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Chronica. 47
Translation desz spittalsz von s. Johans kirchen in die statt.
Wiewol umb zufall des volckhs sant Johanszer kirch') im jar
nach Christi unnsers herrn geburt 1404 erweittert ?), so ist doch der
armen des* spittalsz so ubel mit pfleg gewartet worden, das —
wie dann die translation?) sollichs spittals innen helt, — die armen
spiteller am regen sein gelegen. Derhalben, dieweil der armen in
ernanttem spittal sant Johans orden so ubel pflegt, hat ein erbar
oberkeit zu Hall ein christlich brüederlich mitleiden unnd einsehen gehapt,
den spittal zu iren handen genommen unnd an das ort so nun
in der statt stehet*) gepauen, darinnen nun die armen mit speis,
tranckh unnd pfleg nach notturfft versehen werden. Derhalben unnser
herr Gott hat zugeben, das disz spittal sehr reich unnd wolhabendt
ist worden, ein graffen einkommen ubertreffendt. Gott wöll, das er
furgang hab, unnd der armen darmit nit vergessen werd’°),
a) disz H1. b) IIl gieht den ganzen Abschnitt mit mehreren freien Friweiterungen.
zehenden dem Johannitterhoff zu Hall verschafft, ligen auch alla in diser Sanct
Johanns Kirchen begraben; ire Epitaphien, wiewol gar alifränkisch, noch alda
gesehen werden; haben bey diesem Hauss vil guts geschafft, schöne Messgewandt
und ander kirchenzierdt, daran ir wapen mit gutem gold gesticket, hineingepflantzet.“
Schwer zu vereinigen mit Herolts Behauptung sind einige Urkunden
von 1349, 1362 und 1386 (Buch der „Pfründ- und Stiftungsbriefe über die
Kirchenaltäre", gem. Archiv Hall), wornach in diesen Jahren die Eberharte
(vom Geschlecht der Eltershofen?) im Besüz der Mühle waren.
1) Die Kirche wurde geweiht 1268; 1298 wurde ihr Kirchweihfest geregelt,
Wir. IX, 79, 371; eine erste Erweiterung fand statt 1385.
?) S. OABeschr. 124. Dieses Datum erweckt den Anschein, als ob der
Chronist die Verlegung des Spitals in die Stadt sich erst nach 1404 gedacht
hätte, während er doch nach den folgenden Worten von der Translationsurkunde
augenscheinlich Kenntnis hatte.
5, Die Translation wurde vorgenommen 1317 (vom Diöcesanbischof genehmigt
1323 Menken script. rer. germ. I, 419). Die Urkunde besagt nur, dass die
Veränderung vorgenommen worden sei „durch besser Gemachs und bessere Handlung
der Siechen“. Daraus hat dann wohl die ausmalende Überlieferung die
gröberen Züge gestaltet, e. Bauer WI'r. IX, 371.
“) Ein vom Kloster Comburg erworbener Platz am Bach (Spitalbach),
daher das Spital von da an gewöhnlich genannt wird das Siechenspital am Bach.
6) Über die frühere Geschichte der Johanniter überhaupt s. Bauer,
Johanniterkommende Affaltrach, WFr. IX, 14 f., Regesten der Johanniterkommende
zu Hall IX, 76 f., aus Bauers Nachlass: Johanniterhaus zu Hall
IX, 365 f. — Über die spätern Schicksale, besonders der Kirche bis zur
Schliessung 1812 und Umwandlung in ein Magazin 1816 und in die städtische
Turnhalle 1846 s. Hausser, Schwäb.-Hall 96.