Full text : Friedrich August III. König von Sachsen. Ein Lebensbild.

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rund  keinen  Verleger  finden,  der  etwa  einer  gegenteiligen
Anschauung  die  druckerische  Verbreitung  sicherte.

Es  sind  für  den  Schreiber  nun  wirklich  keine  angenehmen
  Erwägungen,  daß  er  das  Produkt  seiner  berichtenden
  Tätigkeit  von  vornherein  als  festliegend  ansehen  müsse
und  gegen  sich  die  Meinung  derer  hat,  die  eben  glauben,
so  und  nicht  anders  hätte  das  Kapitel  geschrieben  werden
müssen,  das  hätte  eben  einfach  der  gute  Ton  in  allen  literarischen
  Lebenslagen  so  von  ihm  verlangt.  Unser  Buch
aber  soll  kein  höfisch  konventionelles  sein,  keine  retuschierte
Photographie  soll  dieses  „Lebensbild“  darstellen,  sondern
so  recht  ein  ehrliches,  treues  Gemälde  nach  dem  Leben.  Aus
jedem  Dilemma  nun  gibt  es  einen  Ausweg,  wenn  man  sich
nur  ein  wenig  umschaut,  und  so  gibt's  denn  auch  hier  einen
Ausweg,  wo  wir  der  Aufgabe  gegenüberstehen,  aus  der  Schulzeit
  unseres  geliebten  Landesherrn  zu  berichten,  und  dieser
Ausweg  hat  noch  dazu  den  großen  Vorzug,  daß  er  äußerst
bequem  ist  und  in  keine  Sackgasse  führen  kann.  Wir  berufen
uns  einfach  auf  das  Zeugnis  derer,  denen  es  vergönnt  war,
die  Studien  selbst  zu  leiten,  sie  sind  jedenfalls  die  klassischsten
Zeugen,  und  ihre  hervorragende  Lebensstellung  verbürgt  uns,
daß  ihr  Urteil  ein  maßgebendes  ist.  —

Die  ersten  erzieherischen,  zur  Schule  hinüberleitenden
Aufgaben  lagen  bis  zum  vollendeten  siebenten  Jahre  des
königlichen  Prinzen  in  den  Händen  von  Fräulein  von  Elterlein,
  dann  trat  vom  1.  Mai  1872  an  als  militärischer  Erzieher
  an  ihre  Stelle  Premierleutnant  Freiherr  von  Oer,
welcher  später  1888  als  Major  seinen  Abschied  nahm,  um
sich  in  die  stille  Beschaulichkeit  des  Klosterlebens  zurückzuziehen.
  Schon  bevor  Freiherr  von  Oer  sein  Amt  als  militärischer
  Erzieher  übernahm,  war  als  Lehrer  für  den  ältesten

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