Nummer 94
Holn—,Leilen Auielaen.
reitag, 23. April 1013
Vom Jeppelinangriff auf Eugland.
Berlin, 21. April. Aus zuverlässiger
Quelle verlautet, daß bei dem kürzlichen zeppelinangriff
auf den Tune auch ein euglisches
Schlachtschiff erheblich beschädigt sein soll. (J.)
In den Kolonleu.
In Deutsch-Südwestafrika.
London. 21. April. (Neutermeldung.) Aus
Kapstadt wird berichtet: General Smuts sagt
in einem Armeebefehl, die Besetzung von Belhanien,
Seehe im und Keetmanshoop bilde den
Abschluß einer wichtigen Phase der Operationen;
die südlichste Provinz Deutsch-Südwest
afrilas sei besenn. Die benkbalen. östlichen und
südlichen Streitträfte, die bisher getrennt vorgegangen
waren, hätten jeßt Punkte erreicht, von
denen aus ein enges Zusammenarbeilen möglich
sei. In Zulunft würden diese Streitkräfte
die südliche Armer bilden zum Unterschiede von
der nördlichen Armer unter Botha, die die
Walsischbai als Basis habe. 3.)
V
bom önlichen sicleunicquupluh.
Die Kam uslage in Nordpolen.
Berlin, 51. April. Der Kriegsberichterflat
ler des Verliner Lolalanzeigers berlchtet: „An
der ganzen nordpolnischen Front herricht im allgemeinen
Nule. Infolge der schlech: en Wege
verhälimisse sind in den letzten Tagen leine
opcraliven Veränderung: euhu ersolgt und für die
nächsten Tage, bi. die überschwemmien Gebiete
wieder austroacnen, sind leine besonderen Ereig
nisse zu erwarten. Der Kampf beschrankt sich
haupisächllich auf ein flaues Artillerieduell, wozu
das klare Wetter sehr günstig ist. sind
außer lieinen Vorxoslengeseckten nan gam un
tergeordneter Bedemung lrine (icchte im
Gange. Einen Angrifi amt unser Sielinngen,
deren Stärle dem Gegner wohl bekannt ist,
wagt er nicht und es ist laum anzunehmen. daß
ein solcher Angriff. wenigsiens mit den Kräften.
die die Russen hier haben, in der nächsten
Zeit ersolgen wird. Nach allem, mas ich hier
gesehen habe, sind die Siellunge euu beinahe un
einnelmbar oder nur mit Aufwendung der
großten Menschenopfer zu holen. Nach den Erfahrungen
der lezten Kämpsfe jedoch scheim die
russische Armerlei#ung mit ihrem Menschenmaterial
sparsamer umzugechen, al? bisher, denn
seit den Kämpfen bei Krasnopol, wo die russischen
Koionnen haufenweise dahingemäht würden,
werden sie sehr vorsichtig zum Angriff eingesetzt.
Die Qualität der hier stelenden gegnerischen
Truppen ist anscheinend nicht die beste.
Jeden Tag werden Gruppen eberiäufer von
unseren Vorposten ausgenommen und die Gefangenen
sagen aus, daß die Mannschaften der
meisten Regimenier nach kaum fünswochiger
Ausbildung in die NRegimenter eingestellt wurden.
Waren die Schusleillungen der russischen
Infanterie in den vergangenen Rampsphasen
nicht großartig. so hat sich die Schußfertigleit
der gegnerischen Truppen ganz aug: uschrinlich
noch verschlehtert. Sollie es den Russen tron
der starlen Znanspruchallme an den anderen
Fronien gGelinge. zur Lisigen Front Verflärtungen
heranmzielen, so lönnien wir ihren An
grissen mit Vertrauen für unsert Sacke entgegensehen.
in Anbeitrachl der von unseren
Truppen einpenminenen anderordentlich starken
ZSo#st
Ein Amerikaner über die Russengreucl.
Berlin, 21. April. Der Vertreler ameri
lanischer Zeilungen, Edward For, der die deutschen
West= und ÖOstfronlen besuchte und das
amerikanische Lublilum ant eigener Anschauung
unterrim ltet, sch reihi: Ich bin mir bewußt,
daß ich di: vo.re Veran.worlung dasür, was
ich sage, zanen mus; und auch tragen lann,
nämlich daz die Russen in Ostpreußen gesengt,
gemoldet, ge; landert und g#schände: haben, woimmer
sie Uingeiommen sind, und zwar in einer
Weise, dir. g-#'üderl werden lann. Auf
Ein elheiten lang i# mi.h jeßn nich! einiassen,
aber ich vdeide schon dasür sorgen, daß diese
Eimelheilen i: Amcrila belannt werden. Und
wollen Sie isen, wat #i D usschen bagenen
tun? Si schäfligen di. hungernde Bevollerung
an Nr Ausbesserung der Siraßen und
beim Brüäenbau, bei Eisenbahnbauien u#w.
und zahlen ihnen eine Markl täglich und füt#ern
sie noch obendrein, und die deutschen Soidaten
scheinen dar letzie, was sie haden, mit ihnen
zu teilen. Ich habe nichis von den angedrohten
deulschen Rexressalien gegen die scheußliche russische
Mordbrennerei gesehen, aber wunbern
sollie es mich nicht, wenn den Deutschen endiich
die Geduld aueninge und sie wirlklich zu Ver
deltungsmattregeln schritten. 1.##7
- « Jss 4i½ 1 Fr. .
cIMUWQZXTthHL Iszkksks
Der amtliche österreichische ß*r-WIB.
Mien. 21. April. Amtlich wird *
meldet: In den Karpathen Lhal der Geguer
seine verinttreichen Augrifse gegen die wichtig:
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dorcza und Ungial decen.
—
Abseits dieser Hauptvorrüdungslinie im
Waldgebirge Wischen dem Laborcza und Ungtaic
versucht der Feind auch ##e34 noch mit starlen
Kräften durchzudringen. Ein Durchbruch
in dieser Richtung sollke den trotz schwerster
Opfer frontal nicht zu bezwingenden Widerstand
unserer Tal= und anschließenden Höhenstellungen
durch eine Umgelung brechen. So entwicelten
sich im oberen Czirolatal bei Nagypolan) sowie
1 Queilengebiet d#s Flusses neuerdings heslige
Kämpfe, die mehrerc Tage und Nächte hindurch
andauerten. Auch hier erlitten die heftigen
rusüschen Vorsiöße schließlich das allen früheren
Angriffen Teil gewordene Schidjal. Nach
Verlust von vielen tausend Toten und Verwun-.S....
—
deten sowie über 3000 unverwundeten Gefange-
Siellungen #iang der polnisch masurischennen wurde der Vorstoß vom Feinde aufgegeben.
Seenkelte. u ---.
Den vielen im Ausland verbreiteten, auch
osfiziellen Meldungen der russischen Heeresleilung
über Erfolge in den langwierigen Karpralbenlämpsen,
lann turz gegenüber gehalten
werden, daß trotz aller Anstrengungen und
Mostr pfer der vom Ceguer stets als Hauptangriffstriel
und als besonders wichtig bezeichnete
Uszolerpaß nach wi: vor sest in unserem
Besiy ist.
An den sonpigen Fronten fanden Geschützlämpse
stall. Die Situation ist überall un-
verändert.
.
Weitere öslerreichische Erfolge.
Budapest, 22. April. Der „Pester Lloyd“
meldet aus Egeries: Unsere Artillerie sprengte
ein russisches Pulvermagazin. Die Versuche der
Russen, ihren rechten Flügel von Konieczna nach
dem galizischen Wyszova auszudehnen, sind veritelt.
In der Front Manczova u. Uszic drängten
wir die Russen sechs Kilometer zurück und
machten viele Gefangene. Sie berichteten, daß
sie 1ägiich nur mehr ein Viertellilogramm Brot
und rohes Pferdesleisch belämen. (3.)
mmprnvrrshtebunen in Serbien.
Wien, April. Durch die mazedonischen
Unruhen bellnah verschob Serbien zwei Di
bisionen von der ungarischen an die bulgarische
Grenje. Die weibliche Bevöllerung der Grenzgehieie
murde zu Besesfligungsarbeiten herangesogen.
(.).) ½“
Jalien.
Teutsünsfeindliches aus Italien.
N om. 22. April. Das Gebaren eines Teiles
der itmir nischen Presse, die sortwährend die
noch in Stalien weilenden Deutschen und Oesler
reicher ais pione in einer regelmäßigen Aus
gabe unter dem Titel „Habt acht auf die Deutschen“
verleumdet, trägt traurige Früchte. Aus
mehreren entlegenen und militärisch absolut
nleick gülligen Orten, wir dem weltfremden Orbino,
Reggio und Emilia wird gemeldet, daß
Fremde, als der Spionage vshdachnge Per
jonen verhaftet worden sind. (4
2
die Türter un Belttrieu-Der
amtliche türlische Bericht.
WVIB. Konstantinopel, 21. April. Das
Hauptquartier teilt mit: Auf der kanlasischen
Front ereignete sich nichts von Bedeutung.
Zuei seindliche Panzerschiffe schleuderien ge
itern in Zwischenräumen und aus weitem Abstande
erfolglos über 100 Granaten gegen un
sere Batterien an den Dardanellen, die es
nicht nötig hielten, das Feuer zu erwidern.
Die Engländer, welche südlich von Ahoczs
lagern, wurden am 12. April in der Frühe von
unseren Truppen angegriffen, und nach einem
bis zum Nachmittag dauernden Kampse gezwungen,
sich in den Verschanzungen ihres Lagers
zu verbergen. Das Feuer, welches von unserer
Artillerie gegen vier ihrer Schisse, 2 große
and 2 lleine, und gegen 2 Motorboote eröffnet
werrde, beschädigte zwei v### diesen Schiffen. Auf
Der nene Saukdtrekter.
EXXAIIIIIIIIII
Gd# er#h :
Der He# Frack nahm denn #. sogleich
das wori. erner war ernaunt über
die Leb. .eit und Wöüime der Schilderung,
die er von den Erleb nissen seines Kiiemen entwarf.
Man hatte ilmn ja ichen ofter von der
Redegewandthrit und den lheatralischen Gepilogenhriten
##t Veri- di Ver vor den argen-Unischen
Germ : johlt aber konnte
er sich aus eig : )u..c II no czumcn,
bis zu welcher Mrislerse isi in Aui#st des
Schönredens, der küng enden rns und der
wirkunne: svollen Gene es ein Boshickter Anmalt
in dieier Stiültte zu brit L oge. — Das
Plaädeher iugurte fast eine Stunde, und es war
rleich an Absch: bei#ungen, die an und für f #uu#
mit der im Grunde so einiachen Satde nicht
das geringte zu tun hatmen. Die Herren des
Kriegrgernote uber heric chtede omeniger
obuicigz zu, und der VPan. .11 mar ie nicht
u#tgeema! den de#imen, den? Moner zu
größerer Kürtse uind Sarvilaleit an umunen.
Als ei endich s ihn-n »Im« nun-us
qmdtkmsr nljcn Ost-cu..-..v:oudug.oruf-en
dem )-11Natton qci slnsscnliuuk wandte
sich der Vorsißende an Werncr mit der Frage,
ob er Zeugen dafur nomhaft machen lönne,
daß man ihn ge. 1cdt zu zur Verteidigung der
Darlade J#lolnumen habe.
Sülche Zengen 3#%r besaß der Angeklagte
natürlich nicht; denn die eimigen, die es ihm
bieileicht hätten besläligen kannen, lagen ja
erschossen unten im Hose des Geinnisses.
Als er der binwiez, machte der Zeneral
ein hochst bedenl! Gesicht und lagte, nachdem
er ein paar di##te Nauhmolken von sich
geblasen, im Tor * freundli.yen Vebuerns:
„Cs tut mir leid, Sennor, Ihnen erllären zu
mussen, daß bei dem ganzlichen Mangel an
Jeugen für die Wahrheit Irer Danspung die
Sache nicht eben gunstig für Sie steht. Sie
wurden ergriffen, ols Sie mit bewaffneter Hand
cegen die Negier? 375truppen kämpften, und
ich denke, es ist n 4 Ihre Absicht, diese Tatsache
zu leugnen.“
„Doch, man hat mich inmitten der Empörer
ergrinen, aber ich habe nicht gegen die Regiezungetrupen
gekämpft.“
„ Sie sonst noch etwas zu Ihrer
Entäen ivormbringen
„Nichts, das mein Herr Terteidiger nicht
bereits s geltend gemacht hätte.“
So wären wir also in der Hauptsache
feriig. Sie werden die Güte haben, Sennor,
einnweilen in das rg einutreten.
Bei der Klarheit des Falles wir
Sie nicht allzu lange wartene kafe“,)an üssen.
Seien Sie versichert, daß wir Ihre Secheg gerecht
und unbefangen prüsen werden! Weder Sie
selbst noch Seine Erzellenz, Ihr Herr Gesandert.
sollen Ursache haben, sich über einen
an Gorgian. bei der Erledigung Ihres
zu beklagen
Er beent. Werner eine artige Verbeugung
und winkte dem hinter ihm stehenden Osflzier
zu, den Angeklagten abzuführen. Werner trat
mil seiner militärischen Bedeckung in das
Nebengemach ein. Von den Beratungen im
Sitzungszlmmer, deren Ausfall für ihn Leben
oder Tod bedeuten sollte, drang uchts weiter
zu ihm als ein zeitweilig sehr lautes und
larmendes Durchemander von Simmen. Er
konnte von den eingeinen Reden nichts verstehen,
und er gab „# auch nicht einmal besondere
Mühe, ihren Sinn zu erfassen. Die
esfenberzige Miteitung des freundlichen
Schließers, dast dieses ganze Priegogericht nichts
als eine Formalinat sei, dünkte ihn nach dem,
%6 er eben erlebt hatie, noch glaubwürdiger
zuvor. Und daß die Herren da drinnen
ihre Aufgabe nicht eben von der ernsthaftesten
Seite nahmen, bewies ihm das laute Gelächter,
das mehr als einmai an sein Ohr schlug. Was
konnte er von Leuten zu erwarten haben, die
sich sorgloser Fröhlichkeit hingaben, während
sie über Sein oder Mchtlein eines Mitmenschen
aburteilten, und während draußen in den
Straßen, wo der Bürgerkrieg tobte, vielleicht
in dem nämlichen Augenblick die Würfel um
ihre eigene Existenz geworsen wurden!
as Versprechen aber, daß man ihn nicht
allzu lange warten lassen würde, löste der
liebenswürdige General wenigstens ein. Es
wahr wohl wenig mehr als eine Viertelstunde
gewesen, deren der Milstärilche Gerig tshof sũr
seine Beratung bedurft hatte. *rlchd chlagen
einer Glocke im Sitzungszlmmer 0% das Zeichen
zur Wiedereinführung des Angeklagten, und
in fsester Haltung, entschlossen. sich nicht eine
Sekunde lan uchwach 4 zeigen, trat Werner
vor seine Ri hin. Kx bedeckte
sein Haupt ucht #n wodecberäliden Generalshute
4 erhob sich von seinem Sessel.
mnor Rodewaldt, ich habe Ibnen den
S es Kriegsgerichto zu verkünden. Es
würde ne- für meine Person eine außerordentliche
IFchtede bereitet haben, r derselbe zu
hren Gunsten ausgefallen Denn auch
wir 8 aleich Ihrem 2 —#“#
unserer Seite wurde 1 Mann getötet und 10 verwundet.
Die Verluste der Feinde * noch unbekannt.
Vor den Dardanellen.
Konstantinopel, 20. April. Die Agence
Miilli meldel: Die in Sofia verbreitete Nachricht,
nach welcher die Flotte der Alliierten
10 000 Mann im Golf von Saros gelandet
haben soll, entbehrt jeder Grundlage. Tatsache
ist, daß bis jetzt kein einziger feindlicher Soldat
an der Küste des Sarosgebieles gelandet wuroe.
Paris, 21. April. „Progres“ meldet:
Teile des französischen Expeditionekorps in
Alexandrien wurden eingeschifft, um nach den
Dardanellen gebracht zu werden. Der Hasen
ist von Transport= und Kriegsschissen überfüllt.
Post= und Handelsdampser müssen ihre Fahrten
verschieben. (3.)
Blusf vor den Dardanellen.
Athen, 21. April. Die Neuausstellung von
Streilträften des Dreiverbandes vor den Dardanellen
bezweckt genau denselben Einschuch
terungsversuch den neutralen Valkanvöliern gegenüber
wie zu Anfang März. Damals wurde
verbreiket, die Verbündeten verfügten über
150 000 Mann Landungstruppen; diesmal heißt
es 250000. Die Wahrheil ist, daß die Ver
bündelen vor den Dardanellen anfang März
35 000 Menschen zusammengebracht hatten, wätrend
sie heute eiwa 5010000 vor den Darda
nellen konzentrieren und dieses Material nur
durch folgenschwere Schwächungen der englisch
ägyptischen Armee auf höchstens 800000 Mann
gebracht werden kann, von denen der größle
Teil Kolonialtruppen ol#ne (besechtswert sind.
().
Jm Golf von Saros.
London, 22. April. Die „Timee meloet
aus Sofia, daß nach Verichten aus Dedeagalsch
am Sonuntag eine heftige Beschtehung zw'schen
der Gegend von Dedeagatsch und dem Gols von
Saros begonnen hat. Die Gebäude in De
deagatsch sind wie bei einem Erdbeben erschut
kert worden. (3.
London, 22. April. „Daily Chronicle“ berichtet
aus Aihen daß türkische Flugzeuge aus
Smyrna in den Dardanellen angekommen sind.
Sie überflogen den Ools von Saros und war
sen Bomben auf die dort ankernden Kriegsschiffe
der Alliierten. (JZ.)
Die englischen Kolonialtruppen i
Aegypten.
Mailand, 21. April. Der „Avanti“ veröffentlicht
einen Brief aus Kairo über das
Verhalten der dortigen australischen Truppen.
Als die ersten australischen Truppen in Aegypten
gelandet wurden, bereitete ihnen die Bevölkerung
einen glänzenden Empfang, und die
Offiziere und Mannschaften wurden vielfach zu
! Privatperosenen eingeladen. Aber bald zeigte
sich, daß diese Burschen derart frech und ungzogen
waren, daß jeder Verkehr mit ihnen
ausgeschlossen ist. Mannschaflen und Offiziere,
selbst solche höleren Grades, verlehren in den
berüchtigsten Häusern und können vor Betrunlenheit
kaum mehr slehen. (.33.)
n n .
1
– – – —
–— —
die deutsche Ratson sehr hoch, und wir haben
keinen lebhafteren Wunsch als den, im besten
Einvernehmen mit Ihrer ebenso mächtigen wie
verehrungswürdigen Negierung zu leben. Aber
die Interessen unseres eigenen Landes dürfen
natürlich nicht darunter leiden. ie werden
das einsehen, Sennor, und Sie werden der
Gerechtigkeit uͤnserer Entscheidung, wie ich hoffe,
Ihre Inerkennung nicht versagen
„ außer allem Zweifel ist, daß Sie
in den Rethem der Empörer mit den Wassen
in der Hand gesangengenommen wurden:
serner die von Ihnen vorgebrachte Erzählung
bei dem Mangel an Zeugen, die ihre Richtigkeit
zu erweisen vermöchten, dem Gerichtshofe
nicht geeignet erschien, Sie zu entlasten; und.
da wir endlich durch die allgemeine Lage inn
Interesse einer baldigen Wiederherstellung geordneter
Zustände zu unserem Leidwesen genötigt
sind, äußersie Strenge walten zu lassen —.
mußte das auf besonderen Besehl Seiner Exzel:
lenz, des Herrn Höchstkommandierenden eingesetzte
Kriegsgericht die durch das Gesetz vor-Pelchriedene
höchste Strase über Sie verhängen.
Das Urteil lautet # den Tod durch Erschiehen.
5 Rechts weger
Werner hatte taum etwas anderes erwar“##t,
und doch legte sich die verhängnisvolle Gewiß)helt
iezt so schwer auf ihn. ür die Dauer
einer Sekunde der Schlag seines Herzens
locke. Als nun aber der Präsident, der sich
der gesetzt und seinen prachtvollen, goldiherns
Huk behutsam vor sich auf den Tisch
gelegt hatte, in leinem liebenswürdig zuvorsamgnenden
Tone die Frage an ihn rrchtete,
ob er noch irgend etwas vorzubringen habe,
hatte er die lähmende Empsindung berelts
überwunden und seine stolze, mannhafte Haltung.