Volltext : Deutsches Kolonialblatt. XXVIII. Jahrgang, 1917. (28)

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stimmend  hervor,  daß  auch  seit  der  letzten  Berichterstattung
  im  Schutzgebiet  durchaus  friedliche  Verhältnisse
  geherrscht  haben,  und  daß  dort  Handel
und  Wandel,  wenn  auch  in  gewissem,  durch  den
Kriegszustand  beschränktem  Umfange,  so  doch  im
allgemeinen  ungestört  weitergehen  konnten.  Fast
wöchentlich  laufen  dort  australische  Dampfer  an,
die  den  Post=  wie  den  Warenverkehr  vermitteln.
Auch  der  funkentelegraphische  Verkehr  ist  offenbar
erweitert  worden,  denn  in  der  am  15.  Dezember
1915  erlassenen  Verordnung,  betreffend  Post-,
Telephon=  und  Telegraphenangelegenheiten,  sind
u.  a.  auch  Gebühren  für  drahtlose  Telegramme
zwischen  Rabaul  einerseits  und  Anstralien,  Friedrich-Wilhelmshafen,
  Käwieng,  Kieta  und  Naurn
anderseits  festgesetzt.
Telegramme  nach  Australien  betragen  pro  Wort
3  d,  nach  den  übrigen  genannten  Plätzen  je  2  d.

Deportationen  scheinen  inzwischen  in  größerem

Umfange  nicht  mehr  vorgekommen  zu  sein.  Aus
den  vorliegenden  Amtsblättern  ist  nur  die  Über—
führung  des  Pflanzers  Gustav  Thurm  von  Buka
nach  Australien  zu  entnehmen.

Die  seit  der  letzten  Berichterstattung  eingegangenen
  Amtsblätter  der  britischen  Verwaltung
des  Schutzgebiets  enthalten  u.  a.  eine  Veröffentlichung
  über  den  Außenhandel,  aus  der  zu  entnehmen
  ist,  daß  in  das  Schutzgebiet  an  Gütern
eingeführt  wurden:
September  1915  Waren  für
Oktober  1915  Waren  für
November  1915  Waren  für.
Dezember  1915  Waren  für.

149  432,61.7
219  368,63.
427  359,11.
189  599,74.

zusammen  985  810,09
Ausgeführt  wurden:

September  1915:  Kopra.

Die  Gebühren  für  derartige

Mais  5  266,00  =

Muscheln.  1  500,00

Kautschuk.  2  898,00  a

Kakao  4  080,00  =

298  370,20

Oktober  1915:  Kopra.  326  796,70
Muscheln.  18  795,00  =

Mais  1  985,00.

Kakao  2  850,00  =

Pfeilholz  3  100,00  =

353  526,70%

November  1915:  Kopra.  408  746,28.
«  Mais.  8800-Muscheln.
  4  822,83  =

Kawawurzeln  1  500,00  -

Kakao  4  428,00  =

Pfeilholz  1  440,00

421  795,11.

 

Dezember  1915:  Kopra-  170  271,33

Mais  6  419,06  =
Muscheln.  17  478,97.
Kakao  19  386,00
Pfeilholz.  1  090,95.
Paradiesvögel  1  960,00  a

216  606,31/%
im  ganzen  in  den  vier  Monaten  1290  298,32  .

Die  Gesamtsumme  an  Zöllen  und  Hafengebühren
  betrug:
September  1915:

1.  Zölle  53  942,50/

2.  Hafen-  usw.  Gebühren  1  577,08  —-Oktober
  1915:

ölle  35  380,21  /

2.  Hafen-  ujw.  Gebühren  1  189,60

November  1915:
1.  Zölle
2.  Hafen-  ujw.  Gebühren
Dezember  1915:
1.  Zölle  383057,90.7
2.  Hafen-  usw.  Gebühren  1  411,95

217  819,27.%

An  Verordnungen  sind  u.  a.  ergangen:

1.  betreffend  das  Verbot  der  Anwerbung  von
Eingeborenen  in  Neu-Mecklenburg,  Neu-Hannover
und  in  den  angrenzenden  Inseln  für  die  Zeit
vom  1.  Januar  1916  bis  31.  Dezember  1916;

2.  betreffend  das  Verbot  der  Anwerbung  von
Eingeborenen  aus  gewissen  Teilen  Neu-Pommerns
für  die  Dauer  von  drei  Monaten;

3.  betreffend  die  Anmeldung  von  Forderungen
  gegen  die  britische  Verwaltung  des  Schutzgebiets
  aus:

a)  Lieferungen  oder  Diensten,  die  dem  früheren
deutschen  Gonvernement  geleistet  wurden
und  noch  nicht  bezahlt  sind;

b)  aus  der  Requisition  von  Gebäuden,  Eigentum
und  Warenlagern  während  der  Besetzung
durch  die  britischen  Militärbehörden;

c)  aus  Schäden  an  Eigentum,  die  durch  britische
  See=  oder  Landstreitkräfte  verursacht
worden  sind;

d)  aus  besonderen  Lieferungen  für  die  Administration;


4.  betreffend  die  Abänderung  der  Verordnung

über  den  Verkauf  alkoholhaltiger  Getränke;

5.  betreffend  den  Personenstand  der  chinesischen,
  malaischen  und  anderen  farbigen  Rassen,
ausgenommen  die  aus  dem  Schutzgebiet  selbst
stammenden  Eingeborenen.  Bezeichnenderweise  sind
im  Text  dieser  Verordnung,  obgleich  sie  in  der
Überschrift  nicht  genannt  sind,  auch  die  Japaner

89  721,38.7
1  538,650