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solle. Die Brigade von Steinmetz sollte ihre Stellung, Front gegen Wartenburg,
festhalten, die soeben eintreffende Brigade von Horn hinter der des
Prinzen von Mecklenburg den gegenüberstehenden Feind zwischen Bleddin und
Wartenburg in der Front beschäftigen, die Brigade von Hünerbein als Reserve
auf dem Wege nach den Brücken halten bleiben. Sobald der Prinz von
Mecklenburg, nachdem er Bleddin genommen, die Stellung von Wartenburg
von Süden oder Westen her angriff, sollten die Brigaden von Steinmetz und
Horn zum Sturm auf Wartenburg in der Front vorgehen.
Der Prinz von Mecklenburg trat nun auf den wiederhergestellten Wegen
seinen Vormarsch gegen Bleddin an, mit sechs Bataillonen staffelweise vom
linken Flügel, dahinter die sieben Eskadrons, voran und seitwärts die Artillerie,
im Avancieren feuernd. Die Württemberger, welche jetzt unerwartet Reiterei
und Artillerie in diesem scheinbar für diese Waffen unzugänglichen Terrain
vorgehen sahen, wichen nach hartnäckigem Widerstande bis Bleddin zurück. Um
das Dorf entspann sich ein heftiger Kampf. Um 2 Uhr mittags war dasselbe
von den Preußen erobert, der Feind von hier teils in der Richtung auf Torgan,
teils nach Globig zurückgedrängt, wo Kavallerie zu seiner Aufnahme bereit
stand. Dieselbe wurde jedoch durch eine glänzende Reiterattacke der schwarzen
Husaren unter Major von Stößel völlig zersprengt. Der Prinz konnte sich
nun mit seiner Brigade rechts wenden und zu dem zweiten Teil seiner Aufgabe,
dem Angriff auf die Stellung von Wartenburg und den mit einer französischen
Batterie besetzten Windmühlenberg, westlich Wartenburg, übergehen.
Die Brigaden von Steinmetz und von Horn hatten unterdessen stundenlang
im heftigsten Feuer gestanden, ohne zu weichen, aber auch ohne nur einen
Schritt vordringen zu können. Ganze Bataillone waren in Tirailleurlinien
aufgelöst worden; sie wurden abgelöst und durch andere ersetzt, sobald ihre
Munition verschossen war; aber sie waren in dem mörderischen Kartätsch= und
Kleingewehrfeuer des Feindes zu Schlacken zusammengeschmolzen und vermochten
nur mit äußerster Anstrengung die wiederholten Versuche des Feindes, aus
Wartenburg vorzudringen, abzuwehren.
Mit Ungeduld warteten die preußischen Heerführer auf die Wirkung der
Umgehung des Prinzen Karl über Bleddin. Da verbreitete sich plötzlich die
Nachricht, daß Napoleon mit 20000 Mann von Torgau her im Anmarsch sei,
und drängte gebieterisch zu einer Entscheidung des Kampfes noch vor seiner
Ankunft auf dem Schlachtfelde.
Es war 2 Uhr mittags. General von Vork hielt bei der Hornschen
Brigade neben deren Führer. Zwei Landwehrbataillone waren soeben am Elb-—#
* Diese durch Patrouislen und Spione gebrachte Nachricht war übertrieben. Es war
nur ein Reitercorps, welches Marschall Ney von Torgau aus die Elbe abwärts entsandt
hatte, welches aber bei dem anhaltenden Geschützfeuer von Wartenburg her wieder umkehrte.