Full text : Rosenheimer Anzeiger. 64. Jahrngang (64)

 

ns  an

—  4

Nummer  97

der  Sturm-  Abteilung  des  Vataillons  geübt.
Es  waren  lauter  Freiwillige,  die  es  laum  erwarten
  bonnten,  dem  Franzmann  auf  den  Pelz  zu
rücken.  Ihr  Führer  war  der  Offizieritellvertreter
  Wengner,  zu  Griedenszeiten  Gericht#assistent
in  Arnsdorf  in  Niederbanern.  Uno  als  jeder  seinne
  Nolle  von  Grund  aus  beherrschte,  da  wurde
mit  den  Minenwersern  und  mit  der  Artillerie  u.
den  Maschinengewehren  der  Nachbarabschnitie
das  Nötige  noch  verabredet.

Ein  klarer,  sonniger  Wintertag  -  sich  seinem
  Ende  zu.  Die  eriten  Schalten  de:  Dämmerung
  streisten  das  Land,  um  der  Stille  der  Nacht
den  Weg  zu  bereiten.  Da  Hiöhlich  brüllt  es
auf  in  der  deuiscken  Tt.  ellung.  daß  einem  Hören
und  Sehen  vergeht  und  man  deulen  möchte,  das
letzte  Stündlein  sei  herange  lommen.  Mit  surchtbarem
  Gehenl  werfen  sich  schwere  und  mittiere
Minen  auf  die  drabtburg.  die  den  französischen
Unterstand  umgibt,  auf  die  Zugangsgräben  zu
seinen  Seiten,  und  die  leichten  purzelnden  Geschosse
  der  Granalmerfer  lialschen  vor  seinen
Ausgängen  in  die  Erde.  Nur  fün?Minnten  dauert
  dieser  ohrenbelänbende  Lärm,  währenddessen
  der  Slurmirupp  sprungbereit  im  eigenen
(Gbraben  wartel,  die  genau  verglichenen  Uhren  in
der  Hand.  Punkt  6  Uhr  verluummt  das  Mineufener
  wie  abgerissen,  und  unfere  Arlülerie
setzt  eine  Feuerglocke“  ringe  um  die  geplante
Einbruchsslei#e  her.  Im  gleichen  Augenklick  aber
ist  die  marlende  Schar  in  eine  einige  slrzende
Vorwärtsbewegung  verwandelt.  und  in  weniger
als  einer  halben  Minnie  sind  ihre  Jielc  erreicht.

Der  erste  Trupp,  unter  Bengner  und  dem
Sergeanten  Weiß  einem  Landmirt  aus  Sirchkenried)
  seenl  ovrer  dem  Hauntringan)  des  Unlerstandes.
  Der  Bizejeldwelel  Sägert  tein
Kontorift  aus  Muü  nchenk.  langt  gerade  mit
seinem  Tinpp  am  zweiten  Ausgang  an,  als  ein
granzoe.  Hals  über  Konf.  in  der  Richiung  auf
den  Ingführer-  Umerstand  entfü#etht.  Sägert
jagt  ihm  cine  Revolverlugel  nau,  aber  sie  geht
jebl.  Oeoch  im  gleichen  Momem  kommt  der
Teupp  des  Gesreiten  Ruff,  teines  Fabrilarbei—
aus  Mörnsheim)  dahergerannt,  der
nach  rückwärie  die  Ausräumung  des  Unierstandes
  sichern  soll.  Der  usient  Gredler.  lim
Zivilleben  als  Koch  in  G  alle  itältig)
zeigt,  das  er  nicht  nur  delilate  Braten  und
btölllicke  Saugen  zu  *  v.#t  stent.  Mitten  im
Lauf  ziell  er  und  lrifft  den  it-  irhenden  Franzosen,
  der  16dli  verwundet  zuĩam.  neninlt.  Einen
Zweiten  sindel  Sügert  schen  tet  vor  dem  Ausgang
  im  Graben  liegen.  Ss  war  wohl  einer  Der
Poslen,  den  umer  Minensener  ereint  hatte,  ehe
er  den  bergenden  Unieriin  haite  aufsuchen
lönne

en  beiden  TZeiten  dröh,  it  s  nun  in  den  Unler,
stand  hinein:  a  bas  les  armes!
Aber  ule  die'  Aufsorderung  nicht
sofort  Folge  gel  ird,  reint  den  Vanern
die  Ger#  ild.  Wengner  gibr  sch  nell

   

  

 

 

 

 

  

zwei  Visfoleuschüne
  in  2e#s  .  Tab  nnd  ipringt  dam
selbit  in  den  Um  ersi  Sägertlänt  den
Pionier-Gefreit#en  (I.  leinein  Wagner  aus
Weißenstadt)  eine  Brandröhre  in  den  Untersiand
  hinein  abziel  en  und  ireint  so  durch  den
leißenden  nauch  die  Franzo#n  dem  ersten
Ame.  Sy  werden  alle  erausgere
  in  dure:  Wengners  Schüsse
i.  z#eri  weiterc,  darunfer  ein  Unilen
  unverletzt  in  unsferc  Land.
illes  it  riel  schneller  getan,  ais  es  sich
erzählen  lafu.  Denn  auf  -  ithmlkk
alle-HartTIsc(l:tv-.11·c—:«dck..«  i  nd  den  Maschinengene:t
  len  der  N-  Usnitedurch
starke  *  überiälle  g.2%  secht  und  linls  gelunen
  Sind  uber  die  Sielie  der  Haupthand--(en.
  Aber  wir  lange  die  Täu-1.
  lonnte  niemard  wissen.  Drum
in  rafendem  Zempo.  miiĩanit  den  Gefau—
einie  zurück  Nicht  ein- 



 

 

 

Trupp  in  di- 



 
  
  
    
  

 

 
  

gings
genen  wieder  in  unfere
mal  zum  genauen  Durchiuchen  des  Unterlandes

war  JZeit  geblieben.  Aber  nun  llappte  auch
alles  vorzüglich.  Grad  ale  die  leölen  in  denbraben
  sprangen,  explodierien  die  eriten  französsschen
  Gewehrgrangten  vor  unferem  Hindernio,
und  schon  um  6.10  Uhr  l#nnte  das  verabredete
Jeicben  gegeben  werden.  anf  das  die  Artillerie
ihr  Feuer  einttelile.  Der  Ueberfall  war  vollkommen
  gelungen,  und  ohne  daß  mir  auch  nur  einen
  Verwuneien  gehabt  hüllenn

Inzwischen  wars  völlig  Abend  geworden  und
liese  Stille  war  dem  Zöllenlärm  gefolgt.  Am
Berghang,  im  vorderüen  fra-  bösfischen  Graben,
lag  der  gut  betonierte  U#nteriino.  Seine  Umgebung
  war  verwühlt  und  in  Unordnung  geraten,
  aber  er  selbil  hatte  eigentlich  nicht  gelitlen.
  Und  doch  war  es  nichls  Rechtes  mehr  mit
ihm.  Viermal  aurgenommen  zu  werden,  geht
doch  über  das  erlaubte  Maw),  selbil  für  einen
ftanzösiscken  Umerstand.  Er  haite  sein  Nenommec
  endgültig  verloren,  u.  die  Franzosen  scheinen
  ihn  seitdem  mit  einer  aberg  kianbischen  Schen
gemieden  zu  haben.  Ais  eine  unserer  Patrouillen
  drei  Wechen  später  am  bellen  Tag
wieder  binuberschlich,  sand  sie  ihn  völlig  unberührt.
  Selbit  die  vier  Gewehre  standen  noch
da.  die  man  damals  in  der  Eile  verfäumt  hatte,
mitlzunehmen!

Außer  den  schen  Genannten  haben  sich  bei
dem  Einbruch  in  die  französische  Stellung  noch

besonders  hervorgetan:

die  Gefreiten  Schmidt  und  Csavojez,
(Knechte  aus  Weiding  und  Thalberg)  u.
der  Jlemert  Schwarz,  (Konditor  aus  Rosenh


ken  Aaule,  Offizierkriegsberichterstatter.

 

Rosenh#eimer  Anzelger

Polll#sche  Nundschan.

Rücklehr  des  Kanzlers  aus  dem
Hauptquartier.
WIB.  Berlin,  24.  4.  Amtlich.  Reichskanzler
  Graf  Herlling  ist  nach  Berlin  zurückgelehrt.
Strafantrag  durch  den
Reichslanzler.
*  Berlin,  21.4.  Wegen  beleidigender
Angriffe  gegen  den  Slaatssekretär  de:  Auswärtigen
  Amtes  in  einem  Artikel  „Alldeutsche
Silienichter“  d.r  „„  Deulschen  Zeilung“  wurde
vom  Reichskanzler  gegen  dieses  alldentsche  Preßorgan
  Strasantrag  gestelt.  (Es  handelt
sich  mn  einen  Artikel.  in  dem  die  „Deutsche
Zeitung“  scharfe  Angriff:  gegen  das  Privatleben
  des  Staateoselretärs  v.  Kühlmann
richlete.  namentlich  wegen  dessen  angeblichen  Verha#itens
  wällrend  sines  Bularester  Ausenthaltes.
Das  Blatl“  ärie  dabei  ausdrücklich.  daß  alle.
seine  Behank  lungen  erweislich  mahr  seien.  Es
wird  illm  also  jeltt  Gelegenheit  gegeben  sein,
dies  vor  den  Nichtern  darzulun.)

Leulscher  Neichs#ag.

Beralung  der  Steuerv  orlagen.
Verlin,  2.1.  April.

Nach  Eröffnung  der  Sißung  durch  Vizepräsident
  Dr.  Paasche  gedeult  dieser  in  einer  herzlich
  gehaltenen  Ansprache  des  gesailenen  Luftleiden,
  Rittmeislerd  Freille2#n#v#  Richt  bofen.

Dr.  Paasche  g.  denlt  dan  weiler  in  einer  waren
  Ansprache  des  in  benen  bulgarisch
  en  Gesandten  Dr.  .

Utunsduntcstdærssslxrc  Beratung  der
Steucrvorlagen  eingetreten.

Abg.  Dr.  Waldilein  (F.  V.-P.):  Wir
mihbilligen  die  einseilige  Auföriune  !9  des
Neirkeb  darse.  wie  sie  in  diesen  Vorlagin  vorgesehen
  in.  Die  ungeleuten  Anforderungen  sollen
  wiederum  durch  die  BVefreuerung  des  Verlehre
  und  des  Verbrauch:  aufgebracht  werden.
Die  Umsatziener  ##aslet  wieder  in  er“  fte:  Lin###
die  Armen  und  nicht  di:  Rcichen.  u  Beginn
des  Kri:ges  hätten  die  Bundessigaten  ausgefordert
  merden  t.  u  dJclsdkchanrtdm
Exkkcalssdaus  ququI  Jmseucnftch
aler  die  wielngnsehe  Finanzminister  enigegen.
  Sie  tragen  die  ganze  Verantworiung  für
die  ganze  sinan:  iell:  Verworrenheitzum  mindesten
  müsse  eine  Veredelung  der  Umatzsteuer
angestrebt  werden.  insbesondere  durch  eine  angemessene
  8  Sassfelun  ig.

Abg.  Paasche  ((##lb.):  Bei  einer  kmmenden
  Fir.  zreform  muß  vor,  allem  Dingen
darauf  geachiet  werden,  daß  die  Einlom##nenfreuer
  in  den  einzelnen  Bundesiraaten  gleichmäin
  gebandhabt  wird.  Der  Begriff  Kriegogewinn
  muß  nen  formulie  ri  und  definiert  werden.
Den  Vorlagen  der  Regierung  siehen  wir  nicht
ab:  ennend  gege  Ein  Kutes  Ergebnis  des
Sienerfluchtgesenes  erscheint  mir  zweifelhaft  zu
sein.

Abg.  Dietrich  (kons.):  Diese=  Vorlagen
halten  wir  für  keinen  guten  Ansang  des  Steuerreformwerles.
  Wir  stimmen  ihren  vorbehaltlich
  notwendig  erscheinenden  Aenderungen  bei.

de  Eröhung  der  Pol'leimahmen  iill  gerechtserkin.
  mmal  wir  mit  einer  wosentlichen  Erhölung
  der  Beamten-  und  Arbeitereinkommen
zu  rechnen  haben  merden.  Kür  den  Börsenverlehr
  in  die  Umsatzitener  völlig  Nebensach:.  Die
Spelulazi  ien  wird  durch  di:  paar  Prozeinte  nicht
aus  der  Welt  gesckafft.  Bei  den  Kgicritel
lern,  die  onne  weiilere  Unkollen  arbeit  ten,  nimmt
die  Umsat  sson#  den  aratter  ciner  Emtom.
menisteuer  an  ###  weden  an  den  No  mmissions-Ueraiungen
  leunelmen  und  boseen.  daß  eine
möglick--  Sinmüligkeit  aller  bürgerli  chen  Parleien
  zu  erreichen  sein  wird.

Abn.  Berufiein  (lUnabl.  Scz):  An  eine
Abtragung  der  Schulden  i#t  ni-“  :  denken.
Stall  desen  ###.  u  i  0  rchulden  immer
weirer  an  und  mit  ihnen  dies  fur  den  HZinsendienst
erforderlichen  Summen.  Wir  hallen  sel  andem
Steuerprogramm  der  Scztaldemotratie.  Wir
lehnen  alle  Steuern  ab,  die  verwe  ndet  werden
sollen  zu  Zwecken,  die  den  Int  teressen  der  Arbeiterllassen
  widersprechen.  Die  Belanung  des
Po'iverkehrs  lehnen  wir  glatt  ab.  Sie,  wie  der
Wechielstempel,  belasten  die  kleinen  Betriebe.
Umeren  Widerstand  gegen  die  Warenumsansreuer
  Balten  wir  auch  weite  aufrecht.  Beim
Schriftsteller  und  Künstler  in  von  einem  Umsatz
  überhaupt  keimn  Aiter  Die  geplante  Steuer
ist  für  sie  nicht  nur  eine  leinlommen.,  sondern
sogar  eine  Einnabmesteuer.  Dabei  bleiben  die
Auogalen  für  Bücher  ufm.  ohne  Ansatz.  Die
Gesellschaftesteuer  dagegen  wird  zu  wenig  belont.
  Wir  werden  dafür  eimrrctenl  daß  die  Reichen
  Deutschlands  auch  die  Kollen  des  Krieges

tragen.
Vayerijchet  tandiag.

Nachrufe  für  den  Herzog  von  Anhalt
u.  Richthofen.  Interpeilation  betreffend
  die  Patentierung  der  Offiziere
  des  Beurlaubtenstandes.
leinere  Sachen.

*  München,  24.  4.

verb  wästdeent  von  Fuchs  hat  die  Leilung

z  Präsidialgeschäfte  wieder  übernaemmen.  ob-—

  er  den  Arm  noch  in  der  Binde  trägt.
Er  eröffnete  die  Nac##enittagssitzung  mit  einem

 

 

 

Verlin  vel#tor

 

 

  

 

 

cuüber.

 

 

 

 

warin  empfundenen  Nachruf  für  den  verstorbenen
  Herzog  von  Anhalt  und  den  kühnsten
Flieger  Deutschlands  Frciherrn  von  Nichthofen
und  gab  der  Freude  über  den  guserordentlichen
Erfolg  der  3.  Kriegsanleihe  Aned

Erster  Punkt  der  ore  n  war  die
Besprechung  der  Interpellation  Kohl,
die  laulet:  Isl  der  Siaalegierung  belannt,
daß  die  vem  Kriegoministerium  veröffentlichlten
  Grundsätze  über  die  Patenli#rung  der  Offiziere
  des  Beurlaubtenstandes  schweren  Vedenken
  in  den  Kreisen  dieser  Öffitzre  begegnet?
Ist  die  Slaatsregierung  gewillt,  diesen  Bedenken
  Nechuung  zu  tragen  und  diese  Grundsäge
  abzuändern?

Kriegsminister  v.

Hellingrath  erllärte
in  Beantwortung  der  i  i

Interpellation,  daß  bei
der  Aufstellung  der  Patentierungsgrundsätze
von  vorneherein  seigestanden  habe,  daß  die
wissenschaftliche  Verbildung  in  erster  Linie  bewertet
  werden  müsse.  Die  Schulbildung  sei
eben  die  Grundlage  für  die  zu  gewährenden
Vorteile  bei  der  Palentierung.  Von  einer
Zweiteilung  des  Offizierskorps  lönne  daber
nicht  gesprochen  merden.  Wer  länger  auf  der
Schule  geblieben  und  seine  allgemeine  Vildung
erweitert  bo.  erwerbe  sich  damit  auch  ein
Vorrecht.  ei  der  Verleihung  höherer  Dienit;
grade  nerde-  in  erster  Linie  der  far  die  Stelle
militarisch  Geeignelste  berußsichbial.  m  übrigen
  lönne  sich  während  des  Krieges  jeder  Ofsizier
  durch  be##dere  militärische  Newührung
Verbesierung  soeines  Nalentes  verdienen.
Die  neuen  VBatentizrungen  seien  fur  2000  Offi
ere  des  Seurlanbtenstandes  b’####ils  durchgesammt.
  für  weilere  14.000  befänden  sie  sich  roch
in  der  Arbel.  Ein  Anderung  in  den  Grundsanen
  der  Patentierung  sei  nicht  möglich.  Es
sei  uberlhanpt  nicht  mätzlich,  ein  allen  Wunschen
eni##prechende:  Patenlierungesestein  aufzustellen.
Sölechlich  verficherte  er  noc.  das  die  Interes-=sen
  der  beie  linten  jiere  in  Weite  lgehendem
Masie  gewai#t  würden  und  daß  große
Glelle  „ur  aedauht  #ien  In  der  Pelprechung
der  Interxellet  n  stel  ten  sich  die  Abag.  Frank-Weiden
  (.  #r.),  Endres  Fürth  (Soz.)  und  Dr.
Günlher  (lib.)  vail  auf  den  Noden  der  Ansch
  auungen

 

    

.-Es

—

 

 

    

des  Jnt:  rrelzatimnsbegründer  Kohl
und  übten  eine  berde  Kruil  an  dem  sent  gesctafsenen
  Patentierungssyilen.
Ablehnung  der  Verhältnuiswahl
für  Bayern.

München,  24.  4.  Im  Finanzausschuß  der
Abgcordnetenkammer  erklärte  heute  der  Minister
des  Innern  von  Vreitreich,  daß  die  Regierung
die  Einführung  des  Verhällnis  wapuitens  bei
den  Wahlen  zum  Landtage  ablet

KMänchener  Neuigleilen.
München.  24.  April.
Unfälle.  Beim  Herabrutschen  über  das
Stiegengeländer  stürzte  im  Ho#el  Gasner  der
18  jährige  Hausbursche  Siecher  vom  4.  Stock- 



werk  in  den  Hausflur  und  war  sofort  tot.

In  der  Villenlelonie  hinter  dem  Waldftiedhof
in  Grorharern  waren  heute  mitlag  der  0  fähr.
Monteur  Joham  Paulus  und  der  28  jährige
Momeur  Vinder  auf  einem  Telegraphenmast
mit  Arbeilen  be  schäftigt.  Der  Mast  fiel  plönlich
  um,  und  die  beiden  Monteure  stürzten  ab,
wobei  bride  schwer  verletzt  wurden.

Hmeerisches  Oerianoe.

Vad  Aibling,  23.  Strastenbenenmung.
  Jur  Ebrung  von  oa  inern,  di:  sich  um
das  Wont  und  die  Verschönerung  des  Marktes
Bad  Aibling  besendere  Werdienite  erworben  ha—
len.  nurden  nach  ihren  Namen  Straßen  benaun
  die  Wen  dellteinstraße  #  hach  dem  Namen
  unsereo  Ehrenbürgers  und  langsährigen
Bitrgermeisters  Herrn  Oekenmierate:  F.  T.
Wild  sel.  in  Wildstraße;  2.  die  Orleansstrasse
nach  dem  Namen  des  um  die  Ortsverschönerung
und  die  Gründung  des  Kurgariens  hochverdienten
  Mitbürgers  Herrn  Joseph  Pentenrieder,
Reali:  ätenbestern.  zuleczt  Besiter  der  Villa
Somznhof  Lier,  in  Pentenriederlraße:  3.  die
im  Bählerviertel  vom  Naisseisenverein  Aibling
anzulegende  Verbindungsstraße  von  der  Wildstraße
  zur  Frühlingsstraße  nach  dem  Namen
des  verdienten  Naisseisenmannes  und  Ehrenbärgers
  Ö.  Prälat  C.  W.  Kaiser.  langjähriger
Pfarrvorsi  and  dahier,  in  C.  W.  Kaiserstraß.

Bad  Aibling,  23.4.  Gemeinsamec  Sitzung
  des  Magistrats  und  des  Gemeindelollegiume
  am  22.  April.  Ver
Eintritt  in  die  Tagesardnung  widmete  der  1.
Vorsitzende  des  Gemeindekollegiums,  Hr.  Posthaller
  Knabl.  dem  verstorbenen  langsährigen
Scchriftführer  des  Kollegiums,  Herrn  Weinberger,
  einen  warmen  Nachruf  und  begrüßte  den
fur  letzteren  einberufenen  Gemeindebevollmächtigten
  Joseph  Orthofer.  Als  Waisenrat  wurde
Gemeindebevotlim  ächligter  Joseph  Egaer  und  als
Milsperrer  fur  die  Reservekasse  Gemcindebevollmächtigter
  Möschl  gewählt.  Insolge
—  der  Gemeinde  Kolbermoor
ein  Wassermehrverbrauch  von  1713  Mark  entstanden.
  Nach  längerer  Debalte  wird!  die  Hälfle
  des  Betrages  nachgelassen.  JIn  Sachen
Fischereirechte  in  der  Mangfall,  hier  Vorkaussrecht
  Beltenhäuser,  macht  die  Gemeinde  von  ihrem
  Vorkaussrecht  Gebrauch  und  werden  zu  den
in  diesen  Tagen  in  Nosenheim  slattsindenden
Liesbezüglichen  Verhandlungen  außer  Hru.  Bür- 



 

 

 

Freitag,  26.  April  1918

germeister  Ruf  die  Gemeindebevollmächtigten
Ulrich  und  Möschl  abgeordnet.  Eine  Zuschubnachzahlung
  an  den  Kur-  und  Verschö--zungsverein
  im  Betrage  von  1500  Mark  wird
genehmigt,  desgleichen  die  Umlageneinhebung
pro  1918  in  zuei  Raten.  Dem  Antrag  des
Turnvereins,  die  Turnhalte,  welche  371  klein  ist,
gegen  die  ehem.  Röstlersche  #  Lazerhalle  nichi
dem  Elektrizitätswerk  umzulauschen,  Lehen  d  die
Kollegien  wol'lwollend  gegenüber.  Diese  sind
breite  in  Tauschverhandlungen  einzutreten.
hen  Erweiterung  der  Hartuanierstraße
did  leschlossen,  ein  Grundstück  des  Joh.  Herzeg
  um  500  Mark  zu  erwerben  und  von  diesem
Grund  dem  Benesizium  doppelt  soviel  Grund
alzutreten,  als  cs  abgeben  mußt.  Auf  eine
Anfrage  der  Bayer.  Landesfiedelung  für  Errichtung
  von  Kleinwoltnungen,  ob  die  Gemeinde
bereit  ist,  das  Projelt  zur  Errich  tung  von
Kleinwohnungen  im  ehem.  Büh  lerviertel  finan- 



ziell  zu  unterstützen,  wird  bescht  ossen.  daß  die
Gemeinde  wegen  anderweilige  n  aröl  eren  Verpflichlungen
  zurzeit  nicht  in  der  Lage  ist,  dees

tun  zu  lönnen.

Bas  Mibling,  23.  4.  HH.  *  rälat  C.  .
Kaiser,  Errenbürger  und  Jangiähr  ider  Pfarrvorstand
  in  Bad  Aibling,  hat  dem  Fonds  ztr
Errichiung  eines  Bürgerheime  in  Bad  Aibtr
einen  Belrag  von  500°  Mar#  überwiese.

Bausham,  23.  3.  Unsal!l.  ##5  die  Werkschmiede
  Gbreiner  und  Niedermeier,  sewie  die
Hauer  Obermeier  und  Mlecusch  das  Körderseil
reparichen,  selhte  sich  auf  unerllär#i.e  Weise
die  Fördermaichine  in  Bewegunl.  wodurch  die
eriien  drei  Arbeiter  auf  den  mit  vilenplatten
iegten  Boden  gesch  kendett  wurden  und  bewu#tlos
  liegen  bl  eben.  Oberme  e;  und  Nieder- 

    

  

meier  erlitten  einen  Iurer  3  zuts  schentelheuch.
  Die  Verlet  bung  des  Orermeser,  der  an-Uerdem
  cine  Gehirner  fur-  interm  in  5  soll  lelensgefährlich
  sein.  Beide  mußten  in  daz  hies.
Krankenhan:  ciangeschafft  merden.  Geciner  und

 

Mlecusck  murden  an  Aemen  und  Veinen  verletzt.

Traunstein,  23  J.  Selbümordversuck.
  Einen  Schuß  in  die  Lungemiegend  brachte
sic-  vergangene  Nacht  Frl.  Kunihgunde  Gleuegger
  bei.  Bewengrund  -

Ves  Reichenhall,  21.  Zu  dem  Leirensund
  am  Ald1  int  noch  zu
melden.  deß  nach  übrrein#timmendem  Urreil
die  beiden  Leichen  mindesleno  1  2  Jahre  an
dieser  Stelle  gelegen  haben  müssen.  Die  Köpfe

 

der  Leichen  wurden  mittierweile  gesunden.  Seit
dem  Tode  de  ze  briden  Leui  6b%„  hat  leine?  Menschen

Zub  diese  S  lkelle  betreten.  Die  Erhelungen  nach
den  Personalien  der  Unglünlichen  fühet  die  hicsige
  Gendarmerie.  Gestern  nachmiltag  begad  sich
eine  Kommusion  vom  hiesigen  Amisgericht  an
die  Fundstlelle,  worauf  die  Ueberrete  nach  tBad
Reichenhall  verbracht  und  beerdigt  werden.

Komemmales.
Oesfentl.  Sitzung  des  Kollegiums
der  Gemeindebevollmächtigten
am  Milttwoch,  den  24.  April,
nachmitags  haib  J  Uhr.
Der  Vorsitzende  gab  zu  Beginn  der  Sitzung,
der  sich  wegen  anfänglicher  Beschlußunfähigkeit
rerschiedene  Mitglieder  mußten  tele  phonisch
herbrigeholt  werden  ver#.  erte,  Kenntnis
ron  de:  Beförderung  der  Poli  zu  ie  gꝛamnen  Birner
  und  Allmannshofer  F  Bi;  wachmieisern.
Weiterhin  gab  er  Kenntnis  on  dem?  borliegen
des  Jahresberichtes  der  Kreir  ilinen  Feuerwehr.
Für  treues  Aueharren  und  nork#  lmiiche  Pflichterfüllurg
  wird  der  wwe  lr  der  Danl  bes
giums  auasgesprochen  In  reicher  5.  Ale  wurden
  bierauf  kie  EFremt  ide  der  Tageserdnung
erledigt.
ur  Cimichtung  der  elelirischen  Veleuchlung
im  Einnehmerraum  der  Pflaiterzollstalien  *r!-.
sieinerirake  wird  ein

 

 

Juschuiz  von  90  Ma
aus  flädtischen  Mitteln  gewährt.

Der  Grundtausch  im  Hauflättergut
Haupilel#rer  Schneller  wurde  genehmigt.

Der  Tänglingefürforger  erein  bringt  seinen
Rechenschaftstericht  für  1910·17  in  Vorlagr.
Der  erbetene  Zuschuß  durch  die  Stadt  in  Hôöle
ven  200  Mark  (wie  in  den  Vorjahren)  soll  auc)
für  da:  lausfende  Jahr  gewährt  werden.

Der  Kaninchenzuchtverein  Rosenß  eim  u.  Umgelung,
  der  an  den  Ostertagen  hier  eine  Aus--siellung
  veranstallete,  hat  um  eine  Ehrengabe
nac  gesucht.  Eine  solche  in  Höhe  von  25  Ml.
wurde  vom  Kollegium  genehmigt.

Nolmen  gewordene  Dachreparatn  ren  am
Ellmaierhaus  erfordern  die  Sun.me  von  60
Mark,  die  der  Magistrat  aus  laufenden  Mitleln
  genehmigte.  Dem  Beschlusse  wurde  beigetrelen.


Zwischen  der

mit

  

ndig

alinenverwaliung  und  dem
Siadimagistrat  Aenh  im  wuro-  zur  Regelung
der  Stratzenverhältnuse  ein  Dertrag  abgeschlo#isen.
  Kolleginmsve  erstand  Finsterwalder  brachte
das  umsangreiche  Schrifistück  zur  Kenninis.

Der  Vertrag  erfuhr  die  Jusimmung  des  Kollegiums.


Die  Dr.  Geigersche  Stipendienstistung,  ##
ein  Reinvermögen  von  31  214  Mark  gufneit.
schließt  für  das  Jahr  1016  mit  1212  Mark
Einnahmen,  819  Mirk  Ausgaben  und  393
Mark  Altioren  ab.

Die  siädtische  Suppenanstalt  verfügt  ber
0obts  Mark  Reinvermögen.  Bei  1396  Mar
Einnahmen  und  1362  Moark  Ausgabeu  hat  vU„