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Karl, den er unter seinen Augen in Berlin erziehen ließ, und
die Garantie der ständischen und protestantischen Kirchenrechte übernommen
hätte. Derselbe Herzog Karl aber handelte im höchsten
Grade undankbar, indem er nicht nur Religion und Sitte durch
die kolossale Lüderlichkeit seines Hofes verhöhnte, sondern auch
Oesterreich und Frankreich zu Liebe persönlich im siebenjährigen
Kriege gegen seinen preußischen Wohlthäter zu Felde zog, aber
verdientermaßen geschlagen wurde und eiligst heimflüchtete.
Im Vertrauen auf Frankreich und Oesterreich wollte Herzog
Karl im eigenen Lande die alte Verfassung umstürzen und absolut
despotisch regieren. Die Stände des kleinen Herzogthums hatten
einen schweren Kampf mit ihm und würden unfehlbar ihrer alten
Rechte verlustig geworden seyn, wenn nicht Friedrich der Große
sie in seinen Schutz genommen und durch die erusten Drohungen
seines Gesandten v. d. Schulenburg den Herzog gezwungen hätte,
den Ständen das Kirchengut zu lassen und mit ihnen den Erbvergleich
von 1770 zu schließen.
Wenige Jahre später machte Friedrich der Große eine neue
bedeutende Erwerbung an dem nördlichen Theile des Königreich
Polen, welcher seitdem Westpreußen heißt. Es geschah in Folge
der berüchtigten ersten Theilung Polens. Da dieses Königreich
durch sein lüderliches Adelsregiment sehr heruntergekommen und
für die deutschen Nachbarmächte keine Offensive von dieser Seite
her zu besorgen war, so erscheint es allerdings überaus ungerecht,
daß Oesterreich und Preußen sich ohne weiteres Stücke von
Polen abrissen, während Rußland den größten Theil davon an
sich nahm. Die beiden deutschen Mächte hätten entweder zu einer
Regenerirung und Stärkung Polens, als eines Bollwerks gegen
Rußland, mitwirken, oder sie hätten wenigstens durch festes Zusammenhalten
verhüten sollen, daß Rußland den Hauptantheil an
der Beute bekam. Aber weder das eine noch das andere ließ
die Eifersucht zwischen Oesterreich und Preußen zu. Nußland