Beilage zum „
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Kriegsamt. Amtliche Mitteilungen und N
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*Die Wassen- und Munttionsfertigung
der Westmächte im Ucchte ihrer eigenen
Presse und im Vergleich mit dei
Leistungen der deutschen
N#stungeindusrrie.
SFeitdem der Vierverband erkannt hat, daß er durch
seine Ueberlegenheit an Zahl die Leberlegenbeit der
deutschen Führung und deutschen Truppenmoral nicht ausgleichen
kann, versucht er ben Sieg durch die Leberlegenbeit
an Material zu erringen: Während burch Verschärfung der
Blockade die Wassen- und Munitionserzeugung der Mittelmächte
unterbunden werden sollte, wurde für die Erzeugung
auf gegnerischer Seite fast die ganze Welt mobil gemacht.
Es ist allgemein bekannt, welche ungeheuren Mengen von
Kriegsmaterial das bamals angeblich neutrale Amerika
der Entente geliefert hat. Dennoch genügten die Mengen
nicht, die Mittelmächte niederzuringen, weil diese über
eine hochentwickelte Waffenindustrie verfügen und es in
der Rohsloffrage verstanden haben, sich, soweit nötig,
durch Heranziehung von Ersatzstoffen oder Anwendung
neuer bezw. sonthelischer Verfahren vom Auslande endgültig
freizumachen. Die Vierverbandstaaten soahen sich
also genötigt, ihre Eigenerzeugung aufs äußerste zu steigern.
Vor Beginn der letzten großen Offensive wurden nun
von Frankreich und England über den Grab dieser
Steigerung Verhältniozahlen bekanntgegebrn, die ber Welt
beweisen sollten, daß der Sieg der Entente jetzt unausblelblich
sei. — Eine derartige Aufmunterung war wohl
besonders für die eigenen Völker notwendigt Wenn auch
der bisherige Verlauf der Offensive die Großsprecherei
genügend abgetan bat, verlohnt es sich doch, diese Verbältniszahlen
einmal auf ihren wirklichen Gehalt zu prüfen.
Das ist an der Hand von Pressestimmen aus dem gleichen
Lager möglich, die Schlüsse auf den Wert sener Zahlen
hulassen, wie sie z. B. „G'Ulustration“ vom 24. März 1917
veröffentlicht. Hiernach soll von Krlegsbeginn bis Dezember
1916 unter anderem die Fertigung gestiegen sein:
bei 75. Millimeter-Feldgeschützen um das 37,Sfache
„ 75-Millimeter-Granaten „ „ 41,8 „
„ Maschinengewehren 173.0 „
für Gewehre sei bas Verhältnis etwa doppelt so groß
wie für Maschinengewehre.
Diese Zahlen, selbst wenn sie richtig und nicht, was
wobl anzunehmen, der Tendenz entsprechend stark übertrieben
sind, können nur dann ein imponierendes End-77
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ergebnis beweisen, wenn auch bie fönen zuagrunde liegenbe:
Anfangszahlen verhältnismäßig Le Laaent " —
aber höchst unwahrscheinlich, vielmehr ist nach folgenden
Pressestimmen als sicher anzunehmen, baß die. französische
Wassen- und Munitionserzeugung mit Kriegsbeginn auf
ein Minimum beruntergegangen wan:
„Temps“ vom 20. Dezember 1916 schrefbt: „Etwa
80 Prozent der Eisenerzeugung (Briey in den Händen des-Feindes
vom ersten Schlage anl), der Gußerzeugung, der
Steinkohlen= unb der Stahlproduktion, 95 Hochsfen von
127 waren durch den feindlichen Elnfall von Frankreich
abgeschnitten. . Wegen der Nohstoffe: Stahl, Gußessen,
Koks usw., haben wir uns an England und die Vereinsgten
Staaten wenden müssen.“ — Bie diese bestellten Nohstoffe
eintrafen und verarbeitet werden konnten, mußte aber eine
geraume Zeit vergehen. — Wester verrät derselbe Artikel,
daß durch die allgemeine Moblllsatlon die gesamte Inbustrie
in Unordnung gebracht war, Nach „Figaro“ vom
21. August 1915 arbeiteten bei Creuzot nach Kriegsausbruch
nur noch ungeschickte Jungen und die ganz Alen,
also nur die weniger leistungsfähige Hälfte. Ferner erklärte
nach „Temps“ vom 15. Januar 1917 der Berichterstatter
der Heereskommission über die Lage im Februar 1915:
„Die Munitsonsfabriken sind noch zum größten Tell geschlossen
und alle Facharbeiter mobilisiert. Keine Herstellung
von Gewehren. .. .. Artillerkemunktion täglich
"5 000 für 4000 Kanonen.“ (Dagegen sollte nach
„Temps“ vom 20. Dezember 1916 die nach Kriegebeginn
nur 7500 betragende Tagessertigung an 75-Millimeter-Granaten
bereits im Januar 1915 auf 65 000 gestiegen
sein, ein Beweis für die Unzuverlässigkeit französischer
Zahlenangabenl)
Sonach konnten die den genannten Verhälknissen zugrunde
liegenden Anfangszahlen nur sehr gering und somit
auch trotz der angeblich enormen Steigerung das Endresultat
nicht überwältigend sein. Außerdem stand nicht
die ganze Erzeugung Frankreichs seinem Heere allein zur
Verfügung, es mußten vielmehr nach „Temps“ vom
Allijerten, die Russen, Numänen, Italiener, Belgier und
Portugiesen- abgegeben werden. Wie wenig die angegebene,
elwa 346fache Steigerung der Gewehrfertigung
besagen will, zeigt ein Brief des Generals Pädoya an ben
früheren Kriegsminister Millerand („Temps“ vom
15. Januar 1917), nach dem von Kriegsausbruch bis
März 1915 mur alles in allem 250 Gewehre gefertigt worden
sind.
Aehnlich verhält es sich mit den im „Scotsman“ vom
26. Dezember 1916 veröffentlichten britlschen Zahlen.