NRumma 76 “#
Kreig- yordenen Aemter in den bisherigen Händen.
Auch als erster Schriftführer wurde Herr
Edh lossermeister Koch wiedergewählt.
Nach Feftsetzung des Haushaltplunes für das
meue Jahr brachte Herr Heliel den Dank der
Mitglieder an den Vorstand zum Ausdrud. Der
allgemeine Gewerbeverein Rosenhzim lann mit
Genugtuung auf die erfolgreiche Tärigkeit seines
Vorlitzenden und die rübrige Arbeitsgemeinschaft
seiner Vorstandsmitglieder zurückblicken.
Ze mehr sich der Handwerler= und Gewerbestand
von Rosenheim und Umgebung in strafser
Ordanisation zusammenschließt, um so größer
wird in Julunft der Nutzen sein, sowohl
sũt die Kräftigung des ganzen Standes als
auck für die Stadt selbit, da Kauflraft und
Leistungosähiyleit peboben wird. Durch eine
strasse Organisation werden die im Bericht über
die Landel erger Taaung so treffend geschilderten
Vorlommnisse bei Uebernahme staatii#er und
namentlich militärischer Auf.räge zu beheben sein.
Deshall möge der Voritand seine bisherige
Tätigleit auch in Zulunft fortsetzen, wenn seine
Arbeit von vielen auch die verdiente Anerkennung
leider nicht findet.
##——
Ko’ainossen.
Volldernährung und Wildschaden.
Aus der Fülle von Entschließungen. denen der
Reichstag in seiner letzten Sitzung zugestimmt
hat. möchie.! wir diejenige nachdrüäcklich hervorheben,
in der der Reichsklanzler erin#t wird, im
Interesse der Ernährung des Volsez sofort die
nötigen Masnahmen zu tresisen, um die Gesährdung
der biesjährigen Ernte durch Wildschäden
zu v rhindern; zu diesem Jweck heißt
es in der Entschliehung. haben die Behörden in
den Landesteilen, in welchen nennenswerte, die
Ernte beeinträchtigende Wildschäden orohen oder
erfalrungesgemäß einzutreien pfiegen, die Schonzeiten
des Wildes aufzulehen, die Jagdberechtiglen
in erfolgreicher Weise zum Abschuß des
Wüdes anzuhalten und diesen Abrchuß erforderlichenfalls
seist in anderer Mise energisch
dur zuführen. Es bedürfte eigentiich keiner
Worte, daß in eiser Zeiit, in der die politische
Existenz des Volles von ieiner aui längere Dauer
ausreichenden Ernährung abhängig i't, die lünftige
Ernte unter allen Umitänden gegen den
in vielen Landesteilen sehr beträchtlichen Wildschaden
geschügt werden muß. Wenn in Friedenszeiten
der Weg genügte, dem privaten
Eigentümer der besahirn, en Flurstücke Enischädigungen
zu geben, so trifft heuutage jeder
Verlust an Nahrungemitteln das ganze Volk.
Der Reichstag hat gute (bründe gehatt, wenn er
die Aufmerksamkeit auf diese Dinge gelenkt hat.
Denn einmal befindet sich ein sehr großer Teil
der Jäger im Felde, so daß der Al'chuß ohnebin
geringer ist. Ferner haben die zurückgebleebenen
Zäger in diesen Zeitläujlen weniger Reigung
zur Jagd, und schließlich betrachten es
manche Jagdinteressenten als eine günstige Ge—
legenheit. den Wildbestand zu schonen und sich
vermehren zu lassen. Weil sich der Reichstag
mit Recht wenig davon verspricht, es den Jagd-FFrechtigten
selbst zu überlassen, in genügendem
Umfange Wild akzuschießen, hat er den Hauptwert
der Entschließung auf den letzten Sat
gelegt, in dem die Behörden angewiesen werden,
selbst den Abschuß durch geeignete Mahnahmen
durchzufülren und sich nicht auf den
guten Willen der Jäger zu verlanien. Aus Jägerkreisen,
die an sich die Notwendigleit des uneingeschräntten
Wildabschusses nicht zugeben, da
sich nicht alle: Wild von landwirtschaftlichem
Wachstum ern #r. wird hiezu darauf aufmerksam
gemacht, dan i## den Fällen, wo Abhilfe
nottut, in Bayern bereits eine Jandpolizewwerordnung
vom Jahre "5 eine Handhabe bietet.
Nach 8 5 dieser Verord. g itt der Jagoausübungsterechtigte,
wenn sich i: eistem Jagdbezirk
ein der Land= oder Forstwirtschn nachteiliger
Ubermäßiger Wildstand ergibt, auf Anordnung
der Dittriltspolizeibehörde verpflichtet,
den Wildbeftand in dem Umfange, wie es von
dieser Behörde vorgeschrieben wird, abzumindern.
Rosenheim, den 30. März.
Auf dem Felde der Ehre gefallen:
Tuiilier Franz Inzinger, Sohn des vormaligen
Salin-Lokomotioführers Josef Inzinger in
Raubling, gestorben an den Folgen eines Halssckusses
in einem Feldlazarett in Ostpreußen;
Rupert Löw, Streilhuberbauerssohn in Erpertskan,
Pfarrei Eiselfing, Ers.-Res. im 148. prenß.
Inf. Agt.: Johb. Eisner, Grüblbauerssohn von
Fürth. Pfareei Ampfing, Feldzugssoldat im
2. Landwehr-Inf.-Rgt.
Auszeichnungen im Felde. Der Reinschmiedfohn
Jakob Waller aus Kiefersselden ist
mit dem Birorrdienstren 3. Kl. ausge-2eichnet
worden. Der Wagnermeisterssohn Josef
Kogelsperger aus Bad Aiblinq erhielt das
Eiserne Kreuz, ebenso der Schugmann Vinzenz
Dies aus Traunstein, der gleichzeitig zum Feldwebel
im Nes.= Juf.-Ngt. Nr. 16 befördert wurde.
Der Sanitätsunteroffizier Martin Blattl aus
Traunstein wurde mit dem Militärverdienstkreuz
3.# Kl. mit Krone und Schwertemm ausgezeichnet.
Paketverkehr an die Ostfront. Amtlich.
Vom 29. März an wird der private Paketund
Frachtgutverkehr auch mit den im Osten
befindlichen Truppen (mit Ausnahme der in
Halizien und in den Karpathen verwendeten)
#——— Moge
nach Maßgabe der seit dem 22. Februar gültigen
Vorschriften zugelassen. Hierbei ist Vorauesetzung,
daß wegen der schwierigen Beförderungsverhältnisse
auf den in Frage kommenden
Eisenbahnen nur unbedingt notwendige Gegenstände
zum Versand gelangen und jedes Uebermaß
vermieden wird. Andernfalls müßte diese
Bergünftigung zur Verhütung von Stockungen,
die beim Weihnachtsverlehr lebhaft beklagt
wurden, wieder ausgchoben werden. Die Mitteilung
des Zeitpunktes, zu dem die Annahme
von Paleten usw. auch für die Truppen in
Galizien und in den Karpathen zulässig ist,
erfolgt später.
Von NRosenheimer Gymnasiasten
ging am 15. März wieder eine Liebesgaben-Sendung,
bestehend aus gquten Zigarren und
vortrefflichem Rauch labak, an die Truppen der
baperischen Ersatz. ivision ab. Sie ist gut angelommen,
wie aus eilem vom 25. Mätrz 1915
datierlen Briese des Herrn Kommandeurs der
Division, General der Infanterie Ritter von
Benzino, an den die Absendung besorgenden
Herrn Professor zu entnehmen ist. Seine Erzellenz
schreibt unter anderem folgendes: „Soeben
wurde mir das Eintreffen Deiner Liebesgabensendung
gemeldet, deren Verteilung auf
die Truppen nun sogleich erfolgen wird. Diese
merden eine helle Freude haben, wenn sie alle
die schönen Kisichen und Päckchen mit ihrem
prächtigen Inhalt erblicken und wenige Schritte
vom Feinde entfernt die blauen Rauchwolken
emporsteigen sehen werden. Sie werden gewiß
alle der freundlichen jungen Leute, die sich um
die kämpfenden Krieger so verdient gemacht
haben, mit tiefster Dankbarkeit gedenken. Auch
ch bin ihnen heczlich dankbar für 8 hilfsbereite
Gabe, in der eine Anerkennung und ein freundlicher
Gruß für meine braven Soldaten liegt,
die so wacker an ihrem hart bestrittenen Platze
ausharren. Bitte, sage Deinen jungen Herren
unseren herzlichsien Dank, der aber auch Dir
als dem Veranstalter der Liebesgaben-Sammlung
gilt. Ich lasse die Spende einem bayerischen
Regimente zugehen, das aus Oberbayern
besicht. Die Gabe wird also engeren Landsleulen
der Spender zugute kommen.“
Ueber Volksernährung in der
Kriegszeit sprach am vergangenen Sonntage
im ꝓBrau am Anger“ Herr Handelschemiter
Dr. Mar Winckel aus München vor
einem leider nur sehr kleinen Kreise von Zuhörern.
Der Vortragende hat sich durch seine
Tätigleit und Arbeilen auf diesem Gebiete
bereits einen klangvollen Namen gemacht; erst
vor wenigen Tagen ist das sehr beachtenswerte
„Kriegsbuch für Volksernährung“" (Verlag von
Carl Gerber-München) von ihm erschienen. In
allgemein verständlicher und anschaulicher Weise
verbreitele er sich über die Grundsätze der Ernährung
und die Anforderungen, die uns bei
der jetzigen Kriegslage hiernach erwachsen und
an uns gestellt werden, wenn wir den Aushungerungsplan
umerer Feinde zunichten maben
wolslen. Wir müssen uns auf das Notwendige
beschränken und unsere bisherigen Lebensgewohnheiten
darnach einrichten und abändern.
Zwischenmahlzeiten, Nachspeisen und
dergl. müssen in Fortfall kommen. Die Hauptmahlzeiten
sollen hauptsächlich aus Kartoffeln,
Milch, Zucker, Obst und Gemüsen bestehen, Brot
und Fleisch sollen hiernach nur noch mähig genossen
werden. Erforderlich ist vor allen Dingen,
daß die Speisen gut und schmackhaft zubereitet,
richlig genossen. d. h. gut gekaut und auegenützt
werden. Wir alle haben bisher fast durchweg
allzu reichlich gegessen und vielfach zu
ippig und sogar gesundheitswidrig gelebt.
Fleischnahrung war die überwiegende, während
Unsere Bodenerzeugnisse, insbesondere der Genuß
von (Gemüfen. Obst dabei viel zu kurz
Jelommen sind. Auch der ausschließliche Genuß
von Weizenbrot war für uns kein Vorteil,
unserem Körper ist Kriegsbrot, wie wir es jeht
essen müssen, d. i. Schwarz= und Grobbrot viel
zuträglicher und nahrhafter. Unsere Ernährungsweise
sollte daher von jetzt ab auch in
Zukunft wieder eine naturgemäßere, richtigere
und damit gefündere sein und bleiben. Die
Nährpflanzen und einsache und emischte Kostsormen,
wie solche bei unseren? Porfahren üblich
waren, sollten wieder viel mehr bei unserer
Nahrung zur jeltung kommen. Unser Land
müßte hiezu mehr und mehr angebaut und ausgenutzt
werden, um die Einfuhr ausländischer
Nahrungs= und Genuhmittel möglichst einzuschränlen,
aber auch dem übermäßigen Flelschund
Alkoholgenusse entgegenzuwirken. Unsere
Kinder mülsen in Gartenarbeit, aber auch in der
Ernährungslehre in den Schulen unterrichtet
werden, namentlich unsere Mädchen und künfligen
Hausfrauen. Der Redner streifte daran
anschließend noch die Säuglingsernährung. Hier
wie auch bei unseren Kranken sei in unserer
schweren Zeit besondere Sorgfalt am Platze.
Zede Mutter habe deshalb nicht nur eine nakurliche,
sondern eine ebenso ernste und patriotische
Pflicht zu erfüllen, nämlich ihr Kind
selbst zu stellen, damit wieder ein gesunder und
kraftvoller Nachwuchs herangezogen werde, um
die Lücken, welche dieser blutige und unheilvolle
Krieg in unsere Nation gerissen hat, wieder
auszufũüllen. Die natutgemäße Erncchtung
des Kindes durch die eigene Mutter kann durch
Peineclei künstliche in nur einlgermaßen befriedigender
Weise ersetzt werden, während lehterr
allerlei Gefahren für das aumonche. Leben mit
sich bringt, die sich nicht immer sofort bemerkbar
machen. Das Stillen sollte auch nur in
den Notsfällen umgangen werden, wo solches
absolut ausgeschlossen ist. Kleinen Kindern sollte
man Jucker, an dem wir ja lleberfluß haben
und der ein wertvolles Nahrungsmittel ist, nicht
in Form von Schleckereien und nicht in gröberen
Mengen geben, sondern möglichst untermischt
mit anderen Nahrungemitteln, z. B. mit
Obst verkocht u. dgl. Ein warmer Aufruf, auch
daheim treu und einträchlig in den Tagen der
Not unseres Volkes zusammenzustehen und die
Absicht unserer Feinde, uns durch Hunger zu
bezwingen, ebenso zu vereiteln, wie draußen
im Felde, deren Angriffe an dem Mute und
der Tatkraft unserer Lieben zerschellen, schloß
den ausgezeichneten Vortra
Osterverkehr. Anläßlich der Osterfeierlage
werden zu zahlreichen fahrplanmäßigen
Zügen noch Vorzüge gefahren. Außerdem verlehrt
am Ostersonntag und Ostermontag der
Personenzug Nr. 844 Rosenbeim ab 8 Uhr 12
Min. abends, Grafing-Bhf. an 38 Uhr 41 Min.
abends, München-Ost an 9 Uhr 8 Min. abends.
München-Hbbhf. an 9 Uhr 25 Min. abends;
ferner am Ostermontag suersonenuon Nr. 856
Traunstein ab 7 Uhr 10 Min. abends, Uebersee
ab 7 Uhr 31 Min., Prien ab 7 Uhr 46
Min., Endorf ab 8 Uhr 4 Min., Nosenheim
an 8 Uhr 2. Min., ab 8 UUr 32 Min. abends,
Grafing. Bhf. an 9 Uhr 4 Min., München-OstJ
an 9 gor 31 Min., München-Süd an 9 Uhr
37 ,Mnchen- Höhf. an 9 Uhr 48 Min.
Fah
Ein Ostereierverbot. Der kommandierende
General des 1l. bayer. Armeekorps
Freiherr von der Tann hat folgende Bekanntmachung
erlassen: „Auf Grund des Art. 4
Jiff. 2 des Kriegszustandszesetzes bestimme ich:
1. Der Verkauf von gefärbten Eiern, sowie das
sogenannie Eierspecken wird verboten. 2. Zuwiderhandlungen
werden mit Gesängnis bis zu
einem Jahre bestraft.“
Die Invalidenkarte der Heeresdienstpflichtigen.
Ueber lurz oder lang
werden auch Teile des ausgemusterten ungedienten
Landsturms einberusen werden. Aus
diesem Anlaß seien auch die Angehörigen dieser
Landsturmleute darauf aufmerksam gemacht,
daß sie auf den rechtzeitigen Umlausch der Invalidenkarten
der Eingezogenen achten. Innerhalb
zweier Jahre nach dem Ausstellungstage
gehen alle Ansprüche aus früheren Karten verloren,
wenn die letzte Karte nicht in der gesetzten
Frist zum Umtausch vorgelegt wurde.
Im allgemeinen wird ja, selbst dei längerer
Arbeitslosigkeit eine Invalidenkarte mindestens
vor Ablauf der gesetzten Frist vollgekiebt und
zum Umtausch eingeliefert sein. Immerhin
aber besteht die Möglichkeit, daß Verseen vorkommen,
die sich später bitter bemerkbar machen
können. Es sei nur daran erinnert, daß die
Angehörigen der im Kriege Gefallenen An
sprüche aus Witwen= und Waisenrente erheben
lönnen. Vorbedingung ist aber, daß die An.
wartschaft aus der Invalldenversicherung infolge
verspäteten Karlenumtausches nicht erloschen ist.
Ist die Karte eines Kriegsteilnehmers umge
tauscht, denn brauchen keine Marien für ihn
geklebt zu werden. Die geleisteten Militärdienst
wochen zählen ohne weiteres als Beitragswochen
zmeiter Lohnklasse. Nach dieser Richtung
ist also alle Aufmerksamleit geboten.
Vom Wendelstein. Das neue Wendelstein-Verghotel,
über das wir wiederholt schon
berichtelen, lät sich sehr gut an. Zahlreiche
(äste halten sich vier bis sechs Wochen oben auf,
weil die Höhenluft nur gesundreitsförderlich sein
kann. In Vayern wird es wohl ein zweites
Berghotel auf dieser Höhe nicht mebhr geben. In
dieser ernsten zeit gitt es auch, sein Geld im
Inland zu lassen. Der Wendelstein mit sei.
nem Berghotel ist ein guter Eriatz für die
Schweiz. Die Pensionepreise sind den Talverhältnissen
angepaßt, was geboten wird. ist erst.
ilassig. Die Einrichtung des Hotel- wurde schon
mehrfach erörtert. Das Haus ist ent#tnend durch
seinen modernen einschmeicheinden Komfort. Das
Berghotel war in letzter Zeil gut besetzt. II. a.
gedachte man auch der hundertjährigen Wlederkehr
des Geburtstages Bismarcks. Von einem
Münchner Professor der Bildhauerei und anderen
Gästen wurde beim Wendelsteinhaus eine
große Bismarckbüste aus Schnee gemacht. Man
ist ganz verblüfft, wenn man beim Verlassen
des Wendelsteintunnels ein Bismarckdenkmal in
künstlerischer Ausführung vor sich sieht. Die
Büste ist zwei Meter hoch. Abends fehlt es nich!
an Unterhaltung durch mustkalische Vorträge
usw. Der Wendelsstein war noch immer unser
Lieblingsberg und wird es jetzt erst recht dlekben.
Wer einfacheren Komfort wünscht ist im alten
Wendelsteinhaus ebenfalls sehr gut aufgehoben.
Dort sind auch etwa 60 Matratzenlager, für
Damen und Herren getrennt. Herr Geheimrat
v. Steinbeis hat auch mit dlesen neuen Schöpsungei
Grohes geschassen. Herr Hotelier Fuchs
wirtschaftet mit Vm#sschr und läßt sich von groem
Unternehmungsgelst bestens leiten. Jedensallo
werden auch die kommenden Ostertage
dem Wendelstein zohlreichen Besuch zuführen.
Klassenlotterie. Die F Ausgabe der Lose
zur 4. Klasse der 5. Preuß.= Süddeutschen Klassenlotterie
hat bereits begonnen. Der Schlußlermin
für die Erneuerung der Lose ist am 9.
April bei Vermeidung des Verlustes des An.
rechtes auf die Lole zur 4, Klalle.
Mittwoch, 31. März 1915
Geisteskrank. Ein Taglöhner von Haunlenzell
wurde heute wegen Geisteskrankheit ins
Krankenhaus verbracht.
Maul- und Klauenseuche. In der Gemeinde
Feldkirchen ist die Maul= umd Klauenseuche
erloschen. In Mühlberg, Gemeinde Amerang,
ist die Seuche ausgebrochen.
Aus Judufleie und Gewerde.
Zur weiteren Einschränkung des
Braulontingents, die vor einigen Tagen
im Reichstag zur Beratung stand, wird uns
vom Verein der Brauereien des bayer, Oberlandes
geschrieben: Wenige Industrien sind
durch die Mahnahmen, die durch den Krieg
hervorgerufen wurden, so schwer bekroffen worden
wie die Branindustrie. Durch die Einfüh
rung des Höchstpreises murde den Brauereien erschwert,
ja teilweise unmöglich gemacht. ihren
Bedarf an Nohmaierialien zu decken, und so
weit es ihnen gelang. nur zu erhöhten Preisen.
Im Oberland wird Gerste nicht oder doch nur
in geringen Quantitäten gebaut, weshalb die
Brauereien ihren gesamten Gersten= und Malz.
bedarf fast ausschließlich vom Handel und Malzfabriken
decken mußten. Dann kam die Kontingentierung
und endlich die Gerstenbeschlagnahme
und jetzt spricht man von Malzbeschlagnahme.
Jast jede Woche neue MahUnahmen,
von denen gerade die Klein und Mittelbrauer
am schwersten betroffen werden. Die Kontin.
gentierung bedeutet für diese einen großen Verlust.
Würde die Fabrikation des Bieres aufhören,
und dies würde bei einer weiteren
Kontingentierung oder Beschlagnahme des Malzes
eintreien so fallen auch die werkvollen
Nebenprodukte, dic jetzt dringend gebraucht werden,
hinweg. Gibt doch jeder Zeniner Malz
einen zentner Treber, welcher, nachdem der
Haber in Beschlag genommen wurde, heute ein
unentbehrliches Ersatzmiltel für Pferdefutter
darstellt. Die S.illegung der Brauereien würde
Folgen hervorrufen, die sich heute noch gar
nicht übersehen lassen. Gerade die Landwirt
schaft hat das allergrößte Interesse an der
Erhaltung der kleineren und mitlleren Brauereien
und mit ihr die Gewerbetreibenden am
Lande. Mit Schrecken würden Landwirte und
(bewerbetreibende zu späl einsehen müssen, welche
Einnahmequellen sie durch die stillgelegten
Brauereien und Eristenzloligkeit der Wirte verloren
haben. Was wird aber dann später sein.
wenn die ZJahl der Landbrauereien sich stark
vermindern wird? Die eingegangenen Braue
reien verwandeln sich in Bierdepots der Münhener
Großbrauereien. Dort wo früher genälzt
und gebraut, wo auf dem Lande prima
Futtermittel wie Treber und Malzkeim produsiert
wurden, wo (Geurerbetreibende im Orte
ständig Ar#l#ei# ud du.e Verolem hatten und
vo vor alle 1(.A., :GmeindH eine einträg.
iche Steuerquelle besaß, erinnern nur noch Bier
ässer irgendeiner großen städtischen Bierfabril
an frũhere gute Zeiten. Die Großbrauereien
verden nicht die Produtte der VLandwirtschaft
vie Gerste, Haber, Heu, Torf, Holz, Bieh und
Fleisch in Gegenrechnung nehmen, sondern für
ehr Prodult von ihren Abnehmern Zahlung
in Bargeld verlangen. Darum leben und leben
assen!
IIIEIIII
Volkotheater. Am Ostersonntag nach
nittago und abends gelangt im Hotel „Deut#-cher
Kaiser“ „Die belden Reichenmüller“, Posse
ziu 4 Atten von Anton Anno, zur Aufführung.
ODas Stück zählt zu den besten Possen, stand
Viele Jahre auf dem Repertoire des Münchener
Härtnerplatztheaters und fand unter Dreher,
Neuert, Brunner usw. dort riesige Erfolge. Wir
ind überzeugt. daß unser Vollstheater damit
für die Ost-# lterfeiertage eine gute Wahl getrofjen
hat. Die Nansstagsborselsung beginnt
Runlt 3 Ull.r, sodaß den auswärligen Theaterfreunden
auf allen Bahnlinien günstige Rück
fahrtgelegendeit geboten ist.
Für die Angehörigen der Kriegsteilnehmer sind
bei der Stadtkämmerei weiler ngrgangen
43 412.42
Uebertr
1. Rate für ——
am 20. März 1915 500.—
P#echensammi#ung 32.
eiebuchen Anzeiger 15.5)
Sammilung am K. Amtzgerichte 6.31
58. Kirchensammlun 41.—
Quartiergelder von Wotrenschinmel 18.—
Für leere Säde (Mailkeller 1
Sammlung mehrerer Zugführer und
Schaffner *
Sa. 14056--1
Von zahlreichen Geldzugetellnemern. sind der
Schuhmacherel Engelbert Rid & Sohn, Hoslieseranten
in München, Dansschreiben zugegangen,
welche in sehr anerkennenden Worten
die außerordentlich gute Paßform und die
Dauerhastigkeit der von dieser Firma bezogenen
Militärstiefel, Reltstiefel, Ledergamaschen usw.
bestätigen. onders hervorgehoben wird von
einzelnen Briesschreibern, daß die S -#ud
Gamaschen trotz der Strapazen des ain verfeldzuges
und trotz monntelangen Tra. #, sich noch
im besten Zustande bessupen. De rbemung
schreiben haben unserer Expedition zur Einsich!
Lorgelsgen.