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der Geschichte einzelner Territorien recht anschaulich, und waͤre
nur zu wuͤnschen, daß die einzelnen Gebietstheile; z. B. die
Guͤtercomplexe des fraͤnkischen Kaiserhauses, der Welfen und
vieler anderer, wenn auch nur in allgemeinen Umrissen gege-
ben wären, da dieß ja das Hauptangenmerk der vorliegen-
den Schrift seyn muß.
Bey der Geschichte Ostfrankens dürften sich wohl mehrere
Rügen finden. Der sonderbare Ausdruck „das geschicht-
liche Seitalter fabelhafter Könige“ Pag. 24 steht
noch, und was will er sagen? Die Geschichte der Thüringer
(Hermunduren?) ist nach Mannert, der sie in seiner Geo-
graphie von Germania etc. trefflich in's Klare brachte,
glücklich bearbeitet.
Mit der angegebenen Südgranze dieses Volkes kann ich
aber nicht einverstanden sehn. Wäre auch die Ausdehnung
Thüringens bis an die Donau in den ältesten Seiten durch die
von dem Autor angeführten klassischen Zeugnisse begründet,
was aber erst noch gegen die, später beym Nordgau folgende
Widerlegung bewiesen werden müßte; so ist selbe doch für
die Periode der letztern Agilolsinger, durch urkundliche
Beweise, selbst gegen die besonnene Auseinandersetzung
Beda Apel's in den Abhandl. der Akademie VII. Band K. 9.
schon im Voraus umgestoßen; dag. 25. sind die, 534 iw’s
Loos der Franken gefallenen thüringischen (7) Gauen aufge-
führt; nach welchem Beweise? Arnulfs Urkunde von 889.
(Eccard fr. orient. II. p. 895.) zeugt gegen und nicht
für diese Annahme; sie hat den Nordgau nicht.
Die von Carl d. Gr. gegründete bbhmische und sorabische
Mark sind nicht gehbrig ausgeschieden, ich glaube erstere
dürfte Bayern, letztere Franken angehört haben; meine
Gründe folgen beym Nordgau.