Metadata : Ergänzungsband zum Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1838. (15a)

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Communal-Geschaͤfte  der  fruͤheren  Stadt-  und  Amtschreiber  uͤbergegangen  sind,  und
Erstere  in  dieser  Beziehung  nun  durchaus  die  Stellung  und  Verhaͤltnisse  der  Letzteren
  gegenuͤber  den  Oberamtmaͤnnern  einnehmen,  es  keinem  gegruͤndeten  Zweifel  unterliegen
  kann,  daß  die  sehr  zweckmäßigen  Bestimmungen  der  benannten  beiden  General=Rescripte
  nunmehr  auf  die  Verwaltungs-Aktuare  in  Anwendung  zu  bringen  sind.

Die  Kreis-Regierung  hat  hienach  sich  zu  achten,  und  die  ihr  nachgesetzten  Ober-Aemter
  zu  bescheiden.

156)  Erlaß  des  K.  Ministerium  des  Innern  an  die  K.  Kreis-Regierungen,
vom  3.  Juli  1837,

betreffend:  eine  Erläuterung  des  Verbots  des  Schwägerschafts-Verhältnisses  beim  Eintritte  in  den
#  Gemeinderath.

Der  Kreis-Regierung  wird  auf  ihre  Anfrage  vom  16.  v.  M.  darüber:

ob  ein  dem  Eintritte  in  den  Gemeinderath  nach  §.  6  des  Verwaltungs-Edikts
  im  Wege  stehendes  Schwägerschafts-Verhältniß  mie  Auflösung  der
Ehe,  durch  welche  dieses  Verhältniß  entstand,  aufhöre,  ein  gesehliches  Hinderniß
  zu  seyn?
zu  erkennen  gegeben,  daß  diese  Frage  schon  unter  dem  25.  Oktober  1319,  in  einem
dem  Minisierium  von  der  Regierung  des  —  Kreises  am  23.  September  desselben
Jahres  vorgelegten  Specialfalle,  verneinend  beantwortet  worden  ist,  weil  nach  dem  in
Beziehung  auf  die  Verwandtschafts-Verhältnisse  überhaupt  in  Württemberg  geltenden
banonischen  Rechte  das  durch  Vollziehung  der  Ehe  entstandene  Schwagerschafts-Verhältniß
  auch  nach  Trennung  der  Ehe  noch  fortdauert,  und  selbst  nach  dem  neueren
römischen  Rechte  L.  5,  Cod.  de  .  inceslis  nuptüs  (V.  5)  die  Ehe  zwischen  Verschwägerten
  ohne  Rücksicht  auf  die  Trennung  der  Ehe,  wodurch  das  Schwägerschafto-Verhältniß
  begründet  worden  war,  verboten  und  somit  die  Forrdauer  dieses  Verhältnisses
anerkannt  ist;  daher  auch  aus  dem  in  der  Ehegerichts-Ordnung  S.  134,  §.  11,  Saß
enthaltenen  Zwischensahe:  „so  viel  die  Ehen  betrifft,“  eine  entgegengesebßte  Folgerung
  nicht  abgeleiret  werden  kann.