432 Schweit. (Aug. 13— Sept. 30.)
Innern eine Enquete über die Schulverhältnisse der einzelnen Kan-
tone eingeleitet
und die „höfliche Bitte“ an die Regierungen gerichtet, die damit be-
auftragten Sachverständigen darin zu unterstützen, ohne ihnen doch eine
sörmliche Verbindlichkeit dazu aufzuerlegen oder ihre Rechte zu schmälern,
und weisk die Einwendungen der kalh. Kantone Lugern, Uri, Schwyz, Unter-
walden, Zug, Appenzell J. Nh., Wallis und Tessin als unbegründet ab.
13. August. Durch die Agitalion gegen den eidg. Schulsekretär
aufgeschreckt, treten Liberale aus 14 Kantonen in Vern zusammen
und setzen ein Centralkomite in Solothurn ein, um eine Gegen-
agitation zu organisieren.
15. August. Die Landesbefestigungskommission hat sich, nach-
dem sie an verschiedenen Punkten persönlich Studien gemacht, ein-
stimmig über die dem Bundesrat eingureichenden Vorschläge geeinigt.
Dieselben sollen jedoch vorläufig nicht veröffentlicht werden.
— August. Internalionale sozialistisch-nih hisch
Kongresse in Genf und gleich darauf in Lansanne. Bei dem letzteren,
öffentlichen, benehmen sich die Sogialisten, den ausführlichen Be-
richten zufolge, geradezu wie Besessene, bis es den Waadtländern zu
toll wird, so daß sie sich entfernen und das Gas abdrehen.
24. August. Die Versammlung des ultramontanen Pius-
vereins in Locarno gibt zu einem argen Skandal Veranlassung.
Die Versammlung, ca. 300 Mann stark, darunter der (abgesehte)
Vischof Lochat, macht eine Spagierfahrt nach den Vorromeischen- Inieln und
will, mit päpstlichen Kokarden geschmückt, auf Stresa landen. Die (italieni-
sche) Bevölkerung will es aber nur unter der Bedingung gestatten, daß die
Kokarden abgelegt werden und dies wird unter dem Ruf viva il papa v
weigert, worauf es abbasso gli Suizzeri papalini enigegentönt und bi
Gäste gezwungen werden, sich wieder einzuschiffen.
— August. Sämtliche sozialdemokratische Deutsche Reichstags-
abgeordnete außer Rittinghaufen kommen in Zürich zu einer Be-
sprechung zusammen.
16. September. Für das Begehren einer Volksabstimmung
über den Bundesbeschluß vom 14. Juni sind nicht weniger als
188,731 Unterschriften aus allen Kantonen eingegangen. Der Bun-
desrat erklärt 7736 davon für ungiltig, beschließt die öffentliche
Auslegung derselben beim Departement des Innern und setzt die
allg. Volksabstimmung auf den 26. November an.
30. September. Bischof Cosandey von Freiburg #f. Der
Tod desselben gibt zu neuen Umtrieben des ausgewiefenen Bischofs
Mermillod in Rom für das von ihm angestrebte Bistum Geuf
Veranlassung.