Rosenheimer Anzeig
Dientieg, 9. Wr3 1915,
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——————— e#ch 4 Ur (mit Hu#s##shm ber Gas- ben sechs Nllal · Expeditionen ber GStadit ; außerbem nehmen die in ca. 40
Feieriog. er Ab beträgt viertellährsch 1 Mark 90 Pfa., monssilch Se#en Druthie dr Umenne ..——————-———
6# Ul., sowohl #a Sen als auch für auswärtige Ubenmen#. — Postzustellgebü# liche Postbot#n die Seeleng fur de „Nosenbhetmer Anzeiger“ an. — Die einfpaltige 80 mn
□— bellefert, 14 Pig. monatlich. — Teiegramm- Mdresse: Rosenhein. — breite Petltzelle ober deren Raum x 10 Pfennig, die 75 mm# hreite Zeile im Nellen##
Tel#ephon-Anlschtüsse: Redaktion umd Verlonz: Nr. 72; Ir#fersten- —— , * ——— □— der Zellenabschifsen Raban nach aufllegendem Tarts.
Amtiches Publikanons-Orgon
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der 1 M# ## S# #f Mufnahme in die laufende Tate##mmer nicht mehr caruntiert werden. —..——-U —
Griechenland vor der Entscheidung in der Dardanellenfrage.
Dic Kricgspcfangenen in deutschländ. — neuc elnberufungen lu frankreich — erfolge unferer Truppen in der (hampagne. die Besatzung
des „U 8“. — Planmäsiger Ve#rlauf der Brurgungen bei Grodno. — 3400 Kuflen gefangen und 16 maschmeagewehre erbtutet. — Un-Almmigkeiten
zuischen Könlg und Reglerung von öriechemand. — Dic erkolglofe beschubung der Dardasen##en. — bewilligung der Forderungen
Japaus durch Conad7
Der Kampf um#e dardauellen.
Die militärische Aufgabe, die sich England
und Frankreich gestellt haben, besteht darin,
sämtliche Dardanellenforts niederzulämpfen, ins
Marmarameer vorzudringen und von dort aus
sich den Weg durch den Bosporus zu erzwingen.
Beide Meerengen sind gut befestigt und überdies
durch zahlreiche Minen gesperrt. Die unter
Feuer der Küstenbatterien in den Dardanellen
zurüclzulegende Strede ist 71 Kilometer lang.
während der Bosporus eine Länge von
Kilometern aufweist. Die Dardanellen haben
eine von 1300 bis 7400 Meter wechselnde Breite.
die jedoch an den meisten Stellen unter 4000
bleibt, so daß im allgemeinen mit Schußdislanzen
von unter 20/10 Meter gerechnet werden
muß. Im Bosporus treten die Ufer noch
näher aneinander heran. Nirgends übersteigt
die Breite 3300 Meter, und siellenweise rücken
die Ufer bis auf 6600 Meter zusammen. Wie
aus diesen geographischen Verhälknissen hervorgeht,
ist es den Küstenbatterien auch möglich,
mit ziemlich veralteten Geschutgen noch bedeutende
Wirkungen selbst gegen schwere Panzerschifse
zu erzielen. Man muß aber bedenken,
daß seit den libnschen und dem Ballankricg die
Türkei eine große Zahl von modernen Geschügen
für die Verteidigung der Meerengen
angeschafft und in Stellung gebracht hat.
Durch Gesch üzfeuer können Forts und Batterien
zum Schweigen gebracht werden. Einc vollständige
Zerstörung größerer Anlagen ist aber
durch die bloße Beschießung von See aus nur
höchst selten zu erreichen. WMährend der Ruhepausen,
die sich auch angreifende Schlachtsch.isse
gönnen mussen, ist es, wie ein militärischer Mitarbeiter
der „N. Fr. Presse“ (Nr. 18, 146) ausfuhrt,
dem Verteidiger möglich, seine Erdwerke
wenigstens teilweise wieder insland zu setzen.
Eine gänzliche Zerstörung der Forts ist daher
meist nur durch Sprengung möglich, wozu Truprenlandungen
nölig sind. Wenn nun die Besestigung
der Scefront eine Infanterieverteidigung
besitzt, die wenigstens in der Kehle, im
Feuerschallen feindlicher Geschütge improoisiert
werden lann, muß man mit ziemlich stlarken
Kräften! die etwa zusammengesckossenen Forts
angreifen und nötigenfalls im Sturm nehmen.
Da die Türkei an den Meerengen über sehr
bedeutende Landstreitkrafte verfügt, müßten auch
dementsprechend große Truppenmassen gelandet
werden, menn man cinen durchschlagenden Erjolg
erzielen soll.
Aus dem bisher Erläuterten ergeben sich schon
die großen Schwierigkeiten einer Aktion gegen
die Dardanellen. Unbedingt nötig zu ihrer
Durchsührung ist eine große Zahl von Schifsen
und ein gewaltiger Munitionsaufwand.
Durch das viele Schiehen werden die Geschugrohre
einer sehr bedeutenden Abnüßung unternorfen.
Je größer die Kaliber sind, desto kürzer
ist bekanntlich die Lebensdauer der Rohre.
Wenn alfo selbst keine ernstlichen Beschädigungen
der Schifse vorkommen sollten, wird deren Gefechtswert
durch das Schießen allein ganz bedeutend
herabgedrückt.
Wenn die äuf#eren Forts niedergerungen sind
und die angreisende Flotte, um den Kampf
weiter zuführen, in die Dardanellen selbst eindringen
muß, beginnen erst die großen Schwierigkeiten.
Die Ueberlegenheit der größeren
Schußweite der Schiffsgeschüge größten Kalibers
hört auf, und wenn auch die Schifse nunmehr
ihre mittleren Gbeschütge mit in den Kampf eingreifen
lassen lönnen, so steigt die Zahl der
wirksamen Landbatterien i# in noch höherem Maße,
weil dann auch mit Steilfeuergeschügen Wirkungen
erzielt werden können. Dazu kommt
die Minengefahr und die Möglichkeit des Anlanziertwerdens.
Können die bereits niedergekämpften
Forts nicht durch eine entsprechend
große Truppenmacht in Besitz genommen werden,
so bleibt die Gefahr beitehen, daß hinter
der eingelaufenen Flotie eine Reihe von zum
Schueigen gebrachter Stellungen nieder hergerichtet
wird.
Da die Schifse wegen der Gejahr der Torpedobootangrifse
nicht in der Meerenge übernachten
können, müssen sie täglick ein und aus
laufen. Bei dieser Gelegenheit würde es unter
der früheren Vorauesekung stels zu einern neuen
Kampf mit teilweise mieder hergenellten, schon
fruher niedergerungenen Batterien kommer:.
Truppenlandungen sind daher fur den Erfola
der von den Englandern und Franzosen innmt
Werk gesetzten Unternellmungen nicht zu umn
gehen.
Allgemeilnes vom Krieg.
Die Kriege gefangenen in
Deutschland.
Berlin, 7. März. Die Miitglieder= der Ab
geordnetenhames besuckien geitern das Prikar
gefangenenlager in Toterin. Das gesaniee La
ger hinterließ bei den Abgeordneten den Ein
druck einer musterhaften Organisation. Die Ge
fangenen in bunter Mischung. Engländer. Franzosen,
Russen und Belgier untereinander, schie
nen fas alle in zufriedener Stimmung iu sein
Die Russen, von denen viele deumtsch ipra
chen, sind ofsensicktlih mit irer Lage zufrie
den. wei tadellos eingerichtel: Lazaretle beherbergen
nur verkaltnis müßig wenig Kranle.
Die Engländer machen von einer Badceeinrick
tung im Lager ilarken Gebrauckk: Eine grotze
Arbeit wird von den Dolmelschern geleittel, die
bei der Erledigung der ziemlich umsangreichen
Post eine reichhaltige Betäligung finden. Ein:
Palelpost vermittelt die Uebersendung von Lirhesgaben
aur der Heimat. Den Abgeordneten
wurde die Mitteilung gemacht, daß in den deutschen
Gefangenenlagern 7800000 Mann inter
niert sind. Es verdient milgeteilt zu werden,
daß die Gefangenen auch heute noch aus itrer
Heimat falsch uber die Kriegelage unterrichtet
werden. Sie glauben alle, daß ihre Befreiung
nahe bevorsiehe. Wenn auf den benachbarten
Truppenubungspläten Uetungoschießen veranstaltet
werden, halten sie dies für den Beuris,
daß nun endlich die Verbündeten vor den Toren
Berlins stehen und der letzte Kampf im Gange
sei. Die Zahl der beim Jahresschluß in Deutschland
befindlichen internierten Kriegsgefangenen
(leine Zivilgefangenen) betrug 6130 Offiziere
und 577 854 Mann. Demnach hat sich diese
Summe in den Monaten Januar und F#
hrnar um 200 d00 vermehrt. (I3.)
-
in valider
Kriegegefangener.
Karlsruhe März. Wie die amtliche
„Karleruher zeünnae mitleilt. kat der Kaiser
aus Gründen der Menschlichteit befohlen. daß
der Austausch der für diesen Zweck bereits in
Konsitanz und Umgegend versammelten französischen
Offiziere und Unteroffiriere im vollen
Umfange vorgenommen werde. trotzdem wir
wahrscheinlich von Frankreich nicht die gleiche
Zahl ebenso schwer verwundeter deutscher Offiziere
und Unteroffiziere erhalten werden. Unter
Der Austausch
lassenen icwercerunndeten D Deuticken befinden
sich bis jett zwei Offiziere, und zwar Hauptmann
v. Ußlar (ganziich erblindet und Leutnant
der Reserve Schworer, Rektor an der Gewerbeichule
in Dillingen (durch einen Kopfschuß
scwer verleß#t., Bis jent sind in Konstanz
450 und in Heidelberg 227 deutscke Auslauschgesangene
angelommien.
Deuische Sieneszuverlsickt.
Muntüen, 7. Marz. Mit Ersiannen verzeich
net ver Koͤrreir ondem der deutsch feindlichen
Turiner Slamparn- die Stmmung, die nach
einem Siege in Leulichland herrick I. „ur gu
ten Slunde lam ich nack Minchen, gerade am
Tage nack dem Siege Hindenburge. Kein Freudenrausch
wie bei romantiücken Volkern, keine
Straßentundgebungen, leine Menschenanjammlungen
bei den Deulichen. Der Sieg erfreut sie.
sent sie aber durchaus niäht in Eritaunen. Ge
rade als mußken alle, dah sie fruher oder s#a
ler siegen mussen. Der endgultigen Sieges find
sie sicher, wie man nickt sicherer sein kann. Der
Wasseneriolg deutschlands il für alle ein Dog
ma, an dem sich nick#t rütteln laßt. Nicht den
geringsten Zweiiel haben ie darüber, sind vollig
beruhigt. Na# #ieben langen Kriegsmonaten
nirgends ein icktlarer Zeid en. daiz mian in
Deutschland lriegemude geworden iit, keine MNie—
dergeschlagenleil. leine Befürch tungen, lein Ver
zagen. Und menn Munchen nickt der Fremdenverlel#r
sell. so ware c auch nock h: ule ganz
dieselbe Stadl wie vor dem Kriege.“
Einberufungen in Frankreich.
Parie, 7. Mars. Lem e“ zufolge
hat der Kriegemmitter in der Kammersigung
am Donnerstag zmei Gesenzanträge bezüglich
der Einlerufung der Jahrerklaise 1916 und
der Aushebungsarbeiten der Jahrcsklasse 1917
eingebracht. Der erste Geictzerantrag wird damit
begrundet daitz die Ausbildung der Jahlesklasse
1915 bald genügend vorgeschritlen sei,
so daß die Klasse an der Front verwendet werden
konne. Der Zeitpunkt sei gekommen, in
sehr kurzer Frist die Jabresklasse 1916 einzu
berusen. Der Kriegeminister ersuchte deshalt,
den Gesetzantrag anzunehmen, wonach die Einberufung
der Jahresklasse 1916 durch Erlaß
des Kriegeministers erfolgen lann. Durch den
zweiten Gesetzantrag soll der Kriegeminister ermächtigt
werden, die Jahresklasse 1917 einzuberufen,
sobald die Jahresklasse 1916 ausgebildet
und an die Front geschickt worden ist.
Die Relrutierungslisten der Jahresklasse 1917
sollen von jeder Gemeinde ausgearbeitet und
spätestens am ersten Sonntag des Monat-“ April
an allen Bürgermeistereien Frankreichs angeschlagen
werden. Die einmonatige Frist, welche
den Zusammentritt der Aushebungskommisionen
von der Veroffentlichung der Listen trennt,
wird ausf 10 Tage herabgesetzt. Ferner sollen
die zurückgestellten Mannschaften der Jahresklassen
1913, 1914 und 1915, sowie die zwischen
dem 1. August und 31. Dezember 1914
untauglich befundenen Mannschaften aller Jahresklassen
gleichzeitig mit der Jahresklasse 1917
einer nochmaligen Untersuchung unterzogen
werden. ()3.) „
Die Kriegslage.
WTB. Großes Hauptquartier,
6. März, vormittags. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Den Engländern entrissen wir füdwestlich
MDvern gestern einen Graden. Die Franzosen
versuchten, uns aus den auf der Loretohöhen
croberten Stellungen wieder hinauszudrängen.
Die Angriffe wurden abgewiefsen. 50) Franzofen
blieben in unieren Händen.
den
In der Champagne jenten die Franzosen
ihre Angriffe bei Pertlies und Le Mesnil fort.
Alle Angriffe sch lugen jehl. Bei Perthes machten
wir fünf oif iziere und 140 Franzosen zu
Gesangenen. Im Cegenangriff entrissen wir
den Franzofen ein Waldchen nordlich Perthes
und ein Grab#d ihrer Stellungen bei Le
Mes nil.
Erfolglos verliefen französische Angriffe auf
unsere Stellungen bei Bauquois und bei Consenvoye
somie ostlich Badonviller und nordostlich
Celles.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Nachdem die gesamte Kriegsbeute in den
Waldungen nordu cl. Grodno u. um Augustomo
geborgen in, ohne daß die Russen trotz energischer
Gegenmaßnahmen uns daran zu hindern
vermochten. #ehen die dort bieher verwendeten
Truppen nunmehr zu anderen Operationen
zur Verfügung. Sonst in der Gegend
von Lomza nichts Wesentliches.
Nordostlich Praszunsz brach ein russischer Angriff
unter schweren Verlusten für den Feind
zusammen. Auch nordwestlick Plonek wurde
ein russischer Angriff abgewiesen.
Sudlich der Weichiel nichts zu melden.
Oberste Heeresleitung.
□G I s
V-"T1;.GtoßcsHauptanaktiek,dcn
T.M(·1r;.vormittags.Amtlickp
Westlicher Kriegsschauplatz.
Zwichen der Sec und der Somme sanden im
allgemeinen Artilleriekampfe statt. Nächltliche
Versuche des Feindes, sudlich von Dypern vorzusloßen,
wurden vereitelt.
In der Champagne machten unsere Truppen
Fortschritte. Wir nahmen dem Feinde einige
Grähen und etwa 60 Gefangene ab. Ein fran-