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ribbe, rebbe, ahd. rippa, mhd. rippe mit den Nebensormen
zibbe, ribe, riebe, die anch im älteren Nhd.
noch vorkommen; urverwandt zu altflav. rebro gleicher
Bed. Neben der Femininsorm findet sich vereinzelt das
Neutr.: das ripp Maaler; costa rybe, rieb, rieben.
rebe, rippe, ripp. niederd. ribbe, rebbe. ref Dief.;
gett der herr bawet ein weib aus der riebe, die er
von dem wenschen nam 1. Mofs. 2, 22; der grosze ripp
hat costatus Maaler; die langen (ganzen), kurzen
(halben) rippen; in festen Wendungen: die rippen
brechen, entzwei fallen; einem die rippen brechen,
cntzweischlagen, einstoszen; einem den degen durch
die rippen jagen, stoszen; vom Schlagen des Herzens:
euer eigenes herz, das üngsllich bebend wider eure
rippen schlügt Schiller Räub. 5, 1; wie schlägt mein
Lerz mir an die rippe Platen gläs. Pantoff. 3; von
Dürren: man kann ihm die rippen zühlen; auf einem
ross, dem man alle rippen unter der haut . . zählen
konnte Hebel 2, 234; übertragen aus die Gegend der
Nippe, Seite eines Körpers: druckt an ibre rippen
s ie mich als den dudelsack Hölty 207; ich will dir
das herz aus den rippen stampfen Schiller Räub.
5, 1; einen in die rippen stoszen, derb mahnend, aufmunternd;
ich kann das geld nicht aus den rippen
schwitzen, sagt der gänzlich mittellose Schuldner; die
rippen wagen für cinen (Goethe Egm. M, das Leben;
Bezeichnung des Cheweibes, nach der oben mitgeteilten
Bibelstelle: das der guth fromme herr durch die riebe
bewegt wirdet Dief.-Wülcker (v. 1545); — bezogen
auf rippenähnliche Dinge: des felsens nackte rippen
Schiller Alpenjäger; rippen an Pflanzen, Tabak, an
Gewölben, Schiffen, Geräten; an der Sicherung eines
Hinterladers Instr. 24; bei den Schlachtern werden
Seitenteile des geschlachteten Rindes dieke, dunne rippe
genannt; talsche rippe, das Fleisch zwischen zwei Rippen.
— Zusammensetzungen: rippcnartig, nach Art der Rippen
gefertigt oder verlausend. — Rippcubraken, m. gebratenes
oder zum Braten bestimmtes Rippenstück. — Rippenbruch,
m. Bruch einer oder mehrerer Rippen. — Nippengar,
u. je zwei vom Rückgrat ausgehende Rippen. —
Rippenstoß, m. Stoß in die Rippen; beim Drängen,
Kampsfe, als derbe Mahnung zum Aufmerken: theilt
man rippenstösze aus Möser Phant. 3, 78; durch
einen freundschaftlichen rippenstosz aufmerksam darauf
zu macben Hauff 1I, 70. — Nippenstück, u. Fleischstück
eines geschlachteten Tieres aus der Rippengegend;
Bezeichnung von Quadern, die zur Bekleidung von
Wasserwerken verwendet werden; Krummhölzer als Verbindungsstücke
im Boden des Schiffes. — Rippenweh, u.
Schmerz in den Rippen oder der Nippengegend; auch
als bestimmter Krankheitsname für lr
Nippeln, 1) sich regen, bewegen, Ablautbildung zu
rappeln (s. d.), in gewöhnlicher Rede: ich . rippelte
mich, und schuttelte mich Weiße kom. Op. 3. 23; er
darf sich nicht rippclun Adelun 6. (muß ganz stil sein).
2) anderes ripbeln, zu reiden gehörig und Häufigkeitsbildung
davon, mundartlich weit verbreitet, auch als
ribbeln. ribeln: die leute rippeln mir die ohren schreeklich
Weise böse Cath. 2, 5. — rippen, mit Rippen,
Rippenähnlichem versehen: ein gelisz, blech rippen;
rippenartig — risch.
gerippte arbecil bei Klempnern Adelung; gerippter
griti Instruct. 6; gerippte blöütter.
Nips, m. Name eines gerippten Seiden= oder Wollenstoffes,
auch reps; aus dem engl. Plur. ribs von rib
eripptes Zeug: ribs, rips, rebs Schedel Warenlex.
1935) 2, 275. — rips, Interjection, vgl. raps 2.
Risch, beweglich, schnell und kräftig, munter, im Ablaut
zu rasch (s. d.), erst mhd. als riseh erschelnend,
im Nhd. gegen rasch zurücktretend: agilis, celir, im-%
risch, resch, risz, riesche Dief.; ein rischer helt
livl. Chron. 3731; zu lande weren sie nicht risch. eie
k'nen weder gebn noch rheiten BWaldis Esop 2, 22;
Nispe — Niß. 120
adverbial: eile risch und stehe nicht still 1. Sam.
20, 38; risch wie der wind Schiller Räub. 2, 3; risch
vom plerd herab! Wieland Liebe um Liebe 2, 228;
graf Simon schuttelt den becher risch Droste 206;
im Ablautspiele mit rasch: rischrasch quer ubern krenzweg
gings Bürger d. wilde Jäger; in der Bed. des
kräftig aufrechten: unser nacken kann nicht so risch,
wie der lhrige stehen Möser Phaut. 2, 50.
Rispe, k. Buschartiges, Buschwerk, mhd. rispe, ahd.
hrispa, bezeugt in der Weiterbildung hrispahi. Buschwerk,
Gebüsch;#ispe. risp, zuyg Dies.:
dornenäste und rispen (zur Absperrung eines Weges)
Hebel 2, 48; übertragen auf die Getreidcähre Frisch;
auf den büschelartigen Blütenstand an gewissen Pflanzen
(Haser, Hirse, Rispengras) Adelung: in der Weberei
gewisse Lage der Fäden; in der Baukunst eine gegen
die Sparren des Daches entgegengesetzt liegende Stuhlsäule.
— rispeln, leises, raschelndes oder kratzendes Geräusch
geben- im Ablaute zu raspeln (s. d.): im rispelnden
wald Droste 191; solches Geräusch erregen: sie
blättern und rispeln im grauen breviere 206. »
Riß, m. das Reißen und die dadurch bewirkte Offmung;
gemeingerm. Wort, in den einzelnen Spr. verschiedener
Bed. nach dem Verbum, goth. vrits, altnord.
rit, altengl. writ, ahd. riz Strich, Punkt, Buchstabe,
Schrift; erst im mhd. rig tritt der allgemeine Sinn
einer durch Reißen bewirkten Verletzung hervor (###%
%c#e#ra risz, risse Diefs.); über das Verhältnis zu
ritz s. dort. 1) Handlung des Neißens, Ab= und
Austrennens; einen risz machen, älter thun: einen risz,
zwei, drei risse thun Adelung; ris2 mit einer gluhenden
zange ebd.; bei Leinwandhändlern risz nach dem
saden; übertragen — Schlag mit Stock oder Peitsche:
risse bekommen, Schläge Adelung; unsinnlicher risz
in ein verhältnis, eine freundschaft; thet der herr unser
gott einen risz unter uns 1. Chron. 16,13; du willst,
den risz, den schmerzlichen, mir schmerzlicher noch
machen Schiller Wallenst. Tod 3, 23; in Wien war
man sich bewuszt, dasz man hiermit einen nenen risz
in das verhältnis zu Ruszland machte Sybel Vorträge
n. Auss. 158. 2) das durch Reißen entstandene, gewaltsame
Offnung, Schlitz, Spalt u. ä.: risz in einer mauer,
au einem hause, balken, kleide, in einem teller, lopfe;
der risz wird erger (im Kleide) Matth. 9, 16; ein risz
an einer bohen mauren Jes. 30, 13; das haus gewan
einen groszen risz Luc. 6, 19; einige tiefe risse in die
haut Issland Spieler 4, 11; (Kästchen) das einen risz
zu haben schien, eben als wäre es . . gesprungen
Goethe Wanderj. 3,6; risz gesprengter särge Schiller
an die Freude, geborstner klippen Alpenjäger, der wolken
Tell 1, 1; an einer nicht fest schließenden Thür: da sali
es durch den risz binaus Alberus Fab. 12, 67; bei
den Kupserstechern gewisse Verletzung der Platte durch
das Scheidewasser beim Radieren; im Bergbau Aussetzung
eines Ganges zu Tage und Tageban; unsinnlicher
risz im herzen: die hulft’ (des Herzens) ist
bei ihr. o welch ein ris ist dis Zesen Rosem. 8; risz,
den der tod gemacht hat; cin tuüchtiger risz im beutel,
viel Geldanusgaben; an den risz, die Bresche in der
Mauer lehnen feste bildliche Wendungen an: ob jemand
wider den risz stünde Hes. 22, 30; vor die risz und
brüche treten Günther 901; so ein bursche .. stebt
besser vor dem risz Iffland Spieler 3, 6; der prinz
muszte fur den risz stchen Gaudy Erz. 36; der reiche
mann musz vor deu risz stehen Keller Werke 6, 295.
3) risz in verengtem technischem Sinne (vgl. unter
reiszen 14), Linie: aigenschaft des risz und skrichs, so
nur lang ist, kain höch noch prait hat Aventin
1, 127; lineare Zeichnung, Entwurf in Linien, besonders
im Bauwesen (vgl. grundrisz): der riesz von einem
schlosse, arcis delmertio Steinbach; die besten risse
der baukunst Gellert 7, 128; (ich) uberreichte ihm