Aummer 6
Bsverische Nachrichlen.
Straubing, 7. Jan. Die beiden städt. Kollegien
hielten eine Kommulativsitzung ab, in
welcher u. a. auch ü#er die Teuerungszulage
des Lehrpersonals, der städt. Beamiten und
Bediensteten beraten wurde. Es wurde vorher
eine Kommission eingesetzt, welche die Angelegenheit
durchberaten sollte, um ihre Vorschlage beiden
Kollegien unterbreiten zu können. Die
hommission setzte folgende Teuerungszulagen
für obige Personen auf Kriegsdauer fest: Für
Ledige monatlich auf 3 Mk.; für Verheiratete
oder Verwitu#ete ohne Kinder auf 5 Mk.; für
Verheiratete oder Verwitwete bis zu 2 Kindern
auf 8 Mt.; mit 3 oder 4 Kindern auf 10 Ml.;
mit 5 und mehr Kindern auf monatlich 12 Ml.
Für Kinder ist die Altersgrenze bis zu 16 Jahren
festgesetzt. Die Teuerungszulagen werden
nur solchen Personen gewährt, deren Gehalt
einschließlich Kriegszulage 2500 Mk. pro Jahr
nicht übersteigt. Bekleidungs= und Wohnungsgeld
dürfen nicht in Anrechnung gebracht werden.
Hilfspersonal erhält keine Zulage, ledige
Beamie oder Bedienstete, welche zum Heeresdienst
einberufen wurden, kleine Kriegezulage.
In ganz besonderen Fällen kann die Kriegszulage
auch Kindern über 16 Jahren gewährt
werden. Die Anträge der Kommission wurden
von beiden Kollegien einstimmig angenommen.
Hassau, 8. Jamar. Zwischen Neustift und
Pfenningbach entgleiste gestern abend der aus
dem Rottal kommende Lokalzug und stürzte
die hohe Böschung hinah. Der Damm war
durch den anhaltenden Regen unterspült. Der
Lokomotioführer Winauer ist tot. Sechs Reisende
wurden schwer, zehn leichter verletzt.
weinheim, 7. Jan. In einigen Höhenlagen
haben insolge der ungemöb nlich müden
Witterung der letzten Zeit die Mandelbäume
teilweise schon ihr volles meisses Blütenlleid
angelegt, eine für Januar äußerst seltene Erscheinung.
Da der Voden durchwärmt ist, ist
anzunehmen, daß die Frühblüher ihre Frucht
ansetzen, falls nicht noch gar zu strenger Frost
lommt. In früheren Jahren hat man im Februar
blühende Mandelbäume beobachtet, die
der rauhen Witterung gut widerstanden haben.
Mu#ches üor.
Kußdorf, 8. Jan. Ein bedauerliches Ungüc
ereignete sich am Mittwoch nachmittags
Uhr auf dem Lagerplatz am Bahnhof Bran-—
Beim Abladen von Nußbaumdielen
wurde der 32 Jahre alte ledige Dienstknecht
Josef Knoll, Hausbesitzerssohn aus Nußdorf,
der beim Kaufmam und Fuhrwerksbesitzer Josef
Stuffer bedienstet war, erschlagen. Knoll
wird allgemein bedauert; er war ein fleißiger,
arbeitsamer Mann.
Bad Aibling. 7 7. Januar. Prälat Kaiser,
Stadtpfarrer in München-Forstenried, wird im
Laufe des heurigen Jahres sein 30 jähriges
Priesterjubiläum begehen. Durch seine 19 jährige
segensreiche Tätigkeit als Vorstand der
Pfarrgemeinde Aibling und als Leiter von Vereinigungen,
die teils charitative, teils öfsentliche
Bestrebungen verfolgen, hat sich Prälat
Kaiser in unserem Orte ein ehrendes Andenken
geschaffen. Ihren Dank für die vielen Verdienste
um das Wohl des Marktes Aibling
haben die beiden Gemeindelkollegien dadurch bekundet,
daß sie den Priesterjubilar mit der
Würde eines Eprentbiczgere. auszeichneten.
Licklasreuth bei Miesbach, 7. Jan. Gestern
erschoß sich mit einem Noe der 32.=jährige
Mairbdauerssohn Nikol. Bucher von hier
in einem naßen (bebolg. nächst der Brechstube.
Er war hier in der Heimat in Urlaub und
sollte heute wieder zu seinem Regiment einrüllen.
Es liegt Geistesstbrung vor, da fünf seiner
Verwandten, darunter ein Bruder, geisteskrank
sind.
Stefanskirchen a. Simssee, 7. Jan. Am
2. und 6. Januar fanden dahier im schön geschmückten
Saale des Antretterschen Gusthauses
theatralische Aufführungen statt, deren Zweck
neben angenehmer Unterhaltung vor allem der
war, Mittel zu Liebesgaben für die im Felde
stehenden Kreger aus der hiesigen Gemeinde zu
bekommen. Dieser schöne, die ganze Gemeinde
ehrende Gedanke fand bereitwillige und freudige
Unterstützung: Nahezu 100 Mark hat die
Kasse eingenommen — man wollte allseits sein
Scherflein beitragen, um die Braven im Felde
zu erfreuen und ihnen zu zeigen, daß die liebe
Keimat an sie denkt mit Freude und Stolz.
Es mag ja keine geringe Aufgabe gewesen sein,
die Kleinen und Großen zu lehren und zu üben,
aber guter Wille und Geduld brachten Leistungen
zustande, die ausnahmslos zu loben
und anzuerkennen waren. Besondere Anerkennung
und herzlicher Dank sei gesagt der Leiterin
des Ganzen, Frl. Helene Hofbauer, herzlicher
Dank allen Mitwirkenden, dem hiesigen
Burschenwerein für die bereitwillige Ueberlassung
der Bühne, den Antretterschen Erben für
die unentgeltliche Bereitstellung des Saales,
dem kundigen und unermüdlichen Regisseur, Hrn.
Liebl von Stefanskirchen. Und nun wünschen
ao von daß die vielen lieben Päckchen
die baldige Neise nach Westen, Osten und
Sn#en antreten, unsere Söhne und Bulder und
—
Rolenheimen Angelgen
Freunde gesund und wohlbehalten antresfen und
daß die so Erfreuten und Beglüdten einmal wieder
wohl und heil zurücktehren in unsere Gemeinde.
Drien, 8. Jan. Aus zuverlässiger Qulle geht
uns die Nachrich!, zu, daß die vor einiger Zeit
in Prien erfolgte Verhastung des Postschaffners
Frz. Mühlberger angeblich wegen Vergehens
im Amte sowie Meineids seit kurzer Zeit aufgehoben
ist. Mangels Beweise ist das Verfahren
gegen ihn eingestellt worden.
rien, 7. Jan. Große Opfertätigleit entfaltete
die hicsige Gemeinde im verflossenen
Jahr für die Krieger im Felde wie kr deren
oft bedurftige Angehörige zu Hause. Die Suppenanstall
speist under Beihilfe der Gemeinde
und des Roten Kreuzes schon 14 Monate täglich
üler 110 Priegertinder. Die einzeinen
Schulklassen ülerboten lich mit der Absendung
von Feldpostpaleten; eine reiche Weihnachtsbescheru:
ig ward den ganz Kleinen durch Pfarrer
Frischhut zuteil; an einheimische Krieger #mn Felde
uurden 260 Weihnachtlspakete, an Kriegsgesangene
10 größere Paleie algesandt, abgesehen
von den reichen Zuwendungen zur allgemeinen
Sammlung für die bayerischen Krieger,
70 Familien wurden anßerdem zu Weihnachten
mit Ledensmitteln bedacht; für die Hinterbliebenen
der Gesallenen aus der Pfarrei
murde ein künstlerisch wertvolles Gedentblatt
gestiftet usw.
Berchtesgaden, 7. Jan. Am Sileesterabend
stürzte in einem hiesigen Hotel der 74iähr
rige Professor August Penas aus Stuttgart
lei der Lektüre seiner Zeilung mit dem Nufe:
„Deutschland muß siegen!“ vom HLerzschlag getrossen
tiot zu Boden. In Schöffau erhängte
sich, gleichjalle am Silvesierabend, im Walde
ein 18jähriger Bauerssohn von Freilinglehen,
weil er einrücken sollte.
Auszeichnungen zumn Geômiskag
des Rönigs.
Das neu gesiiftete König-Ludwig-Kreuz ist
serner u. a. verliehen worden:
dem Major z. D. Maximilian Frhr. v. Hohenhausen,
dem Major z. D. Karl Post, Bezirksoffizier
beim Bezirkskommando Rosenheim,
dem Major a. D. Julius Hagen (früher Bezirlsoffizier
in Nosenheim),
dem Hauptmann Alois Erbacher (srüher Zollassisient
in Rosenheim, dann Grenzkontrolleur
in Neubeuern),
dem Vorsitzenden des Verbandes süddeutscher
lath. Arbteitervereine Monsignore Karl Walterrach
in München,
dem Vorsitzenden des Verbandes süddeutscher
lath. Dienstmädchenvereine K. Geistl. Rat
Rudolf Bruckmayer in München.
Oessfammesstelle für Liebesgaben
Nathauszimmer 16.
Zum
Die Weihnachtstage sind vergangen.
zweiten Male stand das Fest des Friedens unter
dem Eindruck der Leiden und Entbehrungen,
die unsere Brüder im Felde für uns erdulden.
Die Daheimgebliebenen haben treues und danlbares
Gedenlen bewiesen. Jeder Einzelne, der
es vermochte, hat dazu beigetragen, denen da
draußen eine Freude zu bereiten, ein greifbares
Zeichen seines Dankes zu senden. Aber es ist
noch nicht genug geschehen! So wie der Opfermut
unserer Feldgrauen keine Grenze tennt, so
soll auch die Bereitwilligleit der anderen, für
deren Ruhe und Sicherheit Millionen draußen
ihr Leben einsetzen, nicht erlahmen, solange dieser
Krieg mütet: die Bereitwilligkeit, zu geben
und den Kämpfern ihre Last, wenigstens zum
lleinsten Teil, mittragen zu helfen. Zahllos
sind die Danksagungen, die wir für die Liebesgalen
erhalten, und rührend und ergreifend
wirkt auf den Leser die Freude, die aus ihnen
spricht.
Aber es kommen auch Briefe, die Wünsche
aussprechen. Der eine beklagt den Verlust sei-#ner
Uhr, der andere den seines Fernglases;
viele vermissen, in der Dunkelheit ihrer Stellungen,
eine elektrische Taschenlampe oder Kerzen,
wieder andere beneiden die Kameraden
um den Besitz einer Zieh= oder Mundharmonika
oder entlehren Tabakpfeife und Taschenmesser.
Bescheidene Wünsche! Aber gerade ihre Bescheidenheit
erhöht ihr Recht auf Erfüllung und
verdoppelt für uns die Pflicht, nicht müde z
werden, sondern zu geben und abermals zu
geben.
Die Fernsprech-Abteilung eines bayerischen
Regiments meldet uns, daß ein Granaten-Volltreffer
die Zither und Guitarre zerstört und dadurch
das ganze Weihnachten dieser Abteilung
verdorben hat. Die Soldaten ersuchen unsere
Ortssammelstelle um Ersatz der Instrumente und
wollen sogar einen Teil ihrer Löhnung dafür
verwenden. Deshalb bitten wir um Geld zur
Anschaffung neuer Instrumente, damit wir recht
bald in der Lage sind, eine Zither und Guitarre
ins Feld zu schiden.
Schütze Prabschen solen wieder genäht
Werden. t lich an dieler Arbeit betelllgen
will, kann das Material dazu jeden Montag
von 9—.12 Uhr und 3—5 Uhr in der Ortssammelstelle
alholen.
Allen denen, die noch entbehren können, ohne
Not zu leiden, gilt unsere Aufforderung:
Durchhalten — auch im Geben!
Tourscheichten
„Weiße Wochen“ verboten.
Wir haben bereits von dem Verbot der
„Weißen Wochen“, das die drei siellvertretenden
lommandierenden Generale von München,
Rürnberg und Mürzburg für den Monat Januar
erlassen haben, Mitteilung gemacht. Das
Verbot ist unstreilig deohalb erlassen worden,
um einen übermäßigen Abfluß der Web= und
Wirlstosse und aus solchen Stoffen hergestellten
Waren zu vermeiden. Die einschlägige Geschäfstomelt
Bayerns wird von diesem Erlasse
schwer #ctroffen, denn die beim Publilum sich
großer Belie##tbeit erfreuenden Ausverläuse wareu
bereils vorberellet und zum Teil auch in
Inseraten angelündigt. Die Geschäftsinhaber
werden sich also damit helfen müssen, daß sie
ihre Inventur-Ansverläufe nur auf die zum
Ausverlaus erlaubten Artilel ausdehnen. Auch
in Berlin ist bereits ein gleiches Verbot ergangen,
dort haben, da die Geschäfte bereits
milten in den Ausverläufen waren, die Geschäfteinhaber
die Ausverkauf-Plalate mit rotem
Aufdruck versehen, der lautet: „Inventurverlauf
nur bei den erlaubten Artikeln.“ Wer
diese ganze Angelegenheit objekliv und sachlich
betrachtet und beurteilt, der muß sich sagen,
daß c6 Pllicht der Heeresverwaltung ist, dem
übermäßigen Abfluß von Web- und Wirkstoffen
und den aus diesen Stoffen gesertigten
Waren zu steuern. Es ii#t doch nicht zu leugnen,
daß die billigen Ausverläufe eben durch ihre
Billigieit und reduzierten Preise die Kauslust
stärker reizen. Da soll eben das Verbot einen
Einkauf über den Bedarf hinaus hintanhalten.
Rosenheim, 8. Jan.
Auf dem Felde der Ehre gefallen:
Josef Grasberger, ältester Sohn des Gutsbesigers
Grasberger in den bei Elonn, Soldat
im 16. Res.-Juf.-Reg. Machl, Güt.
ler aus Au, Gde. Sohuch. *W* Wasserburg,
Ersatz-Res. eines Juf.-Reg.; Andreas Weiland,
Zimmermeisters- und Anwesenbesitzeresohn aus
Wall, Pionier in einem Res.-Pionier-Bat.; Joh.
Peiermichl aus Hausham, Soldat im k. u.
Inf.-Reg. Nr.
nnges im Felde. Der Schriftsetzer
Paul Weidacher aus Nosenheim, Sohn
des Kupferschmiedmeisters Weidacher, Kanonier
im 1. Fuß-Art.-Reg., erhielt das Militärverdienstlreuz
3. Kl. mit der Krone und mit
Schwertern. Weidacher war zuletzt Schriftsetzer
in der Buchdruckerei M. Niedermayr in Rosenheim.
Der Spengler Johann Höttinger, zuletzt
in Augsburg, Sohn des verstorbenen Malerineisters
Höttinger in Nosenheim, Gefreiter
bei einer schmeren Minenwerser-Abteilung,
wurde mit dem Militärverdienstkreuz 3. Kl.
mit Schwerlern ausgezeichnel; das Eiserne Kreuz
hat er sich früher schon erworben.
Der Gnadenerweis des Könige. Die
Amnestie beir. Niederschlagung von Strafverfahren
gegen Kriegsteilnehmer besagt: Wir
wollen zugunsten der Teilnehmer an dem gegenwärtigen
Kriege die gnadenweise Niederschlagung
von Strafverfahren verfügen, soweit
sie vor dem heutigen Tage und vor der Einberusung
zu den Fahnen begangene 1. Uebertreiungen
oder 2. Vergehen mit Ausnahme
derieuigen des Verrats militärischer Geheimnisse
oder 3. Verbrechen im Sinne der 88 243,
244. 264 RSt., bei denen der Täter zur
Zeit der Tat das 21. Lebensjahr noch nicht
vollendet hatte, zum Gegenstand haben. Soweit
in anderen Fällen die Niederschlagung des
Strafverfahrens angezeigt ist, erwarten wir
Einzelvorschläge. Ausgeschlossen von der Niederschlagung
sind Personen, die wegen begangener
Straftaten durch militärgerichtliches Urteil
rechtslräftig zur Entfernung aus dem Heer oder
der Marine oder zur Dienstentlassung verurteilt
sind oder sonst mit Rücksicht auf eine Straftat
die Eigenschaft als Kriegsteilnehmer verloren
Anmeldung österreichisch-ungarischer
Landsturmoflichtiger. Das österreichisch-ungarische
General= Mogsastt in Mün.
chen veröfsentlicht eine Bekanntmachung betr.
die in den Jahren 1865 bis 1874 geborenen,
in Oberbayern, Niederbayern, Schwaben und
Neuburg sich aufhaltenden Landsturmpflichtigen
öslerreichisch-ungarischer Staatsangehörigkeit beziehungswesse
bos.-herzeg. Dienstpflichtigen der
serve. Die Kundmachung bezieht sich auf
die Konfskription (Anmeldemg) der obigen Landsturm-Jahrgänge
und enthält nähere Angaben
über die witzubringenden okumente zum Ausweis
über andsturm(Wehrpfficht. Ver.
hältnis. Die Mmmelbung, die außer in Münden
am 10., 11., 12. und 13. Januar, am
und 9. Janu ar in Augsburg und am 9.
Ianun, 1916 Uberdies auch in Rosenheim,
Weilheim, Deggendorf und Kempten erfolgen
kann, ist nicht #idemisch mit der Wutterung.
Sonntag, 9. Jaunuar 1916
Die Muflerungspflichtigen sind verpflichtet, ausnahmslos
persönlich zu erscheinen, selbst w# i
sie sich bereits schriftlich angemeldet hau #.
Nähere Ausschlüsse über die Musterung enthält
gleichfalls die erwähnte Kundmachung. Das
Rcchbecsahein zur Konstription würde die gleiche
Straffolge nach sich ziehen, wie das Nichterscheinen
zur Musterung.
Telegrammverkehr mit dem Ausland.
Absender und Aufgeber von Privattelegrammen
und privaten telegraphischen Postanweisungen
nach dem Ausland müssen sich von
nun an bei der Auflieferung solcher Telegramme
und Postanweisungen am Schalter in jedem
Falle über ihre Persönlichkeit ausweisen, soferne
sie nicht dem Schalterbeamten zuverlässig als
ortsansässig bekannt sind. Als ausreichende
Ausweise gelten: Pässe, Reise- und Gewerbelegitimationen,
Ausweise zur Abholung postlagernder
Sendungen und ähnliche von einer
Behörde ausgestellte Ausweispapiere, die eine
Personalbeschreibung mit beglaubigter Unterschrift
und Photographie des Auftraggebers
enthalten. Ist die ein Telegramm oder eine
telegraphische Postanweisung aufgebende Persönlichleit
nicht der Alsender selbst, so muß
der Auflieserer den Ausweis des Absenders vorzeigen
und in Zweiselsfällen sich selbst ausweisen.
Von den Dienstpersonen der Gasthöfe,
Wirtschaften, Fremdenpensionen und ähnlichen
Unternehmungen werden Telegramme oder telegraphische
Postanweisungen nach dem Auslande
überhaupt nicht angenommen. Die telephonische
oder durch Morse oder Ferndrucker erfolgende
Aufgabe von Prirattelegrammen nach dem Auslande
ist ausgeschlossen.
Verbot von Ausverkäufen für
Web= und Wirkwaren. Die silellvertreten.
den Generallommandos 1., 2. Armeekorps
erlassen auf Grund des Art. 4 Nr. 2 des Kriegs-Astands
gesetzes nachstehende Anordnung: 1.
Für den Monat Jannar werden jede Art von
Sonderausverkäufen, wie Inrentur= oder Sai
son-Ausverläuse, sogenannte Weiße Wochen
oder Tage, Propaganda= und Rellame-ê gen
oder -Tage, somie Verkäufe unter Ankündigung
von heralgesetzten Preisen für Web= und Wirk
stosse und hieraus konseltionierte Gegenstände
sowie für alle Strickwaren verboten. 2. Zuwiderhandlungen
gegen diese Anordnungen werden
nach Art. 4 Nr. 2 des Kriegszustandsgesetzes
bestraft.
Vortragimkath. Frauenbund. Nochmals
machen wir auf den Vortrag aufmerksam,
der morgen Sonntag, abends ½8 Uhr
im lath. Gesellenhaus stattfindet. H. H. Chordirektor
M. Haider spricht über „Die deutsch:
Frau im Weltkrieg“. Auch die Jugendabteilung
ist zu diesem Vortrag eingeladen.
Kath. Arbeiterinnenverein Rosenheim.
Die Weihnachtsseier des kath. Arbeiterinnenvereins,
welche am 6. Januar im Flötzingerbräusaale
veranstaltet wurde, erfreute sich
eienes außerordentlich guten Beluches. Der
große Saal war dicht besetzt, ja viele mußten
froh sein, noch ein Slehplätzchen zu bekommen.
Bei der Durchführung des aus 12 Nummern
bestehenden Proglamms herrschte große Aufmerksamleit.
Sehr stimmungsvolle Gedichte, deren
Inhalt größtenteils der Kriegszeit entnommen
war, wechselten mit Liedern und Musikstücken
in bunter Reihenfolge. Als dann der
mächtige Christbaum im Lichterglanz erstrahlte,
berrschte Weihnachtsstimmung und Weihnachtsfreude
und weihevoll klang's durch den Saal:
„Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den
Menschen auf Erden“. Anknüpfend an dieses
Lied, führte H. H. Präses M. Haider, an der
Hand zahlreicher Tatsachen aus, wie das deutsche
Volk allen Grund habe, Gott in der Höhe
die Ehre zu geben, und wies darauf dahin, wo
die VBöller wieder den Frieden finden könnten,
beim Friedensfürsien an der Krippe. Eine
angenehme Ueberraschung und heit'res Leben
Frachte sodann der Elückshafen unter die Anwesenden;
es war ein rechter „Sturmangriff“,
die vielen „Treffer“ und wenigen „Wurrsteln“
waren gar bald „aufgerieben". Mit dem Dialog:
„Was lesen die Leute am liebsten“, schloß
die vorzüglich verlaufene Weihnachtsfeier, die
sichtlich allgemeine Zufriedenheit geerntet hat.
Aus den Gerichlskanzte.
Fahrlässige Tötung.
Traunstein, 7. Jan. Der weit über das
bayerische Oberland hinaus bekannte „Beinbruchdoktor
Kienzl"“, uer Karl Adlmaier
von Westerndorf, der aus besten Kreisen Kunden
hatte, stand wegen fahrlässiger Tötung vor
der landgerichtlichen Straflammer. Er kurierte
ein 11 jähriges Mädchen an einem offenen Beinbruch;
dabei kam es zu einer Blutvergiftung,
die den Tod des Kindes herbeiführte. Nach
dem einstimmigen Urteil dreier Sachverständiger
ist die Ursache dieses tödlichen Ausganges
in der total ungenügenden, unvernünftigen, jeder
entsprechenden Kenntnis baren Behandlung
seitens des Angeklagten zu suchen. Wlnaalet
erhielt 6 Monate Gefängnis.
Wetterbericht für Sonntag, den 10. Januar:
Zunächst noch unbeständig, dann aber Belleunnnn.
al###.