Herzog Geordg
1636 27. Januar bis 1641 Ur. Apr.
Der unerwartete Tod des Herzogs Friedrich Ulrich, und
das Aussterben der Braunschweigischen Linie, die über zwei
Jahrhunderte lang unter mannichfaltigen Schicksalen geblüht
hatte, erdffnete nicht nur die Erbschaft eines großen Familienfideicommisses,
dessen Besitz dem Lüneburgischen Hause, das
sich vor 206 Jahren mit den Stammvätern der Braunschweigischen
Linie getheilt hatte, unmoglich streitig gemacht wer,
den konnte, sondern loͤste auch in einem hoͤchst kritischen
Zeitpunkte viele Verbindungen und Traktate auf, die sich unläugbar
nur auf die ausgestorbene Linie bezogen, oder wenigstens
so feierlich erneuert werden mußten, daß mit Erneucrung
derselben alle Schwierigkeit eines neuen Traktats
und alle Ungewißheit einer neueröffneten Negociation
verbunden zu seyn schien. Walkenried konnte verloren
gehen *), Rechte, die jüngst erst durch einen Vergleich mit
*) Henrich Julius und Friedrich Ulr. waren durch freie Wahl
des Convents zu Administratoren dieses unmirtelbaren Reichsstifts
gewählt worden. Nun wurde doch wieder der älteste
Prinz des Herzogs Georg, Prinz Christian Ludwig, gewählt.