Full text : Rosenheimer Anzeiger. 64. Jahrngang (64)

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Kummer  56

der  ukrainische  Text,  für  die  Be
schen  Bulgarien  und  der  Ukraine
und  der  ukraknische  und  für  die  BeFehungen  zwischen
  der  Türkei  und  der  Ulkkraine  der  türkische  und
der  ukrainische  Tert  mahgebend.
Schlußbestimmung.

iehungen  gwier
  bulgarische  «

Der  gegenwortige  Friedensvertirag  wird  rati=  -

Fiziert  werden.  Die  Natifikationsurkulnden  sollen
tunlichst  bald  in  Wien  ausgetausck:  werden.  Der
Friedensvertrag  tritt,  soweil  darin  nichis  anderes
bestimmt  ist,  mit  seiner  Ratifikation  in  Kraft.

Zu  Urkuno  dessen  hoben  die  Bevollmächt:  gten
diesen  Vertrag  un:erzeichnet  und  mit  ihren  Siegeln
  versehen.

Ausgefertigt  in  jünsscher  Urschrijt  in  Brest-1918.


Litowsk  am  9.  Februar
gez.:  x——iem
Ein  deutsch-ukrainischer  Zusatzvertrag.


Der  in  Artikel  8  vorgesehene  deut  sch.
ukrainische  Jusakvertrag  ist  gleichfälls
am  heutigen  Tage  unierzeichnet  worden.  Er  ontbält
  Bestimmungen  über  solgende  Ge.  nennände:
Wiederhersrellung  der  lol  sular  schen  Bejiehe-  1
gen,  Wiederherstellung  der  privaten  Nechte,  Ersatz
  für  Zivilschäden,  die  durch  Kriegsgesetz  oder
völkerrechtswidrige  Akte  angerichter  worden  sind,
Austausch  der  Kriegsgefangenen  und  Zivilinternierten,
  Pflege  der  Grabftätten  der  in  Feindesland
  Gefallenen.  Fürsorge  für  die  Rüdwanderer,
Amnestie,  Behandlung  der  in  die  Gewalt  des
Gegners  gefsallenen  ouffat  rieischisse

Die  Wirkung  des  Friedensschlusses
mit  der  Akraine.

*  Berlin,  9.  2.  Inte  seslgen  Bankkreisen,  die
zu  Nußland  toder  guie  Veie  hungen  unterbielten,
  ist  man  durch  den  Friedensschluß  mit  der
Ulralne,  irrierne  üterrascht  wo  dhden,  als  man
noch  nicht  mr.  t  einem  so  raschen  Abs  Eluh  gerechnel
hatte.  Mas  die  unmitielbaren  wirikshaftsichen
Folgen  des  Friedensick.  wies  san  M3t,  so  dürfe
man  woll  erwarten.  daß  die  Ukrai  ine  NRayh-Frungsmittel
  in  erb#d  |11  .  Umiange  und
vor  allem  Geireide  l#  eĩern  wird.
sie  sicher  in  der  Lage  sein,  eins  mi  einet  (Anzakl
wichtiger  Nohstteife  l  ###n  -  leb##r  die  Art,
wie  sich  unsere  fin  uzielle  Se  zirhung  zuur  ällrain
gestalten  werde.  verri#ag  man  sich  einstweilen  moch
kein  rechtes  Bilo?  zu  machen.

r
Auch  Rumänien  füllt  um.
9Haag,  10.  2.  Der  Petersburger  Berichter
  satler  des  .,  Dailly  Chroniele“  drahlet,  in  politischen
  Kreisen  werren  lein  Hehl  daraus  gemacht,

        

 

Auch  hHürfte

Friede!“  Die  Presse  brachte  die  Nachricht  init
großen  Lettern  unter  der  Ueberschrift:  „Der  esle
Friedensschluß".
„In  Frankreich.

§.  Haag,  10.  2.  Der  „Manchester  Guardian“
sagt,  der  Mipsbü  der  Ulraine  werde  besonders
  in  Frankreich  tiesen  Eindruck  maden.
Die  französische  Regierung  weigerte  sich,  mit  den
Bolschewili  in  Pe  etersburg  Bezieb  ungen  anzuknüpfen,
  aber  sie  hatte  sich  in  Verbindung  mit  der
Kiewer  Zentralrada  gesetzt,  hatte  ihr  180  Millionen
  Francs  geliehen  und  eine  Militärmission
zur  Neorganisation  des  Heeres  gesandt.  Clemenceau
  und  Voincare  waren  der  Ansicht,  daß  diese
Polit'k  die  Ukraine  veranlassen  würden,  den  Kre)
sortzusetzen.

Die  Lage  #.  labland.

Die  Japaner  in  der  Mandschurei.

Stodholm,  10.  2.  Der  Korrespondent  des
„Osala  Mainil“  melder,  daß  die  VBahnlineen  in
der  Mandschurei  von  japani
pen  besetzt  werden;  die  russischen  “z
ten  werden  entfernt.

die  Kriegslage.

WIB.  Großes  Sgarttier,
10.  2.  t  (Drah#tb.

Westlicher  ———
Front  des  Kronprinzen  Rupprecht
von  Bayern.

In  einz.  Inen  Abschn#utten  der  Frent  Artilleriekämpfe.
  In  Erlu  Wdungegefechten  murden  nahe
an  der  Küste  Belgier  und  Franzosen,  nordöstlich
von  Ypern  sewie  zwischen  Cambrai  und  St.
Quentin  Cugländer  gesangen.

n  Tr

den

Front  Deutscher  Kronprinz.

un
Herzog  Albrecht  von  Württemberg.

Rosenheimer  Anzeiger

Dienstag,  12.  Februar  1918

 

Ponasche  Kundschau.

Neue  intersraktionelle
Besprechungen  in  Berlin.
*Berlin,  10.  2.  Gestern  abend  8  wie
das  „Berl.  Tagebl.“  meldet,  die  Führer  der
Mehrheitsparteien  des  Neichstages  zu  einer
neuen  interfraklionellen  Besprechung  zusammengetreten.
  Es  handelte  sich  dabei  im  Anschluß
an  den  Frieden  mit  der  Ukraine  in  der  Haupt:
lache  um  eine  Erörterung  der  brennenden
Fragen  der  auswärtigen  Politik.
Die  Verkreter  der  nationalliberalen  Partei  nah-=men

  daran  nicht  teil.

Die  Versammlungsbe  schränkungen
1  Berlin  aufgehoben.
*.  Berlin,  1..  2.  Die  aus  Anlaß  des
Streils  ergangenen  Einschränkungsbestimmungen
auf  dem  Gebiet  des  Versammlungswesens  sind
wieder  aufgehoben  worden.  Bettriebsver- 



 

sammlungen  sind  demgemäß  bis  auf  weiteres
nicht  mihr  arzeigepflichtig.  Versammlungen,  in
denen  ösfentliche  Angelegenheiten  crörtert  wer-«
  den  lönnen  wieder  zugelassen  werden.  (Prot.)

perschiedene  Tachrichten.

Drei  Personen  bei  einem  Liebesdr
  ama  getötet.  In  der  Scherenbergstraße
in  Berlin  hat  sich  eine  Liebestragödie  abgespieit,
bei  der  drei  Personen  das  Leben  einbüßten.  In
ihrer  Wohnung  wurden  die  36  Jahre  alle  Witwe
Hedwig  Frentl.  deren  Geliebter,  der  36  Jahre
alle  Betriebsleiter  Wilhelm  Pusch  aus  Berlen
und  der  17  Jahre  alte  Sohn  der  Witwe  Frentzel
tot  aufgesunden.  Mehrere  Gashähne  wurden
leim  Oefnen  der  Wohnung  geöffnet  vorgefunden-
  Die  ganz:  Wohnung  war  mit  Gas  gefüllt.

Es  liegt  gemeinfamer  Selbstmord  vor.  1.

Cinbruch  ineine  Pa  fem  erienhandlung.
  In  der  Dregen-  und  Parsümerienhandlung
  der  Dirma  Schwarzlese  an  der  Friedrichst
  rabe,  in  Verlin  Gurde  ein  großer  Cinbruch  ver- 



Im  Maazglbiet,  beiderseite  der  Mosel,  in  teinzelnen

  Ak#schnitten  nordösllich  und  öftlich  von

*

Nancy  erl  öhte  Täligkeit  des  Feinde  .  Französische

  Erkund  ungoakteilangen  drangen  in  der  Selle-Niederung

  vorübergebend  in  unsere  Linien  bri
Allendor  ein.  In  der  Gegend  wesllich  von  Blamont

  wurden  sie  vor  unleren  Hindernissen  abge-Neues.



daß  in  der  rumenischen  Regierung  der

die  Oberhand  zu
gewinnen  beginnt.  Die  Wirkung  des  F  Friedenoschlusses
  mit  der  Ülrai  ne  mas-  sich  auch  in
Petersburg  bereits  bemerlb##.  Ose  Bauern-  seien
entschlossen.  auf  die  maximalintische  Negierung
zur  Beschleunigung  der  Vre-Litowsler  Verandlungen
  einen  Narken  Druc  auszuüben,
damit  ibre  wirtschaftlichen  Interes  en  gegenüber
dem  Wettbewerb  der  Ulraine  nicht  allzu  febr  ind
Hintertreifen  geraten.  (Und  das  scheini  gewirit
zu  haben.  (D.  Ned.)  "
Die  Eindrücke  bei  den  Neutralen.
sAmsterdam.  10.  2.  Die  Voraussage  des
„Manchester  Guardian  tah  der  Sondeririede
zwischen  dem  Vierbund  vrn  der  Uita  ne  einen  sehr
ernsten  Eindruc  machen  werde,  gilt  auch  Fur
Holland.  Als  dem  Publikum  im  Laufe  des
Samstags  vormitiqos  die  Kunde  durch  Sondertlelegramme
  belan  wurde,  war  der  Eindruckties;
überall  hörte  man  den  Ausrusf:  „Der  erüe

Jörn  Jürgensen.
kin  Heldenlied  von  Hans  Mittl,
(Schluß.)

Jörn  Jürgens  saß  wieder  am  Strande,  geheimnisvolles
  Lächeln  legte  sich  auf  sein:  brei  tes
Gesicht.  Er  sah  M  ster  (bebbons  und  den  Osfidier
  und  das  Gefangencnlager  verlassen;  da
kicherte  er  laut  vor  lach,  hin  „Morgen  früh  sechs
Uhr!  die  Condor
Fahrt  werden!“

In  der  Baracke  bei  den  internierten  Deutschen
  gab  es  um  diese  Teit  nicht  geringe  Aufregung.
  Es  war  bekanm  geworden,  daß  Jür-Friedeusgeda

  nle

 

    
  

Rosenheim.

ei!  —  das  soll  eine  lustige

Uiesen.
Von  den  anderen  Kriegsschaupläten  nichts
Der  erste  Generalquartiermeister:
Ludendorff.
Der  amttliche  österreichische  Bericht.
Ks  .  Wien,  10.  2.  Amtlich  wird  verlautart:


Auf  der  Hochfläcke  der  Sieben  Gemein
den  und  östlich  der  Brenta  lebhafte  Artilkerieläligkeit.


Der  Chek  des  Generalstabs.

Dee  Krieg  zur  See.

deue  U-Booterfolge  im
Aermellanal.

WIB.  Berlin,  9.  2.  (Amtl.)  Im  Aermel-Kanal
  wurden  von  unferen  untersecbooten  bei
stärkster  seindlicher  Gegenwirkung  4Dampfer
und  zwei  Segler  versentt.  ##  sämtlichen
  Dampfer  waren  beladen  und  bewassnet.
Eines  der  Unterseeboote  geriet  am  5.  Februar
nackts  unweit  der  franz  sijden  No  rdkuste  mit
einem  seindichen  Motorboot  in  ein  Gefecht,
in  dessen  Verlauf  d  Motorboot  durch  die  Arlillerie
  des  Unt###ebootes  mit  hoher  Wahrscheinlichteit
  vernichtet  wurde.

Der  Chef  des  Admiralstabs  der  Marine.

moͤg  demn  Ki  indern  sa  n  der  Vater  sei  als
rechter  Mann  gellorde
Er  schob  den  Brief  tief“  in  das  Lagerstroh.
Vor  morgen  abend  durfte  ihn  niemand  fiinden,
die  Fahrt  könnte  in:  letzter  Stunde  noch  vereitelt
  werden.  Und  das  durste  nicht  geschehen.
Zu  später  Stunde  stredte  sich  Jũrgensen
auf  das  Lager  und  schlief.  dem  kommenden  Morgen
  entgegen.

Als  der  englicche  Csfig  er  mit  zwei  Matrosen

am  andern  Tag  in  das  nielangenenlager  kam,

1½  sich  gegen  oas  Versprechen  der  Freilaszng.

  und  hohes  Judasgeld  bereit  erllärte,  ein
eng  r*  Schiff  durch  die  deutsche  Minensperre!
zu  ge  leiten.

Als  Jürgensen  an  diesem  Abend  in  die  Bas
  bhat  zischte  ihm  wohl  dutzendmal  das  böse

t  „Veträter“  in  die  Ohren.  Er  tat,  als

bor  er  es  nicht.

Auf  seinem  Stohlager  sitzend  schrieb  er  eine
lange  Weile.  Der  Brief  an  Mister  Gibbons  endete
  mit  diesen  Worten:

„Ich  hatte  es  in  meiner  Macht,  Herr
Kommandant,  mein  armes  Weib  und  die
sechs  Jöhren  mit  einem  Schlag  aus  aller
Not  zu  reißen  wenn  ich  an  meinem  Vaterlande
  ein  Schuft  geworden  wäre.  Aber
ich  konnte  es  nicht  —  bei  Gott,  ich  Lonnte
es  nicht!  Wenn  ich  morgen  nun  mit  der
„Condor“  nicht  wiederkehre,  dann  derene
Sie  an  einen  deutichen  Mann,
dem  Tode  seinem  Vaterlande  7  en
Und  lassen  Sie  meiner  Marie  wissen,

 

%  un

stand  Jürgensen  bereits  am  Strand.
„God  morning,  Mister  Steuermann!“
Offizier  den  Deutschen  an
Und  als  sie  zum  Un#erpiat  der  „Condor“
schritten,  llopfte  er  ihm  auf  die  Schulter  und
agte  mit  kaltem  Spoft:  „Das  istibrav  von#hm,
Miserr  German:  doch  wäre  er  ein  Brite,  ich
wü  in  in  das  Meer.
Iert  stand  —  auf  d  der  „Con-*



Sieech  Prachtschiff!  lachte  er  ins  Herz.  Die
verlorene  „Seerose“  war  oagegen  ein  alter
Kasten.

Er  trat  mit  dem  Offizier  in  den  Steuerraum
  und  nahm  am  Kartentische  Plat.  Nalch
prüfte  er  die  Navoigationsinstrumente  und  ergriff
  den  Zirkel.

Da  traten  zuer  Atro  mit  schubbereitem
Karabiner  bin  t  seinen  S

Er  tat,  als  sähe  er  rd

zuron  Weg  lag  scharf  umrissen  eingezeichnet,

u  gehen,  konnten  ihn  auch  ein  paar  Flinnicht
  mehr  abhalten.  Ob  eine  Kugel
brashte,  oder  ub  er  mit  der

rief

übt.  Die  Diebe  wähl'en  mil  großer  FSachkenntnis
die  besten  Waren,  wie  Hgarbürsien,  Gummiartikel,
  Parfüme,  Puder.  Rosierartilel  usw.  aus
und  verschwanden  damit.  Die  geitollenen  Waren
haben  cinen  Wert  von  über  50  000  Mk.

Wegen  umsangreichen  Schleichhandeleafestgenommenr.
  Die  Büder  von  Donimireli.
  Besiver  der  Nitzergüter  Debenz  und  Gawalowitz
  bei  Grauoen  #3.  1  Suurden  wegen  umfangreichen
  Schleichhandels  sestgimommen.  Die  P.
lizei  verhaftete  außerdem  noch  den  Gendarmen
von  Debenz  und  den  Gastwirt  Dyombrowek  als
Mitschuldige.

1  Bayerischer  Landtag.
1

 

 

Rcichsratskammer.
tünchen,  9.

Die  durch  den  Krieg  geschaffene  Fi-8
  re  A#ei  tinacean
erschiedene  Anag

  e.

Präsedent  Fürstl  Fugger  leitete  die  heutige
Sizung  der  RNeichsratskammer  mit  einem  Hinweis
  auf  den  mil  der  Ukraine  geschlostenen  Frieccn
  em.  Dam  gab  er  die  vom  Grasen  Prenjung
  emgebrachte  Interpellation  belannt,  die
von  der  Regierung  einen  sinanziellen  Ueberblick
nber  die  Lage  des  Reiches  und  ihrer  Rückwirkung
  auf  Bayern  verlangt  und  die  Negierung
nach  der  Aufbrugung  der  Mittel  für  die  Verlorgung
  der  Kriegsbeschädigten  und  der  zersiorten
  Eristenzen  fragle.  RN-R.  Graf  Preylung
  gab  semer  Interpellation  cine  cusführ  iche
Begründung  mil  auf  den  Weg  und  verlangte
von  der  Regierung  ein  sreies.  unerschrockenes
Wort  über  die  smanziellen  Kriegswirkungen.

Februar.

nanzlag  Die
Wn  Etat5.

 

„Condor“  in  die  Tiefe  sanl,  das  galt  ihm
gleich.  Aber  auffliegen  muhte  das
Schiff,  davon  konnten  ihn  die  Karabiner  eines
  ganzen  Regiments  nicht  mehr  abbringen.“

Hei!  wie  sich  die  „Condor“  fortgewegte;
wohl  fausensdawannsn  Knoten  fuhr  sie  in  der
Stunde.  Was  wird  der  alte  Meergott  eine
Freude  haben,  wenn  ihm  das  stolze  Schiff  als
Beute  in  die  Arme  sinkt!  —

„Südost,  immer  Südo  1!“  befahl  er  den  beiden
  Matrosen  am  Steuerrad,  das  sich  mit  leisem
  Knarren  drehte.

Die  „Condor“  hatte  nun  drrekten  Kurs  der
Minensperre  zu.  Jörn  stach  den  Zirkel  in  die
Karte,  dann  warf  er  rasch  einen  Blic  auf  den
Fahrtmesser.  „Zwölf  Knoten  noch  zum  Minenfeld“,
  stellte  er  fest.

Etwa  eine  halbe  Stunde  noch  buee  er  zu  leben.


„Volle  Fahrt!“  signalisierte  er  in  den  Ma-Er

  schloP:  Wenn  die  Krseger,  in  die  deutschen
Gaue  zurüdströmen,  dann  muh  oielen  eine  neue
und  bessere  Hemat  aufgebant  werden.  Dazu
gehörn  Geld  und  wiederum  Geld.  Wir  haben
den  Prozeß  micht  angefangen,  sondern.  aunsere
Feinde.  Sie  sollen  den  Prozeß  verlierel,  und
zahlen.

Finanzminister  von  Breunig  gab  hierauf
in  Beantwortung  der  Interpellation  einen
Ueberblick  über  die  Gestalkung  der  „sinanziellen
Verhältnisse  des  Reiches  seit  dem  Jahre  191;
und  stellte  fesl,  daß  es  notwendig  sein  werde,
etwa  zehn  Milliarden  mehr  jährlich  an  fortlausenden
  Einnahmen  zu  beschaffen,  als  vor  dem
Kriege  erforderlich  waren.  Außer  der  Ausdeh
nung  des  Kriegssteuergesetzes  auf  das  Jahr  1917
vielleicht  auch  1918,  wird  ein  z'emlich  erheblicher
etrag  an  neuen  Steuern  im  laufenden“  Jahre  bewilligt
  und  der  große  Rest  in  naher  Zukunft  noch
beschafft  werden  müssen.  Alte  und  veraltete  Theorien
  über  die  Besteuerung  werden  ausgegeben.
neue  Wege  für  die  Reichveinnahmen  werden  gesunden
  werden  müssen.  So  schwer  aber  auch.die
Lasten  des  Reiches  werden,  s##  lann  doch  erwariel
werden,  daß  das  Wiederaufblühen  nach  dem
Kriege  dem  deutschen  Volke  die  Mittel  an  die
Hand  geben  wird,  diese  Lasten  zu  trage  W
die  wirtschaftliche  u.  politische  Serhstan  i.  der
Bundesstaalen  zu  erhalten,  darf  von  Seiten  de:
Neiches  bei  neuen  Besteuerungsmaßnahmen  auf
leinen  Fall  auf  das  Gebiet  der  direkten  Steueln
weiter  ubergegrissen  werden.  Sollen  die  Bunderstaaten
  und  die  Gemeinden  die  ihnen  zustchenden
Aufgaben  erfüllen,  dann  mussen  ihnen  auch  die
Mitlel  für  diese  Zwecke  bereit  gesteln:  bleiben.  D.r
Minister  stelite  darauf  fen,  daß  in  Bayern  d
durchschnittliche  Belastung  nicht  lende  nome
Uöher  ist  als  in  anderen  Vundesstaaten  und  5
sicherte,  daß  die  Mittel  für  die  wi  irtschaftliche
Wier  craui  blung  der  Friegsteilnehmer  ineuen
  Reichsbedarf  ereite  rorgesehen  seien.  Er
schloh:  Asles  Vangen  und  aller  W#  miemne#ind
#ubegründet,  wenn  man  auf  die  s  nauziellen!Ber-Lältniĩse
  der  Gegner  blict.  Aus  der  harten  Prsung
  wird  sich  d.1#  diutsche  Volk  empercinen
wenn  die  innere  Geschlossenheil  und  di.  staatlilte
Ordumg  erlallen  bieibi  und  wenn  die  Bürgertngenden:
  Sparsamleit,  Opsermut,  Arbeitsamen
und  Pflichterfnilung  erfullt  werden.

Bel  der  Generaldebatte  zum  Finanzela
wurde  die  Kriegszielsrage  auigerolll.
N.  R.  Oskar  von  Miiler  hält  den  Pesi
mismus  des  R.  R.  Grasen  Preysing  für  zu  wen
gehend.  Der  Krieg  soll  nicht  verlängert  werden
bis  wir  cine  Kriegsentschädigung  bekommen.
Kommen  wir  bald  zu  einem  Frieden,  dann  bran
chen  wir  keinen  sinanziellen  Nuin  zu  fürchte
R.-  NK  Graf  Törring  tritt  für  die  Anstrebung
eines  baldigen  ehren  vollen  Friedens  ohnne
Krieggentschädigung  ein.  R.  N.  Graf  Pren
sing  kündigte  für  die  nächste  Zeit  einen  Antra:
belr.  die  Versorgung  der  Kriegsteilnehm  er  an.
Schließlich  wies  noch  R.-N.  Frhr.  von  Francenstein
  auf  die  Weigerung  des  Feindes.
Frieden  zu  schliefen,  hin.  Jent  bleibe  nicht:
übrig  als  den  Frieden  zu  erstreiten.

Einer  Reihe  von  Anträgen  aus  der  Kammi
der  Abgeordneten  wurde  beigetreten.

T  und  Personalnachrichlen.

*  München.  10.  Februar.

Beim  König  fand  beute  einc  Tafei
statt,  zu  der  die  beiden  Direktorienper  Kammer
der  Meicheräte  und  der  Kammer  der  Abge  ordne.
ten,  sowie  die  Staatsminister  und  ¾  e  vdeiden  Vor
sitzenden  des  Finanzausschusses,  die  #Abg.  Dr.
ron  Pichler  und  Dr.  Hammersckmidt  geladen  uenren.


Von  der  Frontrei  se  des  Königs.  di
Frontreise  des  Kônigs  fand,  wie  schon  Kericktect

 
  

Wieder  sticht  der  Jirkel  in  die  Seckarte.
stimmt  vollkommen,  Sie  jagen  geraden  K
hinein  in  die  Minenl  sperre.

5  Knoten..  noch  fünf  Minuten  !i
ist

Da  ist  es  also  hohe  Zeit,  die  Seele  auf  das
Ende  Larsumachenmg

—.

Das  Weib  .,  die  Ki  nder
Lebt  mol.  ihr  alle  ..  und  du  mein  Bater.
land  .  Sott  sei  mit  dir!

Mehr  denken  kann  er  nicht,  nur  zählen  kam
er:  eins  zwei

Heirgott,  die  Minen!  ...  drei  .  vier.

Da  geht  ein  leichtes  Zittern  durch  das
Schiff,  wie  wenn  ein  schwerer  Körper  die  Wände
  des  Schiffes  entlang  streisen  würde.

Jürgensen  lächelt,  es  hätte  doch  mit  dem
Teufel  zugehen  müssen,  wenn  er  die  Sperre
nicht  mehr  ausgefunden  hätte.

Nun  hatte  er  das  Britenschiff,  wo  er  es  ha- 



schinenraum.

der  Schiffsoffizier  in  scharfem
Steuermann,  „wollen  Sie  die  „Condor“  zu
Schanden  fahren?  Wir  befinden  uns  in  unsicherem
  Gewässer,  die  Minenketle  muß  in  großer
Nähe  sein.  Ich  mache  Sie  damit  bekannt,  dab
jeder  Unfall  der:  „Condor“  Sie  das  Leben  i  ostet.
  Leute,  nehmt  den  Germans  auf  das

Korn!“  schrie  er  die  beiden  Matrosen  hinn

Jurgensen  an.

Sechs  Knoten..  noch  fünfgehn  Minuten.
stellt  der  Steuermann  fest.

„Keine  Sorge,  Mister.  Wir  sind  sicher  wie
in  Abrahams  Schoß!“  und  es  gelingt  ihm  sa  st
dem  Zitterlaut  der  Rede  felten  Klang  zu

 

„God  bye!  Mister  Steuermann“,  wandte  sich
Tone  an  den

ben  wollte

Jetzt  beben  ade!

Einen  Augenblick  ist  es,  als  würde  die  „Cordor“
  auf  dem  Rücken  eines  riesigen  Tieres
über  das  Meer  gehoben.  Die  Mannschast  wirft
es  auf  die  Planken.

Und  damn  ein  Krachen,  als  berste  eine  Welt

.  und  Gischt  ..  .  und  haushohe  Geuergarben-Eire

  ungeheure  Riesenfaust  drückt  das  #.

ten  bif  tief  in  das  Meer.
3.  Wellen  fpielen  mit  den  Trümme
nes  Mrak
*  i
Das  F  Jörn  Jürgensen.  Sein  ane  is  ein
Heldenliedl  ——