Die I. Armee hatte feit dem 5. September einen schweren Angriff
aue Harie hervorgebrochener Rräfte westlich des Ourcq abgewehrt und
beabsichtigte, den Feind am §. nach Umgruppierungen innerhalb der eigenen
Front selbst anzugreifen, weil ste sich der Lage durchaue gewachsen fühlte.
Allerdinge blaffte zwischen der I. und 2. Armee eine erhebliche Lücke.
Die 2. Armee hatte gegen überlegenen Feind den Detit Morin-Abschnitt
zwischen Montmirail und St. Gond gehalten, an ihrem linken Flügel
war wegen der dort herrschenden schwierigen Kage ein Teil der benachbarten
3. Armee eingesetzt.
Die 4. Armee gewann langsam Gelände südlich des Rhein — Marne—
Ranale zwischen Vitry le Francçois und Revigny, an ihren rechten Flügel
war der andere Teil der 3. Armee angeschlossen.
Die lage meiner 5. Armee wurde besprochen, sie hielt ihre Linien
unbedingt fest in der Zand und war mit dem V. A. R. im Angriff gegen
Fort Troyon.
Aus der 6. und 7. Armee waren zur Bildung einer neuen Armee
für den Westflügel zwei Armeekorps und die 7. R. D. ohne Zwischenfälle
berauegezogen und im Abtransport nach Belgien.
Somit ergab sich aue der Orientierung des Gberstleutnants Sentsch
eine im ganzen befriedigende Gesamtlage, zumal die Schwierigkeiten bei
der I. und 2. Armee ausgeglichen erschienen.
Immerhin konnten wir uns in meinem Operatlonsstab der Tatsache
nicht verschließen, daß in dem bieherlgen raschen Siegeslauf dee deutschen
Heeres ein Stillstand eingetreten war. Wir hörten die Bestätigung der
schwirrenden Gerüchte und die Richtigkeit der aus den Meldungen über
feindliche Truppentraneporte gezogenen Kombinationen, daß die franzssische
ZSeeresleitung doch rechtzeitig an entscheidender Stelle überlegene
Kräfte zum planmäßigen Gegenangriff angesetzt hatte. Sbenso sah man,
daß dae feste Gefüge des anfange so geschlossen durchgeführten Vormarsches
der deutschen Armeen sich durch thre taktischen Sinzelkämpfe gelockert hatte,
was besonders auf dem äußersten rechten Flügel bei der I. und 2. Armee
Bedenken erwecken konnte.
Was meine und die 4. Armee betraf, so erschien es angesichts der
schweren Rämpfe der letzten Tage recht unsicher, ob das von der G. Z. L.
gewünschte rasche Vordringen in südöstlicher Richtung bald gelingen würde.
Endlich durfte man sich nicht die eigenen großen Oerluste an bester
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