Full text : Fremdwörterbuch von Dr. Daniel Sanders; Band 1; Jahrgang 1891. (1)

Gars(r)ocha

136.  —  Garsr)och-a  (span.  Sötscha),  f.;  —:
Lanze  zum  Stacheln  der  Stiere  bei  Stiergefechten,
s.  auch  Salto.  Jon,  m.,  —;  -önes:  kleine  Lanze
zum  Stiergefecht.  —  Sarkthöttt)-e  (span.),  k.;
—n:  Halseisen  am  Pfahl  zur  Hinrichtung  durch
Erdroßlung.  Nat3  20,  161;  Scherzer  Nat.  365  rc.
-er,  m.,  —,  uv.;  —#:  Garrottierer.  Cartenl.  16,
294a;  17,  202b;  Nach  Art  der  Gs  niedergeschlagen.
Schulles  Süd.  2,  170  2rc.,  auch:  Garoteur  lört,
m.,  6;  —#.  kren,  tr.:  1)  mittels  der  Garrotte
tödten:  Fusillaren  u.  Garottierungen.  Grenzb.
25,  1,  213  2rc.  —  2)  von  Riubern,  die  ihre  Orfer
jählings  überfallen  u.  niederschlagen  od.  sonst  ihr
Schreien  unmöglich  machen:  Zum  Schutz  gegen  die
Garokttierer.  Upitaval  36,  77;  Gt#c#stächer  Neis.  2,
194  rtec.,  s.  Garrotter.  —  Garrua  (massauisch),  m.,
—6;  —#:  das  Männchen  einer  Art  Antilope  (Sirepsiceros
  Küdu),  das  Weibchen:  Nellet.  Brehm  Hab.
66.  —  Särr-ülitas  (lat.),  f.  [8  24,  3,  ätis):
Geschwätzigk.:  Von  der  G.  senilis  Igreisenhaften].
Scherr  Bl.  2,  524.  ulität,  f.;  0:  Geschwätzigk.
-„ulus,  m.  I§  24,  21:  Schwätzer;  Heher.  —
Garter  (engl.),  m.,  —#;  #:  (Knie-),  Hosenband:
G.-Orden,  frz.  ordre  de  la  jarretidre.  —  Gartinc,
f.;  —n:  ein  Feld  mit  Gartenrecht.  —  Sartsherrie
(engl.  —scherri):  eine  Sorte  od.  Marke  Roheisen.
Uai.  20,  401  2c.  —  Garüda  (ind.),  m.,  —#;  —:
ein  großer  Adler,  Reitvogel  des  Wischnu.  Söser
Urw.  91;  6.  —  Garum  llat.,  §  24,  2,  n.]::  eine
appetitreizende  Füchbrühe  der  Alten.  Oken  6,  199.
—  Garzétt-a  (it.),  f.;  ze:  der  kleine  Silberreiher
(vgl.  Aigrette),  vgl.:  Ein  Schwarm  od.  Volk  dieser
Stelz=  u.  Wasservögel  ist  am  Apure  unter  dem  Namen
Garcero  bekannt,  weil  darin  die  Reiher  Garcas
vorherrschen.  Unter  den  Kranichen,  Garcones  cre.
Globus  5,  2  46a,  sämmtlich  richtiger  mit  z  statt  c.
—  Sarzüne,  m.,  —I#  -n:  s.  Gargçon.

Sas,  n.  (m.,  z.  B.  w.  33,  111),  -es;  Se:
(Chem.)  Luftart  (frz.  gaz):  Van  Helmont  (###1  6441,
welcher  sich  zuerst  des  Woris  Ge  bedient  hat  2c.  Humboldi
  K.  2,  385;  Stoffe,  die  beim  gewöhnlichen  Luftdruck
  u.  den  natürlichen  Temperaturnnterschieden  luftförmig
  bleiben,  nennt  man  G-e,  permanente  nennt  man
sie  dann,  wenn  sie  sich  weder  durch  Druck  noch  durch
Kälte  tropfbar  darstellen  lassen.  Burmeisttr  Gsch.  155;
Koercible  G-e,  die  durch  Druck  od.  Abkühlung
tropfbar-flüssig  werden  2c.;  Chlor-G.;  Gruben-G.,
  die  sich  nam.  in  Steinkohlengruben  sammelnde
Luftart,  schlagende  Wetter,  Sumpfluft;  Sauer.
stoff=  od.  Orygen-G.;  Stick(stoff)-  od.  Nitrogen-G.;
  Wasserstoff=  od.  Hydrogen-G.;
Kohlenwasserstoff-G.;  Schwefelwasserstoff--G.
  2c.  Ohne  Bstw.  versteht  man  im  gw.
Leben  meist  das  zur  Beleuchtung  dienende  G.,
Leucht-G.,  wovon  es  versch.  Arten  giebt,  nam.:
Steinkohlen-G.,  ferner  z.  B.  (s.  Karmarsch  2,
43  ff.)  Harz-;  Holz-;  Ol--G.  2c.  Als  Bstw.
z.  B.:  G.-Anstalt;-Art;-Bad;-Behälter;
Beleuchtung;  =  Brenner;  -Douche  (s.  d.);
Flamme;  förmig;  Heizung  (HKarmarsch  2,
50);  -Kandelaber;  Krug;  -Lampe;  La-Gassatim

  429

terne;  „Leitung;  --Licht;  -Messer  (m.  od.
.Ubr);  Im  G.-Raume  des  werdenden  Planeten.  Burmeister
  Gsch.  155;  G.-Reflektor  (s.  d.);  „Neservoir
  (s.  d.);  Röhre;  „Uhr,  „Messer;-Bulkan,
G.  ausströmend;  -Werk  2c.  —  Sthasa  (ar.),
f.;  —#:  heiliger  Kampf.  Hammer  10,  347  (auch
Ghasirscha,  m.;  Geral).  Dazu:  Ghäsi,  Sieger,
Kämpfer  im  heiligen  Krieg.  ebd.;  1,  604;  8,  218  2c.;
auch  als  Name  einer  Goldmünze:  60000  Goldstacke.
  .  Die  60000  Gbasi  lin  Agyptens.  fallmerayer
Gs  W.  1,  60.  —  Gase:  s.  Gaze.  —  Saf#l  (ar.),
n.,  e)s;  —e;  -e,  f.;  -n:  eine  orientalische
Dichtform,  ein  kürzeres  —  wie  Kassice  ein  längres
—  Gedicht,  in  dem  alle  graden  Zeilen  mit  der
ersten  reimen:  Die  Form  des  Gs.  Daumer  1,  VIII;
Kanzonetten  u.  Ghaselen.  Heine  Rom.  225;  Gee.  Plalen
2,  13;1;  Das  Ghasel.  Rosenkranz  Gsch.  Poes.  359;
Ghaselen.  Schac  1,  20;  Das  G.  2,  52;  Von  den
Gasellen  umsprungen)  u.  von  den,  Ghaselen  umklungen.
Rüchert  Mak.  1,  97  2c.  -enhaft,  a.:  gaselenartig:
Ghaselenhaft  gleichtönend.  frankl  Zer.  1,  361  2cc.  —
Gasélle:  s.  Gazelle.  —  Gäsen,  tr.:  behufs  der
Appretur  Baumwollzeuge  mit  Gas  sengen.  Karmarsch
M.  2,  561.  Zsstzg.:  Ver-g.,  kr.:  in  Gas  verwandeln;
  refl.:  zu  Gas  werden,  in  gasförmigen
Zustand  übergehn:  Indem  das  kehlensaure  Ammoniak
sich  in  der  Hitze  vergast.  Karmarsch  2,  479  2c.;  Zur
Verqgasung  des  ..  Kohlenstoffs.  Liebig  Th.  81  rc.
—  Sälich:  s.  Gawaze.  —  Slh)äs-i,  m.,  —s:  —5;
Zidscha,  m.,  —s;  —#6  :  s.  Gasa;  Gawaze.  —  Gas--isicieren,
  tr.,  refl.:  vergasen.  -isihatiön,  k.;
—en:  Vergasung.  -ig,,  a.:  gasartig:  Die  g-en
Erhalationen.  Hausbl.  (65)  4,  362;  Die  Lehre  von  dem
g—en  Urzustande  der  Welt.  Kolaischen  St.  d.  3.  139  re.;
auch:  Die  vor-#g—e  Zeit.  DMus.  15,  1,  307,  ehe  es
Gasbeleuchtung  gab.  —  Gasc-ogne  (frz.  —ön):
Landschaft  des  sudwestl.  Frankreichs,  deren  Bewohner
  (Gascogner)  als  Aufschneider  gelten
(s.  Hagedorn  2,  85  ff.):  Der  Ton  der  G.  voll  Ruhmredigkeit
  u.  Prahlerei  klang  in  seinen  Außrungen  wieder.
Erenzti  FrBoden  1,  113.  -ögnern,  intr.  (haben):
fanfaronieren.  Scherr  Bl.  3,  218,  auch:  gasconnieren.
  w.  11,  75;  -onisièren  2c.  -on(n)ade,
f.;  —:  Fanfaronade.  t.  7,  21;  w.  Merck  2,  72.
-onisch,  a.:  aufschneirerisch.  —  Gaso-chemic,
f.;  —(ehn:  Chemie  in  Betreff  der  Gase.  i#ter,  m.,
n.,  —:  ur.;  -litrum  (5  24,  2,  n.]:  ein  nach
Grundlage  des  Litre  eingetheilter  Gasometer.
-meter,  m.,  n.,  —s;  uv.:  Gasbehälter,  zugleich
als  Maß  (s.  Gasmesser).  Karmarsch  2,  40  2c.;  „Daß
mir  plötzlich  ein  Licht  aufgegangen  ist".  Warum  nicht
ein  ganzer  G.  ?  Uing  Verl.  Gschl.  4,  121  2c.  -phrion,
n.,  -s;  ken:  Feuerzeug,  in  dem  ein  Platinschwamm
durch  darauf  strömendes  Wasserstoffgas  sich  entzündet
  (Tachyryrion  od.  Schnell-,  gw.:  Platina=Feuerzeug).
  -õs,  a.:  s.  gazeux.  —  Gasso  (perf.),
m.,  —s;  —#:  eine  Münze:  Mamudis  zu  20  Gs
Kourant..  Werih  eines  Mamudi  6  Sgr.  7  Tf.
Encykl.  f.  Kaufl.  373a  ꝛc.  —  Sassatim  (deutschlat.):
  G.  (p.  21,  41;  Simplicilstimus  1,  42  822  2c.),
—  auch:  gassaten  (Hollei  Es.  1,  232)  od.  kassä-