Full text : Kolonialpolitik. Mein politisches Vermächtnis.

der  kolonisatorischen  Betaͤtigung  in  den  tropischen  und
subtropischen  Laͤndern.  Unsere  siegreichen  Gegner  moͤgen
im  Augenblick  die  Macht  haben,  uns  einen  Gewaltfrieden
zu  diktieren.  Ein  solcher  Friede  aber  koͤnnte  nicht  von
Dauer  sein,  weil  er  den  Keim  zu  neuen  Auseinander—
setzungen  in  sich  truͤge.  Ich  hoffe,  daß  im  entscheidenden
Augenblick  auch  in  den  Reihen  unserer  Gegner  diejenigen
die  Oberhand  behalten  werden,  die  wie  Praͤsident  Wilson
das  Recht  und  nicht  die  Gewalt  als  Grundlage  fuͤr  die
Neuregelung  der  Welt  nehmen  wollen.  Das  Recht  aber
steht  auf  unserer  Seite,  wenn  wir  verlangen,  daß  dem
deutschen  Volk  die  Betaͤtigung  in  eigenen  uͤberseeischen
Gebieten  auch  kuͤnftighin  ermoͤglicht  wird.

Ich  habe  als  Leiter  der  Kolonialverwaltung  in  den
langen  Jahren  des  Krieges  die  Gruͤnde,  die  unsere  Geg—
ner  gegen  die  Ruͤckgabe  der  deutschen  Kolonien  anfuͤhren,
gemeinschaftlich  mit  Ihnen  auf  das  sorgfaͤltigste  gepruͤft.
Haben  wir  aber  auch  nur  einen  einzigen  stichhaltigen
Einwand  gefunden?  Mehr  als  einmal  habe  ich  waͤhrend
meiner  Amtstaͤtigkeit  in  oͤffentlicher  Rede  unsere  Ziele
auf  kolonialem  Gebiet  in  kultureller,  wirtschaftlicher  und
politischer  Beziehung  klargelegt.  Bis  heute  hat  mir  noch
keiner  nachgewiesen,  daß  die  von  mir  aufgestellten  Ziele
nicht  mit  den  Grundsätzen  übereinstimmten,  die  Präsident
Wilson  in  seinen  mannigfachen  Kundgebungen  aufsgestellt
hat.  Es  sind  dieselben  Grundsätze,  die  auch  von  unseren
europäischen  Gegnern  als  Voraussetzung  für  den  Frie-V