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verreisen, wenn es wider Cuch sein sollte“. Trotz dieser mit kindlicher Ergebung
vorgetragenen Bitte willigte der Vater nicht in diesen Wunsch und der Sohn
gehorchte ohne Murren.
Wenn Johann so als Statthalter seines Vaters auf löbliche Weise bewies,
wie gut er zu gehorchen verstand, so zeigte er als selbstständiger Regent, daß
es ihm weder an Einsicht noch an Kraft mangelte, zu befehlen. Unter den
vorigen Regierungen waren die fränkischen Dienstleute den Eingebornen vorgezogen
worden; sie bekleideten die ansehnlichsten Stellen und waren, wie dies
wohl ganz natürlich ist, im Lande deshalb sehr verhaßt. Kurfürst Johann, der
von seinem sechszehnten Jahre an in der Mark gelebt und tüchtige Männer
unter den Märkern kennen gelernt hatte, vermied gar leicht den Fehler seiner
Vorfahren und gewann dadurch eine große Zahl teuer und ergebener Diener.
Es ist schon erzählt worden, in welcher traurigen Lage Johann sich zur
Zeit seiner Stauhalterschaft durch den Mangel an den nöthigen Mitteln zur
Bestreitung des Regierungsaufwandes befunden hatte; deshalb war es wohl
ganz natürlich, daß er, sobald ihm die selbstständige Regierung des Landes
zugefallen war, unverzüglich auf Mittel dachte, seine Einkünfte mit den Bedürfnissen
der Verwaltung in Einklang zu bringen. Die Kriegsunternehmungen zur
Zeit seines Vaters hatten ohne Zweifel die landesherrlichen Einkünfte wesentlich
vermindert, denn welche anderen Mittel gab es damals für einen Landesfürsten,
als Versatz und Verpfändung von Gütern und Gefällen, als Eremptionen und
Privilegien, welche sowohl für das Land, als für die landesherrliche Kasse die
nachtheiligsten Folgen hervorriefen. Wie schwierig es war, von den Ständen
selbst direkte Beiträge an Geld zu erhalten, hatte ihm das Beispiel seines Vaters
gezeigt, daher griff er zu einer andern Maßregel, nämlich zu einer indirekten
Besteuerung. Schon Kurfürst Albrecht hatte, wie oben erzählt ist, bei dem
Antrage an die Stände wegen Uebernahme der landesêherrlichen Schulden eine
Abgabe auf das Bier angeordnet, allein ziemlich bedeutenden Widerstand von
Seiten der Städte gefunden; denn diese besorgten, daß ein Aufschlag auf dieses
zur damaligen Zeit hauptsächliche Erzeugniß der Gewerbthätigkeit unserer Städte
die bis dahin so einträgliche Nahrungöquelle bedeutend schmälern würde. Nichtsdestoweniger
kam Kurfürst Johann bald nach der Regierungsübernahme wieder
auf eine solche Steuer zurück, als die Vertheidigung des Landes einen nachdrücklichen
Beistand von Seiten der Stände nothwendig machte.
König Mathias nämlich, dessen Streit mit dem Kaiser immer erbitterter
wurde, rächte sich auch an den Reichsfürsten, welche seinem Gegner Beistand
in diesem Kampfe geleistet hatten. Aus diesem Grunde drang im Jahre 1488
eine Schaar leichter Reiter, die unter dem Namen der Schwarzen überall
Furcht und Schrecken verbreitet hatten, in Sachsen und in die Mark Brandenburg
ein und verwüsteten weit und breit das Land mit Feuer und Schwert.
Die Kurfürsten von Brandenburg und Sachsen, verbunden mit dem König