242 Gefecht bei Dreux.
sichere Los der Loirearmee gewesen, denn der Feldmarschall Prinz
Friedrich Karl würde sie völlig abgeschnitten haben.
Doch der General Aurelles de Paladine war klug genug, nicht in den
Fehler einer zu eifrigen Verfolgung zu verfallen. Er begnügte sich,
Orleans wieder zu besetzen und die vorgefundenen Erdwerke zu erweitern
und zu verstärken. Bei Orleaus beabsichtigte die provisorische
Regierung ein verschanztes Lager anzulegen und hier alle ausgebildeten
Mobilgarden zu sammeln, um dereinst mit einer großen Armee
Paris zu befreien.
Auch von Westen her hatten einige Korps der Mobilgarde sich
Paris genähert. Angeblich waren sie die Spitzen einer Armee, welche
der Graf Keratry in der Bretagne versammelt hatte. Der Großherzog
von Mecklenburg lieferte ihnen am 17. November ein Gefecht
bei Dreux, 6 Meilen westlich von Chartres. Mit einem eigenen
Verluste von 3 Todten und 35 Verwundeten warf der Großherzog
die Mobilgarden zurück, die 22. Division besetzte Dreur und lieferte
dem Feinde auch am 18. November ein kleineres Gefecht bei Chateauneuf,
in welchem 200 Gefangene gemacht wurden.
Das Wetter war in den letzten Wochen schon recht rauh geworden,
den Rückzug von Coulmiers auf Chartres führte General
von der Tann theilweise im Schneegestöber aus. Der Winter meldete
sich.
Die Operazionen der deutschen Armeen wurden durch die heranrückende
rauhe Jahreszeit durchaus nicht unterbrochen. Von Deutschland
aus waren die deutschen Truppen mit warmen wollenen Unterkleidern
reichlich versehen, und selbst die später so heftig auftretende
Kälte vermochte nicht, die tapfern deutschen Truppen auch nur einen
Augenblick in der treuesten Erfüllung ihrer schweren Pflicht wankend
zu machen.