Volltext : Das Königreich Württemberg. Zweiter Band_1. (2)

Eisenbahn.  843

10.  Okt.  1869  die  Strecke  Riedlingen-Mengen  (17,19  km)  Ing.  Schlierholz,
23.  Olt.  ,„,  „  „  Crailsh.-Mergenth.  (58,99  „)  „  Morlok,

1.  Dez.  „  „  „  Diating.-Weil  d.  St.  (17,95  „)  „  Abel,
15.  Juni  1870„  „  Riedlingen-Ehingen  (31,67„)  ,  Schlierholz,
15.  Sept.  ,  „  „  Waldsee-Kißlegg  (20,20  „)  „  „
13.  Nov.  ,  „  „  Mengen-Scheer  (3,67  „  „  „
20.  Juni  1872,  „  Weil  d.  St.-Nagold  (41,92  „)  „Abel,

1.  Sept.  ,  „  „  Kißlegg-Leutkirch  (11,09„)  „  Schlierholz,
26.  Juli  1873  „  „  Scheer-Sigmaring.  (6,64  „  )

endlich

1.  Juni  1874  „  „  Nagold-Horb  (23,56  „)  „  Abel,

1.  Juni  „  „  „  Calw-Brötzingen  (23,84  „)  „  „
eröffnet,  somit  allein  im  Jahr  1869  im  Ganzen  (einschließlich  der  oben
aufgeführten  Linien  des  Netzes  von  1858)  über  240  km,  also  eine  der
Hauptbahn  Heilbronn-Friedrichshafen  in  der  Länge  nahezu  gleichkommende
Bahnstrecke  dem  Betrieb  übergeben.

Am  Ende  der  Periode  wurde  zufolge  Konzessionsurkunde  vom
20.  Juli  1872  die  Zweigbahn  Metzingen=  Urach  (10,43  km)  als  die
zweite  unter  Mitwirkung  der  betheiligten  Korporationen  erbaute
Privatbahn  im  Dezember  1873  eröffnet.

Am  1.  Juli  1874  waren  (einschließlich  der  von  Bayern  gepachteten
3,72  km  langen  Strecke  Landesgrenze-Nördlingen)  1177.61  km  Staatsbahnen
  (im  Betriebsjahr  1873—74  durchschnittlich  1  133,66  km)  im
Betrieb.  Das  verwendete  Anlagekapital  betrug  304  842  117  (A/é4,  auf  den
Kilometer  259596  K∆&#  Der  durchschnittliche  Aufwand  auf  den  Bahnkilometer
  hatte  sich  somit  gegenüber  der  letzten  Periode  um  nahezu  20%
erhöht  und  nunmehr  den  Durchschnitt  des  Anlagekapitals  der  deutschen
Bahnen  auf  den  Bahnkilometer  im  gleichen  Jahr  (rund  250000  4ç0)
überschritten.

Die  württembergischen  Bahnen  standen  nunmehr  an  12  Punkten
in  unmittelbarem  Schienenanschluß  mit  den  Nachbarbahnen,  davon  an
zwei  Punkten  an  der  bayrischen,  an  zehn  mit  der  badischen.  Außerdem
war  die  Verbindung  mit  den  schweizerischen  Bahnen  über  den  Bodensee
  durch  die  seit  Februar  1869  ins  Leben  getretene  Trajektanstalt
wesentlich  verbessert  worden,  welche  mittelst  einer  in  Gemeinschaft  mit
der  Schweizerischen  Nordostbahn  in  Dienst  gestellten  Dampffähre,  der  ersten
auf  dem  Bodensee,  Anfangs  den  Verkehr  der  Bodenseeroute  neu  zu  beleben
  versprach  (durchschnittlich  beförderte  Gütermenge  in  den  Jahren
1870—74  46441  t  im  Jahr),  bald  aber  in  Folge  der  Konkurrenz  anderer
Trajektanstalten  und  der  Herstellung  der  direkten  Schienenverbindung
mit  der  Schweiz  über  Schaffhausen  an  ihrer  Bedeutung  verlor  (s.  u.).

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