Er und sein Hof bereiteten in beispielloser Derblendung über
den wahren Zustand Frankreichs den Boden für die Wiederkehr
Napoleons.
Sriedrich von Gentz über das Schicksal Napoleons.
9. April 1814.
Jetzt, da ich am Sturz Napoleons durchaus nicht mehr
zweifeln kann, ist die Art, wie er enden wird, ein Gegenstand
von großem Interesse für mich. Wenn er nicht den Tod finden
kann, so wünsche ich, daß er wenigstens in unfre hände
falle und von uns mit Edelmut und Delikatesse behandelt
werde. Ich sehe aber voraus, daß die, welche ihn bis auf den
letzten Kugenblick so unmäßig gefürchtet haben, auch nach
seinem Sturz nicht aufhören werden, ihn zu fürchten, und
daß man die Welt in Gefahr glauben wird, solange er lebt.
Uun! so werde er denn auch noch hingerichtet, damit wir
endlich wieder einmal Luft schöpfen können und Seit finden
für andere Geschäfte, deren Wichtigkeit und Dringlichkeit sich
bald fühlbar machen wird. (Briefe von Gentz an DHilat.)
Die Abdankung Napoleons.
Die Derbündeten lehnten jede VDerhandlung mit Hapoleon
ab und forderten unbedingte Kbdankung. Napoleon schickte eine
Kbordnung seiner Marschälle unter Macdonald an den Zaren mit
dem Dorschlag, die Kaiserin als Regentin und den kleinen König
von Rom als Nachfolger anzuerkennen. Der Sar erklärte, dies
hinge von allen Derbündeten ab. Die Kbsetzung Uapoleons und
seiner ganzen Familie war beschlossene Sache. Inzwischen waren
die Korps des Marschalls Marmont und des Marschall Uey
übergetreten. Km 12. Kpril erschienen der Marschall Macdonald
und Caulincourt, Herzog von Dicenza, wieder bei Napoleon in
Hontainebleau. Sie brachten die Ratifikationsurkunden mit.
Macdonald erzählt: Km nächsten Tag, dem 12. Kpril,
fuhren Caulinocurt und ich ohne Ney nach Fontainebleau.
Seinem treulosen Verhalten entsprechend weigerte er sich, uns
zu begleiten.
Zur nämlichen Seit, als wir Haris verließen, zog Graf
von Krtois unter dem Titel: „Generalleutnant des Königreichs“
in die hauptstadt ein.
In Fontainebleau angelangt, fanden wir Uapoleon gefaßt
und freundlich. Er hörte ruhig unserm Vortrag zu und
398