thumbs : Rosenheimer Anzeiger. 63. Jahrngang (63)

Rosenheimer

 

Der  Mos
und  Feiertiuge).  —  Der  Abonnementsprels

 

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  Berlag  und  Redaktion  entton  zu.  7#:  Inseraten-Ablellung  Nr.  238.

Plenng.

 

 

 

Nummer  94  au  Daiti  *

 

 

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RNosenheimer  Tagblakt

Amtlliches  Publikalions-Organ

Mittwoch,  25  April  1917

—  —  —

S  Mark#s

1  63.  Jahrgang

Cruslands  Macht  auf  dem  Schlachfelde  von  Arras  blutig  unterlegen.

Der  franzöfische  Durchbruchsplau  endgiltig  gescheitert  —  Zwei  englische  Lazarettschiffe  versenkt  —  Der  Putsch  der  Entente  in
Athen:  König  Koustantin  verhaftet?  —  Die  zweite  englische  Niederlage  auf  Sinat.

Hie  Ariegsluse.

V  Abenöbericht.
1  1f1  Wi’rli  Berlin,  23.  Apr.

Auf  dem  Schlachtseld  von  Arras  ist  heute
der  neue  englische  Ansturm  unter  schwersten  Verlusten
  ergebnislos  zusammengebrochen.

An  der  Ais#  und  in  der  Champagne  zeilweilig
  starker  Artilleriekampf.

Im  Oslen  nicht?  Werentliches.

a  Der  neueste  Bericht  des  Erosen  Hauptquartiers
  befindet  sich  aufs  Seite  5  dieser
Nummer.

 

———

Die  Kriegolage  im  Westen.

Stockholm.  24.  April.  „Stockholms  Dagblad“
  schreibt:  Die  Kraoftmessung  an  der  Wefl.
front  ist  noch  im  ersten  Stadium  und  man  muß
die  Fortsetzung  abwarten,  bevor  man  urteikt.
Dabei  muß  man  sich  immer  klar  darüber  sein,
dasi  die  Fortsetzung  sich  ganz  ander?  gestalten
kann,  als  die  Einleitung  und  daß  die  Initiative,
die  jetzt  zweifelloo  bei  den  Westmächten  liegt,
nährend  der  Operationen  auf  oie  andere  Seite
übergehen  kann.  Hindenburg  ist  ja  immer  der
Mann  der  Ueberraschungen  gewesen.

Der  Angrifsauf  Calaié.
Gens,  24.  April.  Beim  Angriff  der  deutschen
Seestreitlräfte  auf  Calais  sind  mehrere  völlig
geschützt  erachtete  Stadthäufer  infolge  des  Steilseners
  zerstört  worden.  1

Vier  englische  Zerstörer  vermißt.

Basel,  24.  April.  Einer  Privatmeldung  zufolge
  herrschte  in  London  in=  den  letzten  Tagen
große  Aufregung  über  das  Schicksal  von  vier  britischen
  Zerstörer,  die  im  Kanal  und  vor  der
Themse  Wach  dienst  hatten,  und  von  denen  man
seit  14  Tagen  nichts  mehr  gehort  halte.  Inzwischen
  hat  die  engl.  Admiralität  die  Torpedie
rung  des  einen  Zerstörers  zugegeben,  man  glaubt
jedoch  allgemein,  daß  auch  die  Übrigen  drei  verloren
  sind.  «  s  («-Botschafter

  Tarnomeki.

Wasrhington,  24.  April.  Die  amerikanische
  Regierung  gewährte  dem  Botschafter  Tar.
nowsti  einen  Geleitbrief.  Der  Botschafter  wird
in  der  nächsten  Woche  abreisen.

DTie  Lebensmittelauefuhr
aus  Ameriko.
Amsterdam,  24.  April.  Zwischen  England
und  Amerlka  ist  eine  Uebereinstimmung  darüber
erzielt  worden,  die  Lebensmiltelausfuhr  Amerilas
  nach  Europa  auf  ein  Mindestmaß  zu  beschränken
  und  scharfe  Kontrolle  durch  Amerika
durchzuführen.  Die  Vorräte  Amerila:  sind  für
die  Cutente  ausgekauft  worden.  Di:  Ernte  wird
unter  Amerlka  und  die  Entente  verleilt  werden.

 

zZu  den  Känpsen  im  Westen.

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——  *  —  ·

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Endgüllig  gescheilerk.

Aus  aufgefundenen  französischen  Befehlen,  die
durch  Gefangenenausiagen  ergänzt  wuroen,  er
gibt  sich  immer  klarer  der  groß  angelegte  fran;
D  Durchbruchsplan.

Die  deutsche  Front  follte  am  16.  April  durch
einen  unwideritehiichen  Anprall  der  franz.  Di
risionen  an  der  Ais#e  gesprengt  weroen.  Das
32.  Korps  sollte  am  16.  April  15  Kilometer
tief  auf  briden  Ufern  der  Aisne  bis  auf  Briennr
und  Prouvaie  durchstosrn;  die  3.  Divifion
sollte  füdlich  anschließend  bie  Suippe  vorbie
chen  und  dann  scharf  nach  Osten  abschwenlen,
während  die  13.  Division  den  Block  Brimont
ülerrennen  sol.te.  Die  Abiicht  des  strategi  schen
Planes  ging  dahin,  die  deutschen  Truppen  im
Jiaume  südlich  der  Aione  durch  einen  wuchtigen
Angriff  in  östlicher  Richtung  zurückzuwersen,  um
sie  am  17.  April  den  in  der  Champagne  bei
Auberive  und  Maronvillers  durchstoßenden
sfranzölischen  Truppensäulen  in  die  Arme  zu  trei
ben.  Auf  dem  ösilich  Reims  liegenden  20  Kilo
meter  langen  deutschen  Frontabschnitt  von  Bethe
an  bis  Prunay  war  der  Angriff  nicht  angssetzt.
Dieses  Frontstück  sollte  durch  den  Vorstoß  von
Brimont  nach  Osten  und  bei  Auberive  nach  Nor
den  am  16.  und  17.  April  eingeleseell  werden.
Diese  Einlesselung  konnte  indesien  nur  gelingen,
wenn  die  östlich  Brimont  vorfloßenden  ftanzö
sischen  Kampfsäulen  scon  im  Lause  des  16.  Apr.,
also  am  ersten  Angrissolage,  die  lesohlenen  L#
nien  erreichten.  IOm  engen  Zusammenhang  mit

diesen  Operationen  südlich  der  Aiene  standen  vie
ron  der  franz.  Heeresleilung  geplanten  Opera
tionen  nördlich  der  Airne  auf  der  Linie  Braye

joren  in

 

Cerny  Craonne.  Hier  sollten  die  Franosen  miit
den  Kerntruppent  des  20.  Armeelorps  als  Haupt
nüte  12  Kilorieter  lief  in  das  Hugel  u.  Wald
gelände  sudlich  Laon  vordringen,  um  der  neuen
Stefriedstellung.  in  den  Rücken  zu  kommen.

Durch  die  Preiten  Breschen  auf  der  in  einer  Brei
lte  von  60  Km.  zertrummerten  deuischen  Fron#
ollte  die  „Berfolgungsarmee“  rorjagen.

Die  Sprengung  des  Froutab'chnittes  Aicne
Champagne  und  die  sacherjormige  Aufrollunn
nach  Oslen  und  Norden  ilellen  einen  glo  zugigen
und  mohldurchdad  ten  Plon  dar,  der  aber  nur
Aussicht  auf  Criolg  hatle,  wenn  bereite  am  ersien,
  spateileno  am  zmeiten  Tage.  der  Durch
bruch  in  der  befohlenen  Tiefe  gluckte.  Gelangen
die  Operationen  nicht  Scnag  auf  Schlag,  so  war
der  Plan  zum  Miß  slingen  verurteilt.  Heute  nach
einer  Reihe  blutiger  Schlachtlage  sind  die  füh
nen  Operationen  Nivel  es  bereits  Endgultig  ge
icheitert.

*  5  r—i“

Die  Schlacht  an  der  Aione  und  an  der  Cham
paguefront  flaute  am  Sounnlag  sichtlich  ab.  Die
aufergewoehulich  grosen  Verluste,  die  die  Franden
  vergangenen  Schlachtlagen  beim
wiammenpral!  mit  den  sich  heldenhaft  schlagenden
  deutichen  Verteidigern  erlilten  haben,  wan
gen  den  Geguer  augenscheinlich  zu  einer  Kampf
pause.  .

Nachträglich  wird  gemeldet,  daß  am  19.  Apr.
lbei  der  Rückeroberung  der  ehem.  Zucker  fabrii
Cerny  und  bei  dem  biutig  zurückgewiesenen  zweimaligen
  franz.  Angriss  am  Vormittage  de:  21.
April  südöstlich  Cernn  neun  Maschinengewehre
und  Cefangene  in  umerer  Hand  blieben.  In  der
Champ#gne  wurden  mehrere  Panzermagen  durch
un,ere  Artullerie  zerstört.

ind  nicht  in  greisbarer  Nahe  des

 

In  der  Gegend  von  It.  Eloi  hat  der  Gegner,
  dessen  Er#n  durch  umer  Granatseuer  zer.
lort  waren,  sehr  große  blutige  Verlusie  erlitlen.

  Unsere  Stofiürupp-  l#achten  die  wenigen
lieberleberben  ulr  Gesandene  neb#  Maschinenge
url  ren,  Minense  #  iigem  Geral  zu.
lulck.

Mid,  iruglut  mins  demelte",  Las,  allein  im
Naum  Berrd  an  Vac  bie  Auberive  in  der  Zeit
ron  !  Pö  1¼.  April  Offisiere,  14r"2  Mann
und  Masckenengeweh##e  eingebrachlt  wurden.

*  ·  *

Während  im  Abichrl  Akonc  Thampagne  sich
das  Bild  der  in  beflige  Eimelkampyfe  und  teil
weise  flarke  Kanonaden  zerfallenen  Schlacht
auch  am  Sonnag  nicke!  anderte,  flammie  die
durd,  mehrlügiges  Feuer  vorbereitelfe  und  an.
getundigls  Schlackkli  in  Raume  Arras  Loos  erneut
  auf.  Der  erste  englüche  Anprall,  der  am
5.  April,  vorminaas  9  Uhr.  der  Gegend
bon  Los  erfolgie,  brach  nach  einem  mit  sellener

Crbitierung  gefuhrten  Kampie  umer  ichweren
engli  d#en  Verlusfen  erfalgreickh  ufammen.  Die
Englander  loumen  nicht  eine:  Meter  unserer

Steliung  behaupien.  Und  sjemt  in  auch  der  neue
le  Anzurm,  wie  der  Laupiquartierberucht
en  Montagalend  meldet.  unchwer

iten  Verlumen  zuiammengelrochen.

 

Englauds  Einschnürung.

Die  jel#t  vorliegenden
midmen  durchmeg  mehrere  panlen  der  immer
drohender  werdenden  Srttahrur  igsjtage.  Einen
herrorragenden  Plaz  nimm  die  Samstag  Rede
des  Nalrungem  neldireltors  Kennedy  Jones
ein.  worin  er  sagte:  „Ich  erflare  Ihnen  offen.
daf  uir  bezüglich  der  Brotver'orgung  zweifellos
einer  bedenklichen  Lage  gegennberstehen.  Wir
Verhungerne,
die  Vorrale  ind  geriun.  Der  Tauchboot
irien  int  mehr  al  eine  Drohung,  er  i  eine  schwe
re,  tatiächliche  Geiahr.  DLie  Knappheit  des
Schiffsraume:,  dar  lelweise  Mi  raten  der  Wellneizenernie
  und  die  Verheerungen  des  scheuß.
lichen  Tauchboc#e#  riesen  zummen  eine  Knappbeit
  an  Weizen  und  Mehl  hervor,  die  uns,  salldas
  Voll  nicht  ent  dle  sen  und  vernünftig  sich
damit  abfindet,  an  den  Rand  des  Verderbens
ringen.“

Londoner  Zeitungen

ko

a##

Ein  „Schnallt  den  L#ib#ieme#n  fefter“  über
schriebener  Leitartilel  der  „Morning  Po#t“  vom
16.  Aprif  gibt  die  ibrorctusche  Richtigkeit  oer
kenuchen  Rechung  zu.  Der  Tauchdoolkrieg  merde
  die  Aller#ten  zum  Frieden  zwingen,  da  die
gegenwärtige  U  Boot  Ser  Rauberei  bei  unbegrenzter
  Fortdauer  zmeifellos  den  Weltseetrans-.
port  derart  lahmzulegen  vermoge,  daß  die  vom
Ueberseeimport  abhangigen  Lander,  unter  denen
England  das  allerabhängigste  sei,  gänzlich
lalmgelegt  würden.  Wenngleich  genaue  Zahlenangaben
  mit  Rechl  geheim  gehallen
so  sei  binreichend  klar,  das  gegenwärtig  die  Bilanz
  zu  Deutschlande  (Gunsten  stehe  und  in  arith.
metischer  Progression  wachsen  nerde.  Dies  ser
eine  außerst  unerfreuliche  Lage,  zumal  das  Land
lahrelang  in  dem  Glauben  gehallen  worden  sei,
das  eine  solche  vollia  ausgeschlosien  wöre,  solange
  die  britische  Flolte  unbesiegt  sei.  1