IVII
So übergebe ich denn diese Sammlung den vielen Zuhörern
des ehemaligen berühmten akademischen Lehrers,
die zum Theil in ausgezeichneten Aemtern und im Glanze
hohen literarischen Ruhmes, in der Welt zerstreut leben, als
ein Andenken an den ihnen gewiß Unvergeßlichen; dem Vaterlande,
das ihn, wenn schon in engern Kreisen zum
Theil verkannt, doch im Ganzen hochgehalten und den Ersten
der Nation beigezählt hat, als ein Denkmal seiner geistigen
Wirksamkeit und als eine reiche Fundgrube politischer
Weisheit, auch noch für die Jetztlebenden; der Nachwelt
endlich als ein originelles Ganzes, das in der Geschichte der
Literatur Epoche gemacht hat und als National-Gut aufbewahrt
zu werden wohl werth ist. Ich übergebe die Sammlung
in vollem Vertrauen auf ihre günstige Aufnahme. Daß
dabei dennoch mancher Ultra von beiden Seiten mit eingelegter
Lanze herzurennen wird, sich durch Bekämpfung des
dahingeschiedenen Meisters die Sporen zu verdienen, ist voraus
zusehen. Es wird dieß aber dem Ruhme des Letztern nichts
nehmen und den Herausgeber nicht irre machen.
Tübingen, den 4. April 1627.
Karl Wächter.
Spittler's sämmtl. Werke. I. Bd. 55