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Dief.; ein talentreicher mann, verständig, vorsichtig,
umsiebtig Goethe 32, 267; opposition des umsicb-
tigsten un! klugsten aller reichsfursten Ranke Werle
1, 229. — umsinken, trennbar, zu Boden sinlen: hin
und her taumelnd, bis sie umsinkt Schiller Räub.
2, 2. — umsönst, Zusammenrückung des Adv. sonst in
unbestimmter Bed. (s. d.), mit um, — um irgend Anderes,
selbst um nichts; mhd. umbe sus, umbe sust, — ohne
Entgelt: din gebe si umbe sus getän Biterolf 1911;
natur . . die ihrer guter schaar nicht hat umbsonst
gegeben Opitz 1, 63; weil er es nicht wird umsonst
thun durlen.. velchen preisz kann er auf eine mensch-
lichkeit setzen?“ Schiller Kab. 3, 6; = ohne Nutzen,
vergebens: daz was vergebens unde umbe sus: sie
wären 1öt Ho Freiberg Trist. C675; auf seinem tod-
bett wird er umsonst die welken hünde ausstrecken
nach seinem Karl Schiller Ränb. 1, 3; = ohne Zweck:
Sie (die Obrigkeit) tregt das schwert nicht umb sonst
Röm. 13, 1; nieht umsonst war er (Maximilian) römischer
könig Ranke Werke 1, 102.
Umspannen, untrennbar, spannend umgeben: wit
neizen umspannt Freytag Bild. 1, 50; spannend um-
schließen: meine rechte hand hat den himel umbspannet
Je 15, 13; drei männer umspannten den schmecrbauch
ihm nicht Bürger Kais. u. Abt; da mein glucklicher
wahnsinn den ganzen himmel in ibr zu umspannen
wühnte Schiller Kab. 4, 2; auf den Geist übertragen:
dies ungcheure gebiet menschlicher thätigkeit umspannt
er mühelos Freytag Bild. 1, 320; — trennbar, spannend
ändern: er sponnt den wazgen, die pferde um; dann erst
kann der barde seine saiten umspannen Goethe 33, 72.
— nutspinuen, untrennbar, mit Gespinst oder wie mit
Gespinst einschließen: ephen umspinnt den baum; den
nerrn major umspinnen wir mit list Schiller Kab.
3, 1; nun aber umspaun mich das schicksa!l mit.
dichtem gewölk Heyse 1, 346; wie noch balb umsponnen
von einem traum Par. 3, 63; — trennbar, um etwas
spinnen: nudeln .. welehe sich fast mit keiner ge-
schicklichkeit um die gabel herumspinnen lasscn, son-
dern wenn man meint, jetzt sei eine umgesponnen,
haspelt sich eine andere wieder ab Hebel 3, 117;
spinnend umsormen: der abt weisz bleiche linnen zum
rothen furstenmantel umzupinnen Lenau 637. — um-
springen, untrennbar, springend von allen Seiten um-
geben: umsprungen von einer frohen kinderschar; ich
seh ihn (den Pudel) ungewisz und furchtsum uns um-
springen Goethe Faust 1; er bat als kind den frei-
heilsbaum umsprungen Freiligrath 2, 191; — trenn-
bar, springend behandeln oder meistern: umzuspringen
wie die katze mit der armen maus Bürger Fortunens
Pranger; frei: mit jenen (Thatsachen) lassen wir den
dichter umspringen wie er will Lessing Dram. 33;
sollen Sie zeuge sein, wie ich mit dem tangenichts
umspringen werde Kotzebne Pagenstr. 2, 10; in andere
Nichtung springen, besonders von Wetter und Wind:
der weiber will’ ist wind. und wind springt um Heyse
3, 56. — Umsprung, m. das Umspringen, Andern: u. des
wetters, windes; umsprung von der preuszischen allianz
zur napoleonischen Häusser d. Gesch. 3, 199.
Umstand, m., mhd. umbestant, das Umstehen, Stehen
im Kreise: ciremm#sfantis umbstant Dies.; in eim umd-
standt viler (während viele Umher standen) Zimm. Chron.
1, 203; Gesamtheit der so stehenden Personen: als der
umbstand kurz vor seinem tod sehr weinete Zinkgres
1, os, jetzt nur noch mundartlich: — bezogen auf das
eine Person oder Sache begleitende bestimmte Ver-
hältnis: der umbstand, den man daun in einem gespan
(Streithandel) söcht und nachfragt, cireumstantio
Maaler; ein umstand von wichtigkeit, ein verdäch-
tiger umstand; hab ieb meinem vater um vergebung
gesehricben. hab ibm nicht den kleinsten umstand ver-
echwiegen Schiller Ränb. 1, 2; der umstand, der Sie
umsinken Umstand.
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und mieh . zusammen füuhrt Kab. 2, 3; von einer Krank-
heit: zu dem arzt faszte der mann ein zutrauen, und
sebrieb ihm seinen umstand Hebel 2, 140; gern im
Plur. umstände: in déen umständen ist es recht gut'.
umständen! was meinst du mit déen umstünden?! wie
die sache unn steht und liegt und sich verhält' Goethe
Clav. 4; unter diesen, solchen, sotbanen, so bewandten
umstunden; unter allen umständen Preußen i. B. 1, 55;
dasz gewisse umstünde ihn abhielten Schiller Räub.
4, 2; den vorrätigen raum nach umständen bemessen
Keller Werke 6, 55; personen in ubeln, guten um-
stünden, auch von der Vermögenslage: als einst der
zirkelschmied wieder in gule umstände gekommen
war Hebel 3, 137; der alte starost .. hatte seine um-
stünde in der gröszten zerri'ttung hinterlassen Grill-
parzer II, 231; von Frauen: in gescgneten umständen
sein, vgl. unter segnen 3; ungewöhnlich von Gegen-
ständen: (da) der feigenbaum in sehr ansehnlichen, die
bildsäule aber in schr verfallnen und wurmstichigen
umständen . zu sehen waren Wieland Add. 1, 9; —
umstand, Stehenbleiben in Bedenklichkeit, Zandern, ge-
wöhnlich übertragen im Plur.: vil umbstend und unnörig
geschwätz, ambagsosus zermo, einen mit langen umb-
stenden aufzichen, ambage longa Morortf aliquem
Maaler; darum macht er wenig umstend, zucket sein
schwert .. Wickram Goldf. 62“; ich versichere dich,
dasz bessere als du bist nicht halb so viel umstünde
mit mir gemacht (sich so gesträubt) haben Wielanb
12, 112; in neuerer Spr. gewöhnlich auf Weitläufig-
leiten oder Förmlichkeiten bezogen: gleichwohl musz seine
geliebte frau Stephan um eine lumpige adrienne so viel
umstünde machen Lessing Dram. 22; mit einem guten
freund macht man nicht so grosze umstände; ohne um-
stünde, wenn ich bitten darf; (Freund der) ohne groszs
zs8sstinde seine alten rechte geltend zu muachen snchte
Goethe Wanderj. 3, 6. — umständlich, mit Berücksich-
tigung aller Umstände: etwas umständlich erörtern, um-
ständliche untersnchung; wührend ihres letzten aufent-
haltes bei Charlotten hatte sie mit di ser alles um-
stündlich durchgesprochen Goethe Wahlverw. 2, 7;
— weitläufig: das ist alles viel zu umstündlich; eine
umstündliche schilderung; dasz du meine schwester
Ielene besuchtest, ist wobl freilich schr umständlich
Moltke 6, 140. — umstehen, untrennbar, mhd. umbestän,
stehend umgeben: es . umstehen mich die finstern höllen-
geister Schiller M. Stuart 3, 3; (mir ist, als hätten)
gesichter. diesen ühnlich, meine wiege schon um-
standen Müllner Schuld 3,2; er war umstanden von
seinen kindern; — trennbar, umher stehen, im Part.
die umstchenden; von allen umstebenden granden (von
allen umstehenden Karl. 3, ö)sichtbar vermieden Schiller
5, 196; nach einer Wendung stehen: auf der umstehenden
scite; umstehend finden Sie die rechnung: von Tieren
und Pflanzen umstehen, zu Grunde gehen Schmeller;
von Getränken, verderben: das bier ist umgestanden,
saner geworden. — umsteigen, treunbar, in einen andern
Wagen steigen: die reisenden haben auf dieser station
umzustegen. — umstellen, untrennbar, mhd. umbe-
stellen, mit etwas Gestelltem umgeben, einen tisch mit
stühlen; von Jägern, Feinden: des wart er umbestellet
von der beidenscheste sa Kv Würzburg Part. 21368;
beide parteien. umstellten mit bewaffneten das haus
Freytag Bild. t, 211; — trennbar, anders stellen: er
hat seine bucher umgestellt. — umstimmen, trennbar,
anders siimmen, die saiten, ein klavier; übertragen, be-
sonders von Menschen nach Empfinden oder Uberzeugung:
schnell umgestimmt von diesem wort legt sich der
wilde sturm der schaaren Schiller Zerst. v. Troja 12;
hicrauf versucht man die abgeneigten umzustimmen
Ranle Päpste 1, 111; die ouvertüre zu Oberon
stimmte mich komplett um, denn ich war so verdriesz--
lich Moltke 6, 193; dafür in untrennbarer Fügung:
umständlich — umstimmen.