Metadata : Spittler’s sämmtliche Werke. Fünfter Band. (5)

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doch  Kaiser  Friederich  III.  auch  nur  ein  Privilegium  ertheilen
  koͤnnen,  aber  nicht  einmal  die  Bitte  gewaͤhrte  er,  diesen
großen  Schaden  durch  einen  neuen  Titel  zu  ersetzen,  Ulrich
wuͤrde  zufrieden  gewesen  seyn,  wenn  ihn  nur  der  Kaiser  zum
Fuͤrsten  gemacht  haͤtte.  Fast  vierzig  Jahre  lang  dauerte  seine
Regierung  und  keine  auch  nur  kurze  Periode  derselben  war
glücklich.  Kaum  ein  halb  Jahr  vor  seinem  Tode  mußte  er
sogar  die  Regierung  selbst  noch  an  seinen  Sohn  Eberhard
abtreten,  der  sie  aber  aus  Unfähigkeit  oder  aus  Leichtsinn
bald  wieder  aufgab.

Bei  den  Hauszwistigkeiten,  mit  welchen  Ulrich  beständig
  zu  kämpfen  hatte,  that  der  Vetter  Eberhard,
was  einem  rechtschaffenen  Vetter  gebührte.  Er  lenkte  den
Vater,  er  wies  die  ungehorsamen  Söhne  zu  recht,  er  verhütete
  Veräusserungen,  er  suchte  durch  Schließung  neuer  Verträge
  der  bisher  unbestimmten  Hausverfassung  zu  helfen,  und
dem  drohenden  Zerfall  der  Familie  vorzukommen.  Es  giebt
in  der  Geschichte  der  Tcutschen  Staaten  wenig  so  treffliche
Regentencharaktere  als  der  seinige  war.  Der  Begebenheiten
seiner  Jugend  ist  erst  gedacht  worden;  er  war,  was  gewöhnlich
  der  kraftvolle  Mensch  ohne  alle  Erziehung  zu  seyn  pflegt,
aber  sobald  er  zu  den  Jahren  kam,  iu  welchen  eigene  Ueberlegung
  erwacht,  so  entriß  er  sich  allen  seinen  vorher  angenommenen

  bösen  Fertigkeiten,  und  ersetzte  sich  manches  durch

eigene  Bemühung,  was  ihm  seine  Erzieher  nicht  hätten  sollen
  fehlen  lassen.  Die  erste  Besserung  seines  Charakters
wurde  durch  eine  Reise  nach  Palästina  bewürkt,  noch  mehr
trug  aber  die  glückliche  Wahl  einer  vortrefflichen  Gemahlin
dazu  bei;  Marggraf  Albert  von  Brandenburg  vermählte  ihn
mit  seiner  Schwestertochter,  einer  Mamuanischen  Prinzessin,