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Aummer 221
Das Ballan· Unlernehm en.
Monastir. ·
Beklin,20.Nove-nbet.lceberdicMiw
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im „Berl. Tageblatt“: Es wied nicht ausbleiben,
daß diese rückgängige Bewegung unseres
rechten Hecresflügels im Südzipfel des ebemoaligen
Serbiens im gegnerischen Lager gefeiert
wird und wahrscheinlich legt man dem Ereignis
eine strategische Bedeutung bei. Damit würde
man aber über das Ziel hinausschießen. Zweifellos
ist uns das Zurückbregen unserer Front
unangenehm und der schneidige Vorstoß des
Generals von Below am 17. Norember beweist,
daß wir die Notwendigkeit hinauszuschieben
trachteten. Der eigentliche Erfolg der Entente
hegt auf politischem Gediet. Am 5. Dezember
1915 rückten deutsche und bulgarüche Abteilungen
in die für Südmazeoonien einzig wichtige
Hauplstadt ein und wurden von den Vehörden
und von der Bevöllerung sreudtg begräßt.
Tann kam die Zeit des Abichlu'ses der Kämpfe
um Serbien, die den Bulgaren weiten Gebietszuwachs
und uns teichen Kriegsruhm gebracht
hatten. Vor den Grenzen (Hriechemande machte
unser Sieg Halt. Es lag in dec Absicht der verbündeten
Heeresleitung, die griechische Neutralitäl
auf das peinlichste zu achten. Der Feind
hatte es nicht getan und tut es heute noch
nicht; er schaltet und waltet in griechischem Gebiet
und mit den Mitteln des Landes wie mit
den eigenen. So konnte sich die geschlagene englisch-französische
Saloniki. Armee in Jahresfrist
erholen und verstärken, vor allem die zerstreuten
serbischen Heeresreste aus Montenegro, Albanien
und Griechenland sammelm und als Kern
der Expeditionsarmee neu uorganisieren. Im Hinergrund
lauert bei der seindlichen Kriegsleitung
der Wunsch, die Gesahr von Rumänien
durch den Kampf um Monastir abwenden zu
fönnen. Dafür sprechen aber leine triftigen
Gründe. So wird man sich aller Wahrscheinlichkeit
nach mit dem politischen Erisolg, das geräumte
Monastir besetzen zu können, begnügen
müssen. (Z.)
Paris, 20. Nov. Antitlicher Vericht rom
19. Nov.: Die Truppen der Orientarmee sind
heute morgens 8 Uhr, am Jahreslag der Einnahme
Monastirs durch die Serben im Jahre
1912, in Monastir eingerückt.
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Grlechenland.
Ein unglaublicher Gewaltakl der
ntente.
Athen, 20. Nov. Das Reutersche Bureau
meldet: Die Alliierten verlangten, daß dem
deuncken, dem österreich-ungarischen, dem türkischen
und dem bulgarischen wesandten ihre
Pässe ausgehändigt werden. Die Regierung benachlet
diese Forderung als unannehmbar. Es
wurde ein Kabinettsrat unter dem Vorsitz des
Konigs abgehalten, um die Angelegenheit zu
besprechen. Der König wird fur morgen früh
10 Uhr einen Kronrat einberufen. Es herrscht
rofe Beunruhigung, da die Alliierten verlangt
haben, daf die seindlichen Gesandten am
Miltwoch abreisen.
Amsterdam, 20. Nov. Die „Times“ meldet
aus Athen: Der Ministerrat hat enischieden,
daß es unmöglich sei, den in der letzten Note
des Admirals Fournet enthaltenen Forderungen
auf Auslieferung von Kanonen, Gewehren,
Granaten und Eisenbahnwagen Folge zu geben.
Man ist in militärischen Kreisen auscheinend fest
entschlossen, dies um jeden Preis zu verhindern.
Die Lage ist beunruhigend, besonders met Rücksicht
auf die Haltung des Reierristenbundes.
Der „Secolo“ meldet aus Athen: Admiral
Fournet hat eine neue Note übecreicht, die
die Uebergabe von Wassen und Munition beschlcunigt
wissen will. Das zu übergebende
Kriegomaterial joll der Ausrustung zweier griechischer
Armeekorps entsprechen.
Enslischer zwang und deulsche
Freiwilligkeit
Hindenburg hat in dem Schreiben an den
Neichskanzler mit soldatischer Schlagfertigkeit
von der Notwendigkeit gesprochen, das Heimatheer
hinter Pflug und Schraubstock zu einmüligem
Handeln zu verbinden, den Furor teutonicus
bei Bauern und Städlern zu erwecen. Wir
müssen und wollen siegen, denn über die Absicht
der Feinde, das Deutsche Reich zu zeriummern,
seine Kraftquellen auszubeuten,
darüber kunn heute lein Zweisel mehr bestehen.
Diese Pläne lönnen und müssen zuschanden werden,
was durchaus im Bereich unserer Kraft
liegt. Dem soll auch die vollständige Mobilmachung
des Heimatheeres dienen, die Zivildienstpflicht,
die nicht als gesetzlicher Zwang
gedacht ist, sondern als ein Aufgebolspersahren,
em wir ohne jede Ausnahme freiwillig folhen
sollen und müssen.
Angland hat diesen Weg schon früher beschritten,
in dem Munitionsgesey (Mumtion of war
act) vom 2. Juli 1915, zu dem inzwischen viellach
Ergänzungen ergangen find. Der Geist dieser
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Mahnahmen hat alle gewerkschaftlichen Regeln
beseitigt und den Begriff der persönlichen Freiheit
des der Kriegsindustrie verpflichteten Arbeilers
vollständig beseitigt. Nun hal die Auf.
sle, lung des englischen Feldheeres an sich schon
zu einer Verschiebung des Arbeitsmarktes ge.
fuhrt, dessen schärfster Zug in der Zunahme der
Uiblichen Arbeitskrafte und der Jugendlichen zu
sehen ist. Nach amtlichen englischen Angaben
betiug die Zahl der im Juii 1914 in der Industrie,
Kandel, Landwirtso,aft und in freien
Berufsen beschäftigten Frauen rund 3,2 Miillis.
nen. Sie wies damil eine fortdauernd rück.
läusige Bewegungen auf. da 1911 in diesen
Berufen noch rund 3.8 Millionen Frauen tätig
waren. Nicht einbegrifsen sind die weiblichen
Dienstboten, deren Zahl rund 2 Millionen betrug.
Im Juli 1914 waren in der Indultrie
allein 2199000 Frauen beschatigt; bis Juli
196 stieg ihre Zahl auf 2 630 000. Im Handel
und Verkehr waren Juli 1914 rund 546000
Frauen tälig, gegen 320000 im Juli 1916.
Die Landwirtschaft und Fischerei zählte Juli
1914 nur noch 130 000 weibliche Albe-eläfk,
wahrend für 1911 noch 190 000 ausgewiesen
waren. Englands Versuche, die Proouktion ber
Landwirtschaft unter dem Einfiuß des Krieges zu
heben, hat zu einer Steigerung auch der weibl.
Arbeil geführt, so daß im Juli 1915 wieder
196 000 Frauen als landwirtschaftlich tätig bezeichnet
wurden. Die Zunahme slelit sich für diese
Arbeilszweige zusammen auf 666 C00 Frauen.
gleich 27 v. Hundert. Soweit es sich um Ersatz
für männüche Arbeitskrafke handelt, sind an
deren Steile bis Juli 1916 rund 766 #00
Frauen getreten. Dazu kommt uciter der itarle
Prozentsatz jugendlicher Arbeiter, besonders
männlichen Geschlechts. Nach Festiteliungen der
Unterrichtsbehörden sind 1915 etwa 45.000
KAinder im Alter von 12 bis 15 Jahren mehr
als sonst aus der Schule entlassen worden, um
in das Erwerbsleben einzutreten.
Diese Leistungen Englands können wir natür-
lich erheblich übertrefsen. Die meibliche Bevöl-
kerung Englands und Schotllands von 15 Jahlen
auswärts beträgt etwa 13.5 Millionen. In
Jeutschland etwa 24.5 Millionen. NRach der Berufszählung
von 1907 waren in Deutschland in
der Landwirtschaft rund 4,6 Milionen Er-Urerblätige
weiblichen Geschlechts vorhanden, in
der Industrie nur 2.1 Millionen, also erheblich
meniger, als England und Schottland regulär
in der Industrie beschäfligen; 1911 wurden
rund 2,8 Millionen Frauen gezählt. Im HLandel
und Verkehr waren in Deutschland 931000
neibliche Arbeitskräste vorhanden, wobei ein
Vergleich dieser Gruppe mit der englischen wegen
der andersgearteten Zuteilung niu# möglich i#l.
In den drei Hauptgruppen sind aljo in England
zurzeit rund 3 Millionen Frauen beschäftigt,
Dleich 24 v. Hundert. Nun sind im Vereinigten
Königreich meibliche Personen zuischen 15 und
50 Jahren insgesamt nur 10.5 Millionen vorhanden,
so daß der Prozentsatz auf diese Zahl
umgerechnet sogar 30 v. Hundert beträgt. In
Deutschland ist die Zahl der Frauen zwischen 15
und 50 Jahren auf 19 Mitlionen zu schätzen.
Diese Zahlen zeigen, daß wir beil einer Mobilmachung
aller Kräfte ganz andere Leisiungen
erreichen werden, als sie Engiand moglich sind.
Die allgemeine Wehrpflicht im burgerlichen Gewande
sichert uns ein Mehr an Arbeit, das unsere
Gegner, zumal unter Berücksichligung unsere
durchschnittlichen höheren Volrsbildung
und der physischen Tüchtigkeit der deulscben Vebnôllerung,
niemals in gleichem Umiang erreichen
tönnen.
Das neue deutsche Gesetz über die Hilfsdienstpflicht
will zunächit und hauptsächlich eine
siaatsbürgerliche Pflicht zur Tätigleit im Dienst
der Kriegführung und Kriegswirtschatf begründen.
Diese Pflicht soll gleichmäßig alle nicht
militärisch einberufenen Personen trefsen. Ein
Zwang soll nicht eintreten, vielmehr jeder Zeit
erhalten, sich eine Beschäftigung zu suchen, die
im Sinne des Gesetzes der Kriegführung und
der Kriegswirtschaft dient. Die Opser, die die
Daheimgebliebenen bringen sollen, stehen an
Umsang gewiß hinter denen zurück, die unsere
Wassenfahigen Tag und Nacht in der Fto#-bringen
mussen.
Foll#sche Kundschau.
Die Polenfrage.
Die Polenfrage beschä'tigte an Montag den
preu. Landtag. Anlaßn dazu gab der Antrag
der Konservaltiren und Nütienallivera##nZ
In der Debatie holte der poinische Redner
td.larf aus, worauf von nalionailiberater Seite
in gleicher Weife erwideri wurde. Schliedlich
nurde der Antrag mit 13½ gegen 104 Stimmen
des Tentrumes, der Poten, Forischritiler, So.
zlaldemolraten und Dänen angeuommen.
Berschiedee Nachrichten.
Halle a. S. 20. Nov. Daes stellr. Ge.
nerallommando des 4. Arinehlrps plant die
Einsührung des 7 Uhr -Ladenschlusses für den
geilamten Korpsbe#rk. Es ordnete Erhe#ungen
in Landelskreisen an, die in der Meyrheit der
Plane zustimmend gegenüber itehen.
Vern, 20. Nov. Aus Genna U##rd geineldtt.
daß an der ligurischen Kuste cin Unwetier von
außerordentlicher Heftigkeit wi.2#ete und sehr
schweren Schaden anrichlete. Unter anderem
wurde die Eisendahn VWenua Spejia an drei
Punlien unterbrochen. An einer Stelle gingen
die Wellen uber einen Güterzug hinmeg.
Cin Heizer wurde durch die Wucht der Weinen
ichwer verwundet und starb, ein Snderer murde
ichwer verleht. Ungeheurer Sachichaden murde
angerichtet. In Genua errcichten die Wellen
einige Läden, die überschmemmt murden. Au-Rom
oird gemeldel, daß infolge heftiger Regenguüsse
das Tiberufer voll ist. U%