Volltext : Gesetzsammlung für das Fürstenthum Reuß Älterer Linie. 1867. (16)

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Rechtliche  Folgen  absichtlicher  falscher  Vermögensangaben.
S.  42.

Absichtliche  Vecheimzichung  oder  eine  zu  niedrige  Angabe  des  Einkommens
wird  mit  einer  in  die  städtische  Armenasse  stibemen  Strafe  vom  vierfachen
Betrage  derjenigen  Summe  geahndet,  welche  der  Pflichtige  zu  Folge  der  Verheimlichung
  der  falschen  Angabe  an  Communanlagen  zu  wenig  bezahlt  hat.

Diese  Strafe  ist  für  alle  die  Jahre  zu  berechnen,  in  denen  zufolge  der
falschen  Declaration  zu  wenig  gezahlt  ward.

Das  Ergebniß  dießfälliger  Vorerörterungen  hat  der  Stadtrath  der  betr.
Criminalbehörde  behufs  Einleitung  der  Untersuchung  mitzutheilen.

Ergiebt  sich  erst  nach  dem  Tode  eines  Steuerpflichtigen,  daß  derselbe  sein
Einkommen  verheimlicht  oder  zu  niedrig  angegeben  hatte,  so  haftet  für  den
Strafbelrag  die  gesammte  Erbmasse.

Ist  diese  bereits  getheilt,  so  steht  es  dem  Stadtrathe  frei,  mit  Zustimmung
  der  Stadtvexordneten  das  von  dem  Erblasser  an  Communanlagen  zu
wenig  Gezahlte  im  Klagwege  von  den  Erben  einzuheben.

Fertigung  der  Kataster.
g.  43.

Nach  Ablauf  der  Reclamalionofrift  sind  hinsichtlich  der  nicht  bestrittenen
Ansätze  auf  Grundlage  der  entworfenen  Schähungsrollen  und  unter  Zugrundelegung
  des  sub  O.  angefügten  Communaulagenregulatives  die  Kataster  durch
den  mni.  anzufertigen.

nach  Erledigung  der  Rclamationen  gewonnenen  neuen  oder  beibehaltenen
  Mtte  sind  nachträglich  an  ihrer  Stelle  ordnungsgemäß  einzutragen.

C.  44.

Nach  beendigter  Abschätung  findet  wegen  der  elwa  eingetretenen  Verbefserung
  der  Verhältnisse  der  Contribnenten  eine  Erhöhung  für  das  Jahr,  auf
welches  das  Kataster  bereits  ausgestellt  ist,  nicht  statt.  Ebensowenig  gewähren
Verhältnisse,  die  nach  Ablauf  der  Neclamationsfrist  eintreten,  dem  Pflichtigen
einen  Anspruch  auf  Abminderung  des  Beitrages.  Doch  ist  ein  Erlaß  aus
Billigkeits-Rücksichten  nicht  ausgeschlossen.