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bloß deutsch geboten würden. Grobe Beamten, die dort
die Leute anschnauzen, weil sie in 37 Jahren noch nicht
gelernt hätten, ihre Anliegen deutsch vorzutragen, verdienen
meines Erachtens einen Rüffel oder Versetzung. Die Leute
sind nicht des Beamten wegen da, sondern der Beamte
der Leute wegen, denen er mit Wohlwollen entgegenkommen
soll. Ich meine, bei der heutigen Pflege des
Französischen in allen höheren Schulen sollte es nicht
schwer sein, Beamte für das französische Sprachgebiet zu
finden, die der Sprache mächtig wären. Ist das nicht genügend
der Fall, dann mache man es den Beamten zur
Pflicht, es zu lernen, mindestens aber die eigene Unkemmtnis
nicht die Leute, um derentwillen sie da sind, entgelten zu
lassen. Es muß ernst gemacht werden mit dem Grundsatz,
daß auf dem Gebiet westlich der von This gezogenen Linie
beide Sprachen berechtigt sind, wenn das auch mitunter
für manchen Beamten unbequem sein mag. Nach und
nach wird es auch möglich sein, Beamte aus dem Gebiete
selbst anstelten zu können, so daß derartige Härten für
die Bevölkerung wegsallen.
Allmählich wird die Schule hier die Kenntnis der
Landessprache immer mehr verbreiten. In Nr. 42 der „Woche“
1906 schildert der bekannte Pädagoge Prof. Dr. Rein
aus Jena seine Eindrücke aus den zweisprachigen Schulen
des Elsasses. Er ist ganz des Lobes voll über das, was er
zu sehen bekam. „In der Tat, schreibt er, kann der Besucher
mit den Kindern der Oberstufe dieser Dorsschulen
ebenso gut deutsch wie französisch verkehren. Sie schreiben
im Durchschnitt gleich gut deutsch wie französisch.“ Ich
habe ein Jahr früher beim Besuch von 5 Schulen des
Breuschtals denselben Eindruck gewonnen. Ich erklärte mir
die Erscheinung dadurch, daß 1. die besten Lehrkräfte des
Landes hier Verwendung finden, daß 2. jede Schule über
eine reichhaltige Sammlung von Anschauungsmitteln verfügt,
die verhindern, daß die Kinder den Lehrer nur halb
verstehen; und daß 3. die Verdrängung sachlicher Kenntnisse
durch die durch die beiden Sprachen nötig gemachte größere
Pflege des bloß Formalen sich bei einem flüchtigen Schulbesuch
nicht so leicht feststellen läßt. Um den doppelsprachlichen
Unterricht möglichst zweckmäßig gestalten zu können,
scheint es mir auch erwünscht, ein eigenes Seminar für
dieses Gebiet zu schaffen. Ich glaube, man darf den übrigen
Lehrer- und Lehrerinnenbildungsanstalten diese Arbeit nicht
zumuten. Zweckmäßig schiene es mir ohnehin, die Lehrkräfte
für dieses Gebiet hauptsächlich aus dieser Bevöllerung
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