Oberbefehl über dieselbe dem Herzoge Albert von Sachsen-Teschen (dem Gemahl
seiner Tante Chriftine) übertragen habe.“
Von preußischer Seite konnte man mit Maßregeln der Art nicht einverstanden
sein; da das gewünschte schutzherrliche Verhältniß damit verloren ging;
deshalb wurde auch, weil offener Tadel nicht füglich ausgesprochen werden
konnte, in Regensburg die Erklärung abgegeben, daß sich Preußen fernerhin
nur auf beschränktere Weise am Kriege betheiligen würde. „Der König, hieß
es in der Note, sehe sich gedrungen, seinen bisher durch Großmuth und Patriotismus
bestimmten Antheil an dem gegenwärtigen Kriege nach denjenigen Rücksichten
zu vermindern, die er der Selbsterhaltung seiner eignen Staaten und
Unterthanen schuldig sei. Er habe seine Waffen mit denen des Kaisers und in
der Folge auch mit denen des gesammten Reiches und noch anderer Mächte
vereinigt, um den zerstörenden Unternehmungen einer wüthenden Nation Grenzen
zu setzen, und den bedrohten Völkern Frieden und Wohlfahrt zu erhalten.
Richt ein Krieg mit einem gefitteten Volke und ordentlich disciplinirten Kriegsheeren
sei zu führen, sondern ein Krieg mit rasenden nie zu mindernden Volksschwärmen,
mit einer zahlreichen überall gerüsteten und Alles zur Kriegsreserve
machenden Nation im Rückhalt, die nicht nur um Eroberung kämpfe, sondern
auch den Umsturz der ganzen bürgerlichen Verfassung Deutschlands durch Feuer
und Schwert und das Gift ihrer Lehre verbreite. Diesem sast unbezwingbaren
Feinde hätte der König ein Heer von 70,000 Mann der auserlesensten Truppen
entgegengestellt, und den Krieg unter den hinderlichsten Erfahrungen aller Art
in weiter Entlegenheit von den preußischen Grenzen mit fast unsäglichen Kosten
geführt, wobei er seine eigne Person und die Prinzen des Hauses den gefahrvollsten
Ereignissen für Deutschlands Sicherheit ausgesetzt habe. Ein solcher
Krieg habe die Staatskraft der preußischen Monarchie in weit stärkerem Maße
angreifen müssen, als bei anderen mitkriegführenden, näher an Frankreich gelegenen
Mächten der Fall gewesen, und Seine Mcjestät sei endlich in die unbedingte
Unmöglichkeit gekommen, an demselben ohne gänzliche Zerrüttung Ihrer
eignen Staaten und ohne Erschöpfung ihrer Unterthanen blos aus eignen Mitteln
einen weiteren gleich thätigen Antheil zu nehmen. Um aber dem deutschen
Reiche noch fernerhin, und selbst mit vermehrter Macht,
Schutz und Schirm zu gewähren, sei der König mit den verbündeten
Mächten in Unterhandlung getreten und habe ihnen eine Einrichtung vorgeschlagen,
nach welcher außer bestimmten Subsidien die Naturalverpflegung des
größten Theils des preußischen Heeres vom gesammten Reiche und zunächst provisorischer
Art von den sechs vorderen der Gefahr ausgesetzten Reichskreisen
geleistet werden sollte. Die erforderliche Eröffnung bei dem Reichstage und den
genannten Kreisen wäre mit der unumwundenen Vorerklärung geschehen, daß,
im Falle die angetragene Maßregel nicht zu Stande kommen sollte, Seine Majestät
sich gedrungen sehen würde, den größten Theil des Heeres aus dem Reiche
zurückzuziehen und das Reich seiner Vertheidigung und seinem Schicksale zu