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19 Staͤdten untersiegelt. Von da an bis in's Jahr 1454 erklaͤrten dann in 23 besondern, auch in je zwei Exemplaren
nach einer auf der Tagfahrt zu Marienwerder festgesetzten Formel ausgefertigten Urkunden, noch weitere
Edelleute und Staͤdte, teils einzeln, meistenreils aber in Gruppen, ihren Beitritt zum Bunde, so daß im ganzen der
Hauptbrief und seine Zusaͤtze von 75 Personen, Bannerfuͤhreren, Landrichtern, Rittern und Anechten, und von
62 Staͤdten bestegelt wurde. Ein glücklicher Stern scheint uns mit Ausnahme von einigen Beitrittserklaͤrungen,
die nur in einem Exemplare vorhanden sind, alle diese wichtigen Dokumente in duplo („czwene brieff eyns luwtes“)
erhalten zu haben, und wird das eine Exemplar im Archiv der Stadt Thorn, das andere im Elbinger Stadtarchiv
(J. Conventsche Sammlung) aufbewahrr. Untersiegelt haben nachfolgende Staͤdte, und ist bei der Aufzaͤhlung zu
bemerken, daß von den mit einem „“ bezeichneren das Siegel verloren, von den mit „—“ gemerkten dasselbe
schlecht erhalten, und bei den mit einem „7“ versehenen der Zustand nicht konstatiert werden konnte, da mir von
den Thorner Stücken nicht viel mehr als die kurzen Siegelvermerke in Dr. Woelky's „Urkundenbuch des Bisthums
Culm“ und eine von Herrn Dr. Neubaur in Elbing gürigst geliehene Phorographie des Hauptbriefes (Aufnahme
von Jacobi in Thorn) vorlag; die Siegel der nichr weiter gekennzeichneren Staͤdte haben sich, entweder in
Thorn oder in #Elbing, alle erhalten. Die oben erwähnte Schrift des Landrichters Engel wird wohl auch über
diese Fragen den gewünschren Aufschluß bringen.
Allenburg Gerdauen KAulm * Meuenburg — Strasburg i. Dr.
Allenstein ? Gilgenburg Landsberg Teumarkt * Stuhm
Bartenstein Graudenz Lauenburg Dassenheim Thorn
Bischofstein Gutstadt — Leba Dreußisch Holland Thorn Neustadt
— Braunsberg Heiligenbeil Liebstadt * „ Stargard olkemil
* Oanzig Altstadt Heilsberg — Loͤbau * Dugig Tuchel
Danzig Rechtstadt * Hela * Marienburg Rastenburg Wartenburg
* Dirschanu * Hobenstein — Marienwerder Rehden Wehlau
Domnau Koͤnigsberg Altstadt Wehlsack ? Riesenburg Wormdir
* Elbing „ KAneiphof * Mewe Rössel zinten.
" selbing Neustadt * « Loͤbenicht Morungen Schippenbeil
Frauenburg Konin mühlhausen Seeburg
Eriedland Kreuzburg ? Neidenburg ? Soldau
der Beitrittserklärung der Stadt Konitz, laut Doßberg, das Sekretsiegel der Stadt. Nun erzählt Uppenkamp in der „Geschichte
der Stadt Ronig“ (1873), daß die Stadt im Jahre 1450 ihren Bürgermeister Heinrich Swenterer nach telbing schickte, welcher in
Gegenwart des pépstlichen Legatren und zahlreicher Abgeordneter der Städte und des Adels dem Bunde entsagte und das Siegel
von der Dertrageurkunde zurücknahm. Es wärc höchst wünschenswert, wenn diese beiden Ungaben noch einmal von einem
Lokalforscher gründlich geprüst würden, denn wenn sich beide richtig erweisen sollten, wenn sich also bestärigt, daß die Stadt ihr
Hauptsiegel von der Urkunde nahm dafür aber ihr Sekret anhängte so lassen sich daraus um so interessantere Schlüsse ziehen, als
gerade Ronitz eine der wenigen Städte war, die für sich allein die Beitrittserklrung schrieb und untersiegelte, mithin also einer zurücknahme
der Urkunde selbst, anstatt des Umtausches der Siegel, scheinbar nichts im wege stand. Aber es ist allerdings wahrscheinlicher,
daß hier eine Ungenauigkeit Uppenkampfs vorliegt; es wird statt „surücknahm“ heißen sollen „zurückverlangte“. Denn mehrere Städte
verlangten (pater ihre Beitrittserklärung und ihre Siegel zurück; so wünschte schon 1446, Juni I7., der Rath der Meustadt Thorn
vom Hochmeister zu wissen: „wy mpt beawemkeith erer ere unschedelich, er ingesegel von der vorschreibunge des bundes widder
mogen heischen und den Bund widderruffen“. (Toppen, Akten der Ständetage, II. Bd. S. 715.) 1446, Juni 22., schreibt der Comthur
von Schlochau an den Sochmeister, daß die Ritterschaft des Tuchelschen Gebietes und die Stadt Tuchel selbst wünsche: „das in ir
segil des bundes und ever vorschreibunge wedir moge werden“ — „das si ere schriffte unde zegel muchten irkrigen, uff das in in
czukomenden czeiten ere breve nicht durfen uffgehaben werden, unde se er erhe drinne mogen bewaren“. (A. a. G., II. Bb. S. 721.)
1446 Aug. 31 schreibt auch der Comthur von Tuchel noch einmal in derselben Sache an den Hochmeister. Rehden erklärt 1446 Juli I.,
daß es: „wen dy obirsten stete dp den brpff unde den bund an haben gehaben unde vorliber, abetreten, zo wellen sy mit ganczem
willen ouch abetreten mit sulcher weysze, das en ir ingesegil mit sulchen wirden von dem briffe moge wedir geentwert werden, also
an semlichen briff haben losßen hengen, off das sy vort nicht zam die vorworffenste worden geachtit“. (A. a. O., II. Bd. S. 728.)
Auf dem Ständetag zu 1Elbing 1380 UApril 20., verlangten dann die Sendboten der Städte Marienburg, Ronitz und Neustadt Thorn
von Land und Städten: „ir segil wedir von des bundes wegen, das in das gelpmpflich muchte wedir gegeben werden, unde boten
landt und stere en retlich hirinne czu siende, uff das si mit eren er segil wedirkregen.“ (A. a. O. III. Bd. S. 140.) Auf der Tagfahrr
zu Elbing, 1450, 2.—12. Dez., trat dann der Bürgermeister von Marienburg vor den Hochmeister, die Prälaten, Gebietiger, Land und
Städte und heischte die Ingesiegel der Städte Marienburg, Konig und rleustadt Thorn von dem Briefe, denn sie hätten, als sie dem
Buwe beigetreten, nicht gewußt, was sie jegt von den Beichtvatern vernommen und aus der Bulle des Habstes erfahren hätten: daß
der Bund wider der Kirchen Gerechtigkeit sei: „Oo prach der burgermeister von Marienburg zu dem von der Conitz und Neustadt Thorn:
Ist es ewer wille, das ich unfer ingesigel habe widder geheischen. Do sprachen fi: Ja. Das bezeugete der burgermeister mit einem
notario und gab em darauf arram (arra — Handgeld); desgleich die zwei stere Neustadt Thorn und Conig gaben auch arram darauf
und ein ichliche stadt sol ir gur dunken zur nechsten tagfart einbringen, wie mans damit halten will.“ (A. a. O., U. Bd. S. 201.) —
Ob nun wirklich den Städten ihre Siegel zurückgegeben wurden, ist nicht zu ersehen; das von Marienburg fehlt am Brief, die von
Nehden und der #eustadt Thorn sind daran (Sekrete?); von Nonig hängt, wie oben bemerkrt, dem ausdrücklichen wortlaute des Ausschreibens
und der Urkunde entgegen, das Sekret statt des Hauptsiegels daran. — Daß dem Sekrer ein minderer werth als dem
5Sauptsiegel beigelegt wurde, ist bekannt und geht u. a. aus einer in derselben Gegend und Zeit, Marienwerder 1442, Juli 15., ausgestellten
Urkunde (Töppen, Akten der Ständetage, 2. Bd. S. 123) hervor, in der die Städte Thorn, 1lbing, Nönigeberg und Danzig
sich bereit erklären, der schwedischen Stadt Nalmar eine gewisse Summe zu bezahlen, jedoch: „die von Calmer sullen mereschreiben
undir erem ingesegel der burger und nicht undir erem secret, so wellen die stere abir gerne beczalunge thun“.