer Angeklagte hai über 12 000 Zentner Malz
nack Norddeutschland verbr#s#u##drig verlauft u.
dabei einen Reingewinn von 360 1000 M. erpgielt.
Der Verhandlung, die einen sehr interes.
zanten Verlauf nahm, mohnten sehr viele In.
lercisenten von auswärls bei. Der Staatsanwalt
beantragte 6 Monate Gefängnis und 722 000
Mari Geldstrase und Aberkennung der bürgerlichen
Ehrenrechte auf die Dauer von sünf Jah.
ren. Der Verteidiger Geh. Justimat Diez (Bam
berg) trat diesem Antrag mit ungewöhnlicher
Sd’irse emgegen. Das Urteil wird Dienstag,
24. April, vormittag 9 Uhr, verlündet werden.
Der Weltkrieg.
(Trahtbericht.)
Die Riesenkämpfc im Wesilen.
Basel, 19. Axril. Die „Baseler Nachrichlten“
melden aus Paris: Die französische Offensiuve
zwischen Soissons und Reims bildet die
größte Schlacht der deutsch-französischen Front
seit den Marnekämxfen. Die Schlacht steigert sich
sogleich zu einem Kampf von unerhörter Erbilterung.
Schon jetzt mißt die Schlachtfront 200
Kilomcter. Genaugenommen sind 4 Schlachten
entbrannt, bei Arras, St. Quentin, Laon und
Craonne, die 5. Schlacht tobt in der westlichen
Champagne.
Laut „Jüricher Post“ greift die englisch-französische
Offensive auch auf die belgische Front
bei Dirmuiden über, wo der Artilleriekampf stetig
wachse.
Mit der Wetterungunft versuchen Kommentare
der Pariser Blätter zu erllären, warum der
Hauptzweck der zum Alleräußersten gesteigerten
englischfranzösischen Anstrengungen, an denen
auch russische und portugiesische Truppen teilnehmen,
namlich die Eckrfeiler der deutschen
Stellungen ins Wanken zu bringen, sich bisher
gle unvurchfohrbar erwiesen haben. Man kömm
angesichts der sehr kräftigen deutschen Verteidigung
augenblicklich nicht erkennen, in wieweit die
aufs Ganze gerichteten Pläne der Generale Nivelle
und Haig ihrer Verwirklichung entgegen
gerückt sei.
Die Pariser Blätter bezeichnen die französische
Osfensive in der Chamxagne als den Beginn u.
einen Teil der letzten und höchsten Anstrengungen
der Ententeheere zur Erzwingung der Enischeidung
auf dem westlichen Kriegsschauplatze.
Diese Schlacht sei der Ansang eines gewaltigen
Durchbruchsversuches.
Senator Berenger sagt im „Paris Midi“
Die Morgenröte der schrecklichen Tage des Spät
srühlings von 1917 gebt auf über den letzten
Stunden der Entscheidung.
In Erwartung des Friedens.
Zurich, 19. April. Die „Jüricher Poil“
schreibt: Laut Londener Meldungen der „ Stam
a“ sehen englische Blättor in der jüngsten Re
de Lloyd Geerg eine Anspielung auf einen nicht
mehr fernen Friedensschluß. „Daily Expreß“
hebt hervor, der Premierminister habe eiar
Anspielung auf den Frieden gemacht, indem er
sagte, es hätten sich in diesem Kriege sonderbare
Vorfälle crcignet, noch merlmürdigere Ereignisse
seien im Gange und rücken schon heran.
Der Kampf um Deutsch Ostafrita.
Berlin, 19. April. In der ersten Aprilwoche
gab das englische Kriegsamt eine Belanntma
cung über den Stand der Kämpse in Oltasrila
au die englische Presse. Darin ist die tapfere
Schutztruppe für Deutsch Oflafrika selbst nach
amtlicher englischer Auffassung leineswegs schon
„erledigt“, wie der frühere englische Oberbeset
kehaber in Ostasrika, Bur Smuts, vor zwei
Monaten bereits, d. h. bei seinem Abzug aus
Deutsch Ostafrila, giaubte behaupten zu können.
Vielmehr scheint gerade der letzte Absag der
amtlichen englischen Meldung darauf hinzuden.
en, daf die deutsche Verteidigung Ostafritas
in der Gegend von Nyassa-See gegen die schon
in den Oktober und Nevember-Kämpfen schwer
mitgenommenen Truppen des engl. Generals
Northey neuerdings unter Ueberwindung ver
früher weit öftlich davon, d. h. zwischen Jrin.
ga und Songen laufenden englischen befestigten
Linien wieder erheblich an BVoden gewann.
Gouverneur v. Bissing F.
Brüssel, 10. April. Der Generalgurerneur
von Belgien, Generaloberit Freiherr von
Bissing st gestern Abend gestorben.
Lebeusmitielmangel in Amerika.
Bern, 19. Axril. Der New VYorker Mitarbeiler
des „Matin“ meldet: In einigen Wochen
wird die Lebeneomittelfrage in den Vereinigten
Staaien die gleiche sein, wie in Europa. In
den großen Zentren beginnen die Lebeneminel
knapxp zu werden. Die Preise sticgen betrachtlich
Die Sxeisenfolge in den Wirschaften wurde seit
der Kriegserllärung um die Hälfie verringert.
Die kurländische Front.
Stockhelm. 19. April. Petersburger Blät
ter berickten aus Riga: Im nördlichen Teil der
Front sind infolge der Schneeschmelze ricienhafte
Uebersckwemmungen eingetreten. Die Schutzen
gräben liesen voll Wasser. Die Soldaten sind
zum großten Teil zurückgezogen worden.
In Riga selbst slehe in vielen Straßen das
Wasser vier Meter tief. Der Verkehr wird mit
Vooten aufrechterhalten. Insolge der Ueber
schuemmungen ist die Versorgung der Stadt weiter
erschwert. Die Bevöllerung lebt spärlich von
den geringen Vorräten.
Cehle Rachtigien.
Das Eisenbahnunglküc
bei Rannhoien.
München, 19. April. Der König hat sich
über das Eisenbahnunglück in Nannhofen ein-.
gehend Bericht erstatten lassen und den Oberstzeremonienmeister
Grafsen Moy an die Unglücksstelle
sowie in die Krankenhäuser nach München
und Augsburg entsandt, um den Verunglückten
und deren Angehörigen seine herzliche
Teilnahme zu bezeugen. Zur Linderung augenblicklicher
Not hat der König eine Spende von
2000 Mark angewiesen. *
Die Ausbebung des «
Jesuitengesetzes.
Berlin, 19. April. Aus gut unterrichteten
parlamemarischen Kreisen erfährt die „Vossische
Zeilung“, daß sich der Bundesrat in vieser Wo-
Freitag, 20. April 1012
che mit dem ihm seit langem vorgelegten Neichs
tagobeschluf auf Aushebung des Jesuitengesel.
zes beschäftigen und ihm beitreten wird, Damit
wird ein vom Reichstag wiederholt angenomme.
#ner Beschlus. zum Gesetz. *v
Hochwasser.
Berlin, 19. Axril. Imolge andauernder
Regengüsse und starler Schneeschmelze im Niesengebirge
und im Böhmerwald führt die Elbe
ständig steigendes Hochmasser. Seit 1890 ist
selches H#chwasier dort nicht zu verzeichnen. Die
Schiffahrt ist eingestellt. Auch die Reise führt
starles Hochwasser. Melrere Fabriten haben
den Betrieb eingeitelll. Bei Kleinbademensel
sind die Treisedämme an wei Stellen ourckbrochen.
Die Fluren sind meithin überschwemmt.
Ein Opppelmerdversuch.
Wiecn, 10. April. In Liesing üll an die Wi.-ner
Polizeidiretlien die Mitteilung über zwei
Mordveriuce gelangt, die ein offenbar geiflig
nicht normaler Mann an zwei angesehenen Bür.
gern der Stadt pverübt hat Der Täter ist flüch
tig und mird versolgt. Seine Opser sind der
Notar Dr. Cdmund ZKresch und der Notar
Dr. Mar Slern, beide in Liesing. Der Täter ül
der 50jährine Privatier Anton Kohlendorfer
aus Neulengbac. Aus Dr. Kosch gab er zwei,
auf Dr. Stern einen Schuf ab. Belde sind
schn er veriet. Köhlendorser flüchtele nach der
Tat. Es liegt offenbar ein Nachealt zugrunde.
Der Täter hatte schon längere Zeit einen Rechtsstreit
mit Dr. Koich und scheint der Melnung ge
mesen zu sein, das. ihm unrecht geschehen sei. Er
hat wiederholt Drohbriefe an Dr. Kosch ge.
richtel. Nach einer späteren Meldung gelang es,
den Fläck tigen in Hietzing zu verhaften.
siter samen
Der außerordentliche Mangel an Kleesamen
für die kommende Saatseil Dat die landivirt.
schatliche#4 Bevöllerung in begreifliche Unruhe
versetzt. Der Grund für den Mangel liegt teils
in dem sa fechten Aussail der letzten Ernie, teils
in dem Aussall der jonit sehr erheblichen
Zufuhr aus Rußland sowie in der gänz lichen
Absperrung der Schwei: für die französische und
italienische Zufuhr und in dem Ausfuhrverbot
Oesierreid. Ungarns. Im Vorzjahr hat sich dies
namemlich auch insolge der guten Jnlandsernte
nock nicht in gleichem Maße fühlbar gemacht.
Belschräntte Mengen Kleesamen werden in die
jem Jahre von Ungarn zur Verfügung gestellt.
Diese werden jedoch voraussichtlich nur 2000 Wa.
gen für das ganze Reich sein. Näheres über
Preise und Beschaffenheit dieer Ware ist aus
dem Rundschreiben der Landesfuttermittelstelle
vom 15. lsd. Mis. zu entnehmen. Die vielfach
verbreitete Meinung, als ob Bayern bei der
Verteilung diesen Kleesamens ungenügend berücksichligt
werde. ist nicht zutreffend. Bayern hat
vielmehr seinen Anteil in reichlichem Maßc zu
gewiesen erhalten.
Die Bevôlkerung i#m in geeigneter Weise nus.
milären und davon zu verfländigen, daß allce
geschehen wird, um den Aussall an Kleefutter
im Herbst 1917 und im Jahre 1918, soweit es
nach der Lage der Sache überhaupt möglich il,
iu ereigen. Zunächst wird es notwendig sein, in
diesem Jahre Bhimeickende Mengen von Wil
len und Seuf, die in erster Linie als Ersatz
iunerpilanzen in Betracht kommen, zur Samen
gewinnung anzubauen, damit genügend Saatut
für den Anbau 1916 zur Verfügung ge.
stellt werden lann.
Die Landesfuttermittelstelle verleilt 3, diesem
Zwecke 40/00 Zir. reine Wicken und 500 KJur.
Senssaat gegen die Verpflichlung der Rudlie
serung eines Teiles der Ernte. Um die Land
wirte noch besonders anzuspornen, erhalten lie
auf den Hektar der Vertragesläche 1 Dovpellentner
schwefelsaures Ammoniek zur belie.
bigen Verwendung in der Wirtschaft. Die
Landwirtc, jener Bezirke, in denen diese Früchle
schon bisher angebant werden sind. sind auf
die Teilnahme an diesem Vertragsbau besonders
hinzuweisen. Auch Saatmaie kann voraussichtlich
wieder wie im Vorjahre durch die Laudesfuttermiktelstelle
zugewiesen werden; die
ersten Wagen sind bereits eingetroffen. Im
übrigen ist den Landwirten dringend rEW*
en, heuer die Vorräte an inländischem 9 -
Feesamen durch Mischung mit Samen von anderen
Kleearken und mit Grassämereien m
strecken und sich selbst aus der Ernte dieses Jahres
eine hinreichende Menge von Kleesamen für
das nächste Jahr aufzubewahren.
Der Bayerische Landwirtschaftsrat bereitet
durch seinen ständigen Ausschuß für Acker- und
Pflanzenbau ein Flugblatt vor, das alke hier in
Betracht kommenden Fragyen behandelm uund voen-E
Verteikung kommen wird.
h0 Forbrczkung dieses Flupblattes unter 1
ltn ist Sorge zu trayen.
—-Wetterbericht
für Freilag, den 20. April 1917:
Langsame Besserung, Vachtfrost.