Full text : Rosenheimer Anzeiger. 64. Jahrngang (64)

m

Nummer  218

spürt  es  doch  jeder  am  eigenen  Leib  und  jeder
lann  die  großen  Opfer  wlirdigen,  die  gerade  die
Kolonialdeutschen  mit  dem  Verlust  ihres  gesomten
  Hab  und  Gutes  dem  deutschen  Reiche
gebracht  haben.  Es  ist  daher  anzunehmen,  daß
auch  für  dicen.  Wohlfahrtszweck,  dessen  Samage
  im  Oktober  stattfinden,  sich  ofsene  Hersen
  und  Beutel  finden.

s  Dank  aus  dem  Felde.

Eine  ##eine  Predigt  über  Feldseelsorge,  welche
Ende  Juni  im  Kapuzinerkirchlein  gehalten  wurde,
hatte  den  Überraschenden  und  hocherfreulichen  Ersolg,
  daß  Mitte  August  bei  uns  im  Felde  5  Utr.
sesestlf  eintrafen,  gesammelt  von  den  Mitglie

ie  des  Drittordens,  sorgsam  verpackt  und  abgesandt
  von  der  St.  Josefsbücherbruderschaft.
iDas  ar  einmal  eine  ausgiebige  Liebesgabe,
von  den  Soldaten  und  den  Feldgeiktlichen  mit
„Hurra“  begrü

 

H□mwei  Duoisionen  komten  damit  versorgt  wer-  werden.
  Drei  Regimentspfarrer,  ein  Kriegslaza-  I
rettpfarrer  und  zwei  Feldgeis  tliche  luden  auf
ihre  Fuhrwerle  auf,  was  sie  hin###brachten.
Vagen  doch  unsere  braven  Soldaten  nach  den
schweren  Kämpfen  des  heibßen  Juli  und  Augu
in  wohlverkdienten  Ruhequartieren  und  hatten
GZeit  zum  Lesen  den  ganzen  Tag.  Allgemein  begehrt
  find  die  Schriften  der  Josefsbücherbruderschafl.,
  Kalender,  Sonntagsblätter  und  Missionszeitschriften.

.  Besonderer  Dank  sei  noch  gesagt  den  lieben
großen  und  kleinen  NRosenheimern,  die  auch  noch
ihre  Erstkommunionkerzen  für  Feldgotteodiensle
zur  Verfügung  stellten.  Diese  Kerzen  haben  nun
on  in  Waldlagern  gebrannt,  in  traurig  zertörten
  Dorflirchen  und  sogar  schon  in  einem
15  Meter  tiefen  Erditollen  bei  einem  richligen
Katakombengottesdientt.  Die  Soldaten  waren
natürlich  nicht  wenig  erstaunt  über  die  schönen
Kerzen  und  waren  sichtlich  gerührt,  als  sie  die
Herkunft  n.
Nochmals  herzlichiten  Dank  für  alle  unsern
  Soldaten  erwiesene  Liebe.
Feldgeistlicher  Thoma,
baner.  Sanit.-Komp.  18.

 

·
Aub##r  Verantmartung  der  Redaktion.
Die  Notwendigkeit  der  Obstbeschlagnahme.
  Man  schreibt  uns:  Die  Komnumalverbände
  sind  infolge  der  geringen  Obiternte
  gezwungen,  das  Obst  zu  beschlagnahmen
sund  den  *  Berkehr  zu  verbieten.  Von  Produ
nten  und  Konsumenten  wird  darüber  geklagt
und  alle  mögliche  Kritil  geübt,  obwohl  die  Maßnahmen
  nur  zum  Schutze  der  Konsumenten  sind
nd  der  Produzent  doch  eigentlich  nur  ein  Interesse
  daran  haben  kann,  wenn  ein  wildes  Ueberbieten
  hintan  gehalten  wird.  Dies  wäre  bei  dem
geringen  Angebot  und  der  außerordennlichen
Nachfrage  nicht  zu  verhindern.  Es  iit  das  Bestreben
  der  Verteilungsstellen  der  Kommunulverbände,
  daß  Obst  nur  zum  Höchstpreis  ge-127.

  60

it  eine

1.  chuhe  mit  anderen  verwechjelt  und  da  auf  diesen

 

Rosenhelmer  Anzelger.

preis  verteilt  wird.  Der  Grund.  uohalh  heute
noch  gar  nichts  an  öffentsich:  Stellen  geliefert
wird,  beksteht  darin,  daß  sehr  viele  Obster  euger

immer  noch  hoffen,  sie  lönnten  ihr  Ob't  noch  qu
einem  Ueberpreis,  der  ihnen  leider  oft  ange
boten  wird,  absetzen.

Möchten  doch  Konsumenten  und  Produzenten
zur  Ueberzeugung  kommen,  daß  die  Maßnahmen
zuur  zum  Berlen  der  Allgemeinheit  sind  und  nur

Erfolg  haben  können,  wenn  sie  genau  vurchge-  T
führt  werden.

Aus  dem  Gerichlssaal.

Eine  Anklage  wegen  Urkundenfälschung
  hatte  sich  der  Schuhwarenhändler  Joses
Fritsch  in  Miesbach  zugezogen.  Im  Januar
1918  kanste  er  von  einer  Schuhwaren
labrik  in  Stuttgart  Damenschuhe  und  sollie
das  Paar  um  den  Preis  von  21,60  Mk.,  der
auf  den  Sohlen  ver  Schuhe  aufgedrut  war,  ver-  1
laufen.  Fritsch  verlaufte  aber  6  Paare  um  je
Mtl.  Die  Preisbeteichnung  von  21  Mi.
linderte  er  in  der  Weise  ab,  daß  er  all  em  1  I
machte.  Diese  „Urtundenfälschung  auf

 

 

 

(der  Schuhsohle"  bektritt  Fritsch.  indem  er  behauptete,

  er  habe  die  aus  Siuttgart  be-  onenen  1
der  Preis  undeutlich  aufgedruckt  war,  die  Ziffer
“  mit  Tintenflist  nachgezogen.  Diese  Angabe
Konnte  nicht  widerlegt  werden;  Frilsch  wurde
vom  Landgericht  München  1  nur  wegen  Höcht
preisüberschreitung  zu  150  Ml.  Geldftrafe  ver
urteilt.

2————

wscter.  HDeeresbericht.

oßes  Hauptgquartier,  den
(#awob  Amtl.

Westlicher  Kriegsschauplatz.
Kronprinz  Rupprecht.

Infanterielämpse  nordöstlich  von  Birschoote
und  südlich  von  Dpern  verliesen  für  uns  erfolgreich.
  Ein  Vorstoß  der  Engländer  nordwestli“  i
von  Hulluch  wurde  abgewiesen.  Bei  örtüchen
Unternehmungen  bei  Moecuvre  und  im  Walde
von  Havrincourt  machten  wir  Gesangene.  Bei
Moeuvre  sprengten  wir  zahlreiche  Unterstände
des  Feindes.

WE.
20.  9.

v.  Boehn.
Auf  dem  Schlachtfeld  am  frühen  Morgen
Feuerkampf.  Starte  Angrisse,  die  der  Feind

gegen  Gonzeancourt  und  beiderseits  von  Evehy
mehrfach  wiederholte.  wurden  abgewiesen.  Bayerische
  Regimenter  und  preußische  JZäger  zeihmeten
  sich  hierbei  besonders  aus.  Einheitlide  Angrifse
  richtete  der  Feind  nach  slärlstem  Feuer
am  frühen  Morgen  und  in  den  Mittagst  lunden
gegen  unsere  Linie  zwischen  Omignon  Bach  u.
der  Somme.  Sie  sind  hier  auch  gestern  ubera#

"„  rung  des

nur  2
1!

1

 

vor  unseren  Linien  gescheitert.

Deutscher  Kronprinz.

Nördlich  der  Aisne  machten  wir  bei  eigenen
Unternehmungen  beim  Gehöft  Baurains  und
westlich  von  Chauny  130)  Gefangene.  Infolge
unseres  Artillerieseners,  das  dar  Unternehmen
westlich  von  Chauny  vorbereite  te,  lam  ein  beabsichtigter
  Angriff  des  Feindes  nicht  voll  zur
Entwicklung  und  wurde  abgewiesen.

v.  (Hallwitz.

Kleine  Vorseldlämpse.

Ueber  dem  Oesechte  feld  zwischen  Maa=  und
Muosel  schoh  das
Oberleutnants  Frhr.  v.  Boenigk  in
der  Zeit  vom  12.  bis  13.  September  39  feindliche
  Flugzenge  ab.  Es  verlor  selbst  im  Kampf

2  Flugzeuge.
nudenborff.

Widerspruch  in  Frankreich.

s  Genj,  20.  9.  (Drahtb.)  Der  Finanzaus—
schuß  der  raditalen  Kamnergrupve  empfahl  der
Regierung,  Burian  Vorschlag  durch  Vermittfung
  cAnes  neutcalen  Zigales  gusführläch

mbeantuorten.  lruch  Seshat  in  der  Huoianite
  sand  die  von  Lansing  im  Tiltaiorlon  den
N-abinetten  aufgendtigte  Haltung  bedauerlich.
Ebensowenig  entsprechen  Vallours  Aeußerungen
den  Bedürsnissen  des  fran:öfischen  Voltes.
Weitgedante  sei  nur  die  Erhaltung  der  deutschen
Kolonien  unter  englischer  Oberhoheit.

50000  Chinesen  in  Franireich.

s  VBVern,  20.  9.  (Drahtb.)  Nach  dem  Daile
Khronicle  betre  ꝛgt  die  Jabl  der  Chinesen,  die
jegt  hinter  der  Front  in  Fran  kreich  beschäftigt
&é0.  50  000.  Sie  werden  für  Sisenbahnarbei

en,  Maschinenausbesserungen  und  ähnliches  verwödet.


Slaatssekretär  v.  Hinte  in  München.
5  München,  20.  9.  (Drahtb.:  -  sselre

lär  v.  Hintze  wird  am  Samstag,  den  21.  Sepsember

  vormittags  u  luriem  Aufenthalt  in

München  eintrefsen,  um  sich  dem  König  voriusiellen.



Zusammenstöße  bei  einer  Berliner

Versammlung.

5  Berlin.  20.  9.  Die  „Morgenpost“  meldet:
  Die  Unabhängige  Sozialdemolratie  hatte
zu  gestern  abend  cine  Wählerversammlung  im
Ersten
vehrerdereinshauf,  am  Aleranderplatz  einbern.
sen.  Den  Vorsitz  in  der  Versammlung  führte
der  Landtagsabgeordnete  Adolf  Hofmann.
Als  er  dem  Redner  des  Abends,  Reichslagsab
geordneten  Haase,  das  Wort  erteilen  wollrte.

Ihr

 

1

Jagdgeschwader  II  unter  Füh- 



Berliner  Reichslagswahltreie  nach  dem

erklärte  der  überwachende  Polizeioffizier,  daß  er

die  Erteilung  des  Wortes  an  -  Haase  nicht
gestalten  1önne.  Es  lam  nach  längeren  llinterhandlungen
  zu  tumulluarischen  Zzenen  und  (#
waittätigkeiten.  Es  follen  mehrere  Versamm
lungsteilnehmer  verletzt  worden  sein,  und  auch
der  Polizeioffizier  soll  eine  Verlenung  am  Unterlieser
  erlitten  haben.  Wie  es  heißt,  ist  Adolf
Von  anderer  Seile

Samstag,  21.  September  1018

wird  dies  (Gerücht  als  irrig  bezeichnet.  Eine
Nachprüfung  dieser  Meldung  war  bisher  nicht
möglich.

UAmfangreiche  Schiebungen  :
Elrerfseld.

*  Elberfeld,  20.  9.  (Drahtb.  Schiehun
gen  großen  Umfange  sind  hier  von  #1
nuisgedect  worden.  Mehrere  Personen,
ein  Stattsefrelär,  murden  verhäfte!,  Cine
dung  Leder  uu  Werte  von  über  100  Ullr
#rurde  aus  dem  Bahnbof  beschlagunennt.  uh
milsitärisches  (Qut  wird  bei  den  Schichungen  in
Frage  kommen.

Berschiedene  Nachrichken.

Selbumord  eines  DMorher  dDet
Lustmörder  Tuter,  der  in  Kra  lurm
Eisenhahnbeamtin  ermordet  11  i  „

 

 

die  Sd’ro:  eiʒ  ge  lüchtet  in,  blun
Bezirleg  nis  erbangt.
digt,  in  irich  ddir  u  Ön  ##

    

zimmer  kemorbet  zu  habel.  W

gen  ihn  ein  Verjan  ren  wegen  1%#  .-ucksuci)c5in:1udauskaitlsIVer.:.
  ·«
worden.

—  — „  —  —

Rosenhelmer  Lichn  biele.

ichtsviel
Ai-  Filri

deiio  *  1  —
z.  5§  *
„  O  ic  nar,  ((!I.„  *

  

gelangt  Samolag  und  So.  ma  den
22.  Septemer  zur  Ver'  .  ernt  A  *!
ni  t  nur  die  Haupidag  *  n

Romans,  sondern  aum  Dl.  ;
zendes  Luf#vicl.  betileil  .  .
neuerer  Woche#bericht  rerdod  :—
gramm

Es  ist  höchste#  Zeit

den  »Rolenbel  irner  Anzeiger“
z  die

Soldaten  ins  Fel
—————  rssi

chen  ir-  st  zu  orite.!7.21
preis  beirh
oiertehähr  ruch  Mu
gen  nehmen  eile  #
Voftageinuren,  johne  e  Ery#

des  Nosenheimer  Anzeiger  enigerd  u.

 

 

  
   

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On“

 

Wenterberch-  für

Sams  *

 

 

Trüb  und  Negen.  i#u
Besieruns.
Verantwortich.  ——————  5  «
für  9n  Amzeigenteil  Ernt  ###ro##c
u.  Verlag  M.  Ricdermanr,  lam#n.,  in  Ru#

 

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ist  steis  gebrauchsfertig,  wird
je  nach  Verwendungszweck
mit  kaltem  oder  warmem
Waffer  verdünnt  Kann  auch
zum  Heibleimen  verwende
werden.  Vollftändig  frei  von
Sänre,  Alkali  und  Fett.
la

g#eignet  für  Anstrich  im
Freien  von  Holz,  Eisen  usw.

empfiehlt  geneigler  Abnahme

48

—xun

Gesacht  wird  eine  verlässice

Haustäterte

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  Hirin  mil  eiem

S#n  gesch##l  Olserten  unter
E  8124  on  die  Grpedlilon.

An#tandiges,  fleißiges
·

wird  für  büfte.  gesucht  E
15.  Septem:t
———
Rosenheim.

uIE“

Auf  ein  Gekonomie-Gut  wird
eine  chrliche,  lüchlige  8278

    

 

Pianinos

neu  und  glrtelt.  Sargbtett
—  ellose
ue  Zn##  at
##er-  Splelar#t  und  gutem
Tan  in  aräßler  Auswahl.

mäag#

für  Haue-  u.  leichle  Feldarbellen
gesucht.

————

 

 

e  Ka  di  eil

 

 

Ein  ordentliches,  reinliches

 

aus

mil  dee  im  Seetn  der
ad  t.  Off.
unler  2.  20  an  die  witse

wirischorte
et  .
III-  *  um  *

Ridten

welches  gul  bürgerlich  kochen
kann  und  die  Hausarbeit  verrichlct,
  wird  bie  1.  Onk.  gesucht.

Raͤheres  Expedlllon.  8204

Far  sofort  ordentlichee,  flelhlgee

Nädchen“

f##Hausarbell  gesuchl.  Gute
Behandlung.

 

 

Unlerhändler  Sser:
untur  J.  8280  a  b.  E#e#

Kas
——

--Ketscher

auf  Herrschaftägnt  bei  Nosenheim

gesucht  der  auch  landwirschaill.
Arbeu  verrichtel.  Kriegsinvalide
nicht  ausgeichlossen.  Näh.  Exp.

Gäckeilehrine  h

wird  gesucht.  Näh.Exo.  8300

 

 

    

EEIIIII.

Verloren

wurde  in  der  Deiliggeissstraße  ein
N  ragen.  Um  RKückgabe
  wird  herzl.  ssi-  da
%  fremde  Eigentum  iit  und
ersetzt  werden  müßte.  Näh.  Exp.

 

W00  Mr.  3

werden  auf  Sicherheit  längere
  Zeit  vergeben.  Briese
unter  N  820“  an  die  Exp.
des  Blal  is.

 

Mstorderung

Fenc  chraoschnelderische  Person

von  Brannenburg.  die  mir

den  anon#men  Brief  zufandie

sardere  ich  auf,  mir  perfönliche

Vewene  iu  erbringen,  da  ich

mir  von  dem  Inhalt  des  Nisfeg
nichto  bewußt  bin.

.  Birkinger,  Banncnbrg.

    

 

Näherco  Expedilion.)

MWMarmistechen  zu  kanfen  gesuch
äveres  in  d.  éGxb.  d.  Bl.  8259
Euche  einen  8265

 

Kleinere  und  größere  Teie
umkulli#ierter

Grund

(ausgestochenc  Filze)  hinter  der
schönen  Auesicht  gelegen,  werden
auf  längere  Zeit  u  rtengwechen
oder  zum  Kartoffelbau  unentaelilich
  abgeben.  Näh  Exp

Einfamilien=  Haus

wird  in  Zur  Pfarrdorf  oder

Lager-Raum

im  Zentrum  der  Stadt,  z.  Sa#
einlagern,  wenn  moͤgli  ch
Einfahrt.  —  75

Oezimalwagze

———.—
Klauieren  und  s
&  Harmonlums

##fahgem  vergesommes

FRITZ  BRAUN
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17

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