262 Schutzmaßregeln bei der Bauausführung 8 140.
2. Aus der Begr. S. 88: „Die Bestimmung in § 138
(Ges. 8 139), welche auf jedem Neubau einen die genaue Bezeichnung
des Bauherrn und des Bauausführenden enthaltenden
Anschlag erfordert, entspricht im wesentlichen der Verordnung
des Ministeriums des Innern vom 30. August 1898
(G WBl. S. 232) und soll zur Verhütung von Schwindeleien
und Durchstechereien dienen, welche vielfach durch angeblichen
oder heimlichen Wechsel der für den Bau verantwortlichen
Personen beziehentlich durch Unklarheit der Beteillgten hierüber
begünstigt worden sind.“
3. Infolge des in der II. Kammer zu § 139 angenommenen
Antrags Enke u. Gen. (LTMitt. II S. 1336) ist hier und in
entsprechender Weise auch in § 150 neben dem Bauherrn
und dem Bauausführenden auch noch der Bauleiter eingefügt
worden. Bauherr ist derjenige, auf dessen Rechnung
und Gefahr der Bau erfolgt, der demnach die wirtschaftliche
Herrschaft über den Bau ausübt; Bauleiter derjenige, in
dessen Händen die gesamte technische Leitung des Baues liegt;
Bauausführender endlich derjenige, der mit den von ihm
beschäftigten Arbeitern den äußerlich sichtbaren Bau herstellt.
Selbstverständlich können sich zwei oder auch alle drei dieser
Funktlonen in einer Person verelnigen. Der Architekt, der
lediglich den Bauplan entworfen hat und an der Ausführung
in keiner Weise, selbst nicht durch Ubernahme einer gewissen
Oberaufsicht beteiligt ist, wird auch nicht als „Bauleiter"“ in
Betracht kommen. (Vgl. Der Ber. I S. 30.)
§ 140. Auch insoweit §8 120 a flg. der Gewerbeordnung
nicht anwendbar sind, müssen die beim Bau
verwendeten Gerüste, Werkzeuge, Maschinen und Gerätschaften
so eingerichtet und unterhalten und muß der
Betrieb selbst so geregelt werden, daß die Arbeiter
gegen Gefahren für Leben und Gesundheit soweit
geschützt sind, wie es die Natur des Baubetriebes
gestattet.
Die Baupolizeibehörde hat deshalb die zur Verhütung
von Gefahren sowie die zum Schutze der Sittlichkeit
erforderlichen Maßregeln anzuordnen und, soweit
nötig, durch Androhung und Vollstrechung von Geldstrafen
bis zu eintausend Mark oder von Haftstrafen