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doch Kaiser Friederich III. auch nur ein Privilegium ertheilen
koͤnnen, aber nicht einmal die Bitte gewaͤhrte er, diesen
großen Schaden durch einen neuen Titel zu ersetzen, Ulrich
wuͤrde zufrieden gewesen seyn, wenn ihn nur der Kaiser zum
Fuͤrsten gemacht haͤtte. Fast vierzig Jahre lang dauerte seine
Regierung und keine auch nur kurze Periode derselben war
glücklich. Kaum ein halb Jahr vor seinem Tode mußte er
sogar die Regierung selbst noch an seinen Sohn Eberhard
abtreten, der sie aber aus Unfähigkeit oder aus Leichtsinn
bald wieder aufgab.
Bei den Hauszwistigkeiten, mit welchen Ulrich beständig
zu kämpfen hatte, that der Vetter Eberhard,
was einem rechtschaffenen Vetter gebührte. Er lenkte den
Vater, er wies die ungehorsamen Söhne zu recht, er verhütete
Veräusserungen, er suchte durch Schließung neuer Verträge
der bisher unbestimmten Hausverfassung zu helfen, und
dem drohenden Zerfall der Familie vorzukommen. Es giebt
in der Geschichte der Tcutschen Staaten wenig so treffliche
Regentencharaktere als der seinige war. Der Begebenheiten
seiner Jugend ist erst gedacht worden; er war, was gewöhnlich
der kraftvolle Mensch ohne alle Erziehung zu seyn pflegt,
aber sobald er zu den Jahren kam, iu welchen eigene Ueberlegung
erwacht, so entriß er sich allen seinen vorher angenommenen
bösen Fertigkeiten, und ersetzte sich manches durch
eigene Bemühung, was ihm seine Erzieher nicht hätten sollen
fehlen lassen. Die erste Besserung seines Charakters
wurde durch eine Reise nach Palästina bewürkt, noch mehr
trug aber die glückliche Wahl einer vortrefflichen Gemahlin
dazu bei; Marggraf Albert von Brandenburg vermählte ihn
mit seiner Schwestertochter, einer Mamuanischen Prinzessin,