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Uummer 57 ,
Rolenkelvjdtunzegas
mittwoch, 10. mar 1016
hat, ist bereits seit längerer Zeit bekannt. Die
neuerliche Ablehnung mußte sick auf andere Vorschläge
beziehen, über die in der Oeffent:# ichleit
noch nichts belannt geworden ist.
Eingestellter Dampferverkehr.
London, 8. März. Der Agence Havas zusolge
werden wegen des Streikes in Liverpool
11 Tage keine Schiffe von Newyork nach England
abgehen. (3.)
Amerikas Sagenl,
Mailand, 8. März. „Sera“ meldet aus
Newyork: Das Siaatsbeparbengent hat eine
offizielle Mitteilung an die Presse ausgegeben,
wWonach es seinen Einspruch gegen den Mißbrauch
der amerikanischen Handeleflagge durch die
kriegführenden S Staaten in vollem Umfange auf
recht erhält. Das Staatsdepartement erörter:
eingehend neue Maßnahmen zum Schutze der
amerikanischen -v: - (Z.)
der 1ntergang der 10. rufsischen
Aeme
Berlin, 7. März. (Nichtamtlich.) Aus
dem Großen Hauptquartier wird uns über den
Untergang der russischen 10. Armce noch folgendes
geschrieben:
Am 21. Februar hatten die Resie der 10. Armee
im Auguf ltower Forsie die Waffen genreckt,
nachdem alie Versuche des russischen Armceführers
Gencrals Sievers, mit den ihm verbliebener
über den Bobr und nach Grodno entkommenen
Armeeteilen der eingekesselten vier Divisionen
herauszutauen, unter schwersten Verlusten
gescheitert waren. Der Wald von Angustom
barg nun eine ungebemne Bente. Si# zu bergen
war leine Kleinigleit, da die deutsche Truppe
auch in den auf die Karitulation folgenden
Tagen eine Anzahl russischer Angriffe abzuwehren
hatte, die von frischen feindlichen Truppen
aus der Fesung Grodn? beraus über den
Bobr hinweg geführt nurden. Tiondem trasen
schon vom 23. Februar ab die eriten erbenteten
Geschüge in Suwalli und Augustou ein, deren
Zahl sich von Tag zu Tag vermebrte. sodaß
hier große Parls von je achtzig bis hundert
Geschügen jeden Kalibers entnanden. Längere
Zeit beanspruchte die Bergung der übrigen
Beute. Da lagen ungebenre Mengen in dem
Waldgebiete ösllich von Augustow bis hinauf
nach Matatze. Auf der großen Straßo nach
Grodno zwischen Auguiton= und Livszt waren
allein etwa fünfzig vollgefüllte russische Munitionswagen
siehen geblieben. Auch der Weg
über Czarnybrod Rudafla- E zeigle
auf Schritt und Tritt die Spuren des russischen
Rückzuges. Nahe d diesen beiden Straßen begegnet
man im Forite überall fluchtig aufgeworfenen
#- * ischen Sch übengräten und Schützenlöchern
sonier notdürftig errichteten Erdhülten
oder Erdlöchern. Schier unermenlich wurde
die Beute in dem Greodno zugelegenen südostlichsten
Teil des Augustower Forstes, wo die
eingekesselten rier Divisionen die letzten Tage
zugebracht und wo ie schliehlich auch kapituliert
haben. Bei dem Vorwerie Ljubinowo zählte
man allein hundert Kriege fabreuge ailer Art.
Losgerissene Artillerie und Bagagepferde um—
schwärmten zu Dutzenden das Vorwerl, viele
davon trugen nod) ihre ganien Geschirte, andere
hatten sich dieser schon entledigt. Achuliche
Bilder waren bei den Dörfern Markonitz und
Bogatyri zu beobachten. Bei Wollusch beirug
die Zahl der liegengebliebenen Munitionswagen
und Fahrzeue der Gesechtrbagage mehrere
hundert. Ger- . ’ russischer Gemehre waren
hier an e#schichtet, daneben lagen Fernsprechgerät
und drssde. in großer Zahl. Am
Der neue Bankdirektor.
Roman von Reinbold Ortmann.
achdruck derboten.)
wurden Sie dazu jagen, wenn sch Ihnen vorschlune,
daß wir sie an Ihren treien Tagen
gen neinschüftlich durihilreiiton, damit ich unter
Ihrer Anleisung hier und da eine photograpiiiche
Ausnahme machen oder eine kleine Szie
rien kann? Cs würde ein Opfer für Sie
das erkenne ich an, aber Sie würden
dabei doch auch unter lur ener JFuhrung manches
Hubsche und Sehensmerie lennen lernen.
Er mußie an sich hauden, um ihr nicht
gar deutlich das Entzucken zu offenbaren, mit
dem dieser ganz unbesangen ausgesprochene
Vorschlag ihn erfüllte. Aber als er in seiner
Erwiderung einen leisen Jweifel durchblicken
lieh, ob Sennor del Vasco und seine Gemahlin
ihre Einwilligung zu derortigen Ausslügen erteilen
murden, sah ihn Isabella verwundert an.
„Aber was, um des Himmels willen, sollten
sie dagegen einzuwenden haben? Wenn es
Ihnnen nicht zu tangweilig ist, mich zu begleizen,
wird gewißz niemand daran denken,
es Ihnen zu verwehren. Ich hoffe doch, Sie
woilen ein guter Freund unferes Hauses werden
und un von nun an täglich besuchen?“
äglich?“" lächelte Rodewaldt. „Dürfte
das Jal Herrn Vater nicht bei all seiner
Liebe nswürdigteit doch als etwas zu viel
erscheinen?
Mut Firfer Bestimmtheit schüttelte Isabella
das Köp „Sie kennen unsere Landessitie
noch MW new — Sie das für möglich halten.
Man nimmt es bei uns vielmehr als cine träuleube
Zurudierung auf, wenn einer unserer
–
größten aber war das Bild der Zerstörung
in dem Waldgelände zmischen Gut Woliusch
und Vorwerl Mlyneck. Hier lagen gunze rus
sische Bagagekolonnen, die vom deutschen Artillerieseuer
niederge macht worden waren.
Vorwerk Mluneä erlitt eine anscheinend im
Uebergang über den Woliuschkach begrissene
Munitionskolonne cin gleiche# Schicksal. Die
gefüllten Mriie: newiagen lagen hier teilweise
umgestürzt recht- und linle des Weges beiderseits
des r 2c#. Einige Fahrzeuge wurden
von den kur ##r benden Pferden biz ans Wasser
gezogen uo lippten hier um. In dem liefen
Mühlenschach# ingen zuei Pferde, die in ihrer
Verzweilung hineingesprungen und binuntergeflürzt
waren, d i# anscheinend die Brücke selbst
versperrt v gesunden hallen. Bei Bartnicli
und Starast innn findet man die Inpuren des
lekten russisen Wider#andes in Gestalt von
Schüpengräln und Erdlöern. Von hier aus
machten die ussen die lexten Dersuck-, den eisernen
deutschen Ring zu durchbrechen. Auf der
Wegstrecke zwischen Mlyne # und Bartnicki lagen
hunderte schwerer russischer Granaten, die
hier von den Kanonieren entreder fortgemorfen
2
oder bei der Kapitulation liegen geblieben
waren.
Von nicht unerheblickem Interesse ist eine
Reihe russischer Befehle, die in den Befehlsund
Telegraphenbüchern der Vagagen der höhefren
Stäbe gesunden murden. Wir geben den
Wortlant ron einigen dieser Besehle hier wieder:
Das Oberiommando der vussischen zehnten
Armee erläßt aum fünse een Dezember den folgenden
Befehl: „Der Odberksehlel aaber hat
pünktliche Befolgung des Besehle? der Obersten
Heeresleitung angeordnet. wogach brim Auariff
alle mämlichen Landeseinwohner im arbeits
sähigen Alter vom zelmnten Lebendial.: an vor
sich herzutreiben sind.“ Besehl vom 9 2
„Der Oberbesehlshaber der Nordwestfronut iltelegraphisch
mit, daß bei ihm täglich Klagen
der Landeseinwohner über Plünderung einlau
sen. Es sollen dagegen die schärfsten Mahnahmen
ergrissen werden. Es sind Fälle vorgelommen,
daß feindlicke Truppen unsere Dörfer
durchzogen und diee völlig unberührt ließen,
während un'ere eigenen Truppen diese Dörfer
hinterler ausgeplündert haben. Es ül sehr bedauerlich,
daß solche Fälle in nserer Armee
vorkommen. “ Befchl vom 7. Fekruar: „Der
Höôckstkommandierende hat befobien, auf die sich
häufenden Fälte des Febklens jeder Verbindung
längs der Front und bei den bintereinanderlienenden
Truppenteilen binzuweisen. In dieser
Hinsicht ist die Nachlässigkeit soweit gegangen,
daß lenthin zwei zum Angriff angesetzte. Trupvpeuteile
stati gegen den Feind, gegeneinander
selbst vorgegangen sind und sich im Feuergefecht
Verluste zufügten, wobei sie erit auf Entfernung
eines Bafonettangriffs Halt machten.“ Befehl
vom V. Februar (Räückzugsbefehl): „Geschütze,
die nicht mitgenommen werden können, sind
zu vergraben, Verschlüsse und Aufsätze sind
heranszunehmen und wenn möglich in den nächsten
See zu versenlken.“ (Nach Gefangenenaussagen
wurden in Ostrreußen schwere Geschütze
rergraben und die betreffende Stelle mit
einem Holzlreuz versehen, um ein Russengrab
vorutäuschen.) Der Chef der Gendarmerie des
Kreises Suwatli ordnete an: „J
2
, In lethter Zeit
beginnen Briese unserer Kriegegesangenen einzutressen.
Es i#t aufgefallen, daß Briesschreiber,
um ihre Briefe schneller zum Jiele gelangen zu
lassen, zu der Liss Preifen, das Leben in der
(esangeusch et in günsligem Lichte erscheinen
zu lassen. Die unintelligenten Empfänger dieser
Priese lönnen sich hierdurch eine verkehrte
Vorstellung der wie bekannt sehr schweren Le-Uensbedingungen
unserer in feinolicher Gefangenschaft
befindlichen Soldaten machen und auf
diese Weise cine verführerische Wirkung auf
Greunde uhne — Grund von der
Teitulia flei
„Aber Sie ißl isisen bereits bemerkt haben,
Sens orna. duß ich für diese glän zenden Gesellschaften
nur wenig geeignet bin.“
„Ob, wenn nur das Ihre Sorge ist, dürfen
Sie ganz beruhigt jein. So glanzend wie
hbeute geht es auf unierer Tertulia zte immeer
zu. Dies ist eine Auonahme zu Ehr des
Präsidemen, und vielleicht auch * (Vens
Zuuen zu Ehren. Souft sißen wir in der
Dammerung draußen im Garten oder auf dem
Patio, wo es so wundervoll lustig ist, und
mo es sith so traulich plandert beim Nauschen
des Springobrunnens. Da haben wir teine
anderen Sichter ald die funkelnden Sterne über
uns, da gibt es leine großen Toiletten und
leine sieiten Förmlichkeiten. Jeder tut, was
ihm belicht.“
„Man sitzt zu vieren, zu dreien oder auch
zu zweien beieinander und plaudert oder
schweigt, wie es einem eben ums Herz ist.
Sie durien die Art unierer Geselligleit wahrlich
nicht nach dem beimteilen, was Sie heute sehen.
Crt wenn Sie einmal an einem unserer gewohnlichen
Abende bei undo gewesen sind, werden
Sie sie wirtüch lennen gelernt haben,
und dann — wirder umspiette das Nixenlacheln
ihre Lippen — „ich 1 dessen ganz
bir
suher, dann werden Sie gewiß gern wiederkommen.“
Nodewaldt wollte antworten, aber da wurden
die Portieren zurüngeschlagen, und Donna
Mtarias königliche Gestalt wurde am Arm des
Pas#denten sitbar.
Sle schien nicht im mindesten überrascht, ihr
Töchterchen mit dem jungen Deutschen allein
zu lgen: lie nidlte ihm vielmehr sreundlich
unsere Truppen ausüben. Die Verbreitung solcher
der Wahrheit nicht entsprechenden Mitteilungen
bei den Truppen und Dienstpslichtigen
etscheint unerwünscht.“ Dieselbe Stelle erließ
am 29. Februar folgende als ganz geheim bezeichnete
Weisung über die Behandlung deutscher
kriegegefangener Offiziere: „Nach Mitteilungen,
die dem Stab des Duenaburger Militärbe
zirks zugegangen sind, sind in letzter Zeit
wieder Fälle beobachtet worden, in denen
Kriegsgefangenen, besonders # Offiziren, u weitgehende
Aufmerl#a amleiten und Vergünstigungen
gurn wurden. Der Obertommandierende des
ezirks besiehlt daher die strengste Befolgung
folgender Vorsch risten: 1. Kriegsgefangene Osfsiziere
sind in Wagen dritter Klasse, aber *
trennt von den Mannschaften, zu befördern. Sie
dürsen ihre Burschen nicht bei sich behalten;
diese sind rielmeher mit den übrigen Mannschaften
zu befördern. 2. Als Offiziersquartiere sind
die Meicklen Räume mie für Manusch alten auszusuchen,
aber getrennt von diesen. Offiziere
erhalten dasselbe Essen wie die Wie t
ten. Besondere Vergünstigungen sind durchaus
unslatthaft. Unterschrift (unleserlich)
Oberst“.
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5n ben Slerr. Rriegsschauplätzen.
Der amiliche österr. Bericht.
WTHB. Wien, 8. März. Amtlich wird gemeldet:
Durch die noch andauernden Kämpfe in
Russisch-Polen wurden vielfach Erfolge erzielt
und der Gegner aus mehreren vorgeschobenen
Stützrunkten und Schützenlinien unter starlen
Verlusten geworfen. Den gleichen Erfolg hatte
ein #murzer Vorstoß unserer Truppen an der
Front in Westgalizien, vo im Raume von
Goriice Teiie der feindlichen Schützengräben
durchbrochen und die Ortschaft nach einem blutigen
Kamfe erobert wurde. Mehrere Offiziere
und über 501) Mann wurden gefangen.
In den Karrathen wird hartnäckig gekämpft.
Im Naume von Lupkow setzten die Russen ge
siern Nachmittag einen Angriff mit starken Kräften
an, unter Einsetzen neuer Verstärkungen
wurden die gelichteten Reihen des Gegners stetls
erneuert und mit allen Mitteln vorgetrieben
und der Angriff tcotz schwerer Verluste dreimal
bis nahe an unsere Stellungen vorgetragen. Ze
desmal scheiterte der letzte Ansturm der Russen
unter, vernichtenden Verlusten an unsen Hindernislinien.
Hunderte von Toten liegen vor
den Stellungen. In einem anderen Abschnitt
der Kampffront gingen unsere eigenen Trup-Pen
nach den abgeschlagenen russischen Vorstößen
überraschend zum Angriff vor, eroberten
eine bisher vom Feinde stark besetzte Kuppe
und machten neuerdings 10 Offiziere und 700
Mann zu Gefangenen; auf einer benachbarten
Höhe wurden noch 1000 Russen gefangen. —
In Südostgalizien holte sich starke feindliche Kavallerie,
die gegen den Flügel unserer Stellungen
isoliert vorging, eine empfindliche Schlappe.
·
Kalien.
Deutsch-italienische
Verständigung?
Mailand, 3. März. Ueber die Zusam:
melunft des Ministerpräsidenten Salandra mit
aiolitli im Hause Gioliktis berichlet die „Stam-14
Die Unterredung habe ohne Zeugen stattwie
wenn #ie uhn durch dies
1 die Unwillkommene
! 1 wollte und
Siroao“ von
her golanseno L
Zeichen ihrer Huld
Störung schadlos b
„Seine Exzellen m ie deinen
Zeichnungen schen, liene Isa! enke, es
Wiirdd d dir „Vergnugen ma chen, seinen Wensch zu
ersüllen
Die Sennorita shürzte ein wenig dle Oberlippe,
wie um angudt uten, daß dies Vergnügen
keineswegs ein sebr lebhaftes sei: aber sie erihob
keinen Widerspruch und legte dem Präsidenten
einige von den Blöuern vor, die Rodewaldt
vorhin al: die bestgelungenen bezeichnet
Den jungen Deutschen aber lilt es jetzt
Mchr länger in dem kleinen, oon reinem "= nen
Veilchengeruch erfüllten Rau- em er soeben
die glücklichste halbe n! seinge, Lebenzugebracht
hatte. Als Seine Exgellenz sich in
wortreichen Aeußerungen der Bewunderung erging,
nahm er eine günstige Gelegenbeit wahr,
sich hinauszustehlen, und da er gewahrte, daß
die beiden an der Längsseite des Musiksaales
befindlichen großen Flügeltüren geöffnet waren,
trat er durch eine von ihnen hinaus ins Freie.
5. Kapitel.
Die dämmerlae Helligkelt der lauen füdlichen
Nacht ließ ihn erkennen, dah er sich in
einem Hofraum befand, der vielleicht auch ge-Hündeten
Anspruch darauf gehabt hätte, ein
arten genannt zu werden. Rings von einem
offenen Säulengang umschlossen, zeigte er in
seinem! mittleren Teile prüchtige Gruppen von
- Drangen- und Plirsichbäumen, dle in
Polmen.. Lebenesfü zu gedeihen schienen.
Saasn das lelse, eintönige Plätschern eines
ngbrunnens unterbrach dle hler herrschende,
gredoggue Stille, und Rodewoldt begrils, wie
gesunden und ihr Inhalt blelbe ein Geheim.
nis, soweit die ausmärtige Politik in Frage
kommt. ZJedoch sei die nochmalige Bekräftigung
der Unterstützung des Ministeriums Salandra
durch Giolitti erfolgt. Nach der Moiländer
„Sera“ wird die Unterredung in dem
Sinne gedeutet, daß die Haltung der italienischen
Regierung entschieden auf eine aufrichtige
Verständigung mit Deutschland in bezug auf
die Verwirklichung der nationalen Bestrebungen
Italiens gegenüber Oesterreich-Ungarn gerichtet
sei. Die Turiner „Stampa“ meldet, daß auf
dem Monte Citorio nach dem Bekanntwerden
des Besuches Salandras bei Giolitti alle kriegerischen
Gerüchte verstummt seien. Die Meinung
herrscht vor, die Konsulta werde die Verhandlungen
mit Oesterreich beginnen. Der
„Messagero“ teilt mit, daß vor der Zusammenlunft
Giolittis mit Salandra eine Unterredung
zwischen dem König, Salandra und Sonnino
stattgefunden habe. (3.
Eine türkische Stimme.
Konstantinopel, 8. März. Die türkische
Presse erörtert auch weiterhin eifrig die Haltung
Italiens. „Jeune Turc“ schreibt: Sachliche
Gründe und der Verlauf der Ereignisse veranlassen
die Italiener, die Solidarität ihres Landes
mit der unserigen zu schätzen. Die noch,
ganz junge Großmacht, die mit vollem Recht
den Ehrgeiz nach einer glänzenden politischen,
wirtschaftlichen und kommerziellen Zukunft
nährt, würde buchstäblich erstickt, wenn Rußland
seine Hand auf die Dardanellen legte,
um so den östlichen Teil des Mittelmeeres zu
beherrschen. Im Westen von Frankreich, im
Osten von Rußland eingeschlossen, würde Jlalien
erwürgt und fande keinen freien Ausueg.
Wir sind sozusagen die Hüter der italienischen
Interessen im Orient gegen die Moskowiter.
Unser Land ist dem Handel und der Industrie
der Italiener offen, die hier ein weites
Feld für ihre Tätigkeit finden würden, mit einem
Wort: Nichts trennt uns von FKalien. Wir
begrüßen die neue Bewegung, die Jtalien unserem
Lande nes nad **“ wird. (3.)
Gtiechenlands Ealscheldungsslunde
Es unterliegt leinem Zweifel, daß die Anstrengungen,
Griechenland in deu Krieg hineinzuzerten,
in leßzter. Zeit. von den Ententemächten
wverstärkt wurden. Der Dreiverband scheint
auch bei der Wahl seiner Mittel, Griechenland
an seine Seite zu bringen, nicht eben wählerisch
zu sein. Eine Verschwörung gegen das
Leben des Königs, welche man in Alhen auf
gedeckt hat und die zur Verhaftung der Betei-Anten
führte, wird sich unschwer in Zusammenhang
mit den von der Entente belieblen teroristischen
Mitteln bringen lassen. Der epirotische
Bandenführer Kutzior soll in Athen verhaftet
worden sein, weil er einen Anschlag auf
das Leben des Königs organisierte.
Selbstverständlich steht die Haltung des Kö-I
nigs im Vordergrund des Interesses. Der Konig
hatte, um ein für allemal die Verantwortlichkeit
für die Politik der Neutralität mit dem
Volke zu teilen, den Kronrat einberusen, an
welchem alle Parteiführer teilnalzmen, sodaß
die Beschlüsse des Kronrates gewissermaßen der
Deckung des Königs dienen sollten. Welcher Art
diese Beschlüsse waren, ist bis zur Stunde noch
unbelannt. Das „Giornale d'Italia“ erfährt
aus Athen, daß der Entschluß des Königs Kon.
stantin, nicht gegen die Türkei zu interveniercn,
keinen Sieg der Zentralmächte gegen den Drei
lieb und heimlich es sich da zu#chen o#m
schirmenden, verschwiegenen Laubwerk mit
einem teuren Wesen plaudern lassen müle.
Langsam und noch ganz in dem Bann seiner
Märchenstimmung befangen, durchschritt er den
Gorten, um sich neben einer laubenartig angeordneten
Pflanzengruppe auf einem Nuhesit
niederzulassen. Er hatte von hier aus durch
die offenen Flügeltüren ungehinderten Einblick
in den hellerleuchteten Saal mit seiner Fülle
froh bewegter und festlich gekleideter Menschengestalten.
Und es schien ihm um vieles unterhaltender,
das Treiben da drinnen unbemerlt
aus der Ferne zu beobachten, als doran teilaunehm
uns höchste überrascht, vielleicht sogar ein
wenig erschreckt, wandte er den Kopf, als er
Klödlih elne Stimme in seiner unmittelbaren
ähe sagen hörte: inn 1 Abend, Sennor,
und ein schönes Lan ahr?“
Von dem Fwprem Pflanzen.
ruppe an seiner Seite hoben sich ihm jetzt,
a er schärfer hinsah, deutlich die Umrlsse einer
dunklen Frauengestalt ab, deren Gesichtszüge
er indessen gbensowentg erkennen konnte, als
die Eingelhelten ihrer Kleidung. Er zweiselte
nicht, daß es eine Dame aus der Gesellschaft
sel, die gleich ihm die Einsamkeit gesucht hatte,
und ihm jetzt ihre Alnwesendeit wohl nur verriet,
um ihn zu ver .
bitte um urelhung. Sennora, wenn
ich E#e gestört habe,“ wollte er eine Entschuldlhung
kr beginnen, aber sie siel ihm abwehrend in
8 störton mich nicht, und am wenigsten
ben Sie einen Anlaß, mich deshalb um
tczelhungzu bitten. Dieser Patlo 10% allen
Gästen des Haules offen, und ich habe es ledigder