Full text : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

Nummer  94

Holn—,Leilen  Auielaen.

reitag,  23.  April  1013

 

Vom  Jeppelinangriff  auf  Eugland.

Berlin,  21.  April.  Aus  zuverlässiger

Quelle  verlautet,  daß  bei  dem  kürzlichen  zeppelinangriff

  auf  den  Tune  auch  ein  euglisches

Schlachtschiff  erheblich  beschädigt  sein  soll.  (J.)

In  den  Kolonleu.
In  Deutsch-Südwestafrika.

London.  21.  April.  (Neutermeldung.)  Aus
Kapstadt  wird  berichtet:  General  Smuts  sagt
in  einem  Armeebefehl,  die  Besetzung  von  Belhanien,
  Seehe  im  und  Keetmanshoop  bilde  den
Abschluß  einer  wichtigen  Phase  der  Operationen;
  die  südlichste  Provinz  Deutsch-Südwest
afrilas  sei  besenn.  Die  benkbalen.  östlichen  und
südlichen  Streitträfte,  die  bisher  getrennt  vorgegangen
  waren,  hätten  jeßt  Punkte  erreicht,  von
denen  aus  ein  enges  Zusammenarbeilen  möglich
  sei.  In  Zulunft  würden  diese  Streitkräfte
die  südliche  Armer  bilden  zum  Unterschiede  von
der  nördlichen  Armer  unter  Botha,  die  die
Walsischbai  als  Basis  habe.  3.)

V

 

bom  önlichen  sicleunicquupluh.
Die  Kam  uslage  in  Nordpolen.

Berlin,  51.  April.  Der  Kriegsberichterflat
ler  des  Verliner  Lolalanzeigers  berlchtet:  „An
der  ganzen  nordpolnischen  Front  herricht  im  allgemeinen
  Nule.  Infolge  der  schlech:  en  Wege
verhälimisse  sind  in  den  letzten  Tagen  leine
opcraliven  Veränderung:  euhu  ersolgt  und  für  die
nächsten  Tage,  bi.  die  überschwemmien  Gebiete
wieder  austroacnen,  sind  leine  besonderen  Ereig
nisse  zu  erwarten.  Der  Kampf  beschrankt  sich
haupisächllich  auf  ein  flaues  Artillerieduell,  wozu
das  klare  Wetter  sehr  günstig  ist.  sind
außer  lieinen  Vorxoslengeseckten  nan  gam  un
tergeordneter  Bedemung  lrine  (icchte  im
Gange.  Einen  Angrifi  amt  unser  Sielinngen,
deren  Stärle  dem  Gegner  wohl  bekannt  ist,
wagt  er  nicht  und  es  ist  laum  anzunehmen.  daß
ein  solcher  Angriff.  wenigsiens  mit  den  Kräften.
die  die  Russen  hier  haben,  in  der  nächsten
Zeit  ersolgen  wird.  Nach  allem,  mas  ich  hier
gesehen  habe,  sind  die  Siellunge  euu  beinahe  un
einnelmbar  oder  nur  mit  Aufwendung  der
großten  Menschenopfer  zu  holen.  Nach  den  Erfahrungen
  der  lezten  Kämpsfe  jedoch  scheim  die
russische  Armerlei#ung  mit  ihrem  Menschenmaterial
  sparsamer  umzugechen,  al?  bisher,  denn
seit  den  Kämpfen  bei  Krasnopol,  wo  die  russischen
  Koionnen  haufenweise  dahingemäht  würden,
  werden  sie  sehr  vorsichtig  zum  Angriff  eingesetzt.
  Die  Qualität  der  hier  stelenden  gegnerischen
  Truppen  ist  anscheinend  nicht  die  beste.
Jeden  Tag  werden  Gruppen  eberiäufer  von
unseren  Vorposten  ausgenommen  und  die  Gefangenen
  sagen  aus,  daß  die  Mannschaften  der
meisten  Regimenier  nach  kaum  fünswochiger
Ausbildung  in  die  NRegimenter  eingestellt  wurden.
  Waren  die  Schusleillungen  der  russischen
Infanterie  in  den  vergangenen  Rampsphasen
nicht  großartig.  so  hat  sich  die  Schußfertigleit
der  gegnerischen  Truppen  ganz  aug:  uschrinlich
noch  verschlehtert.  Sollie  es  den  Russen  tron
der  starlen  Znanspruchallme  an  den  anderen
Fronien  gGelinge.  zur  Lisigen  Front  Verflärtungen
  heranmzielen,  so  lönnien  wir  ihren  An
grissen  mit  Vertrauen  für  unsert  Sacke  entgegensehen.
  in  Anbeitrachl  der  von  unseren
Truppen  einpenminenen  anderordentlich  starken

ZSo#st

 

Ein  Amerikaner  über  die  Russengreucl.


Berlin,  21.  April.  Der  Vertreler  ameri
lanischer  Zeilungen,  Edward  For,  der  die  deutschen
  West=  und  ÖOstfronlen  besuchte  und  das
amerikanische  Lublilum  ant  eigener  Anschauung
  unterrim  ltet,  sch  reihi:  Ich  bin  mir  bewußt,
daß  ich  di:  vo.re  Veran.worlung  dasür,  was
ich  sage,  zanen  mus;  und  auch  tragen  lann,
nämlich  daz  die  Russen  in  Ostpreußen  gesengt,
gemoldet,  ge;  landert  und  g#schände:  haben,  woimmer
  sie  Uingeiommen  sind,  und  zwar  in  einer
Weise,  dir.  g-#'üderl  werden  lann.  Auf
Ein  elheiten  lang  i#  mi.h  jeßn  nich!  einiassen,
aber  ich  vdeide  schon  dasür  sorgen,  daß  diese

 
   

Eimelheilen  i:  Amcrila  belannt  werden.  Und
wollen  Sie  isen,  wat  #i  D  usschen  bagenen
tun?  Si  schäfligen  di.  hungernde  Bevollerung
  an  Nr  Ausbesserung  der  Siraßen  und
beim  Brüäenbau,  bei  Eisenbahnbauien  u#w.

und  zahlen  ihnen  eine  Markl  täglich  und  füt#ern
sie  noch  obendrein,  und  die  deutschen  Soidaten
scheinen  dar  letzie,  was  sie  haden,  mit  ihnen
zu  teilen.  Ich  habe  nichis  von  den  angedrohten
deulschen  Rexressalien  gegen  die  scheußliche  russische
  Mordbrennerei  gesehen,  aber  wunbern
sollie  es  mich  nicht,  wenn  den  Deutschen  endiich
die  Geduld  aueninge  und  sie  wirlklich  zu  Ver
deltungsmattregeln  schritten.  1.##7

-  «  Jss  4i½  1  Fr.  .
cIMUWQZXTthHL  Iszkksks
Der  amtliche  österreichische  ß*r-WIB.

  Mien.  21.  April.  Amtlich  wird  *
meldet:  In  den  Karpathen  Lhal  der  Geguer
seine  verinttreichen  Augrifse  gegen  die  wichtig:

.-..-.—...
tunlesktnnuurMonlIcttgckannurJut
—«.--...--...-.--.-·....
cinchcllLUse-giltinsbcjondcchonjcncn
....-.·.-..-...-.-..-.-.-Abscniucnunfcrck»Ja-innigemdicdi.-l;c·:ctt


--—--·-—-..—-—·- 



 

 

EinbkndmuscqcnachUnqakn.dagLndaoochr
dorcza  und  Ungial  decen.
—

Abseits  dieser  Hauptvorrüdungslinie  im

   

   

 

Waldgebirge  Wischen  dem  Laborcza  und  Ungtaic
  versucht  der  Feind  auch  ##e34  noch  mit  starlen
  Kräften  durchzudringen.  Ein  Durchbruch

in  dieser  Richtung  sollke  den  trotz  schwerster
Opfer  frontal  nicht  zu  bezwingenden  Widerstand

 

 

unserer  Tal=  und  anschließenden  Höhenstellungen

 

durch  eine  Umgelung  brechen.  So  entwicelten

sich  im  oberen  Czirolatal  bei  Nagypolan)  sowie

 

1  Queilengebiet  d#s  Flusses  neuerdings  heslige

Kämpfe,  die  mehrerc  Tage  und  Nächte  hindurch

  andauerten.  Auch  hier  erlitten  die  heftigen
rusüschen  Vorsiöße  schließlich  das  allen  früheren
Angriffen  Teil  gewordene  Schidjal.  Nach

Verlust  von  vielen  tausend  Toten  und  Verwun-.S....
  —

 

deten  sowie  über  3000  unverwundeten  Gefange- 



Siellungen  #iang  der  polnisch  masurischennen  wurde  der  Vorstoß  vom  Feinde  aufgegeben.
Seenkelte.  u  ---.

 

Den  vielen  im  Ausland  verbreiteten,  auch
osfiziellen  Meldungen  der  russischen  Heeresleilung

  über  Erfolge  in  den  langwierigen  Karpralbenlämpsen,

  lann  turz  gegenüber  gehalten
werden,  daß  trotz  aller  Anstrengungen  und
Mostr  pfer  der  vom  Ceguer  stets  als  Hauptangriffstriel
  und  als  besonders  wichtig  bezeichnete
  Uszolerpaß  nach  wi:  vor  sest  in  unserem
Besiy  ist.

An  den  sonpigen  Fronten  fanden  Geschützlämpse

  stall.  Die  Situation  ist  überall  un- 



 

 

verändert.
.

Weitere  öslerreichische  Erfolge.

Budapest,  22.  April.  Der  „Pester  Lloyd“
meldet  aus  Egeries:  Unsere  Artillerie  sprengte
ein  russisches  Pulvermagazin.  Die  Versuche  der
Russen,  ihren  rechten  Flügel  von  Konieczna  nach
dem  galizischen  Wyszova  auszudehnen,  sind  veritelt.
  In  der  Front  Manczova  u.  Uszic  drängten
  wir  die  Russen  sechs  Kilometer  zurück  und
machten  viele  Gefangene.  Sie  berichteten,  daß
sie  1ägiich  nur  mehr  ein  Viertellilogramm  Brot
und  rohes  Pferdesleisch  belämen.  (3.)
mmprnvrrshtebunen  in  Serbien.

Wien,  April.  Durch  die  mazedonischen
Unruhen  bellnah  verschob  Serbien  zwei  Di
bisionen  von  der  ungarischen  an  die  bulgarische
Grenje.  Die  weibliche  Bevöllerung  der  Grenzgehieie
  murde  zu  Besesfligungsarbeiten  herangesogen.
  (.).)  ½“

Jalien.

Teutsünsfeindliches  aus  Italien.

N  om.  22.  April.  Das  Gebaren  eines  Teiles
  der  itmir  nischen  Presse,  die  sortwährend  die
noch  in  Stalien  weilenden  Deutschen  und  Oesler
reicher  ais  pione  in  einer  regelmäßigen  Aus
gabe  unter  dem  Titel  „Habt  acht  auf  die  Deutschen“
  verleumdet,  trägt  traurige  Früchte.  Aus
mehreren  entlegenen  und  militärisch  absolut
nleick  gülligen  Orten,  wir  dem  weltfremden  Orbino,
  Reggio  und  Emilia  wird  gemeldet,  daß
Fremde,  als  der  Spionage  vshdachnge  Per
jonen  verhaftet  worden  sind.  (4

2
die  Türter  un  Belttrieu-Der

  amtliche  türlische  Bericht.
WVIB.  Konstantinopel,  21.  April.  Das
Hauptquartier  teilt  mit:  Auf  der  kanlasischen

Front  ereignete  sich  nichts  von  Bedeutung.
Zuei  seindliche  Panzerschiffe  schleuderien  ge
itern  in  Zwischenräumen  und  aus  weitem  Abstande
  erfolglos  über  100  Granaten  gegen  un
sere  Batterien  an  den  Dardanellen,  die  es

nicht  nötig  hielten,  das  Feuer  zu  erwidern.
Die  Engländer,  welche  südlich  von  Ahoczs
lagern,  wurden  am  12.  April  in  der  Frühe  von
unseren  Truppen  angegriffen,  und  nach  einem
bis  zum  Nachmittag  dauernden  Kampse  gezwungen,
  sich  in  den  Verschanzungen  ihres  Lagers
zu  verbergen.  Das  Feuer,  welches  von  unserer
Artillerie  gegen  vier  ihrer  Schisse,  2  große
and  2  lleine,  und  gegen  2  Motorboote  eröffnet
werrde,  beschädigte  zwei  v###  diesen  Schiffen.  Auf

 

Der  nene  Saukdtrekter.

EXXAIIIIIIIIII
Gd#  er#h  :

Der  He#  Frack  nahm  denn  #.  sogleich
das  wori.  erner  war  ernaunt  über
die  Leb.  .eit  und  Wöüime  der  Schilderung,
die  er  von  den  Erleb  nissen  seines  Kiiemen  entwarf.
  Man  hatte  ilmn  ja  ichen  ofter  von  der
Redegewandthrit  und  den  lheatralischen  Gepilogenhriten
  ##t  Veri-  di  Ver  vor  den  argen-Unischen
  Germ  :  johlt  aber  konnte
er  sich  aus  eig  :  )u..c  II  no  czumcn,
bis  zu  welcher  Mrislerse  isi  in  Aui#st  des
Schönredens,  der  küng  enden  rns  und  der
wirkunne:  svollen  Gene  es  ein  Boshickter  Anmalt
in  dieier  Stiültte  zu  brit  L  oge.  —  Das
Plaädeher  iugurte  fast  eine  Stunde,  und  es  war
rleich  an  Absch:  bei#ungen,  die  an  und  für  f  #uu#
mit  der  im  Grunde  so  einiachen  Satde  nicht
das  geringte  zu  tun  hatmen.  Die  Herren  des
Kriegrgernote  uber  heric  chtede  omeniger

 
 
 
 
 

  

 

     

obuicigz  zu,  und  der  VPan.  .11  mar  ie  nicht
u#tgeema!  den  de#imen,  den?  Moner  zu
größerer  Kürtse  uind  Sarvilaleit  an  umunen.
Als  ei  endich  s  ihn-n  »Im«  nun-us
qmdtkmsr  nljcn  Ost-cu..-..v:oudug.oruf-en

  dem  )-11Natton  qci  slnsscnliuuk  wandte
sich  der  Vorsißende  an  Werncr  mit  der  Frage,
ob  er  Zeugen  dafur  nomhaft  machen  lönne,
daß  man  ihn  ge.  1cdt  zu  zur  Verteidigung  der
Darlade  J#lolnumen  habe.

Sülche  Zengen  3#%r  besaß  der  Angeklagte
natürlich  nicht;  denn  die  eimigen,  die  es  ihm
bieileicht  hätten  besläligen  kannen,  lagen  ja
erschossen  unten  im  Hose  des  Geinnisses.

 

Als  er  der  binwiez,  machte  der  Zeneral
ein  hochst  bedenl!  Gesicht  und  lagte,  nachdem
  er  ein  paar  di##te  Nauhmolken  von  sich
geblasen,  im  Tor  *  freundli.yen  Vebuerns:
„Cs  tut  mir  leid,  Sennor,  Ihnen  erllären  zu
mussen,  daß  bei  dem  ganzlichen  Mangel  an
Jeugen  für  die  Wahrheit  Irer  Danspung  die
Sache  nicht  eben  gunstig  für  Sie  steht.  Sie
wurden  ergriffen,  ols  Sie  mit  bewaffneter  Hand
cegen  die  Negier?  375truppen  kämpften,  und
ich  denke,  es  ist  n  4  Ihre  Absicht,  diese  Tatsache
  zu  leugnen.“

„Doch,  man  hat  mich  inmitten  der  Empörer
ergrinen,  aber  ich  habe  nicht  gegen  die  Regiezungetrupen
  gekämpft.“

„  Sie  sonst  noch  etwas  zu  Ihrer
Entäen  ivormbringen

„Nichts,  das  mein  Herr  Terteidiger  nicht
bereits  s  geltend  gemacht  hätte.“

So  wären  wir  also  in  der  Hauptsache
feriig.  Sie  werden  die  Güte  haben,  Sennor,
einnweilen  in  das  rg  einutreten.
Bei  der  Klarheit  des  Falles  wir
Sie  nicht  allzu  lange  wartene  kafe“,)an  üssen.
Seien  Sie  versichert,  daß  wir  Ihre  Secheg  gerecht
und  unbefangen  prüsen  werden!  Weder  Sie
selbst  noch  Seine  Erzellenz,  Ihr  Herr  Gesandert.
sollen  Ursache  haben,  sich  über  einen
an  Gorgian.  bei  der  Erledigung  Ihres
zu  beklagen

Er  beent.  Werner  eine  artige  Verbeugung
und  winkte  dem  hinter  ihm  stehenden  Osflzier
zu,  den  Angeklagten  abzuführen.  Werner  trat
mil  seiner  militärischen  Bedeckung  in  das
Nebengemach  ein.  Von  den  Beratungen  im
Sitzungszlmmer,  deren  Ausfall  für  ihn  Leben
oder  Tod  bedeuten  sollte,  drang  uchts  weiter
zu  ihm  als  ein  zeitweilig  sehr  lautes  und

  

 

larmendes  Durchemander  von  Simmen.  Er
konnte  von  den  eingeinen  Reden  nichts  verstehen,
  und  er  gab  „#  auch  nicht  einmal  besondere
  Mühe,  ihren  Sinn  zu  erfassen.  Die
esfenberzige  Miteitung  des  freundlichen
Schließers,  dast  dieses  ganze  Priegogericht  nichts
als  eine  Formalinat  sei,  dünkte  ihn  nach  dem,
%6  er  eben  erlebt  hatie,  noch  glaubwürdiger
zuvor.  Und  daß  die  Herren  da  drinnen
ihre  Aufgabe  nicht  eben  von  der  ernsthaftesten
Seite  nahmen,  bewies  ihm  das  laute  Gelächter,
das  mehr  als  einmai  an  sein  Ohr  schlug.  Was
konnte  er  von  Leuten  zu  erwarten  haben,  die
sich  sorgloser  Fröhlichkeit  hingaben,  während
sie  über  Sein  oder  Mchtlein  eines  Mitmenschen
aburteilten,  und  während  draußen  in  den
Straßen,  wo  der  Bürgerkrieg  tobte,  vielleicht
in  dem  nämlichen  Augenblick  die  Würfel  um
ihre  eigene  Existenz  geworsen  wurden!
as  Versprechen  aber,  daß  man  ihn  nicht
allzu  lange  warten  lassen  würde,  löste  der
liebenswürdige  General  wenigstens  ein.  Es
wahr  wohl  wenig  mehr  als  eine  Viertelstunde
gewesen,  deren  der  Milstärilche  Gerig  tshof  sũr
seine  Beratung  bedurft  hatte.  *rlchd  chlagen
einer  Glocke  im  Sitzungszlmmer  0%  das  Zeichen
zur  Wiedereinführung  des  Angeklagten,  und
in  fsester  Haltung,  entschlossen.  sich  nicht  eine
Sekunde  lan  uchwach  4  zeigen,  trat  Werner
vor  seine  Ri  hin.  Kx  bedeckte
sein  Haupt  ucht  #n  wodecberäliden  Generalshute
  4  erhob  sich  von  seinem  Sessel.
mnor  Rodewaldt,  ich  habe  Ibnen  den
S  es  Kriegsgerichto  zu  verkünden.  Es
würde  ne-  für  meine  Person  eine  außerordentliche
  IFchtede  bereitet  haben,  r  derselbe  zu
hren  Gunsten  ausgefallen  Denn  auch
wir  8  aleich  Ihrem  2  —#“#

unserer  Seite  wurde  1  Mann  getötet  und  10  verwundet.
  Die  Verluste  der  Feinde  *  noch  unbekannt.


Vor  den  Dardanellen.

Konstantinopel,  20.  April.  Die  Agence
Miilli  meldel:  Die  in  Sofia  verbreitete  Nachricht,
  nach  welcher  die  Flotte  der  Alliierten
10  000  Mann  im  Golf  von  Saros  gelandet
haben  soll,  entbehrt  jeder  Grundlage.  Tatsache
ist,  daß  bis  jetzt  kein  einziger  feindlicher  Soldat
an  der  Küste  des  Sarosgebieles  gelandet  wuroe.

Paris,  21.  April.  „Progres“  meldet:
Teile  des  französischen  Expeditionekorps  in
Alexandrien  wurden  eingeschifft,  um  nach  den
Dardanellen  gebracht  zu  werden.  Der  Hasen
ist  von  Transport=  und  Kriegsschissen  überfüllt.
Post=  und  Handelsdampser  müssen  ihre  Fahrten
verschieben.  (3.)

Blusf  vor  den  Dardanellen.

Athen,  21.  April.  Die  Neuausstellung  von
Streilträften  des  Dreiverbandes  vor  den  Dardanellen
  bezweckt  genau  denselben  Einschuch
terungsversuch  den  neutralen  Valkanvöliern  gegenüber
  wie  zu  Anfang  März.  Damals  wurde
verbreiket,  die  Verbündeten  verfügten  über
150  000  Mann  Landungstruppen;  diesmal  heißt
es  250000.  Die  Wahrheil  ist,  daß  die  Ver
bündelen  vor  den  Dardanellen  anfang  März
35  000  Menschen  zusammengebracht  hatten,  wätrend
  sie  heute  eiwa  5010000  vor  den  Darda
nellen  konzentrieren  und  dieses  Material  nur
durch  folgenschwere  Schwächungen  der  englisch
ägyptischen  Armee  auf  höchstens  800000  Mann
gebracht  werden  kann,  von  denen  der  größle
Teil  Kolonialtruppen  ol#ne  (besechtswert  sind.

().
Jm  Golf  von  Saros.

London,  22.  April.  Die  „Timee  meloet
aus  Sofia,  daß  nach  Verichten  aus  Dedeagalsch
am  Sonuntag  eine  heftige  Beschtehung  zw'schen
der  Gegend  von  Dedeagatsch  und  dem  Gols  von
Saros  begonnen  hat.  Die  Gebäude  in  De
deagatsch  sind  wie  bei  einem  Erdbeben  erschut
kert  worden.  (3.

London,  22.  April.  „Daily  Chronicle“  berichtet
  aus  Aihen  daß  türkische  Flugzeuge  aus
Smyrna  in  den  Dardanellen  angekommen  sind.
Sie  überflogen  den  Ools  von  Saros  und  war
sen  Bomben  auf  die  dort  ankernden  Kriegsschiffe
  der  Alliierten.  (JZ.)

 

Die  englischen  Kolonialtruppen  i
Aegypten.

Mailand,  21.  April.  Der  „Avanti“  veröffentlicht
  einen  Brief  aus  Kairo  über  das
Verhalten  der  dortigen  australischen  Truppen.
Als  die  ersten  australischen  Truppen  in  Aegypten
  gelandet  wurden,  bereitete  ihnen  die  Bevölkerung
  einen  glänzenden  Empfang,  und  die
Offiziere  und  Mannschaften  wurden  vielfach  zu
!  Privatperosenen  eingeladen.  Aber  bald  zeigte
sich,  daß  diese  Burschen  derart  frech  und  ungzogen
  waren,  daß  jeder  Verkehr  mit  ihnen
ausgeschlossen  ist.  Mannschaflen  und  Offiziere,
selbst  solche  höleren  Grades,  verlehren  in  den
berüchtigsten  Häusern  und  können  vor  Betrunlenheit
  kaum  mehr  slehen.  (.33.)

n  n  .

1

–  –  –  —

–—  —

die  deutsche  Ratson  sehr  hoch,  und  wir  haben
keinen  lebhafteren  Wunsch  als  den,  im  besten
Einvernehmen  mit  Ihrer  ebenso  mächtigen  wie
verehrungswürdigen  Negierung  zu  leben.  Aber
die  Interessen  unseres  eigenen  Landes  dürfen
natürlich  nicht  darunter  leiden.  ie  werden
das  einsehen,  Sennor,  und  Sie  werden  der
Gerechtigkeit  uͤnserer  Entscheidung,  wie  ich  hoffe,
Ihre  Inerkennung  nicht  versagen

„  außer  allem  Zweifel  ist,  daß  Sie
in  den  Rethem  der  Empörer  mit  den  Wassen
in  der  Hand  gesangengenommen  wurden:
serner  die  von  Ihnen  vorgebrachte  Erzählung
bei  dem  Mangel  an  Zeugen,  die  ihre  Richtigkeit
  zu  erweisen  vermöchten,  dem  Gerichtshofe
nicht  geeignet  erschien,  Sie  zu  entlasten;  und.
da  wir  endlich  durch  die  allgemeine  Lage  inn
Interesse  einer  baldigen  Wiederherstellung  geordneter
  Zustände  zu  unserem  Leidwesen  genötigt
  sind,  äußersie  Strenge  walten  zu  lassen  —.
mußte  das  auf  besonderen  Besehl  Seiner  Exzel:
lenz,  des  Herrn  Höchstkommandierenden  eingesetzte
  Kriegsgericht  die  durch  das  Gesetz  vor-Pelchriedene
  höchste  Strase  über  Sie  verhängen.

Das  Urteil  lautet  #  den  Tod  durch  Erschiehen.

5  Rechts  weger

Werner  hatte  taum  etwas  anderes  erwar“##t,
und  doch  legte  sich  die  verhängnisvolle  Gewiß)helt
iezt  so  schwer  auf  ihn.  ür  die  Dauer

einer  Sekunde  der  Schlag  seines  Herzens
locke.  Als  nun  aber  der  Präsident,  der  sich
der  gesetzt  und  seinen  prachtvollen,  goldiherns

  Huk  behutsam  vor  sich  auf  den  Tisch

gelegt  hatte,  in  leinem  liebenswürdig  zuvorsamgnenden
  Tone  die  Frage  an  ihn  rrchtete,
ob  er  noch  irgend  etwas  vorzubringen  habe,
hatte  er  die  lähmende  Empsindung  berelts
überwunden  und  seine  stolze,  mannhafte  Haltung.