Januar 11.
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Meuterei nicht bürgen. Ich versehe mich daher vom Kaiser umso
weniger, dass er meine Schickung nach Heidelberg übel aufnimmt,
zumal dabei nicht das geringste angebracht wurde, was ihm nachteilig
wäre, vielmehr besteht der ganze Vertrag aus den zwei wolverantwortlichen
Punkten: 1. wofern das passauer Volk Gewalt anwenden
würde, 2. wenn sie an jenem Ort zu meinem und der meinen Schaden
überwintern wollten. Beides werden weder der Kaiser noch E. L, gerne
sehen und, wenn E. L, es nicht wehren können, wird ee Ihnen nicht
zuwider sein, wenn ich und andere benachbarte Interessenten uns vor
grössereom Unheil selber schätzen, zumal mir meine bereits aufgewendeten
Unkosten und die durch dies Volk erlittenen Schäden
noch nicht ersetzt worden sind. — Wenn das passauer Volk in
des Kaisers Devotion und in gebührendem Respekt gegen seine
Obersten geblieben wäre und sich gegen mich und die meinen
klaglos und nachbarlich verhalten hätte, so würde ich weitere Hilfe
nicht gesucht haben. Der Sache wäre aber auch dann noch geholfen
gewesen, wenn ich von dem Aufbruch und Durchzug dieses
Volkes vom Kaiser oder E. L. nach meiner ausdrücklichen Bitte
verständigt worden wäre, zumal so verschiedene Nachrichten umliefen
und bald vom Abdanken, bald von Böhmen, bald von Tirol,
Mähren, Oesterreich die Rede war, auch E. L. selbst versicherten,
dass der Kaiser nach der Abdankung des Volkes trachte; nun ist
aber ein anderes erfolgt. Ich weiss auch nicht, warum E. L. mir
von dem Aufbruch, weiterm Vorhaben und von der Abforderung
Trautmannsdorfs trotz des vorigen Erbietens guter Korrespondenz
nicht schrieben. —
Ich möchte von denen, die meine Defension so übel deuten,
gern hören, warum gerade mir, der ich der Gefahr am nächsten
bin, meine Vorkehrungen verdacht werden, [,als oh] dardurch ein
anderes, so doch mit Gottes hilf nit angehn sol, gesucht
werden wil.“ E. L. werden Gelegenheit haben, sich Ihres und
Ihres Stifts Schaden zu erholen; ich sehe aber noch nicht, wie
ich die aufgewendeten Unkosten und den erlittenen Entgang ersetzt
erhalte, zweitle aber nicht, der Kaiser werde mir den Ersatz zubilligen
und E. ,. mir dazu behilflich sein. — Ich lege eine Abschrift
der braunschweigischen Missiven und Protestation bei und bitte E. L.,
sie mit meiner heidelberger Werbung zu vergleichen, sie auch
allen denen, die mir diese verdenken, zustellen zu lassen. Dass in meiner
Werbung des Königs Matthias einige male gedacht wurde, geschah,
weil ich von ansehnlichen Ständen glaublich vernahm, dass sie ein
Einverständnis zu dem Ende gemacht hätten, damit der König dem
Kaiser die grosse vom passauer Volk drohende Gefahr zu erkennen
gebe und neben andern Nachbarn ihn ersuche, das Volk abzudanken
und aus dem Stift abzuführen. Ich wollte auch meine bereits unterfertigten
Schreiben abgehen lassen, habe aber, da die Lage sich
geändert, damit zurückgehalten und mit dem König weder vor noch