Full text : Geschichte der königlich Preußischen Armee. Band IV. (4)

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von  Nollendorf  übernahm  das  aus  den  kurhessischen,  mecklenburgischen,
thüringischen  und  anderen  norddeutschen  Kontingenten  zusammen—
gesetzte,  etwa  20000  Mann  starke  Norddeutsche  Bundeskorps  bei
Trier.  An  der  Schlacht  bei  Ligny  nahmen  nur  die  drei  ersten  Armee—
korps  teil,  bei  Belle-Alliance  führte  das  Bülowsche  (IV.)  Armee—
korps  den  entscheidenden  Stoß  über  Plancenoit  aus.  Das  VI.  traf
erst  nach  gefallener  Entscheidung  in  Frankreich  ein,  ebenso  die  Garden.
Das  V.  Armeekorps  blieb  im  Inland.

Jedes  der  sechs  Armeekorps  hatte  4  Brigaden  zu  3  Infanterieregimentern.
  Beim  I.,  II.  und  halben  III.  Armeekorps  war  in  jeder
Brigade  ein  altes,  ein  neues  und  ein  Landwehrregiment  zusammengestellt,
  bei  den  übrigen  bildete  die  Landwehr  zwei  Drittel  der  Infanterie.


Die  Masse  der  Kavallerie  blieb  als  Reservekavallerie  der
Armeekorps  vereinigt,  zwei  Regimenter  jedes  Korps  sollten  auf  die
vier  Truppenbrigaden  verteilt  werden.  Da  die  Kavallerie  beim  abermaligen
  Ausbruch  des  Krieges  gerade  in  der  Neuformation  begriffen
gewesen  war,  konnten  die  Regimenter  größtenteils  nur  zu  3  Schwadronen
  ausrücken  und  waren  sehr  schwach.  Offiziere  und  Mannschaften
  der  aus  abgegebenen  Schwadronen  neugebildeten  Regimenter,
  die  sogar  noch  ihre  verschiedenen  früheren  Uniformen  trugen,
kannten  sich  wenig.  Blücher  äußerte  sich  daher  nach  den  großen
Schlachten  über  einen  Teil  der  Kavallerie  sehr  unzufrieden.

Laut  A.  K.  O.  vom  15.  April  1815  erhielt  jedes  Armeekorps  die
dann  für  lange  Zeit  in  Kraft  gebliebene  Zuteilung  von  Artillerie,
nämlich  3  reitende,  3  zwölfpfündige,  5  sechspfündige  Fußbatterien,
eine  siebenpfündige  Haubitzbatterie,  zusammen  12  Batterien  oder
96  Geschütze,  dazu  6  Parkkolonnen,  1  Laboratorienkolonne,  1  Handwerkskolonne.
  Die  Garden  hatten  2  reitende,  1  zwölfpfündige,
1  sechspfündige  Fußbatterie  und  1  Parkkolonne.  Die  Gesamtzahl
der  Batterien  stieg  damit  auf  76,  nämlich  20  reitende,  19  zwölfpfündige,
  31  sechspfündige  Fußbatterien,  6  siebenpfündige  Haubitzbatterien.
  Darunter  befanden  sich  die  beiden  reitenden  Batterien
der  bisherigen  Deutschen  Legion  (Nr.  18  und  19)  sowic  je  eine
bergische  reitende  (Nr.  20)  und  sechspfündige  Fußbatterie  (Nr.  37)  182).
Zur  Besetzung  von  Jülich,  Wesel  und  Mainz  wurden  auf  A.  K.  O.  vom
21.  April  1815  je  2  provisorische  Artilleriekompagnien  (8.—13.  der
Preußischen  Artilleriebrigade),  für  Luxemburg  3  (13.—15.  der

167)  Die  Nummern  der  sechspfündigen  Fußbatterien  liefen  bis  37,  doch
fehlten  sechs  in  der  Reihe;  denn  die  Batterien  Nr.  27  und  32  waren  zu  den  reitenden
Batterien  Nr.  16  und  17  umgewandelt,  die  halbe  Batterie  Nr.  33  hatte  zur  Vervollständigung
  der  halben  reitenden  Batterie  Nr.  13  gedient,  die  Batterien  Nr.  28,
29,  31  waren  zwölfpfündige  Batterien  Nr.  15,  13,  14  geworden.  Neu  errichtet
wurden  die  reitende  Batterie  Nr.  15  (für  die  Garde),  die  zwölfpfündigen  Nr.
8—12,  16—19,  die  sochspfündigen  Nr.  30,  35,  36,  die  Haubitzbatterien  Nr.  2—6,
wovon  dic  erste  an  die  Stelle  der  Dreipfünderbatterie  Nr.  1  trat.