Ubereinstimmung Preußens mit Auhland in der orientalischen Grage. 305
bhäuser gegeben würde. Es ist nicht ausschließlich der Eindruck unfres Verfahrens auf
mächtige und befreundete Höfe, sondern ebenso das eigne monarchische Anstandsgefühl,
welches uns in diesen Angelegenheiten zu leiten hat.
öch darf erwarten, daß Ew. pp., unbeirrt durch die sich etwa dort geltend machenden
Parteileidenschaften, diesen Gesichtspunkt festhalten. Nur dann sind wir sicher, daß bei
der Auseinandersetzung mit dem Herzoge die Ehre Preußens in keiner Weise geschädigt
wird.
*210. Erlaß an den Gesandten in Detersburg
Heinrich VII. Drinzen Reuß.
Gemnent“ von der Sand des Vortrogenden Rats Cheremin.)
Lchlicer mit den m** Dlänen 2 Ar. ber 72, Bole die er EPi1 et un-
praktisch und viel zu weitge
nous ne marchaondons pas. se rlnd a donné des preuves éGclatantes de son amitié
sincère pour la Fross se dans un moment o presque tout le monde a voulu Tentrainer
dans une autre voie. Cette attitude-Ià mérite bien de ne pas étre oublice.“
Berlin, den 17. März 1867.
Ew. pp. Immediatbericht vom 9. d. M. ist mir richtig zugegangen, und haben Seine
Majestät der König davon mit Snteresse Kenntnis genommen.
Wenn der Sürst Gortschakow zu Ew. pp. gesagt bat: nous, nous ne marchandons
pas etc.; cette attitude-Jà mérite bien de ne pas stre oubliée, so teilen wir vollkommen
beze Gefühle Nußland gegenüber. Auch wir wollen nicht marchandieren. Preußen hat
unter den schwierigsten Berhältnissen ebenfalls unzweidentigste Beweise von der Stärke
der Sumpathien, welche uns mit Rußland verbinden, gegeben. Wir haben während des
orientalischen Krieges" dem ungemein starken antirufsischen Druck dreier Mächte nach-
haltig widerstanden und in der polnischen Grage fest zu Rußland gehalten, obschon in beiden
Fällen ulnd) bei den damals geringeren ulnd)] seit lange nicht erprobten Kräften Preußens
un##re Stellung vermöge der geographischen Lage im Vergleich mit der Rußlands den drei
andern Mächten gegenüber eine sehr exponirte war. Persönlich habe ich schon während der
orientalischen Krifis Gelegenbeit gehabt, im Sinne derselben freundschaftlichen Beziehungen
zu Außland thätig zu sein, die ich inzwischen niemals verläugnet ulnd] denen ich neuerdings
den unzweideutigsten Ausdruck in dem Briefe gegeben habe, welchen ich im Herbste von
Putbus aus an den Sürsten Gortschakow zu richten die Ehre batte.? Die Gesinnungen Seiner
Majestät des Königs sind nach wie vor dieselben, und es gereicht mir zur aufrichtigen Be-
friedigung, daß der König auch bei der gegenwärtigen Lage der orientalischen Frage sich
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bu, 1 s Siehe — Text des vom 11. Aovemder datierten Briefes an Sürft Verchto in: Bismarck-Jahr
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