Contents : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

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drangen  ein  (1  Uhr  Morgens  20ten  Juni),  waͤhrend  zwei
Haubitzen  der  Baiern  gegen  die  Stadt  donnerten;  vertrieben
  die  Preußen,  ihrer  verzweifelten  Gegenwehr  ungeachtet,
  gänzlich;  und  übten  das  barbarische  Recht,
welches,  nach  Kriegesgebrauch,  die  mit  Sturm  eroberten
  Orte  verfolgt.  Die  unglückliche  Stadt  wurde  geplündert.
  Aber  wahrer  Helden  glänzendste  Eigenschaft
wäre  menschenfreundliche  Schonung  des  Besiegten  gewesen!
  Rechts  und  links  der  Stadt,  an  der  Mitte  des
Berges,  auf  dem  die  Vestung  gelegen  ist,  waren  zwei
Barterien  aufgeworfen,  in  deren  einer  eine  ganz  neue
eiserne  12  Pfünder  Kanone  stand.  Auch  dieser  bemeisterten
  sich,  noch  während  des  Sturms,  die  Schützen.  Die
Kanone,  welche  sie  vernagelten,  brachten  sie  erst  später
ins  Lager,  als  Siegeszeichen.

Die  nun  folgenden  feindlichen  Neckereien  zwischen
Belagerern  und  Belagerten,  selbst  die  Beschießung  der
Peste  aus  der  ersten  vollendeten  Batterie,  welcher  die
Preußen  mit  einem  Kugelregen  antworteten  (2ten  Juli),
waren  ohne  bedeutende  Wirkung.  Mehreres  verhütete
der  Friedensbore,  welcher  in  demselben  Augenblick  die
Nachricht  vom  abgeschlossenen  Waffenstillstand  zwischen
dem  preußischen  Kdnige  und  dem  franzosischen  Kaiser  überbrachre.
  Oieser  Stillstand  war  die  erste  Frucht  des  grofsen,
  bei  Friedland  durch  die  Franzosen  errungenen  Sieges.