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mir gemachte Beobachtung auch anderwärts schon bemerkt
worden seyn würde. Die erhaltenen Nachrichten zeigten mir
aber deutlich, daß es für einige gelehrte Männer, die nicht
gerade als Schriftsteller bekannt sind, wenig Neues haben
werde, was ich bemerkt hatte, und ich blieb also desio sorgloser;
wie leicht wäre es mir sonst gewesen, dem bloß eine skeptische
Form zu geben, was nun in häretisch-dogmatischer Gestalt
erschien.
So demnach glaubt' ich völligst versichert zu seyn, nicht
Dinge zu berühren, die einmal durch allgemeinstes Nichtwissen
einen gewissen Heiligkeitsschein glücklichst erhalten hatten;
nicht Ruhe zu siören, wo einmal das allgemeinste Vergessen
eine völlige Ruhe hervorgebracht hatte. Und mehr nicht
kümmerte mich, als nur dieses! denn was ich schreiben müßte,
um Lob und Beifall zu gewinnen: das wußte ich wohl; aber
der Beifall war nicht mein Zweck, sondern nur Wahrheit.
Es schien mir Feigheit zu seyn, eine Wahrheit nicht sagen zu
wollen, weil man beinahe zuverläßigst voraussieht, überstimmt
oder überschrien zu werden. Es wäre unentschuldbare Feigheit
bei jedem der Wahrheitsschicksale auch nur halbkundigen
Manne, sogleich auch ängstlich bekümmert zu seyn, was ein
allgemeines Verschreien und Ueberschreien endlich in seiner
eigenen Lage veranlassen könnte. Welche Wahrheiten würden
in's volle Licht gekommen seyn, wenn Jeder, der sie fand,
vorläufig hätte berechnen wollen, ob etwa mit einer Wahrheit
dieser Art ein Glück zu machen sey. Des redlichen Mannes
Pflicht ist, bloß auszusäen, und dann jener höheren, durch
tausend zufällige Umstände lenkenden Vorsehung zu überlassen,
ob der Same zertreten werden oder gedeihen solle. Nicht
selten keimt noch viel Gutes, selbst auch aus dem zertretenen
Samen!
Zwar müßte ich stolzer seyn, als ich je einmal auch
werden zu können fürchte, wenn ich geradezu hätte erwarten
wollen, daß man in unserem allschreibseligen und Alles umwuͤhlenden
Zeitalter, daß man meine Versuche, Wahrheit zu