Volltext : Deutschlands Schuld am Weltkriege.

„Man  versteht  und  entschuldigt  bis  zu  einem  gewissen  Grade  bei  den
Franzosen  den  Wunsch  nach  Revanche.  Aber  man  glaubt  auch,  daß  das
Jahr  1870  leichter  vergessen  würde,  wenn  man  von  Moskau  nicht  den
Augen  Frankreichs  immer  wieder  die  Möglichkeit  einer  russischen  Allianz
vorspiegelte.‘‘  Baron  Greindl.  Berlin,  12.  Oktober  1889  (Fehlspruch,  S.  49)

„Der  Gegensatz  liegt  in  der  Macht  der  Dinge  begründet.  Die  Souveräne
  und  Staatsmänner  würden  nichts  daran  ändern  können,  selbst
wenn  sie  wollten.“  Wie  vorstehend  (Fehlspruch,  S.  49)

„Der  Dreibund  ist  ausdrücklich  geschlossen  worden,  um  gleichzeitig
Rußland  und  Frankreich  zurückzuhalten.  Er  ist  so  dauerhaft  wie  nur
je,  hat  seinen  Zweck  vollkommen  erreicht,  und  man  braucht  nicht  zu
fürchten,  daB  er  sich  in  Zukunft  seiner  Aufgabe  nicht  gewachsen  zeigen
sollte.“  Wie  vorstehend  (Fehlspruch,  S.  49)

1890

„Die  Hoffnungen  der  Feinde  Deutschlands  können  neu  erwachen,
wenn  sie  nicht  mehr  einen  Gegner  vor  sich  sehen  werden,  dessen  Überlegenheit
  unbestreitbar  und  unbestritten  war.

Baron  Greindl.  Berlin,  22.  März  1890  (Fehlspruch,  S.  52)

„[Trotz  des  Nichtvorhandenseins  wirklicher  Verpflichtungen  wird
es  bei  dem  unüberlegten  Enthusiasmus  der  französischen  Nation  ihr
schwer  fallen,  mit  Gewehr  bei  Fuß  zu  bleiben,  falls  Rußland  in  einen
europäischen  Krieg  hineingezogen  würde.‘

Baron  Beyens.  Paris,  17.  September  1890  (Fehlspruch,  S,  56)

1891

„Ich  hatte  nur  allzuviel  Veranlassung,  Ihnen  am  letzten  Sonnabend
zu  schreiben,  daß  man  der  Aufnahme  der  Aufmerksamkeiten  des  deutschen
Kaisers  und  seiner  Regierung  in  Paris  nur  einen  ganz  geringen  Wert
beimessen  dürfe.  Man  hat  auf  Höflichkeitsbezeugungen  mit  Brutalitäten
geantwortet.“  Baron  Greindl.  Berlin,  28.  Februar  1891  (Fehlspruch,  S.  58)

„Auch  wenn  der  Besuch  von  Kronstadt  weder  zu  einem  Bündnis
noch  zu  einer  einfachen  Entente  führt,  so  wird  er  nichtsdestoweniger
den  Nachteil  haben,  die  Hoffnung  der  Exaltierten  in  beiden  Ländern
zu  nähren.  Er  häuft  Explosivstoffe  an,  die  gewisse  Leute  nur  gar  zu
gern  entzünden  möchten.  Die  Annäherung  beruht  nur  auf  dem  gemeinsamen
  Hasse  Frankreichs  und  Rußlands  gegen  Deutschland.  Sie  kann
daher  nur  einen  aggressiven  Charakter  haben,  trotz  der  Bemühungen
der  russischen  und  französischen  Offiziösen,  die  Welt  glauben  machen
zu  wollen,  daß  ein  französisch-russischer  Bund  nur  eine  zweite  Friedensliga
  darstellen  würde.“

Baron  Greindl.  Berlin,  I.  August  1891  (Fehlspruch,  S.  64)